Freitag, 7. August 2026

PSP DATAMIX A567 Review – Electric Ladyland im Plugin-Format: Der Sound von Hendrix’ Konsole

Credit Bild:© PSP Audioware
Es gibt Studios, die sind mehr als nur vier Wände voller Mikrofone, Outboard-Gear und einem Mischpult. Sie werden irgendwann selbst Teil der Musikgeschichte. Das Record Plant und das Electric Lady Studio von Jimi Hendrix gehören zweifellos zu dieser Kategorie. Hier wurden einige der prägendsten Aufnahmen der Rockgeschichte produziert – und ein Teil dieses unverwechselbaren Sounds entstand dabei nicht zuletzt durch eine ganz spezielle, heute fast schon obskure Studiokonsole: die Datamix. Genau dort setzt das Plugin Datamix A567 von PSP an.

Das Plugin basiert auf einer frühen Datamix-Konsole, jenem eigenwilligen Stück Studiotechnik, das unter anderem von Eddie Kramer während der goldenen Ära von The Record Plant und Electric Lady eingesetzt wurde. Kramer, der als Engineer und Producer an legendären Aufnahmen von Jimi Hendrix, Led Zeppelin, KISS und zahlreichen weiteren Künstlern beteiligt war, ist ein eIkone unter den Producern und ein Mann mit Golden Ears. Die Alben an denen er arbeitete zählen noch Jahrzehnte später zu den audiophilsten Releases der an großartig klingenden Aufnahmen nicht gerade armen Classic Rock-Ära.

Historisch und Legendär

Und genau dieser historische Kontext ist beim A567 nicht bloß Marketing-Folklore. Das Plugin ist offiziell von Eddie Kramer abgesegnet und endorsed. PSP AudioWare hat sich also nicht lediglich irgendeinen Vintage-EQ zum Vorbild genommen, sondern versucht, einen ganz konkreten Teil dieser historischen Studiotechnik und deren klangliche Eigenheiten in die DAW zu übertragen. Das Ergebnis ist ein Equalizer, der sich von Anfang an gegen eine Erwartung stellt, die wir von modernen digitalen EQs längst verinnerlicht haben: Neutralität. Denn der Datamix A567 will vieles sein: aber nicht neutral. Es ist dies auch eines der Haupt-Wesensmerkmale so vieler analoger Vintage-Gear die der Sound-Aficionado liebt und in Ehren hält

So ist der Datamix A567 absolut  kein chirurgischer Equalizer. Er ist nicht primär dafür gedacht, Probleme millimetergenau aus einem Signal herauszuoperieren. Er ist dafür da, Sounds eine Identität zu geben. Mojo und Vibe lautet hier die Devise. Gute Refernzkopfhörer bzw Monitorboxen offenbaren dann auch schnell: das Signal bekommt einen schwer definierbaren Sound.Bonus hinzugefügt: Das beginnt bereits dort, wo man eigentlich noch gar nichts macht. Denn der A567 ist so konzipiert, dass er selbst mit sämtlichen EQ-Bändern in der Nullstellung alles andere als neutral klingt. Schon das bloße Durchschleifen eines Signals verändert dessen Charakter hörbar. Preamp- und Output-Stages sorgen für zusätzliche Färbung und Nichtlinearitäten. Oder anders gesagt: Dieses Ding arbeitet, selbst wenn man „nichts“ machst.

Genau das macht den A567 für bestimmte Quellen zu einem potenziellen Always-On- beziehungsweise Go-To-Effekt. Besonders auf Gitarrenspuren ist das extrem spannend. Man muss nicht erst aggressiv an den Frequenzreglern drehen, um einen Unterschied zu hören. Der Charakter ist bereits Bestandteil des Systems.

Analog Vibe

Dreht man an den Reglern, passiert nicht einfach nur „mehr Höhen“ oder „weniger Mitten“. Es passiert quasi Attitude. Im Kern folgt das digitale Datamix-Plugin der Logik analoger Geräte, bei denen man mehr mit den Ohren als mit den Augen arbeitet. Gerade ungewöhnliche oder auf den ersten Blick radikale Einstellungen können deshalb genau das Richtige sein. Es geht weniger darum, eine vermeintlich perfekte Kurve zu erzeugen, sondern darum, den Punkt zu finden, an dem ein Signal sich plötzlich richtig anfühlt.

Drei Bänder liefern unzählige Nuancen: Auf dem Papier wirkt der A567 fast schon spartanisch. Low, Mid und High – jeweils mit eigenem Charakter. Dazu kommen Boosts und Cuts, je nach Band Shelving- oder Peaking-Verhalten. Keine endlosen Bänder, keine grafische EQ-Kurve, kein Frequenz-Overkill.

Dazu kommen moderne Erweiterungen wie Alt Q, verschiedene Channel-Variationen und Stereo Spread. Diese Funktionen erweitern die Möglichkeiten der ursprünglichen Schaltung, ohne den Vintage-Charakter des Plugins zu verwässern.

Fazit

Der A567 bringt den Vibe einer klassischen Konsole in die DAW. Neben meinen geliebten SSL und Helios Plugins hat sich der Datamix für mich persönlich zu einem Go To-Tool entwickelt. Stratocaster in den Marshall und das Datamix als Insert in Pro Tools und fertig…