Noch ein
Modulations-Plugin? Wer seiner cleanen Gitarre ein wenig Bewegung mitgeben
möchte oder Synth Pads wabern lassen will, dürfte mit Chorus, Phaser, Flanger und zahlreichen
Variationen kann wirklich aus dem Vollen
chöpfen. Baby Audio HyperWarp möchte
dem Modulations-Reigen jedoch eien neue Komponente hinzufügen.Der Dreh: Was hier ins Wanken gerät, ist das
Timing der Aufnahme. Ein Akkord kann sauber angeschlagen stehen bleiben, sein
Ausklang kurz rückwärtslaufen und das letzte Stückchen Saite im Takt zu
stottern beginnen. Wie sich das abspielt, zeichnet man mit der Maus ein.
Credit Bild: © Baby Audio
Das granulare
Multieffekt-Plugin sorgt mit sieben unterschiedlichen Klangcharakteren für
Bewegung, Textur und zusätzliche Klangfarben und deckt dabei ein breites
Spektrum ab, das von experimentellen Glitch-Effekten bis hin zu sphärischen,
granularen Klanglandschaften reicht.
Kernig und Körnig
Im Kern ist HyperWarp
ein granularer Multieffekt. Er zerlegt das eingehende Signal in winzige
Klangschnipsel; ein grafischer Sequencer bestimmt, wann und wie schnell diese
wiedergegeben werden.
Vom Arpeggio, das wie
im Weltraum gespielt klingt, über metallische Synth-Riffs lässt sich dieses
Plugin in zahlreichen Situationen anwenden, in denen man eventuell nicht auf
die bekannten Modulationseffekte zurückgreifen möchte.
Ein Allrounder wie eine Dimension-D-Emulation ist das natürlich nicht, dennoch sind hier durchwegs brauchbare und interessante Sounds drin – die sich freilich vornehmlich an jene User wenden, die es sehr abgespaced mögen.
Fazit
Für den dezenten Schimmer auf einer
Rhythmusgitarre würde ich weiterhin den Chorus bemühen. Für jenen Momente, in
dem eine vertraute Figur den Hörer überrascht, ist HyperWarp dagegen
eine ausgesprochen gute Wahl. Ein kreativer Effekt der zum Experiment in der
DAW regelrecht einlädt.