Es gibt Studios, die
sind mehr als nur vier Wände voller Mikrofone, Outboard-Gear und einem Mischpult.
Sie werden irgendwann selbst Teil der Musikgeschichte. Das Record Plant und das
Electric Lady Studio von Jimi Hendrix gehören zweifellos zu dieser Kategorie.
Hier wurden einige der prägendsten Aufnahmen der Rockgeschichte produziert –
und ein Teil dieses unverwechselbaren Sounds entstand dabei nicht zuletzt durch
eine ganz spezielle, heute fast schon obskure Studiokonsole: die Datamix. Genau
dort setzt das Plugin Datamix A567 von PSP an.
Credit Bild:© PSP Audioware
Das Plugin basiert auf
einer frühen Datamix-Konsole, jenem eigenwilligen Stück Studiotechnik, das
unter anderem von Eddie Kramer während der goldenen Ära von The Record Plant
und Electric Lady eingesetzt wurde. Kramer, der als Engineer und Producer an legendären
Aufnahmen von Jimi Hendrix, Led Zeppelin, KISS und zahlreichen weiteren
Künstlern beteiligt war, ist ein eIkone unter den Producern und ein Mann mit Golden
Ears. Die Alben an denen er arbeitete zählen noch Jahrzehnte später zu den
audiophilsten Releases der an großartig klingenden Aufnahmen nicht gerade armen
Classic Rock-Ära.
Historisch und Legendär
Und genau dieser
historische Kontext ist beim A567 nicht bloß Marketing-Folklore. Das Plugin ist
offiziell von Eddie Kramer abgesegnet und endorsed. PSP AudioWare hat sich also
nicht lediglich irgendeinen Vintage-EQ zum Vorbild genommen, sondern versucht,
einen ganz konkreten Teil dieser historischen Studiotechnik und deren
klangliche Eigenheiten in die DAW zu übertragen. Das Ergebnis ist ein
Equalizer, der sich von Anfang an gegen eine Erwartung stellt, die wir von
modernen digitalen EQs längst verinnerlicht haben: Neutralität. Denn der
Datamix A567 will vieles sein: aber nicht neutral. Es ist dies auch eines der
Haupt-Wesensmerkmale so vieler analoger Vintage-Gear die der Sound-Aficionado
liebt und in Ehren hält
So ist der Datamix
A567 absolut kein chirurgischer
Equalizer. Er ist nicht primär dafür gedacht, Probleme millimetergenau aus
einem Signal herauszuoperieren. Er ist dafür da, Sounds eine Identität zu
geben. Mojo und Vibe lautet hier die Devise. Gute Refernzkopfhörer bzw Monitorboxen
offenbaren dann auch schnell: das Signal bekommt einen schwer definierbaren Sound.Bonus
hinzugefügt: Das beginnt bereits dort, wo man eigentlich noch gar nichts macht.
Denn der A567 ist so konzipiert, dass er selbst mit sämtlichen EQ-Bändern in
der Nullstellung alles andere als neutral klingt. Schon das bloße
Durchschleifen eines Signals verändert dessen Charakter hörbar. Preamp- und
Output-Stages sorgen für zusätzliche Färbung und Nichtlinearitäten. Oder anders
gesagt: Dieses Ding arbeitet, selbst wenn man „nichts“ machst.
Genau das macht den
A567 für bestimmte Quellen zu einem potenziellen Always-On- beziehungsweise
Go-To-Effekt. Besonders auf Gitarrenspuren ist das extrem spannend. Man muss
nicht erst aggressiv an den Frequenzreglern drehen, um einen Unterschied zu
hören. Der Charakter ist bereits Bestandteil des Systems.
Analog Vibe
Dreht man an den Reglern, passiert nicht einfach nur „mehr Höhen“ oder „weniger Mitten“. Es passiert quasi Attitude. Im Kern folgt das digitale Datamix-Plugin der Logik analoger Geräte, bei denen man mehr mit den Ohren als mit den Augen arbeitet. Gerade ungewöhnliche oder auf den ersten Blick radikale Einstellungen können deshalb genau das Richtige sein. Es geht weniger darum, eine vermeintlich perfekte Kurve zu erzeugen, sondern darum, den Punkt zu finden, an dem ein Signal sich plötzlich richtig anfühlt.
Drei Bänder liefern
unzählige Nuancen: Auf dem Papier wirkt der A567 fast schon spartanisch. Low,
Mid und High – jeweils mit eigenem Charakter. Dazu kommen Boosts und Cuts, je
nach Band Shelving- oder Peaking-Verhalten. Keine endlosen Bänder, keine
grafische EQ-Kurve, kein Frequenz-Overkill.
Dazu kommen moderne
Erweiterungen wie Alt Q, verschiedene Channel-Variationen und Stereo Spread.
Diese Funktionen erweitern die Möglichkeiten der ursprünglichen Schaltung, ohne
den Vintage-Charakter des Plugins zu verwässern.
Fazit
Der A567 bringt den
Vibe einer klassischen Konsole in die DAW. Neben meinen geliebten SSL und Helios
Plugins hat sich der Datamix für mich persönlich zu einem Go To-Tool entwickelt.
Stratocaster in den Marshall und das Datamix als Insert in Pro Tools und fertig…