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| Credit Coverbild: © Prestel Verlag |
Im Bookstore greift man zu Schundromanen oder den Büchern von Elmore Leonard. Im örtlichen Motel warten der über-charismatische Killer Bill oder die coolen Vega-Brüder. Second-Hand-Fans finden im Thrift Store die Anzüge aus „Reservoir Dogs“. Im Kino laufen Kultfilme von „Vanishing Point“ bis zum Italowestern „Django“ des zweitbesten Italowestern-Regisseurs aller Zeiten, Sergio Corbucci. Im Plattenladen lässt sich ein persönliches Mixtape aus Elvis-Presley-Songs und Ennio-Morricone-Stücken zusammenstellen – und dann wäre da noch der für Tarantinos Biografie absolut unverzichtbare Videostore. Und schließlich – hier wird die Metaebene gesprengt – finden sich auch Real-Life-Schauplätze mit Tarantino-Bezug, etwa das vom Regisseur geführte New Beverly Cinema.
Worldbuilding à la Tarantino
Zu all diesen Orten entführt einen dieser Reiseführer, der zugleich ein Begleitbuch zur Filmografie Tarantinos ist. Und wie bei guten Reiseführern geht es eben nicht nur um Sehenswürdigkeiten, sondern auch um Zusammenhänge. Chiaramonte und Mathieu kartografieren Tarantinos Werk mit sicherem Blick für Querverbindungen, Einflüsse, Inside Jokes und Referenzen. Das Buch funktioniert weniger als lineare Analyse denn als offenes Archiv, bei dem es – gerade für Tarantino-Neulinge – viel Erhellendes zu entdecken gibt. Ganz ähnlich wie Tarantinos Filme selbst, die bei jeder Sichtung neue Details freilegen. Am Ende bleibt „Tarantino Town“ vor allem eines: eine leidenschaftliche, kenntnisreiche Hommage an einen faszinierenden Regisseur und sein konsequentes Worldbuilding.
Tarantino Town – His Movies and the Works That Inspired Them,von Johan Chiaramonte & Camille Mathieu, erschienen im Prestel Verlag
