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Music Movies Style Art Culture
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Ein besonders interessanter Aspekt der Filmkultur ist, dass nicht nur Filme selbst kanonisiert werden, sondern auch die Erzählungen über ihre Entstehung. Manche Werke erzeugen ein derart dichtes Geflecht aus Anekdoten, ikonischen Bildern, Figuren und Atmosphären, dass sich um sie herum zwangsläufig ein zweites narratives Feld bildet – ein Resonanzraum jenseits der Leinwand. „Once Upon a Time… in Hollywood“ ist genau ein solcher Film und ein neuer umfangreicher „The Making of“ Band beleuchtet ebenjenen Raum eingehend.
Credit Bild: ©Insight Editions
Am Buchrücken prangt eine Neun. Eine Zahl, die bei Quentin Tarantino eine besondere Bedeutung trägt, markiert sie doch seinen vorletzten Film. Nach zehn Filmen soll Schluss sein. Dieser Band bildet nun den Auftakt der vom Regisseur selbst abgesegneten „Quentin Tarantino Library“, einer auf mehrere Teile angelegten bibliophilen Werkschau, die sich dem Gesamtwerk eines Regisseurs widmet, der sich seiner eigenen Filmografie als bewusst konstruiertem Kanon und kulturellem Archiv vollkommen bewusst ist. Dieses Buch ist damit nicht nur eine Einzelpublikation, sondern der Beginn eines editorischen Vermächtnisprojekts eines Regisseurs, der wie nur wenige um die Tragweite seines eigenen Werks weiß.
Natürlich ist dies nicht das erste Making-of-Buch der Filmgeschichte. Doch nur selten erreichen solche Publikationen den Status eines eigenständigen kunst- und kulturhistorischen Dokuments. Sir Christopher Fraylings Sergio-Leone-Making-ofs seien hier als Referenz genannt. In genau diese Traditionslinie reiht sich auch dieser Band ein – und hier liegt seine eigentliche Besonderheit. Er versteht sich nicht als bloßes Begleitmaterial, sondern als Erweiterung des Films, als eine Art „Augmented Product“. Es ist eine immersive Reise hinter die Kulissen eines der ambitioniertesten Filme der letzten Jahre.
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| Credit Coverbild: ©Insight Editions |
Mehr als 65 neu geführte Interviews mit Cast und Crew bilden das narrative Rückgrat des Buches. Stimmen von Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Margot Robbie, Mikey Madison, Margaret Qualley, Austin Butler, Kurt Russell, Dakota Fanning, Maya Hawke oder Sydney Sweeney verdichten sich gemeinsam mit jenen zentraler kreativer Instanzen – etwa Kameramann Robert Richardson, Production Designer Barbara Ling oder Produzent David Heyman – zu einer vielstimmigen Reflexion über das Filmemachen selbst. Entscheidend ist dabei, dass Glennie diese Stimmen nicht als lose Zitatsammlung aneinanderreiht. Sie werden Teil einer übergeordneten Erzählung über kreative Entscheidungsprozesse, über Tarantinos zugleich minutiös geplante und offen improvisierende Arbeitsweise sowie über den Stellenwert von Musik, Kostüm, Architektur und Rhythmus im filmischen Erzählen. So entsteht ein Making-of, das weniger dokumentiert als interpretiert.
Bemerkenswert ist auch der Zugang, den Tarantino hier erstmals in dieser Konsequenz erlaubt. Der Regisseur eröffnet den Band persönlich und stellt umfangreiches Material aus seinem privaten Archiv zur Verfügung: Hunderte Setfotografien, Produktionsmemos, Storyboards, Kostüm- und Szenenbildentwürfe, Studiounterlagen sowie eine Vielzahl ephemerer Dokumente. Sichtbar wird nicht nur der Herstellungsprozess eines Films, sondern die Arbeitsweise eines Autors, der Kino als Gesamtsystem begreift – als Zusammenspiel von Raum, Körper, Musik, Materialität und Zeitgefühl.
Auf über 400 Seiten entfaltet sich so eine detailreiche Chronik von der ersten Idee über Casting, Proben und Dreharbeiten bis hin zur Premiere und dem späteren Oscar-Erfolg mit zehn Nominierungen und zwei Auszeichnungen. Es ist das Echo eines Films, der selbst bereits ein Echo auf Hollywoods Vergangenheit war – und zugleich ein eigenständiges Werk, das zeigt, wie sehr sich Filmgeschichte nicht nur auf der Leinwand, sondern auch in ihren Produktionsnarrativen fortschreibt. Während viele vergleichbare Publikationen primär illustrativ funktionieren und rasch austauschbar bleiben, positioniert sich The Making of Quentin Tarantino’s Once Upon a Time in Hollywood bewusst in der Tradition großer filmhistorischer Monografien – und gewährt zugleich einen selten tiefen Einblick in den Filmmaking-Prozess Quentin Tarantinos.
The Making of Quentin Tarantino’s Once Upon a Time in Hollywood, erschienen bei Insight Editions
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Quentin Tarantino ist fraglos der prägende Regisseur seiner Generation. Dabei erschafft er jedoch weit mehr als nur unvergessliche Filme und ikonische Szenen: Er kreiert ganze Mikrokosmen. Fiktive Marken, archetypische Figuren, eine tiefe intertextuelle Verwobenheit mit Filmgeschichte und Popkultur sowie die sorgfältig ausgewählten Outfits seiner Pro- und Antagonisten – all das sind Bestandteile einer minutiös konstruierten (Film-)Welt.
Credit Coverbild: © Prestel Verlag
Genau hier setzt „Tarantino Town – His Movies and the Works That Inspired Them“ von Johan Chiaramonte und Camille Mathieu an. Als geistiges Sequel zum im Vorjahr erschienenen „Wes Anderson Museum“ ist auch dieser Band ein liebevoll gestaltetes Nachschlagewerk für Cineasten, doch er vibriert auf eine ganz andere, deutlich rauere Weise. Tarantino Town ist ein Ort, der zeitlos wirkt und durch den der Hauch der Geschichte weht – gleichermaßen in den Fünfzigern und Siebzigern wie auch fest in der Gegenwart von QT’s Filmen verhaftet. Hier gibt es ein Diner, in dem man einen Five-Dollar-Milkshake aus „Pulp Fiction“, die fettigen Nachos von Stuntman Mike aus „Death Proof“ oder Minnie’s Haberdashery Stew aus dem Western „The Hateful Eight“ bestellen kann.
Im Bookstore greift man zu Schundromanen oder den Büchern von Elmore Leonard. Im örtlichen Motel warten der übercharismatische Killer Bill oder die coolen Vega-Brüder. Second-Hand-Fans finden im Thrift Store die Anzüge aus „Reservoir Dogs“. Im Kino laufen Kultfilme von „Vanishing Point“ bis zum Italowestern „Django“ des zweitbesten Italowestern-Regisseurs aller Zeiten, Sergio Corbucci. Im Plattenladen lässt sich ein persönliches Mixtape aus Elvis-Presley-Songs und Ennio-Morricone-Stücken zusammenstellen – und dann wäre da noch der für Tarantinos Biografie absolut unverzichtbare Videostore. Und schließlich – hier wird die Metaebene gesprengt – finden sich auch Real-Life-Schauplätze mit Tarantino-Bezug, etwa das vom Regisseur geführte New Beverly Cinema.
Zu all diesen Orten entführt einen dieser Reiseführer, der zugleich ein Begleitbuch zur Filmografie Tarantinos ist. Und wie bei guten Reiseführern geht es eben nicht nur um Sehenswürdigkeiten, sondern auch um Zusammenhänge. Chiaramonte und Mathieu kartografieren Tarantinos Werk mit sicherem Blick für Querverbindungen, Einflüsse, Inside Jokes und Referenzen. Das Buch funktioniert weniger als lineare Analyse denn als offenes Archiv, bei dem es – gerade für Tarantino-Neulinge – viel Erhellendes zu entdecken gibt. Ganz ähnlich wie Tarantinos Filme selbst, die bei jeder Sichtung neue Details freilegen.
Am Ende bleibt „Tarantino Town“ vor allem eines: eine leidenschaftliche, kenntnisreiche Hommage an einen faszinierenden Regisseur und sein konsequentes Worldbuilding.
Tarantino Town – His Movies and the Works That Inspired Them,von Johan Chiaramonte & Camille Mathieu, erschienen im Prestel Verlag
In den frühen Achtzigern, gehörten Iron Maiden zur Speerspitze der New Wave of British Heavy Metal. Heute, fünfzig Jahre nach der Bandgründung, sind sie längst mehr als nur eine der erfolgreichsten und langlebigsten Metal-Bands der Geschichte. Sie sind eine Institution, ein kulturelles Phänomen, ein Mythos – und eine Marke.
Credit Coverbild: © Prestel Verlag
Mit dem opulenten Jubiläums-Bildband „ Infinite Dreams“ liegt nun die offizielle Chronik dieser eindrucksvollen Karriere vor. Herausgegeben im Prestel Verlag – und das ist bereits ein wichtiges Signal – verzichtet das Buch auf die bei solchen Publikationen oft übliche Heavy-Metal-Optik aus grellen Farben und effektheischender Typografie. Stattdessen setzt dieser edle Bildband auf Zurückhaltung, Eleganz und fast schon museale Würde. Man hält keinen Fanartikel in den Händen, sondern einen Kunstband. Schweres Papier fürs Schwermetall, großzügige Bildstrecken, eine ruhige, klare Gestaltung. Und genau darin liegt seine Stärke. Gitarren, Albumcover, Bühnenrequisiten, handschriftliche Setlists, Tour-Memorabilia, frühe Skizzen, Archivmaterial – all das wird nicht einfach ausgestellt, sondern kuratiert. Iron Maiden erscheinen hier nicht nur als Metal-Band, sondern als ästhetisches Gesamtkunstwerk mit klarer visueller Handschrift neben ihrem unverwechselbaren Signature-Sound.
Im Zentrum steht natürlich auch Eddie. Das ikonische Maskottchen hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einer der wandlungsfähigsten Figuren der Musikbranche entwickelt. „Infinite Dreams“ dokumentiert Eddies zahllose Inkarnationen mit beeindruckender Akribie: vom frühen Punk-Ghoul über den mumifizierten Pharao bis zum futuristischen Cyborg. Jede Version erzählt etwas über die jeweilige Phase der Band – auch musikalisch (more tech-more synths). Der Bildband erschöpft sich jedoch nicht in der Darstellung ikonischer Motive. Vielmehr vermittelt er ein Gefühl für die Entwicklung und die Ideen, die hinter der Band stehen, und zeigt, wie Musik, visuelle Konzepte und Bühneninszenierung zusammenwirken.
Für Neueinsteiger ist „Infinite Dreams“ ein klarer, gut strukturierter Einstieg, der die Bandgeschichte nachvollziehbar macht. Die einzelnen Kapitel vermitteln die wichtigsten Stationen und Entwicklungen in kompakter Form, sodass die Entstehung der Legende nachvollziehbar wird. Langjährige Fans wiederum entdecken in den reichhaltigen Bildstrecken, den Skizzen, Setlists und Archivdokumenten zahlreiche Details, die bisher vielleicht übersehen wurden.
„Infinite Dreams“ funktioniert damit nicht nur als Jubiläumspublikation, sondern als eindrucksvolles Dokument künstlerischer Konsequenz. Der Band zeigt, wie Iron Maiden über Jahrzehnte hinweg ihre Identität geschaffen und bewahrt haben – visuell, musikalisch und konzeptionell: ein richtiges Gesamtkunstwerk geschaffen.
Iron Maiden – Infinite Dreams: Der offizielle Bildband, erschienen im Prestel Verlag
Charvel- und
Jackson-Gitarren stehen wie keine anderen Instrumente für jenen Moment, in dem das
elektrische Gitarrenspiel Ende der Siebziger und in den frühen Achtzigern noch
einmal neu erfunden wurde. Es war die Zeit, als Rock- und Metal-Gitarristen
spieltechnische Grenzen neu ausloteten und die Geschwindigkeit in bislang
unbekannte Dimensionen trieben. Mit der Weiterentwicklung des klassischen
Stratocaster-Designs von Leo Fender beziehungsweise dem Tuning ebenjener
klassischen Gitarrenform entstand mit der sogenannten Superstrat ein
Instrument, das genau auf diese neuen Anforderungen zugeschnitten war. Die
Gitarren von Charvel und Jackson gehörten zu den Pionierinstrumenten dieser
Entwicklung, sie verbanden ein radikal auf Höchstleistung getrimmtes Design mit
kompromissloser Funktionalität: flache Hälse, heißere Pickups und maximale
Spielbarkeit. So wurden sie zu Symbolen einer Ära – Instrumente, bei deren
Spiel man gefühlt einen Strafzettel wegen Tempolimitüberschreitung riskierte.
Credit Bild: © Christian Métrailler
Die Geschichte von
Charvel und Jackson ist dabei auch eine Geschichte der Internationalisierung.
Ursprünglich Produkte Kaliforniens, verlagerte sich bereits in den
1980er-Jahren ein Teil der Produktion nach Fernost – ein Schritt, der heute
selbstverständlich wirkt, damals jedoch neu war. Während aktuell beispielsweise
viele Charvels und Jacksons in der mexikanischen Produktionsstätte der FMIC in
Ensenada gefertigt werden, entstanden zahlreiche Charvel- und Jackson-Modelle
bereits Jahrzehnte zuvor im Land der aufgehenden Sonne. Genau dieses Kapitel –
Charvel und Jackson Japan – steht im Mittelpunkt eines neuen Sammlerbandes.
Mit „Jackson Charvel Japan – The Untold Story“ legt Gitarren-Aficionado Christian Métrailler einer der bislang umfassendste Arbeiten zur Geschichte Charvel- und Jackson-Gitarren vor und schließt eine bemerkenswerte Lücke in der Guitar-Historiographie. Das Werk entstand aus über 40 Jahren persönlicher Leidenschaft für das Thema sowie rund fünf Jahren intensiver Recherche. Herausgekommen ist eine außergewöhnlich dichte Sammlung aus Zeitzeugenberichten, Archivmaterial und bislang unveröffentlichten Bildern und Dokumenten. Métrailler nähert sich seinem Thema mit der Perspektive eines Kenners, Sammlers und Historikers, der die Bedeutung dieser Instrumente im Gesamtbild der Gitarrenentwicklung präzise einordnet. Das Buch zeigt überzeugend, dass die japanischen Modelle keineswegs bloß preisgünstige Alternativen zu US-Instrumenten waren, sondern eigenständige Qualitätsprodukte mit individuellen Konstruktionsmerkmalen und Designs.
Besonderen
dokumentarischen Wert erhält das Buch durch die Vielzahl an Stimmen, die
Métrailler in seinem Werk zusammenführt. Beiträge und Erinnerungen von Grover
Jackson, Tim Wilson, Paul Gagon, Scott Zimmerman, JoAnn Pieroth, Katsu Takuji,
Gary Kahler, Dave Friedman, Jon „Sully“ Sullivan, Steve Rosen, Steve Vai, Chris
Holmes und weiteren Beteiligten eröffnen einen multiperspektivischen Blick auf
Entwicklung, Produktion und Rezeption der Instrumente..
Strukturell überzeugt
das Buch durch die Verbindung von historischer Einordnung und technischer
Detailtiefe. Es ist ein absolutes Leidenschaftsprojekt, das spürt man auf jeder
einzelnen Seite. Auch gestalterisch setzt das Buch Akzente. Ein Detail mit
besonderem kulturellem Tiefgang findet sich in der visuellen, äußerst
japanophilen Gestaltung. Auf Cover, Kapitelüberschriften und Lesezeichen
verwendet Métrailler sogenannte Wagara-Muster – traditionelle japanische
Ornamentik, deren Ursprünge mehrere Jahrhunderte zurückreichen. Diese Muster
greifen stilisierte Naturmotive auf und transportieren symbolische Bedeutungen,
die tief in der japanischen Gestaltungskultur verankert sind. Bekannt sind
Wagara vor allem aus klassischen Kimonostoffen, Washi-Papier und zahlreichen
traditionellen Kunsthandwerken. Die Integration dieser Designelemente
unterstreicht subtil den kulturellen Kontext der japanischen
Gitarrenproduktion, die im Mittelpunkt des Buchs steht.
Der internationale
Zuspruch für dieses Buch unterstreicht die Relevanz des Projekts eindrucksvoll.
Die auf 300 Exemplare limitierte Erstauflage war kurz nach Veröffentlichung
weltweit vergriffen. Métrailler arbeitet derzeit an einer zweiten Auflage,
während das Projekt bereits Aufmerksamkeit selbst innerhalb des erweiterten Jackson-Führungsriege
geweckt hat.
„Jackson Charvel Japan – The Untold Story“ ist ein außergewöhnlich gründlich recherchierter und hervorragend dokumentierter Beitrag zur Gitarrengeschichte. Das Buch richtet sich nicht nur an Sammler und Markenenthusiasten, sondern an alle, die sich ernsthaft mit der Entwicklung moderner E-Gitarren beschäftigen. Métrailler gelingt es, ein lange unterschätztes Kapitel der Instrumentenentwicklung differenziert, kenntnisreich und nachhaltig nachvollziehbar festzuhalten.
Wer sich ein Exemplar
der geplanten zweiten Auflage sichern möchte, findet alle Informationen zum
kommenden „2nd Batch“ auf der offiziellen Projektwebsite: The Book - Charvel Jackson Japan
Jackson Charvel Japan – The Untold Story von Christian Métrailler, erschienen im Eigenverlag.
Ein Blick ins Buch:
Credit Bild: © Christian Métrailler Credit Bild: © Christian Métrailler Credit Bild: © Christian Métrailler Credit Bild: © Christian Métrailler Credit Bild: © Christian Métrailler Credit Bild: © Christian Métrailler
Credit Coverbild: © Oxford University Press |
Der Februar ist ein merkwürdiger
Zwischenmonat. Die symbolische Neustart-Energy des Januars ist verbraucht, der
Eskapismus des Frühlings noch in weiter Ferne. Zu spät für gute Vorsätze, zu
früh für Frühlingsgefühle. Höchste Zeit also für einen Perspektivenwechsel –
und der kann durchaus auch via Inspiration zwischen zwei Buchdeckeln erfolgen.
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Genau hier setzt der große Taschen-Sale an: eine bibliophile Rettungsinsel im Alltags-Grau. In den Stores in Berlin und Köln sowie online warten ausgewählte Toptitel aus Kunst, Mode, Film, Architektur, Fotografie und Popkultur mit bis zu 75 % Rabatt. Bildbände, die Couchtische in Gesprächsstoff verwandeln und Regale in kleine Privatmuseen.
Der Auftakt wird
standesgemäß gefeiert: Mittwoch, 4. Februar, von 17 bis 20 Uhr laden die
Stores in Berlin und Köln zur Preview Party mit Drinks, Musik und
exklusiver Vorschau auf die Sale-Titel. Reinkommen, rumblättern, hängenbleiben
– Denn manchmal braucht es keine Reise, keinen Plan und keinen Neuanfang. Nur
ein gutes Buch. Am besten eines, das einen ganzen Coffee Table dekorativ ausfüllt.
Hier die genauen Daten & Adressen:
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Hinter den Kulissen bei Quentin Tarantino
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The Making of Quentin Tarantino’s Once Upon a Time in Hollywood,von Jay Glennie, erschienen bei Insight Editions
Hot Rod Guitars Made In Japan
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Jackson Charvel Japan – The Untold Story von Christian Métrailler, erschienen im Eigenverlag
Ein Streifzug durch Tarantino Town
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Tarantino Town - His Movies and the Works That Inspired Them, von Johan Chiaramonte & Camille Mathieu, erschienen im Prestel Verlag
Eddie statt Grinch: Retrospektive auf 50 Jahre Iron Maiden
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Iron Maiden – Infinite Dreams: 50 Jahre Iron Maiden. Der offizielle Bildband, erschienen im Prestel Verlag
Pionier eines Genres, Kultfigur, prototypischer Metal-Sänger, der okkulte Texte fast schon liturgisch rezitierte und damit ganze Generationen nachfolgender Musiker prägte. Überdies Entdecker und Förderer außergewöhnlicher Gitarristen wie Randy Rhoads, Jake E. Lee oder Zakk Wylde: Die Meriten des Ozzy Osbourne sind fraglos viele. Als diese lebende Legende im Juli dieses Jahres, nur wenige Wochen nach seinem geschichtsträchtigen Abschiedskonzert in Birmingham, verstarb, wurden nur wenige Nachrufe der Mainstream-Presse seiner musikhistorischen Bedeutung gerecht.
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Der berüchtigte Fledermausvorfall sowie Osbournes Reality-TV-Engagement – ein Faktor, der zwar seine Popularität bei einer jüngeren, nicht gerade metal-affinen Zielgruppe massiv gesteigert hat, aber zugleich kräftig am Image des „Prince of Darkness“ kratzte – rückten hier allzu sehr in den Vordergrund. Die im Vorjahr beim Hannibal Verlag zum Jubiläumsgeburtstag erschienene Bildband-Biografie „75 Jahre Ozzy“ hat nun nicht nur traurige Aktualität erreicht, sondern rückt diesen schiefen Fokus gerade.
Autor Daniel Bukszpan ist seit über 25 Jahren als freiberuflicher Journalist tätig und schreibt unter anderem für Fortune und CNBC. Zudem hat er sich mit „The Encyclopedia of Heavy Metal“ oder „Woodstock: 50 Years of Peace and Music“ einen Namen gemacht. Hier versucht er, die Jahrzehnte umfassende Karriere und die widersprüchlichen Facetten des als John Michael Osbourne geborenen Musikers in ein einziges überaus kompaktes Werk zu gießen. Dies führt zwar dazu, dass auch die wichtigsten Kapitel in Osbournes Karriere kurz und knapp abgehandelt werden, dennoch ist diese Biografie überraschend umfassend.
Der Autor ist fraglos ein Kenner. Das spürt man auf jeder Seite und in jedem kleinen Insider-Detail. Allerdings macht die deutsche Übersetzung das Erlebnis manchmal holpriger, als es sein müsste; manche steife Formulierungen, die im englischen Original runder wirken, bremsen gelegentlich den Lesefluss. Unterm Strich legt Bukszpan ein würdiges „Diary of a Madman“ vor, das insbesondere aufgrund seiner Fülle großartiger Bilder überzeugt.
R.I.P. Ozzy
75 Jahre Ozzy, erschienen im Hannibal Verlag
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| Credit Bild: © Taschen Verlag |
Dieses wird nun in
einem neuen Bildband beleuchtet: ein Taschen-typisch opulentes Coffee
Table-Buch, das den Modeschmuck mit fast schon ehrfürchtigem Blick feiert. Die
von Patrizia Sandretto Re Rebaudengo über Jahrzehnte zusammengetragene
Kollektion – ein funkelndes Archiv von beinahe 600 Stücken – zeigt ein Panorama
mutiger Formen, unerwarteter Materialien und jener kreativen Freiheit, die
jenseits klassischer Juwelierskunst aufblüht. Mal gewagt, mal verspielt, mal nicht
ganz geschmackssicher – in den präzisen Fotografien von Luciano Romano
entfalten diese Preziosen eine stille, fast poetische Präsenz.
Das Buch zeichnet
nach, wie New York zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum pulsierenden Zentrum des
Modeschmuckdesigns wurde. Geflüchtete europäische Juweliere brachten ihr
Können, ihre Sehnsüchte und ihre Visionen mit und entwickelten eine neue,
zugängliche Sprache des Schmucks – mutig, demokratisch, voller Fantasie. In den
Texten von Carol Woolton und Maria Luisa Frisa, die im Austausch mit der
Sammlerin deren sehr persönliche Sicht beleuchten, wird Modeschmuck zur Chronik
weiblicher Selbstbehauptung und zum Spiegel gesellschaftlicher Umbrüche.
Besonders deutlich
tritt hervor, wie Designerinnen und Designer mit Lucite, Bakelit, tropischen
Farbtönen und avantgardistischen Formen eine Ästhetik schufen, die die Grenze
zwischen „echtem“ und „Mode“-Schmuck bewusst verwischte. Die Stücke wurden zu
Statements, Experimenten, kleinen Kunstwerken – getragen von Hollywood-Ikonen
wie Marilyn Monroe, aber ebenso von all jenen, die ihre Identität mit einem
glitzernden Akzent betonen wollten.
Am 3. Dezember wird
der Bildband im Dorotheum Wien offiziell präsentiert. Im Anschluss lädt das
Haus zu einem Champagnerempfang – ein passender Rahmen für ein Werk, das den
schillernden Kosmos des Modeschmucks in all seinen Facetten abbildet.
Costume Jewelry, erschienen
im Taschen Verlag, Hardcover, 26.9 x 33.6 cm, 4.49 kg, 528
Seiten taschen.com
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| Credit Bild: © Taschen Verlag |
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| Carmen Miranda mit auffälligem Kopfschmuck, c.1950 Credit Bild: © Silver Screen Collection/Hulton Archive/Getty Images |
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| Marilyn Monroe mit "A Girl´s Best Friends", 1955 Credit Bild: © Herbert Dorfman/Corbis via Getty Images |
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Werbung für die "Coronation Gems"von Trifari, 1953 |
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| Starjuwelier Eugene Joseff aka Joseff of Hollywood Credit Bild: © Photoarchive of Joseff of Hollywood |