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| Credit Bild: © UJAM |
Grundsätzlich bietet
Symphonic Elements bewährte Standards orchestraler Natur – also Streicher,
Blechbläser, Chöre, Drums und Percussion. Gleichzeitig macht das trotz dieser
Vertrautheit vieles ganz anders als klassische Orchester-Libraries – und zwar
fundamental. Wer hier das reinste orchestrale Reinheitsgebot
erwartet, puristischste Detailversessenheit der eine möglichst
„klassische“ Emulation von im Konzertsaal gespielten akustischen Instrumenten ,
wird nicht unbedingt fündig. Denn hier geht es um etwas anderes: darum, den
hochkomplexen Vorgang des modernen Scorings so seamless und intuitiv wie
möglich zu gestalten.
Elementar
Die GUI aller Plugins
ist bewusst reduziert gehalten und hat vergleichsweise wenig mit traditionellen
Symphonic-Libraries zu tun. Statt verschachtelter Menüs, seitenlanger
Artikulationslisten und technischer Überfrachtung setzt UJAM auf eine moderne,
sleake Oberfläche mit leichtem Synth-Touch – was durchaus zu Hans Zimmer passt,
der bekanntlich selbst tief in der Welt elektronischer Instrumente verwurzelt
ist.
Die Presets sind
konsequent auf maximalen Impact und cineastische Direktheit ausgelegt. Man
merkt sofort: Hier wird nicht nur ein Instrument simuliert, sondern bereits die
fertige Szene mitgedacht. Die aufs Nötigste reduzierten Regler dürften gerade
auch Synthesizer-Fans gefallen, die lieber performativ und intuitiv arbeiten,
anstatt sich durch kilometerlange Menüs zu klicken.
Articulation Switches
sind hier bereits intelligent in die geschlossenen Patches integriert. Manche
Presets triggern sogar komplette musikalische Phrasen, rhythmische Patterns
oder Ostinati. Natürlich komponiert das Plugin nicht „von selbst“ – die musikalische
Idee, harmonisches Verständnis und dramaturgische Kontrolle müssen weiterhin
vom Anwender kommen. Doch gerade Sketching, Ideenfindung und das schnelle
Ausarbeiten atmosphärischer Entwürfe funktionieren mit Symphonic Elements
bemerkenswert schnell.
Hinzu kommt ein
weiterer entscheidender Faktor: Trotz enorm breitwandiger Sounds arbeiten die
Plugins erstaunlich CPU-freundlich. Anstatt sich durch gigantische
Multi-GB-Libraries zu kämpfen , liefert UJAM hier einen deutlich direkteren
oder streamlined Zugang zu modernen Orchester-Sounds. Gleichzeitig muss
man betonen, dass es sich trotz dieser Zugänglichkeit keineswegs
um Einsteigerprodukte handelt. Der Name Hans Zimmer steht nicht nur
im Bereich zeitgenössischer Filmmusik für oberste Qualitätsklasse. Auch seine
bisherigen Software-Kollaborationen – etwa mit u-he oder Synapse
Audio – zeigen, dass man es hier mit ernstzunehmenden Werkzeuge für
professionelle Produktionen zu tun hat.
Zimmer selbst beschreibt den Ansatz hinter
Symphonic Elements folgendermaßen:“With Symphonic Elements, we’re giving you
something that I’ve been playing with for many years, so you can go make your
own music, go crazy, tear it all apart and make something new out of it that
knocks our socks off.”
Und genau darin liegt
letztlich die eigentliche Stärke dieser Serie: eine bewusst unorthodoxe
Herangehensweise an das Thema Sample-Library – und dadurch umso erfrischender.
STRIIINGS
Bereits der bewusst
stilisierte Name deutet an, dass hier keine nüchterne
Konzerthaus-Rekonstruktion angestrebt wird. STRIIINGS denkt Streicher weniger
als klassische Orchestersektion, sondern vielmehr als emotionales
Cinematic-Tool.
Die Sounds sind breit,
groß, unmittelbar filmisch und bewegen sich ständig irgendwo zwischen
melancholischer Schönheit und maximalem Drama. Gerade moderne
Trailer-Ästhetiken, Neo-Hollywood-Emotionen oder bittersüße Sci-Fi-Flächen
gelingen hier nahezu mühelos. Was dabei sofort auffällt ist wie stark diese
Presets bereits in Richtung fertiger Filmmusik „gedacht“ sind. Viele klassische
String-Libraries liefern Rohmaterial, das erst durch aufwendiges Layering,
komplexes Mixing und zahlreiche zusätzliche Bearbeitungsschritte seine volle
Wirkung entfaltet. STRIIIINGS hingegen klingt bereits beim ersten Anschlag
erstaunlich „record ready“. Der Raum ist da, die Tiefe ist da, die Größe ist
da. Man landet sofort mitten in jener emotional aufgeladenen Klangwelt, die man
eher mit aktuellen Blockbuster-Scores verbindet als mit trockenem
Orchester-Sampling.
Besonders
beeindruckend ist die Geschwindigkeit, mit der sich inspirierende Ergebnisse
erzielen lassen. Statt sich erst mühsam durch endlose Artikulationslisten,
Keyswitches und technische Untermenüs zu arbeiten, landet man hier innerhalb
weniger Sekunden mitten im eigentlichen kreativen Prozess. Gerade
die Art wie hier Dynamik umgesetzt wird erinnert stellenweise eher an modernes
Sounddesign als an klassische Sample-Programmierung. Die Übergänge wirken
fließend, die Texturen lebendig und die Klangentwicklung besitzt oft jene
cineastische Sogwirkung, die man von zeitgenössischen Hans-Zimmer-Produktionen
kennt. Manche Presets entwickeln beim Spielen eine regelrechte Eigenbewegung
und erzeugen dadurch beinahe automatisch emotionale Spannungsbögen. Das kann gerade
für Sketching-Sessions extrem inspirierend sein.
Teilweise erinnern die
Klangfarben an großformatige David-Lean-Epen – dieses Gefühl von Weite, Pathos
und emotional aufgeladenen Horizonten wohnt dem Plugin spürbar inne.
Gleichzeitig finden sich aber auch modernere Assoziationen: die
melancholisch-schwebenden Sci-Fi-Texturen eines Denis-Villeneuve-Scores, die
bittersüßen Neo-Noir-Streicher aktueller Prestige-TV-Produktionen oder jene
fragile Emotionalität moderner Coming-of-Age-Dramen. STRIIIINGS deckt
erstaunlich viele emotionale Register ab ohne dabei beliebig zu wirken.
Bemerkenswert ist
außerdem wie stark die Library bereits in Richtung Hybrid-Scoring gedacht ist.
Die Presets besitzen oftmals eine subtile synthetische Aura, die sie sofort
kompatibel mit modernen elektronischen Produktionen macht. Das ist keine rein
klassische Orchestersektion im traditionellen Sinne, sondern vielmehr eine
zeitgenössische Interpretation orchestraler Emotionalität. Genau dadurch
funktionieren die Patches auch hervorragend in Kombination mit Synthesizern,
Pulses, Ambient-Texturen oder modernem Sounddesign.
BRAAASS –
Monumentale Bläser zwischen Nolan und Monumentalfilm
BRAAASS liefert genau
jene monumentalen Low-End-Bläserwände, die man unweigerlich mit modernem
Blockbuster-Scoring verbindet. Massive Brass-Hits, drückende Swells,
apokalyptische Akzente und heroische Klanggebirge dominieren hier das
Klangbild. Bereits nach wenigen Sekunden wird klar, dass diese Library keine
Zurückhaltung kennt. BRAAASS denkt Blechbläser nicht primär als traditionelle
Orchestersektion, sondern vielmehr als physische Kraft – als cineastische
Druckwelle, die sich durch den gesamten Mix schiebt.
Gerade moderne
Trailer-Musik hat die Rolle orchestraler Brass-Sektionen massiv verändert. Wo
früher eher klassische Fanfaren oder orchestrale Eleganz dominierten, geht es
heute oft um Wucht, Präsenz und maximale kinetische Energie. Genau diese
Ästhetik verkörpert BRAAASS nahezu exemplarisch. Viele der Sounds wirken
weniger wie traditionelle Aufnahmen eines Orchesters, sondern eher wie hybride
Konstruktionen aus klassischen Blechbläsern, analogem Sounddesign und
postproduzierter Hollywood-Massivität. Die Presets besitzen enorme
Durchsetzungskraft und sitzen praktisch sofort im Mix. Auch hier merkt man
wieder wie konsequent UJAM den Gedanken des beschleunigten kreativen Workflows
verfolgt. Statt stundenlang Layer aufzubauen oder einzelne Brass-Sektionen mühselig
miteinander zu kombinieren, erhält man hier sofort diesen gigantischen „wall of
sound“-Effekt, der moderne Scoring-Produktionen oft definiert.
Besonders
eindrucksvoll ist dabei die Tiefe der Low-End-Regionen. Manche Presets besitzen
eine derartige Wucht, dass sie beinahe schon in den Bereich von Sounddesign
übergehen. Gerade tiefe Brass-Cluster oder aggressive Swells entwickeln eine
fast physische Qualität. Man spürt diese Sounds teilweise mehr als man sie bloß
hört. Das erinnert nicht selten an die brachialen Klangarchitekturen aktueller
Christopher-Nolan-Scores oder an jene monumentale Hybrid-Ästhetik, die moderne
Blockbuster zunehmend prägt.
Gleichzeitig verliert
BRAAASS trotz aller Massivität nie völlig den orchestralen Kern aus den Augen.
Unter der Oberfläche dieser gigantischen Klangwände bleibt immer noch jene
organische Bewegung hörbar, die echte Brass-Instrumente so faszinierend macht.
Gerade in den dynamischen Übergängen und Modulationen steckt erstaunlich viel
Leben. Die Sounds atmen, wachsen an, kollabieren wieder und entwickeln dadurch
eine enorme dramaturgische Wirkung.
Interessant ist auch
wie stark manche Presets bereits narrative Assoziationen erzeugen. Manche Hits
klingen wie der Beginn einer dystopischen Schlachtsequenz, andere wiederum
erinnern an Monumentalfilme alter Schule oder an jene überlebensgroßen Sandalenepen,
bei denen das Orchester selbst zur architektonischen Struktur des Films wurde.
Teilweise fühlt man sich fast an die Kombination aus klassischem Monumentalkino
und moderner Zimmer-Schule erinnert – also an einen Ort irgendwo zwischen
„Lawrence Of Arabia“, „Gladiator“ und „Dune“.
Auch für Produzenten
außerhalb klassischer Filmmusik dürfte BRAAASS interessant sein. Die
aggressiveren Presets funktionieren teilweise hervorragend in modernen
Industrial-, Dark-Ambient- oder sogar elektronischen Produktionen. Gerade durch
die bereits stark designte Klangästhetik überschreiten viele Sounds bewusst die
Grenze zwischen traditioneller Orchesteraufnahme a la Korngold oder Williams
und moderner Klangmanipulation.
CHOOOIR
Das neueste Plugin im
Symphonic Elememts- Bunde, CHOOOIR, bewegt sich irgendwo zwischen sakraler
Gravitas, dunkler Sci-Fi-Atmosphäre und modernen Hybrid-Texturen.Besonders
spannend ist dabei, wie stark die Sounds bereits „designed“ wirken.
Schon nach den ersten
gespielten Akkorden wird klar, dass auch hier nicht primär versucht wird einen
klassischen Konzertchor möglichst naturgetreu abzubilden. Vielmehr interessiert
sich dieses Plugin für die emotionale und cineastische Wirkung menschlicher
Stimmen innerhalb moderner Score-Ästhetiken. Das Plugin denkt weniger in
isolierten Chorstimmen als vielmehr in emotionalen Klangräumen. Viele Presets
besitzen bereits eine enorme cineastische Tiefe und funktionieren praktisch
sofort innerhalb eines Scores. Instant -Erhabenheit und
dystopischer Atmosphäre
Gerade Chöre besitzen
im Filmkontext seit jeher etwas zutiefst Archaisches. Sie können Spiritualität
transportieren, Bedrohung erzeugen, Größe suggerieren oder Szenen beinahe
metaphysisch aufladen. CHOOOIR nutzt genau diese emotionale Mehrdeutigkeit sehr
geschickt aus. Die Sounds oszillieren ständig zwischen Schönheit und Unheil,
zwischen sakraler Erhabenheit und dystopischer Dunkelheit.
Besonders spannend ist
dabei, wie stark die Sounds bereits „designed“ wirken. Das Plugin denkt weniger
in isolierten Chorstimmen als vielmehr in emotionalen Klangräumen. Viele
Presets besitzen bereits eine enorme cineastische Tiefe und funktionieren praktisch
sofort innerhalb eines Scores. Man merkt deutlich, dass hier nicht bloß ein
Chor gesampelt wurde, sondern dass diese Sounds bereits mit einer konkreten
filmischen Funktion im Hinterkopf entwickelt wurden.
Teilweise erinnern die
Texturen an moderne Sci-Fi-Scores, in denen menschliche Stimmen weniger als
traditionelle Chorsätze fungieren sondern vielmehr als atmosphärische
Erweiterung des Sounddesigns. Manche Patches wirken fast geisterhaft, andere
besitzen eine bedrohliche Monumentalität, wieder andere erinnern an sakrale
Klangwelten irgendwo zwischen Kathedrale, Traumsequenz und Endzeitvision.
Viele der Sounds
erzeugen beinahe automatisch Bilder im Kopf. Verlassene Megastädte, religiös
aufgeladene Science-Fiction-Welten, mystische Traumlandschaften oder jene
typischen „ancient future“-Ästhetiken moderner Prestige-Produktionen drängen
sich hier regelrecht auf.
Interessant ist zudem
wie stark die Presets bereits mit Bewegung arbeiten. Zahlreiche Patches
entwickeln subtile rhythmische Veränderungen, harmonische Verschiebungen oder
dynamische Entwicklungen, wodurch schnell eine enorme emotionale Sogwirkung
entsteht. Das Plugin fühlt sich dadurch weniger statisch an als viele
traditionelle Choir-Libraries.Gleichzeitig bleibt CHOOOIR erstaunlich
vielseitig. Neben den offensichtlichen „epischen“ Anwendungen funktionieren
viele Presets auch hervorragend für subtilere emotionale Texturen. Gerade
melancholische Ambient-Flächen oder fragile atmosphärische Layer profitieren
enorm von diesen Stimmen.
Wie bei den anderen
Symphonic-Elements-Plugins steht auch hier weniger technische Komplexität als
vielmehr unmittelbare Inspiration im Vordergrund.
PERCS
PERCS konzentriert
sich auf jene perkussiven Elemente, die moderne Scores oft erst wirklich
antreiben. Denn gerade Rhythmus hat sich in der zeitgenössischen Filmmusik
massiv verändert. Wo orchestrale Percussion früher primär unterstützende
Funktion hatte, bildet sie heute oftmals das eigentliche Rückgrat eines
gesamten Scores. Gerade Trailer-Musik, moderne Action-Soundtracks oder
Hybrid-Kompositionen funktionieren längst nicht mehr nur über Melodien oder
Harmonien, sondern über kinetische Energie, rhythmische Spannungskurven und
jene permanente Vorwärtsbewegung, die den Zuschauer beinahe körperlich
erfasst.Genau hier setzt PERCS an.
Hier trifft
orchestrale Percussion auf Hybrid-Ansätze, Sounddesign und zeitgenössische
Trailer-Ästhetik. Die Sounds besitzen Punch, Energie und enorme Präsenz.
Gleichzeitig fällt sofort auf, dass diese Library nicht versucht ein
traditionelles Schlagwerk-Ensemble möglichst neutral abzubilden. Vielmehr wird
Percussion hier als cineastischer Motor begriffen – als Werkzeug zur Erzeugung
von Spannung, Dynamik und dramatischem Momentum.
Viele der Presets
erinnern weniger an klassische Orchesteraufnahmen als vielmehr an jene
gigantischen Rhythmus-Layer, die man aus modernen Hollywood-Trailern kennt.
Tiefe Toms, aggressive Impacts, pulsierende Percussion-Texturen und brachiale
Ensemble-Hits erzeugen sofort dieses Gefühl von Größe und Bewegung. Teilweise
klingen die Sounds wie eine Mischung aus orchestraler Percussion,
Industrial-Sounddesign und elektronischer Trailer-Musik. Gerade diese
Hybrid-DNA macht PERCS so zeitgemäß.
Bemerkenswert ist
außerdem wie stark die Presets bereits dramaturgisch „gedacht“ sind. Manche
Patches erzeugen praktisch automatisch Spannungsaufbau, andere liefern sofort
dieses typische „build and release“-Gefühl moderner Trailer-Strukturen. Die
Sounds funktionieren dadurch nicht bloß als einzelne Percussion-Hits sondern
oftmals bereits als halbfertige rhythmische Szenen.
Besonders gelungen ist
erneut der Workflow-Gedanke: Statt langwieriger Programmierung entstehen sofort
musikalisch brauchbare rhythmische Strukturen. Genau das dürfte gerade für
Komponisten interessant sein, die schnell arbeiten müssen oder Ideen möglichst
unmittelbar festhalten wollen. Statt sich stundenlang mit komplexem
MIDI-Programming aufzuhalten, landet man hier sehr schnell in einem kreativen
Flow-Zustand.
Das bedeutet
allerdings keineswegs, dass die Plugins „von selbst komponieren“. Auch hier
bleibt musikalisches Verständnis entscheidend. Wer harmonisch, rhythmisch oder
dramaturgisch nicht weiß wohin die Reise gehen soll, wird auch mit den
intelligentesten Tools keinen überzeugenden Score schreiben. Doch PERCS
beschleunigt den Weg von der Idee zum tatsächlich funktionierenden
musikalischen Resultat enorm.
Gerade beim Sketching
entfaltet das Plugin enormes Potential. Viele moderne Scores entstehen heute
nicht mehr klassisch auf Papier oder durch detaillierte Orchestrierung von
Beginn an, sondern zunächst über Atmosphären, rhythmische Strukturen und
emotionale Klangräume. Genau für diese Arbeitsweise scheint PERCS beinahe
maßgeschneidert.
Hinzu kommt die enorme
physische Präsenz vieler Sounds. Die Percussion besitzt Punch, Druck und ein
beeindruckendes Low-End ohne dabei undefiniert oder matschig zu wirken. Die
Mix-Ready-Qualitäten dieser Reihe zeigen sich auch hier sehr deutlich. Viele Presets
sitzen praktisch sofort an der richtigen Stelle im Arrangement ohne dass man
stundenlang nachbearbeiten müsste.
Interessant bleibt
außerdem wie flexibel sich die Sounds einsetzen lassen. Natürlich drängen sich
zunächst Assoziationen zu modernen Action-Trailern oder Sci-Fi-Blockbustern
auf. Gleichzeitig funktionieren viele der perkussiven Texturen aber auch
hervorragend in Ambient-Produktionen, Dark Electronica, Industrial-Kontexten
oder experimentellerer Production Music.
Gerade die Verbindung
aus organischer Percussion und subtilen Sounddesign-Elementen erzeugt dabei
jene moderne Hybrid-Ästhetik, die zeitgenössische Filmmusik heute oft
definiert. Die Grenze zwischen klassischer Orchesteraufnahme und elektronischer
Klangmanipulation verschwimmt zunehmend – und PERCS macht aus genau diesem
Grenzbereich seine größte Stärke.
Auch atmosphärisch besitzt die Library enorme Bandbreite. Manche Presets klingen tribal-artig und archaisch, andere wiederum futuristisch, kalt und maschinell. Wieder andere erzeugen beinahe automatisch Bilder von dystopischen Verfolgungsjagden, gigantischen Schlachtsequenzen oder postapokalyptischen Landschaften. Genau diese Fähigkeit sofort cineastische Assoziationen hervorzurufen macht die gesamte Symphonic-Elements-Serie so interessant.
DRUMS
Die in PERC zu
findenden Sounds erinnern weniger an traditionelle Orchesterdrums als vielmehr
an jene gigantischen Percussion-Wände, die moderne Action- und Sci-Fi-Scores
dominieren. Massive Impacts, dunkle Pulse, aggressive Hits und rhythmische
Texturen sorgen für unmittelbare Energie. Bereits nach wenigen Minuten wird
klar, dass hier weniger klassische Percussion-Philosophie als vielmehr pure
cineastische Wucht im Zentrum steht.
Viele der Sounds wirken beinahe überlebensgroß. Tiefe Impacts rollen wie entfernte Explosionen durch den Mix, aggressive Pulses treiben Arrangements kompromisslos nach vorne und manche Presets entwickeln eine regelrechte physische Gewalt. Das erinnert teilweise eher an modernes Sounddesign für AAA-Games oder Hollywood-Trailer als an traditionelle Filmmusik im klassischen Sinn.
Gerade diese extreme
Hybridisierung macht DRUMS allerdings so spannend. Denn moderne Scores
funktionieren längst nicht mehr ausschließlich über orchestrale Mittel.
Vielmehr entstehen die eindrucksvollsten zeitgenössischen Soundtracks oft genau
dort, wo klassische Instrumentierung auf elektronische Produktionstechniken,
verzerrte Texturen und cinematic Sounddesign trifft. DRUMS versteht diese
Ästhetik bemerkenswert gut.
Die Presets besitzen
enormen Druck und wirken gleichzeitig sehr kontrolliert. Trotz der Massivität
bleibt der Sound klar definiert und erstaunlich mixfreundlich. Auch bei
komplexeren Arrangements behalten die einzelnen Elemente ihre
Durchsetzungskraft ohne dabei chaotisch zu wirken.Besonders spannend ist die
Art wie hier Rhythmus nicht bloß als Taktgeber funktioniert sondern als
emotionales Stilmittel. Viele der Patterns erzeugen beinahe automatisch
Spannung, Aggression oder eine unterschwellige Nervosität. Gerade in
dystopischen oder actionlastigen Kontexten entfalten diese Sounds enorme
Wirkung.
Manche Presets
erinnern an die pulsierenden Hybrid-Rhythmen moderner Denis-Villeneuve-Scores,
andere wiederum an die brachialen Trailer-Produktionen der letzten Jahre, bei
denen Percussion längst zur eigentlichen Hauptfigur geworden ist. Gleichzeitig
gibt es aber auch subtilere Texturen, die eher unterschwellig arbeiten und
dadurch atmosphärisch enorm effektiv sein können.
Wie schon bei den
anderen Symphonic-Elements-Plugins zeigt sich auch hier die große Stärke des
Gesamtkonzepts: maximale Inspiration bei minimalem technischen Overhead. Man
verbringt weniger Zeit mit Verwaltungsarbeit und deutlich mehr Zeit mit
tatsächlichem Musikmachen.
Auch der performative
Charakter vieler Presets fällt positiv auf. Die Sounds reagieren direkt,
inspirieren zu rhythmischen Ideen und erzeugen schnell jenes Gefühl von
Momentum, das moderne Scores oft tragen muss. Gerade Produzenten, die eher
intuitiv arbeiten, dürften daran großen Gefallen finden.
Hinzu kommt die enorme
Vielseitigkeit der Library. Obwohl DRUMS klar im Bereich moderner
Cinematic-Produktionen verankert ist, funktionieren viele Sounds ebenso gut in
elektronischer Musik, Dark Ambient, Industrial oder experimenteller Production
Music. Manche Presets besitzen fast schon clubtaugliche Energie, andere
wiederum wirken wie aus einem dystopischen Sci-Fi-Soundtrack extrahiert.
Auch hier gilt:
maximaler Impact bei minimalem Setup-Aufwand. Oder anders formuliert: die Blue
Man Group im Hans Zimmer Stil in der eigenen DAW.
Fazit
Die Symphonice
Elements sind cineastische Werkzeuge statt akademischer Sample-„Museen“.
Sample-Libraries, die Komplexität sinnvoll reduzieren, ohne Profi-Musiker in
ihren Ausdrucksmöglichkeiten zu beschneiden, sind erstaunlich selten.Wer erst
anfängt, erfährt mit diesen überaus clever konzipierten Plugins schnell
beeindruckende Erlebnisse.
Ich persönlich habe
mich Symphonic Elements jedoch bewusst nicht aus der Perspektive eines
Einsteigers genähert, sondern aus jener eines professionellen Anwenders.Wo
manche andere Plugin-Companies pseudointuitiv versuchen, ihre Libraries
zugänglicher zu machen und dabei oft an der eigentlichen Produktionspraxis
vorbeientwickeln, gelingt UJAM hier ein bemerkenswert souveräner Balanceakt.
Die Plugins machen
Spaß, sind intuitiv, schnell bedienbar und liefern genau jene Sounds, die man
für moderne Trailer-Produktionen, zeitgenössische Scores oder imaginäre Filme
benötigt. Das gesamte Bundle klingt episch, sounddesignt und kompromisslos mix-ready.
Dabei verliert
Symphonic Elements trotz aller Zugänglichkeit nie den professionellen Anspruch
aus den Augen. Vielmehr entsteht hier eine kreative Sandbox für modernes
Scoring – irgendwo zwischen klassischem Orchesterdenken, Synthese, Sounddesign
und zeitgenössischer Hollywood-Dramatik.
Und vielleicht ist
genau das die größte Stärke dieser Serie: Symphonic Elements versucht nicht
krampfhaft, ein echtes Orchester möglichst akademisch exakt zu imitieren.
Stattdessen liefert UJAM Werkzeuge, die inspirieren, beschleunigen und
unmittelbar musikalische Bilder im Kopf erzeugen. Ganz so, wie modernes
Cinematic Scoring heute oft tatsächlich funktioniert. Symphonic Elements
bringt letztlich eine Rock-Attitüde ins Klassik-Sample-Feld.
Hier wird nicht dem ehrwürdigen Konzerthaus-Ideal nachgeeifert, hier geht es um
etwas Neues, das jedoch die DNA großer klassischer Filmmusik in sich trägt.
