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| Credit Bild: © GForce Software |
Vom Wohnzimmer-Entertainment zum Sound der
Rockgeschichte
Was ursprünglich als
luxuriöse Home-Entertainment-Konsole gedacht war, entwickelte sich völlig
unerwartet zu einem der prägendsten Instrumente der Rockgeschichte das die
Klangästhetik des Progressive Rock, psychedelischer Popmusik oder früher
Filmmusik-Experimente entschieden mitprägte. Um zu verstehen, warum dieses
Instrument bis heute Kultstatus genießt, lohnt sich ein kurzer Blick zurück.
Die Grundidee entstand Anfang der 1960er-Jahre in Großbritannien. Technisch
gesehen ist das Mellotron kein Synthesizer, sondern ein elektromechanisches
Sample-Instrument – lange bevor der Begriff Sampling im modernen Sinne überhaupt
existierte. Unter jeder Taste befindet sich ein kurzer Magnetband-Loop. Drückt
man eine Taste, wird das Band abgespielt und gibt eine vorher aufgenommene
Klangquelle wieder – etwa Streicher, Chöre, Flöten oder Orchester-Hits.Die
Technik geht auf das amerikanische Instrument Chamberlin zurück, aus dem später
das britische Mellotron hervorging. Das Mellotron MkI und später das MkII
erschienen 1963 und waren eigentlich als luxuriöse Heimorgeln gedacht. Die
Geräte verfügten über zwei Manuale mit jeweils 35 Tasten: Das linke Manual
spielte vorbereitete Rhythmus- und Begleitpatterns ab, während das rechte
Manual verschiedene Lead-Instrumente wiedergab.
Die Vorstellung war,
dass ein einzelner Spieler damit ganze Arrangements erzeugen konnte – eine Art
analoger Vorläufer moderner Arranger-Keyboards. Die Realität entwickelte sich
allerdings völlig anders…
Wie Rockmusiker das Mellotron entdeckten
Während wohlhabende
Privatkunden das Instrument als Unterhaltungselektronik betrachteten,
entdeckten Musiker schnell dessen eigenwilligen Charakter.Bands wie die
Beatles, Genesis oder The Rolling Stones begannen, die leicht instabilen
Bandklänge kreativ einzusetzen.
Das Instrument versetzte einst die Musikerunion der BBC in Rage: Man fürchtete die Überlegung, dass dieses neuartige Gerät – das ja „Orchestersounds auf Knopfdruck“ lieferte – die arrivierten Musiker des Orchesters arbeitslos machen würde.Tatsächlich sind die Klänge jedoch kein Ersatz fürs klassische Orchester, sondern haben ihren ganz eigenen Charme.Streicher klingen wie aus der Zwischenwelt – eine kleine Elegie.Songs wie „Strawberry Fields Forever“, „Nights in White Satin“ oder „The Court of the Crimson King“ machten den typischen Mellotron-Sound weltberühmt: leicht körnig, organisch, manchmal etwas unberechenbar – aber immer atmosphärisch. Gerade diese Imperfektion wurde zu seinem Markenzeichen. Mit dem MkII widmet sich GForce Software nun genau jener Urversion des Instruments, die oft als „Mutter aller ‘Trons“ bezeichnet wird. Den Developern ist hier das (Klang-)Kunststück gelungen jenen charakteristischen Sounds vollends ins Digitale zu portieren.
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| Origiales Mellotron MK II Credit Bild: © GForce Software |



















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