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| Ein Original der Eighties: JX-8P Credit Bild: © TAL |
Sie alle stammen aus
der goldenen Phase analoger Poly-Synthesizer – einer Zeit, in der Firmen wie eben
die japanische Roland Corporation begannen, komplexe Synthese plötzlich massentauglich
zu machen. Heute, mehr als vierzig Jahre später, gehören diese Instrumente zu
den begehrtesten Vintage-Synthesizern überhaupt. Originalgeräte erzielen auf
dem Gebrauchtmarkt teils astronomische Preise. Der Grund dafür ist einfach:
Diese Synths besitzen einen extrem charakteristischen Klang, der sich selbst
mit modernen, technisch weit überlegenen Instrumenten nicht ohne Weiteres
reproduzieren lässt. Ihre Mischung aus Wärme, Eigenheiten, Instabilität und
musikalischer Direktheit bleibt einzigartig. Kein Wunder also, dass Entwickler
seit Jahren versuchen, diese Klassiker möglichst authentisch in Softwareform
neu zu emulieren.
Eine der
interessantesten Adressen dafür ist die Schweizer Softwareschmiede Togu Audio
Line – besser bekannt als TAL.
Tale of TAL:
Schweizer Präzision beim Synth-Modeling
Der Anspruch, den TAL
verfolgt, lässt sich klar umreißen: eine möglichst naturalistische und
realistische digitale Emulation legendärer Hardware-Synthesizer umzusetzen–
inklusive aller Eigenheiten, aber auch der charmanten Limitationen, die
Vintage-Designs zwangsläufig mit sich bringen. Denn genau diese kleinen
Unzulänglichkeiten machen den Charakter vieler analoger Klassiker überhaupt
erst aus. Eine zu starke Modernisierung würde den eigentlichen Klang
verfälschen. TAL verfolgt deshalb beinahe eine Art Reinheitsgebot: Der
Originalsound steht im Mittelpunkt, ergänzt lediglich um behutsame
Zugeständnisse an moderne Produktions-Workflows. Am Ende soll für Spieler und
Zuhörer idealerweise nur eine Frage offenbleiben: War das jetzt ein Softsynth
oder tatsächlich ein Originalgerät? Und wenn man bedenkt, wie eigenständig und
charaktervoll diese Vintage-Synthesizer klingen, wird schnell klar, wie
schwierig dieses Unterfangen eigentlich ist.
TAL hat diese Herausforderung
jedoch bravourös gemeistert und genießt in der Synthesizer-Szene – insbesondere
im Synthwave- und Retrowave-Bereich – seit vielen Jahren einen exzellenten Ruf.
Die Produkte von Mastermind Patrick Kunz zählen so mittlerweile zu den
etablierten Klassikern unter den Software-Synthesizern.
Juno Pose: TAL U-NO-LX
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| Credit Bild: © TAL |
Obwohl bis heute nicht
vollständig geklärt ist, welche konkreten Synthesizer die Stranger Things-Komponisten
Kyle Dixon und Michael Stein tatsächlich verwendeten, gilt ein Juno-6 als sehr
wahrscheinlich. Gerade Stücke wie „Kids“ tragen genau jene schwebende,
melancholische Klangästhetik in sich, für die die Juno-Serie berühmt wurde. Und
bereits nach wenigen Minuten mit dem U-NO-LX wird deutlich: Patrick Kunz hat
den Kultsound des Originals bemerkenswert präzise eingefangen.
Anders als viele
komplexe Konkurrenten setzte Roland beim Juno auf ein erstaunlich simples
Konzept: einfacher Aufbau, direkte Bedienung, sofort musikalische Ergebnisse. Der
Synth verfügte lediglich über einen einzigen Oszillator pro Stimme, ergänzt
durch einen Suboszillator, ein Filter und klassische Hüllkurven. Technisch
betrachtet war das vergleichsweise überschaubar. Und dennoch entwickelte der
Juno eine der markantesten Klangsignaturen der gesamten Synthesizer-Geschichte.
Der Grund dafür lag
vor allem in zwei Dingen: seinem Filter – und seinem legendären Chorus. Der
integrierte Stereo-Chorus war ursprünglich eher als zusätzlicher Effekt
gedacht, entwickelte sich jedoch schnell zum eigentlichen Markenzeichen des
Instruments. Sobald man ihn aktiviert, passiert etwas Magisches: Ein zunächst
relativ einfacher Synth-Sound verwandelt sich plötzlich in eine breite,
schwebende und beinahe cineastische Fläche. Genau dieser Effekt wurde zum
Herzstück zahlloser Produktionen – von Synth-Pop über Ambient bis hin zu
Filmmusik.
Und genau hier zeigt
TAL seine große Stärke: Der Chorus des U-NO-LX klingt für meinen Geschmack
erstaunlich nah am Original. Dieses leicht verrauschte, organische Schweben
wurde extrem überzeugend getroffen.
Mit dem U-NO-LX hat
TAL eine besonders akkurate Softwareversion des Juno geschaffen. Der Synth
wurde anhand realer Hardware modelliert; Oszillatoren, Filter und Hüllkurven
orientieren sich sehr eng am Verhalten des Originals. Besonders auffällig ist
dabei, wie konsequent sich das Plugin am historischen Vorbild orientiert.
Anders als viele moderne Softsynths versucht der U-NO-LX nicht, das
ursprüngliche Konzept künstlich aufzublasen oder mit zahllosen Zusatzfeatures
zu überladen. Hier geht es ausschließlich um den Sound.Und der überzeugt bis
heute.
Pads wirken weich und
schimmernd. Bässe besitzen überraschend viel Druck für einen
Single-Oszillator-Synth. Leads haben jene subtile analoge Wärme, die selbst in
modernen Produktionen sofort funktioniert. Gerade in Kombination mit dem Chorus
entsteht ein Klangbild, das unmittelbar nach klassischem Analog-Synth klingt –
und exakt versteht man, weshalb der Juno bis heute Kultstatus genießt.
Der U-NO-LX ist so fraglos
eine der besten Emulationen dieses verdienten Klassikers. Eine puristische,
klanglich extrem starke Hommage an einen der wichtigsten Synthesizer der
1980er-Jahre.
TAL J-8: Rolands
majestätisches Flaggschiff
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| Credit Bild: © TAL |
Während der Juno eher
weich und atmosphärisch wirkt, besitzt der Jupiter eine deutlich größere
klangliche Bandbreite: von massiven Brass-Sounds über aggressive Leads bis hin
zu riesigen, komplexen Flächen. Der Jupiter-8 tauchte in den 1980ern praktisch
überall auf. Synth-Pop, frühe elektronische Filmmusik, Progressive Rock – kaum
ein Genre jener Zeit kam ohne diesen Synth aus. Sein Sound war groß, breit und
präsent. Genau deshalb wurde er schnell zum Studiostandard vieler Produzenten.
Auch beim J-8 verfolgt
TAL dieselbe Philosophie wie bereits beim U-NO-LX: möglichst authentische
Nachbildung statt unnötiger Feature-Explosion.
Das Plugin basiert erneut auf einem realen Hardware-Gerät, dessen Verhalten möglichst exakt modelliert wurde. Zwei Oszillatoren, Crossmodulation, Filter, Hüllkurven und klassische Jupiter-Funktionen wurden sehr detailgetreu umgesetzt.Besonders interessant ist dabei die Kalibrierungssektion. Hier lassen sich Eigenschaften wie Filterverhalten, Resonanz oder Instabilitäten einzelner Stimmen verändern. Dadurch kann man den Sound entweder sauber und kontrolliert halten – oder bewusst stärker in jene leicht unperfekte Vintage-Richtung treiben, die viele Produzenten so lieben.







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