![]() |
| Credit Bild: © Plaion Pictures /Sony |
Mich persönlich – als
jemanden, der Elvis naturgemäß nie live in Concert erleben konnte – faszinierte
immer, wie sehr die Begeisterung und der schiere Drive, den Presley auf den
Bühnen zu entfachen vermochte, sich auch im heimischen Wohnzimmer bemerkbar machte.
„Mitreißend“ war hier nur ein Hilfsdruck. Ein episches Erlebnis, das nun im
wortspielerischen betitelten Film „EPIC – Elvis Presley In Concert“ von Baz
Luhrmann neu beleuchtet wird.
Dem australischen
Regisseur geht es so wie unzähligen Elvis-Aficionados weltweit: Dieser Mann aus
Tupelo lässt ihn einfach nicht los. Diese Faszination merkt eman schon in
seinem die Konventionen eines Biopics sprengenden Elvis-Film mit Austin Butler
aus dem Jahr 2022 – und sie ist auch in EPIC spürbar. Im Zuge der Recherchen stieß er in den
Archiven von Warner Bros. auf einen regelrechten Schatz: 68 Kisten voller
35-mm- und 8-mm-Filmmaterial, darunter umfangreiche Outtakes aus den
Konzertklassikern „Elvis: That's The Way It Is“ (1970) und „Elvis on Tour“ (1972),
ergänzt um bis dahin unveröffentlichte Tonaufnahmen und Interviews. Das
Rohmaterial musste in akribischer Kleinarbeit restauriert und mit den
entsprechenden Tonspuren synchronisiert werden – ein Prozess, der sich über
Jahre hinzog. Gemeinsam mit Editor Jonathan Redmond formte Luhrmann daraus
keinen klassischen Dokumentarfilm, sondern einen eleganten, rhythmisch nahezu
perfekt montierten Konzertfilm. Dieser wird von Elvis selbst erzählt– aus den
Interview-Mitschnitten wurde ein posthumes Voice-Over geschnitten, das den
Zuschauer unmittelbar in dessen Gedankenwelt eintauchen lässt.
![]() |
| Credit Bild: © Plaion Pictures /Sony |
Die Doku liefert keine bahnbrechend neuen Informationen – wer mit der Biographie des King vertraut ist, wird wenig Unbekanntes finden – doch zeigt sie erneut warum Elvis eine singuläre Erscheinung war und als Performer bis heute unerreicht bleibt: der schiere Magnetismus, die opernhafte Stimme, die sich wie ein amerikanischer Adler über die dichtesten Band- und Orchesterarrangements erhebt.
EPIC ist kein
konventioneller Dokumentarfilm. Es eine Art Hagiographie in Bewegtbildern. Denn
hier, in jenen Nächten im International Hotel, vollzieht sich etwas, das weit
über Entertainment hinausgeht: ein Künstler am absoluten Gipfel seiner vokalen
und performativen Möglichkeiten.
Das Akronym EPIC ist
dabei programmatisch gemeint: Elvis Presley In Concert beschreibt präzise,
worum es geht – nicht um Biographie, nicht um Skandal, sondern um die Bühne,
den Moment, die Magie. Und wenn Richard Strauss‘ Ouvertüre erklingt, die
Lichter gedimmt werden und Elvis die Bühne betritt, sagt Luhrmann mehr über das
Phänomen Presley als es so manch kenntnisreicher Biographie-Wälzer vermag.
![]() |
| Credit Coverbild: © Plaion Pictures |


