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| Benson Monarch Collection Credit Bild: © Mixwave |
Zu den absoluten
Klassenbesten in jenem Reich der klanglichen Nuancen zählt fraglos Mixwave, die
mit ihren digitalen 1:1-Nachbildungen der Boutique-Amps aus dem Hause Benson
eindrucksvoll demonstrieren, wie hochklassige Sounds im digitalen Zeitalter
klingen können – beziehungsweise klingen müssen und dass die eingangs
beschriebenen Sounds mittlerweile sehr wohl im Plugin-Format umsetzbar sind. Die
neu erschienene Benson Monarch & die jüngst upgedatete Chimera Collection sind
der Beweis dafür und verstehen sich dabei nicht nur als klassische
Amp-Simulation, sondern als vollständige Produktionsumgebung inklusive
hochwertiger Pedale, Effekte und eines ausgesprochen durchdachten
Studio-Workflows.
Oregon's Finest –
Benson Amps zwischen Tradition und Innovation
Der kleine
Boutique-Hersteller aus dem US-Bundesstaat Oregon genießt seit Jahren einen
exzellenten Ruf unter Gitarristen und Produzenten. Gründer Chris Benson verfolgt
dabei einen bemerkenswert eigenständigen Ansatz: Statt legendäre Schaltungen
schlicht zu kopieren, entwickelt er Verstärker, die sich zwar hörbar am reichen
Erbe britischer und amerikanischer Klassiker orientieren, daraus jedoch etwas
Eigenständiges formen.Genau diese Balance versucht Mixwave hier nicht nur
einzufangen, sondern konsequent in die digitale Welt zu übertragen.
Bemerkenswert ist
dabei auch die Optik. Die Hardware-Amps aus Oregon gehören fraglos zu den
attraktivsten Boutique-Verstärkern des aktuellen Marktes. Doch noch wichtiger
ist ihre klangliche Identität. Benson baut keine weiteren Fender-, Vox- oder
Marshall-Klone, sondern Instrumente mit unverwechselbarer Persönlichkeit.
Klanglich schimmern
zwar immer wieder Referenzen an frühe Led-Zeppelin-Aufnahmen durch, an Jimmy
Pages angezerrte Gitarrensounds auf Led Zepplein I und II, an Supro-Amps,
Vox-Schaltungen oder amerikanische Vintage-Cleans – letztlich bleibt das
Resultat jedoch eigenständig und damit unverkennbar Benson. Auch im inzwischen
hervorragend bestückten Markt der Amp-Simulationen nehmen diese Verstärker so eine
Sonderstellung ein. Es gibt schlicht keine andere Software, die genau diese Sounds
liefert.
Zwei Amps – zwei
Philosophien
Monarch und Chimera
sind zwei unterschiedliche Interpretationen desselben Boutique-Gedankens. Während
der Chimera deutlich länger im Clean-Bereich verweilt und größereHeadroom-Reserven
bietet, geht der Monarch wesentlich früher in eine musikalische Sättigung über
und lebt geradezu von seinem dynamischen Übergangsbereich zwischen Clean und
Overdrive.
Diese
unterschiedlichen Charaktere ergänzen sich hervorragend und decken gemeinsam
eine enorme stilistische Bandbreite ab – zumindest dann, wenn man sich im
Vintage-orientierten Kosmos bewegt. Americana, Blues, Indie, Alternative oder
Roots Rock - wer in diesen Gefilden
spielt, fühlt sich hier sofort zuhause. Modernes High Gain sucht man dagegen
bewusst vergeblich. Diese Collection will keine eierlegende Wollmilchsau sein,
sondern ein Boutique-Spezialist für Old School-Sounds.
Monarch – ein
royaler Sound
Der Monarch bewegt
sich klanglich irgendwo zwischen Supro, Fender und Vox, ohne jemals wie eine
bloße Kopie zu wirken. Ein spezieller Voice-Switch erlaubt es, zwischen
britischen und amerikanischen Klangcharakteristika. Dadurch entsteht eine
faszinierende Grauzone aus Vox-artigem Chime, amerikanischer Offenheit und der
leicht rauen Direktheit klassischer Supro-Schaltungen.
Auch das integrierte
Reverb verdient besondere Erwähnung. Es gehört zweifellos zu den
überzeugendsten digitalen Federhall-Implementierungen, die derzeit in einer
Amp-Suite zu finden sind. Es klingt nicht bloß nach Hall, sondern nach einem
tatsächlich schwingenden Federkasten mit eigener Persönlichkeit, der dem
Grundsound zusätzliche Tiefe verleiht, ohne ihn zu verschleiern.
Gerade für Roots Rock,
Americana, Country oder Blues entfaltet der Monarch enormes Potenzial.
Gleichzeitig funktioniert er ebenso hervorragend für Indie, Alternative oder
klassische Singer-Songwriter-Produktionen.
Besonders
beeindruckend ist jedoch jener berühmte Edge-of-Breakup-Bereich. Kein steriles
HiFi-Clean, sondern ein lebendiger Grundsound, der unmittelbar auf
Anschlagdynamik reagiert und sich organisch sättigt. Dreht man den Amp weiter
auf, landet man exakt in jenem Sweet Spot, der sich über Plektrumanschlag und
Volume-Poti der Gitarre modellieren lässt – ein Verhalten, das viele
Modeling-Systeme versprechen, aber nur wenige tatsächlich überzeugend umsetzen.
Chimera – ein Name
mit Programm
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| Benson Chimera Collection Credit Bild: © Mixwave |
Der Chimera vereint
unterschiedliche Vintage-DNA zu einer völlig neuen Identität. Er besitzt mehr
Clean-Headroom als der Monarch, wirkt offener und kontrollierter, ohne dabei
jemals steril oder klinisch zu erscheinen. Pedale nimmt er hervorragend an und eignet
sich dadurch exzellent als Plattform für komplexe Effektketten.
Seine größere
Dynamikreserve macht ihn insbesondere für komplexe Akkordarbeit,
Ambient-Produktionen oder moderne Studio-Setups interessant, bei denen maximale
Transparenz gefragt ist. Hinzu kommt eine gewisse Exklusivität: Aktuell wird
der Chimera von Benson selbst nicht mehr angeboten, was diese digitale
Rekonstruktion zu einem umso reizvolleren Zeitdokument macht.
Die Effekte – weit
mehr als bloßes Zubehör
Die enthaltenen
Effekte stehen sowohl in der neu erschienenen Monarch Collection als auch in
der jüngst überarbeiteten Chimera-Version zur Verfügung. Mixwave liefert hier
nicht einfach ein paar nette Zugaben mit, sondern schließt gezielt Lücken.
Besonders erfreulich
ist dabei, dass sämtliche Effekte nicht nur innerhalb der Amp-Suite genutzt
werden können, sondern zusätzlich als eigenständige Plugins vorliegen. Dadurch
lassen sie sich problemlos mit Simulationen anderer Hersteller kombinieren oder
in bestehende Studio-Workflows integrieren.Gerade dieser modulare Ansatz erhöht
den praktischen Nutzen der Collection enorm.
Pre-Amp – Charakter
beginnt vor dem Verstärker
Anstatt lediglich
zusätzliche Lautstärke bereitzustellen, verändert dieses Pedal die harmonische
Struktur des Eingangssignals auf ausgesprochen musikalische Weise. Sein
Charakter erinnert deutlich an legendäre Echoplex-Preamp-Schaltungen und
liefert alles vom kaum wahrnehmbaren Sweetening bis hin zu einer überraschend
kernigen Vorstufenzerre.
Je nach Einstellung
entstehen zusätzliche Wärme, eine subtile Verdichtung der Transienten oder jene
leichte Kompression, die Singlecoils mehr Fundament verleiht, ohne ihre
Transparenz einzubüßen. Humbucker wiederum gewinnen an harmonischer Komplexität
und entwickeln eine fast röhrenartige Dreidimensionalität.
Bemerkenswert ist
dabei, wie sensibel der Pre-Amp auf unterschiedliche Gitarren reagiert. Er
nivelliert den Charakter des Instruments nicht, sondern arbeitet ihn vielmehr
heraus. Dadurch eignet er sich nicht nur als klassischer Booster vor den
Benson-Amps, sondern ebenso hervorragend als eigenständiges Klangwerkzeug vor
völlig anderen Amp-Simulationen.
Germanium Boost –
musikalische Verdichtung statt bloßer Lautstärke
Der Germanium Boost ist ein weiteres kleines Unikum und bringt jene begehrte Germanium-Färbung ins Plugin-Format, die man bislang meist nur von kostspieligen Boutique-Pedalen kannte. Die Bedienung könnte kaum einfacher sein, doch klanglich passiert erstaunlich viel. Statt das Signal lediglich lauter zu machen, fügt der Boost harmonische Obertöne hinzu und verdichtet den Ton auf ausgesprochen musikalische Weise.
Sololinien erhalten mehr Sustain, Cleans gewinnen an Präsenz und leicht angezerrte Sounds beginnen förmlich zu leuchten. Besonders schön: Der Charakter der verwendeten Gitarre bleibt vollständig erhalten. Der Boost überdeckt nichts, sondern hebt lediglich hervor, was bereits vorhanden ist. In Verbindung mit dem Monarch oder dem Chimera entstehen so herrlich lebendige Edge-of-Breakup-Sounds, die auf jede Nuance der rechten Hand reagieren.
Germanium Fuzz –
kontrollierte Wildheit
Der Germanium Fuzz
gehört zweifellos zu den klanglichen Höhepunkten der gesamten Collection. Sein
Sound besitzt genau jene leicht ungehobelte Körnung alter
Germanium-Schaltungen, bei denen nie völlige Kontrolle herrscht und gerade
daraus musikalischer Reiz entsteht. Akkorde fransen angenehm aus, einzelne
Noten entwickeln rauen Biss und harmonische Komplexität, ohne jemals unangenehm
harsch oder künstlich zu wirken.
Besonders
beeindruckend gelingt das berühmte Cleanup über das Volume-Poti der Gitarre.
Dreht man zurück, wird aus aggressivem Fuzz plötzlich ein glasiger Crunch mit
fast schon glockigem Charakter – ein Verhalten, das selbst viele
Hardware-Nachbauten nicht immer überzeugend beherrschen. Der Effekt reagiert
organisch auf Spielweise und Anschlag und fühlt sich dadurch eher wie ein
Vintage-Pedal als wie ein Plugin an.
Tall Bird – Hall
als Bestandteil des Instruments
Viele digitale
Hallräume wirken wie nachträglich über ein Signal gelegt. Beim Tall Bird
entsteht hingegen der Eindruck eines echten Federhall-Tanks, der integraler
Bestandteil des Verstärkers ist.
Von subtiler
Räumlichkeit bis hin zu extrem nassen Surf-Sounds oder klassischen
Spaghetti-Western-Klangwelten lässt sich praktisch jede Schattierung
realisieren. Die Hallfahnen besitzen Bewegung und Tiefe, ohne den Grundsound zu
verschmieren oder im Mix undefiniert zu werden. Gerade im Zusammenspiel mit
leicht angezerrten Boutique-Cleans entstehen ausgesprochen dreidimensionale
Klangbilder.
Florist – Shoegaze
und Ambient auf der klanglichen Blumenwiesen
Chorus-Pedale gehören
mittlerweile fast zum Standard jeder Amp-Suite. Der Florist verfolgt jedoch
einen deutlich eigenständigeren Ansatz.
Bereits sein Name
verweist darauf, dass hier keine bloße Modulation, sondern ganze
Klanglandschaften kultiviert werden sollen. Extreme Einstellungen können
bewusst schräg, eierig und beinahe verstimmt wirken – gerade darin liegt jedoch
der Charme dieses außergewöhnlichen Effekts. Der Florist ist kein universeller
Chorus für jede Produktion, sondern ein Charaktereffekt mit klarer Identität.
Shoegaze-, Dream-Pop- und Ambient-Gitarristen finden hier ein Werkzeug, das
Gitarrensignale in schimmernde Texturen verwandelt. Modulationen greifen
ineinander, Hall und Bewegung verschmelzen zu einem dichten Schwebezustand.
Spielgefühl &
Dynamik – der eigentliche Prüfstein
So überzeugend ein
Sound isoliert auch sein mag – entscheidend ist letztlich, auch wie er sich
unter den Fingern anfühlt. Und genau hier punktet die Collection besonders. Die
Dynamik ist unmittelbar greifbar: Sanft gespielt bleibt alles offen und
transparent, härter angeschlagen komprimiert der Ton subtil und entwickelt jene
harmonische Dichte, die man sonst eher von echten Röhrenverstärkern kennt. Das
Volume-Poti der Gitarre wird plötzlich wieder zum vollwertigen Klangwerkzeug.
Runtergeregelt entsteht ein beinahe glockiger Clean-Sound, aufgedreht kippt das
Ganze in einen rauen, aber jederzeit kontrollierbaren Overdrive. Diese enorme
Bandbreite hebt die Collection deutlich über viele statische Modeling-Ansätze
hinaus.
Workflow &
Praxis
Ein weiterer Pluspunkt
ist die unmittelbare Einsetzbarkeit im Mix. Die Sounds wirken bereits von Haus
aus erstaunlich produziert, ohne dabei überbearbeitet zu erscheinen. Vorab
abgestimmte EQ-Charakteristika und eine sehr musikalische Kompression sorgen
fast automatisch für Studio-Feeling.
Oft genügt ein wenig
Feintuning – und das Signal sitzt genau dort, wo es sitzen soll.Gerade in
modernen Produktionsumgebungen, in denen Geschwindigkeit ebenso wichtig ist wie
maximale Klangqualität, stellt dies einen erheblichen Vorteil dar. Die Monarch-&-Chimera-Collection
liefert weniger Demo-Sounds als vielmehr fertige Studio-Resultate.
Fazit –
Boutique-DNA digital konsequent weitergedacht
Die Mixwave Benson
Monarch & Chimera Collection ist nicht einfach ein weiteres Amp-Plugin im
inzwischen überfüllten Markt der Verstärker-Emulationen. Sie ist vielmehr der
erfolgreiche Versuch, jene schwer greifbare Boutique-DNA in den digitalen Raum
zu übertragen, ohne sie zu glätten oder zu vereinfachen.
Im Bereich hochwertiger Clean- bis Medium-Gain-Amps zählt sie ohne Zweifel zu den besten Lösungen, die derzeit erhältlich sind. Was man erhält, ist kein steriles Abbild historischer Verstärker, sondern ein lebendiges Instrument mit Ecken, Kanten und genau jener klanglichen Tiefe, die man von einem echten Boutique-Setup erwartet. Monarch und Chimera sind Amp-Sims auf Referenzniveau – dynamisch, charakterstark und mit einer Authentizität, die selbst anspruchsvolle Gitarristen und Produzenten überzeugen dürfte.

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