Montag, 29. Mai 2017

JFK 100 – Happy Birthday, Mr. President...

 
Credit Bild: © Stanley Tretick/Historic Image Licensing  Taschen Verlag
Weder vorher noch nachher gab es einen Präsidenten wie ihn:
Keiner war populärer, keiner wurde so abgöttisch-verklärend geliebt und kein anderer Politiker verkörperte die diametral entgegengesetzten Welten des mondänen Jetset und der beinharten Weltpolitik so wie der 35. Präsident der USA: Heute wäre John F. Kennedy 100 Jahre geworden – und sein Mythos hat bis heute nichts von seiner Faszination eingebüßt – trotz oder auch wegen der Schattenseiten des Polit-Superstars.

Zeit für eine popkulturelle Spurensuche und den Versuch einer Erklärung von Kennedys bis heute anhaltender Popularität aus einem nicht alltäglichen Blickwinkel. Denn Kennedy und insbesondere sein Tod als Schlüsselmoment der 60er beschäftigte viele Vertreter der Popkultur.

Flashback zum 22.11.1963: Um Unterstützung und Gelder für seine Wiederwahl zu gewinnen, befindet sich John Fitzgerald Kennedy - kurz JFK - auf Wahlkampftour in einem der konservativsten Bundesstaaten der USA: Texas. Kein einfaches Terrain für den Demokraten. Denn im Süden ist der 46-jährige auch aufgrund seiner liberalen Ansichten (u.a. zu den Bürgerrechten der Schwarzen) vielen ein Dorn im Auge. An diesem Freitag steht eine Fahrt durch die Innen-stadt von Dallas - die Menschen sollen ihr Staatsoberhaupt möglichst nahe sehen können - und eine Rede auf dem Programm. Was als Routinetermin für den 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten beginnt, endet in einer Tragödie: Noch bevor die Wagenkolonne JFKs ihr Ziel erreicht, fallen am Dealey Plaza drei Schüsse - abgefeuert aus dem Fenster eines Schulbuchlagers. Die Kugeln des Schützen, Lee Harvey Oswald, verfehlen ihr Ziel nicht: Kennedy wird tödlich getroffen. Oswald wird zwar noch am selben Tag gefasst, jedoch zwei Tage nach seinen Schüssen auf das Staatsoberhaupt selbst ermordet.

Kennedy, zu Lebzeiten schon ein moderner und medienaffiner Politiker, wurde posthum zu einer Art popkulturellen Phänomen: er und sein Tod werden immer wieder thematisiert - auch in Songs der Populärmusik, die zu den frühesten Reaktionen auf den gewaltsamen Tod des amerikanischen Hoffnungsträgers gehören.
Die musikalische Auseinandersetzung mit den Geschehnissen begann schon unmittelbar nach den fatalen Schüssen. Die Beach Boys Brian Wilson und Mike Love arbeiteten zu dieser Zeit an dem Song „Warmth Of The Sun“, einer melancholischen Ballade, die in deutlichem Kontrast zum sorgenfreien, fröhlichen Sound der Gruppe und ihrer „Sommer, Girls und schnelle Autos“-Thematik stand, bis heute untrennbar mit JFK verbunden ist und eine Art Tribute an ihn darstellt.
Das Attentat auf JFK veranlasste auch Roger McGuinn, Sänger und Gitarrist der Folk-Rock-Band The Byrds, dazu das alte Traditional „He was A Friend Of Mine“ grundlegend neu zu bearbeiten und so einen der bekanntesten Songs der Byrds zu kreieren.  Einer Grabrede gleich arbeitete McGuinn in die bestehenden Lyrics über den Tod eines Freundes die Geschehnisse vom 22.11.1963 ein: „His killing had no purpose, no reason or rhyme...He was in Dallas town...From a sixth floor window a gunner shot him down...Though I never met him I knew him just the same...Oh he was a friend of mine“.

Tief getroffen von Kennedys Tod zeigte sich auch die schwarze Community, verloren sie doch nicht nur ein Staatsoberhaupt sondern auch einen mächtigen Verbündeten. JFK hatte sich in den noch immer von Rassismus geprägten Sechzigern als einer der wenigen aktiv für Integration und Gleichstellung eingesetzt. Besonders in der Blues-Szene wurden viele Nachrufe in Song-Form aufgenommen: Der berühmte Bluesman Sleepy John Estes beispielsweise reagierte auf den Verlust mit dem Song „President Kennedy (Stayed away too long)“ und sang „We lost the best President we´ve ever had“. Der langjährige Pianist der Muddy Waters-Band, Otis Spann, sang vom „Sad Day In Texas“ und  als 1968 dann der Bürgerrechtler Martin Luther King in Memphis, Tennessee erschossen wurde entstand der u.a. von Ray Charles, Marvin Gaye und Harry Belafonte aufgenommene Song „Abraham, Martin and John“ - ein Tribute an Lincoln, King und Kennedy, die sich alle drei für die Rechte der Schwarzen eingesetzt hatten und die alle das gleiche Schicksal ereilte.

Gewalt und die Frage, wer JFK tötete, spielten einige Jahre später in „Sympathy For The Devil“ der Rolling Stones ebenfalls eine wesentliche Rolle. In den Lyrics des Songs tritt der Teufel selbst als Ich-Erzähler auf und erklärt sich für Chaos und Leid im Laufe der Weltgeschichte verantwortlich. Noch bevor die finalen Aufnahme-Sessions für das „Beggars Banquet“-Album (1968), auf dem der Song erschien, abgeschlossen waren wurde auch JFKs Bruder, Senator Robert Kennedy, erschossen. Die Textstelle, bei der Satan die Zuhörer fragt, wer Kennedy erschossen hat wurde daraufhin zu „I shouted out: Who killed The Kennedys ? When after all it was you and me“ abgeändert.
Zehn Jahre später erinnerte sich dann Police-Frontman Sting an seine Kindheit und Jugend in  „Born in the 50s“: „My mother cried when President Kennedy died, she said it was the communists...but I knew better“.

In den 80ern nahm die direkte Beschäftigung mit dem Kennedy-Attentat in der Pop- und Rockmusik zwar etwas ab, der zunehmende zeitliche Abstand führte jedoch nicht dazu, dass das einschneidende Ereignis aus den Songs bekannter Künstler verschwand. Lou Reed erinnerte sich 1982 an den Tag, an dem er die News von Kennedys Ermordung erfuhr ( „The Day John Kennedy died“) und der Hip Hop-Produzent Steinski machte aus der News-Berichterstattung zum Kennedy-Mord gleich einen ganzen Song: „The Motorcade sped on“ besteht aus einer Reihe von sogenannten Samples. Über den Drum-Beat des Stones-Songs „Honky Tonk Women“ wurden rhythmisch Zitat-Schnipsel von Anchorman-Legende Walter Cronkite, der 1963 über das Ereignis berichtete, gelegt.
Axl Rose, Frontman der Hard Rocker Guns N´ Roses, wiederum verdeutlichte im Antikriegs-Song „Civil War“ von 1991 die traumatisierende Wirkung, die die Schüsse vor „laufender Kamera“ auf eine junge Generation hatten: „And in my first memories they shot Kennedy, and I went numb when I learned to see“.
Im 5. Jahrzehnt nach den Ereignissen in Texas schlüpfte dann die junge, amerikanische Sängerin Lana Del Rey im kontroversen Musikvideo zu ihrem „American Anthem“ (2012) in die Rolle der Jacqueline Kennedy und stellte Teile des berüchtigten Zapruder-Films nach.

Credit Bild:  © Henri Dauman/daumanpictures.com. All rights reserved. Taschen Verlag

Dass es vom JFK-Attentat Filmaufnahmen (siehe das vom Hobbyfilmer Abraham Zapruder gedrehte, sogenannte „Zapruder“-Video) gibt, ist auch ein Schlüsselaspekt, der begreifbar macht, weshalb der im Amt ermordete Präsident Gegenstand so vieler Songs der Populärmusik ist.
Sein gewaltsamer Tod war ein trauriges und schockierendes Medienereignis, an dem selbst jene, die nicht am Dealey Plaza in Dallas standen durch die moderne Berichterstattung „live“ Anteil nehmen konnten. Auch aufgrund der Drastik der Fotos und Bilder vom Dallas-Attentat (in Verbindung mit den Verschwörungsvermutungen, den offiziellen Untersuchungen oder Büchern über den Fall) brannte sich das Ereignis besonders nachhaltig ein. Hinzu kommt, dass sich selbst junge Menschen, teilweise aus der regierungskritischen 60er-Counterculture (der Gegenbewegung zum Establishment), mit ihm identifizieren konnten. War Kennedy doch ein Mann, der trotz Krisen in seiner Amtszeit (Vietnam, Kuba und der Schweinebucht-Vorfall) eine Identifikationsfigur war, die eine Antithese zum „alten, grauenPolitikertypus darstellte.
Die immense Popularität Kennedys schon zu seinen Lebzeiten ist auch darauf zurückzuführen, dass er der erste Medien-Politiker war – der das Spiel mit fernseh-wirksamen Symbolen wie kein zweiter beherrschte.
Auch wenn Enthüllungen der Geschichtsforschung (Affären, Gebrauch von Medikamenten) ein ambivalentes Bild der einstigen Lichtgestalt zeichnen, geht von Kennedy eine Faszination aus, die bis heute anhält.
Auch dadurch ist es zu erklären, warum selbst Artists einer neuen Generation (siehe Lana Del Rey), die die Ereignisse damals gar nicht miterlebt haben, JFK noch immer in ihrer Kunst thematisieren.

Credit Bild:  © Hank Walker/Time & Life Pictures/Getty Images  Taschen Verlag

Was Kennedy für die Menschen in den Sechzigern symbolisierte, wird auch in Norman Mailers Klassiker-Reportage „Superman kommt in den Supermarkt“ nachvollziehbar – einem Stück Journalismus-Geschichte, das  passend zum 100. Geburtstag von „Mr. President“ vom Taschen Verlag neu aufgelegt wird. (und aus dem auch die Bilder dieses Artikels stammen).

Mailers Kennedy-Portrait ist ein geniales Essay – in den 60ern ursprünglich im renommierten Esquire-Magazine erschienen – das die klassische Polit-Berichterstattung erneuerte und auch einen wesentlichen Meilenstein für den New Journalism setzte, der die Sixties und die kommende Dekade prägen sollte. Mailer – der einst meinte, dass sein Portrait von JFK die Wahl entschieden hätte – lässt den Leser unmittelbar teilhaben an der euphorischen Stimmung der early sixties in Kennedys „Camelot“, dem Traum-Königreich der Vereinigten Staaten, teilhaben und ist – nicht nur wegen des 100. Geburtstags – ein Lesetip für polit-und geschichtsaffine Leser.
Credit Coverbild:  ©  Taschen Verlag
Norman Mailer. John F. Kennedy. Superman kommt in den Supermarkt
Nina Wiener, J. Michael Lennon
Hardcover, 23,1 x 31,5 cm, 370 Seiten
Neuausgabe,  € 29,99

Sonntag, 21. Mai 2017

TWIN PEAKS Season 3 - Es gibt wieder verdammt guten Kaffee



Wenn in den USA heute Abend „Twin Peaks“ ins Fernsehen zurückkehrt*, so ist das nicht nur das TV-Event des Jahres, es schließt sich vor allem auch ein Kreis: Denn David Lynchs Serie über die merkwürdigen Vorkommnisse in der nur vermeintlich beschaulichen, titelgebenden Kleinstadt nahe der kanadischen Grenze stellt quasi die Stunde Null des „high quality tv“ dar – Fernsehen, das nicht nur den Anspruch hatte gute TV-Unterhaltung im bekannten Format zu bieten, sondern  das so ambitioniert und anspruchsvoll  wie ein Hollywood-Spielfilm war.

Die Ausstrahlung von „Twin Peaks“ deutete in den frühen Neunzigern auf einen Paradigmenwechsel in der „small screen“-Branche hin.
Das Versprechen eines neuen Fernsehens, das die Macher David Lnych und Mark Frost mit dem ambitionierten Projekt gegeben hatten, sollte jedoch erst  knapp ein Jahrzehnt nachdem die erste Folge der  Mystery-Kult über amerikanische TV-Geräte geflimmert war, eingelöst werden: mit David Chases „Sopranos“ (an der wiederum der spätere „Mad Men“-Macher Matthew Weiner mitwirkte) wurde endgültig das „goldene Zeitalter“ der TV-Serien eingeläutet,  mit dem wegweisende Serien wie beispielsweise die erwähnte Saga über Werbefachmann Don Draper, „Breaking Bad“, „Boardwalk Empire“, „Dexter“, oder zuletzt „Westworld“ folgten.
Nun kehrt jene Show mit der Anfang der Nineties alles begann zurück und so lohnt sich ein ein Blick zurückzuwerfen: auf die ersten zwei Seasons und darauf, was eines der größten Fernsehphänomene aller Zeiten eigentlich ausmachte.

Zum Plot: Es ist ein Tag wie jeder andere in Twin Peaks.Pete Martell möchte einer seiner Lieblingsbeschäftigungen nachgehen und macht sich zum Fischen auf. Doch etwas ist an diesem Tag anders, ganz anders. Denn es wird die Leiche eines jungen Mädchens angeschwemmt: In Plastikplane eingewickelt, ermordet. Es ist die Ballkönigin  Laura Palmer, Tochter des angesehen Anwalts der Stadt.
Was ist mir ihr geschehen? Eine Frage die die ganze in ihren Grundfesten erschütterte Gemeinde martert. Solche Tragödien kennt man doch nur aus der Großstadt und von jener ist Twin Peaks meilenweit entfernt. Zur Klärung des Falls kommt der FBI-Special Agent Dale Cooper (Kyle MacLachlan)  nach Twin Peaks und muss bald erkennen,  dass dort nichts so ist wie es auf den ersten Blick scheint. Und was haben Coopers enigmatische Visionen, die ihn von Zeit zu Zeit heimsuchen, eine Frau, die mit einem Holzscheit spricht und ein unheimlicher langhaariger Typ, den manche Bewohner sehen mit alldem auf sich?

Jede über diese Kurz-Synopsis hinausgehende Bemerkung würde unweigerlich dazu führen, handlungsrelevante Wendungen vorwegzunehmen und den Zuseher so einer unglaublichen „Viewing-Experience“ zu berauben. Ja, „Twin Peaks“ (TP) macht es einem fast schon schwer ein Review zu verfassen, ohne nach jedem Absatz ein großes „Spoiler!“-Schild auszupacken. Zumal die Serie auf vielen verschiedenen Ebenen funktioniert- nicht umsonst häufen sich im Internet seitenweise Erklärungsversuche und Essays darüber, was denn nun genau in „Twin Peaks“ vor sich ging.

TP stellt  die Definition einer Kultserie dar. Heutzutage wird dieser Begriff ja schon in inflationärer Art und Weise gebraucht und es beschleicht einen das Gefühl, dass mittlerweile jede zweite TV-Serie,  die länger als eine Staffel lang die vom Sender erwartete Quote einfährt, als solche tituliert wird. Nun, Twin Peaks verdient das Kultlabel mehr als zurecht.
Denn bei „Twin Peaks Revisited“, also beim neuerlichen Anschauen der zwei Staffeln, fällt eines ganz eklatant auf: Die Serie ist nicht wirklich  gealtert.
Obwohl in der damaligen Gegenwart angesiedelt, hat man nicht das Gefühl sich eine Serie, die fast 3 Jahrzehnte auf dem Buckel hat anzusehen.
Technische Geräte spielen nur eine sehr untergeordnete Rolle. Dem hilft natürlich das ländliche Setting, das von Technik nicht so abhängig ist, wie wenn die Handlung in einer Großstadt spielen würde.

Sicher liegt die zeitlose Faszination von TP  auch an der ungemein liebevollen Charakterzeichnung jeder einzelnen Figur. In TP geht es nicht „nur“ um Spannung und im Mittelpunkt steht nicht „nur“ die Hatz nach dem Mörder von Laura Palmer.
Vielmehr lernt man als Zuschauer fast schon in „our town“—Manier die ganze TP-Gemeinschaft näher kennen.
In TP mixen Lynch und Frost auf virtuose Weise  Genres und verbinden die klassische detective story mit Cooper als holm´schen Helden mit dem  „murder mystery“ und der Studie einer skurrilen Kleinstadtgemeinde.
Manche sprachen in diesem Zusammenhang von Soap-Elementen. Eine Meinung, die ich nicht unbedingt teilen kann. Denn steht  zwar außer Frage, dass auch die mannigfaltigen zwischenmenschlichen Beziehungen in TP eingehend beleuchtet werden, dies geschieht jedoch in einer weitaus naturalistischeren und gehaltvolleren Darstellung als in den besagten seifigen Nachmittagssendungen.

Hinzu kommt, dass  in Twin Peaks jeder mehr ist als er vorzugeben scheint. Nichts ist so wie es auf den ersten Blick scheint.
Hier wird der gepflegte Cliffhanger auf die Spitze getrieben und als Zuseher sitzt man mit offenem Mund ganz am Rande des Sessels:„The Owls Are Not What They Seem“- einer jener Kultsätze aus TP, den Cooper in einer seiner Visionen hört, fällt einem ein.
Hier kommt auch eines von Lynchs Lieblingsthemen, das sich durch so viele seiner Arbeiten zieht zum Tragen: Das Böse das hinter der blitzenden Fassade der heilen Welt lauert.
In „Blue Velvet“, in dem ebenfalls Kyle MacLachlan mitspielt, sind es die Vorstädte,  hier das Setting der Kleinstadt, die fernab von dem „Bösen“ der Großstadt gelegen ist und dennoch in den Einfluss dunkler Mächte gerät.
Die Spannung und diesen Sinn von einer unterschwellig brodelnden Gefahr, die TP im Seher evoziert ist wahrlich meisterhaft.
Hinzu kommen der herzerwärmende Humor, der ebenfalls nicht zu kurz kommt und die im Laufe der Serie immer mehr zunehmenden Mystery-Elemente.

Beim ersten Kritiker-Screening wurde der Serie jedoch keine Überlebenschance eingeräumt- zu anders war das, was die Kritiker da am Bildschirm sahen und zu weit weg vom Mainstream um sich zu etablieren.
Und ehrlich gesagt, man kann diese Haltung auch ein Stück weit verstehen.
Denn TP ist natürlich Lynch pur. Ungemein faszinierend, dabei gelichzeitig aber auch mehr als rätselhaft.
Der US-Sender ABC, der die finanziellen Mittel zur Realisierung von Lynchs und Frosts Idee beisteuerte ging mit der Genehmigung von TP sicher ein Risiko ein, war jedoch auch im Zugzwang sich gegen die anderen großen amerikanischen Networks durchzusetzen. Etwas Neues musste her. Und Twin Peaks war neu- und wie!
Der Erfolg, den die Ausstrahlung des spielfilmlangen Piloten nach sich zog überraschte und man genehmigte die Fortführung der TP-Story.
Ganz so abenteuerlich waren die verantwortlichen Herren  ABC in letzter Konsequent dann  aber leider doch wieder nicht. So ist die Story von TP auch die eines Kampfes zwischen den kreativen Kräften hinter der Idee (Lynch und Frost) und den pekuniären Interessen des Senders.
Am Ende musste dann der Stoff, der noch locker für eine dritte Staffel gereicht hätte mehr schlecht denn recht in Season 2.0 reingequetscht werden.
Obwohl die Serie bis zum atemlosen Finale überaus spannend bleibt, taten viele Entscheidungen die während der Arbeit getroffen wurden, der Serie nicht eben gut.
So zerfällt TP grob in zwei Teile.

Hier jetzt eine kurze Spoilerwarnung!:
Wer absolut null und nada über den Handlungsverlauf wissen will, kann ab jetzt zum nächsten Absatz springen: Die Bruchstelle kommt nach der Enttarnung des Mörders nach der Hälfte von Season 2. Die mystischen Elemente nehmen nun verstärkt zu. Eine metaphysische Ebene die zwar mit Coopers Visionen korrespondiert, die die Serie aber nicht unbedingt gebraucht hätte, auch wenn Lynchs Paralleluniversum natürlich faszinierend ist.
Spoiler-Ende!

Die Zuseherzahlen schwanden langsam aber sicher auch, der Sendeplatz wurde immer wieder verschoben. Nicht auszudenken, wie TP ausgesehen hätte, wenn man Lynch seinen Lauf gelassen hätte- es wird jedoch auch klar was TP für Pionierarbeit geleistet hat.
TP war seiner Zeit meilenweit voraus und es ist schon bezeichnend, dass kurze Zeit spätere etwa die X-Files mit David Duchovny, der in TP auch eine kleine Rolle hat, starteten.

Nachdem wohl auch für Lynch etwas unbefriedigenden Abschluss der Serie kehrte der Regisseur mit dem Feature Film „Fire Walk With Me“ 1992 nach Twin Peaks zurück und entwarf einen (alp-) traumartigen Film, der gleichzeitig Prequel- wie Sequel-Elemente beinhaltet.
Diesen Film sollte man sich allerdings erst nach dem Genuss der TV-Staffeln ansehen. Er trägt nicht unbedingt viel zum Verständnis des TP-Mysteriums bei, nimmt jedoch einige der spannendsten Plottwists der Serie vorweg.

Fazit:
„Verdammt guter Kaffee“ entfährt es Agent Cooper ob des Genusses des wohl meist konsumierten Getränks in ganz Twin Peaks (wohl nicht zufällig bietet Mr. Lynch selbst eine eigene Kaffeemarke auf seiner Website an…..)
Und „Verdammt gute Serie“ kann man da nur sagen, auch wenn TP  sicher nicht hundertprozentig  perfekt ist:
Insbesondere ab der  kritischen, zweiten Hälfte der zweiten Staffel werden nicht mehr alle Handlungsfäden aufgeklärt und auch der Schluss wirkt etwas übereilt.
Besonders wenn man bedenkt, wieviel Zeit für die genaue Charakterentwicklung man sich bis dahin genommen hatte. Doch wer sich an den Pilotfilm wagt, ist sofort „hooked“ und kann sich dem Bann von Twin Peaks und seiner umliegenden Wälder wohl kaum entziehen.
TP ist wahrlich eine essentielle TV-Serie für Lynch-Fans und Freunde abseitiger Unterhaltung.

Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt auf die neue Staffel von Twin Peaks - dass die Serie nun doch noch eine damals geplante, jedoch nicht zustande gekommene dritte Season bekommt, lässt darauf hoffen, dass manch lose gebliebenen Handlungsstränge endlich aufgelöst werden.

* in Österreich und Deutschland kann man die Serie ab Donnerstag auf Sky Atlantic sehen, es wird insgesamt 18 Folgen in der dritten Staffel geben, die jeweils ein apart Tage nach der Erstausstrahlung in den USA gesendet werden.

Mittwoch, 17. Mai 2017

STARFOTOGRAF MARIO TESTINO IN BERLIN + GEWINNSPIEL

Karl Lagerfeld, Paris, American Vogue, 2004
Credit Bild: Copyright © Mario Testino  
In der Riege der internationalen Topstars der Fotografie zählt Mario Testino fraglos zu den wandlungsfähigsten: Ob stylische Familienfotos der britischen Royals oder Portraits von Rockstar-Legenden wie den Rolling Stones Mick Jagger und Keith Richards; ob Topmodels der Fashion-Szene wie Kate Moss, Gisele Bündchen und Anja Rubik in aufreizenden Posen in der Vogue oder Schauspielerinnen wie Keira Knightley für eine aufwändige Werbekampagne von Chanel  - der peruanische Starfotograf ist in vielen unterschiedlichen Spielarten der Fotokunst zu Hause und wandelt zwischen den Welten des internationalen Jetsets. 
Seine Bilder verkörpern puren Hochglanz-Glamour, wobei seine Kameralinse nicht nur an der schönen Oberfläche interessiert ist, sondern dem Betrachter meist auch eine verborgene Seite der abgelichteten Person offenbart.Es ist auch diese spezielle Qualität seiner Aufnahmen, die häufig gleichermaßen durchkomponiert und völlig spontan wirken, die den Mann aus Peru auszeichnet.
Ryan Burns, Paris, Gucci Rush, 2000
Credit Bild: Copyright © Mario Testino  
Nächsten Monat besteht die Möglichkeit diese interessante Persönlichkeit zu treffen:
Denn Mario Testino wird am Freitag den 2. Juni im neuen Berliner Taschen Store in der Shlüterstraße 39 (10629 Berlin) von 17:30-18:30 seine aktuellen Bücher „Undressed“ und „SIR“ signieren.

In letzterem Band setzt sich der Starfotograf, mit moderner Maskulinität auseinander: „What does it mean to be a man ?“ Der Bildband ist ein fotografischer Diskurs über Männlichkeits-ideale und verdeutlicht wie viele unterschiedliche Antworten es auf diese Frage geben kann. Testino zeigt hier nämlich ganz unterschiedlichen Männertypen:  Kollegen aus der Fashionszene wie die Designer Karl Lagerfeld oder Giorgio Armani, Guns N´ Roses-Gitarrist Slash „up close and personal“,  David Beckham, David Gandy ,Schauspieler wie Michael Fassbender oder auch Gesamtkunstwerk David Bowie.
David Bowie, New York, V Magazine, 2002
Credit Bild: 
Copyright © Mario Testino  
Die in „SIR“ gezeigten Bilder aus mehreren Jahrzehnten werden auch zur Retrospektive des künstlerischen Schaffens Testinos und illustrieren auch seine stilistische Bandbreite und  Wandlungsfähigkeit, die vom klassisch-reduzierten Vintagestil über intime Portraits bis zu offensiv-knalligen Inszenierungen – etwa eine Gruppe „male models“ mit einer halbnackten Candice Swanepoel am Strand  - reichen.

WIN - WIN WIN

Credit Bild: Copyright © Mario Testino  
Diesen Band im XL-Format  könnt ihr auch gewinnen, denn in freundlicher Zusammenarbeit mit dem Taschen Verlag verlose ich ein Exemplar von „SIR“.

Um an der Verlosung teilzunhemen müsst ihr nur folgendes machen:

1) Schreibt eine E-Mail mit der Betreffzeile „Mario Testino Gewinnspiel“ und mit dem Hinweis, dass ihr von mir bzw. 6strings24frames kommt und an dem Gewinnspiel teilnehmen möchtet.

2) Schickt die Mail an  c.waiblinger@taschen.com

Der Gewinner oder die Gewinnerin wird dann kontaktiert.

Folgt mir auf Twitter und Instagram (Links dazu auf der rechten Seite).
Viel Glück beim Gewinnspiel !

Einsendeschluss ist Montag der 05. Juni 2017
Keine Barablöse möglich.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Buch-Infos:
Mario Testino. SIR
Softcover 27 x 35 cm, 504 Seiten
ISBN 978-3-8365-5372-8
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch


Sonntag, 30. April 2017

EDGAR WALLACE - DAS GEHEIMNIS DER GRÜNEN STECKNADEL Mediabook

Credit Coverbild: © Koch Media
Dass er es mit der Trennung von beruflichem und privatem nicht ganz so genau nimmt, wird Enrico (Fabio Testi; Nachtblende ) dem  Sportlehrer eines Londoner Mädcheninternats, zum Verhängnis: Sein geheimes Verhältnis mit der Schülerin Elizabeth (Cristina Galbó) hätte an sich schon genug Potential ihn in die Bredoullie zu bringen. Doch als er sich während einer romantischen Bootsfahrt redlich bemüht, seine sich noch keusch zierende Flamme endlich zu knacken, passiert etwas Schreckliches: Während das „love boat“ die Themse entlang schippert, wird am Ufer ein halbnacktes Mädchen von einer schwarz gewandeten Gestalt verfolgt. Enrico bekommt von alldem nichts mit, hat er doch alle Hände voll zu tun, doch Elizabeth muss das grausame Schauspiel mit ansehen. Damit ist die romantische Stimmung logischerweise dahin. Enrico schenkt dem, was seine Freundin vermeintlich gesehen hat, zunächst keinen Glauben - zumal am Ufer keine Spur von einem Verbrechen zu finden ist. Doch kurze Zeit später wird die Leiche eines Mädchens am Themse-Ufer gefunden – schnell gerät Enrico ins Visier des ermittelnden Inspector Barth (Joachim Fuchsberger) und der Pädagoge kann wenig für seine Entlastung tun, ohne seine indezente Liaison zu offenbaren. Indes gehen die Morde an blutjungen Internatsschülerinnen weiter….
Credit Bild: © Koch Media
Mit den Dreharbeiten zu „Das Geheimnis der grünen Stecknadel“ (Originaltitel: Cosa avette fatto a Solange) ging eine der erfolgreichsten Äras des deutschsprachigen Kinos zu Ende: Ist diese deutsch-italienische Koproduktion aus dem Jahre 1972 doch der letzte offizielle Teil der Edgar Wallace-Reihe. Und wie schon Dylan wusste „The times they are a-changin“ – die neuen Zeiten, ein veränderter Publikumsgeschmack und damals aktuelle Genre-Trends machten auch vor dieser Filmserie nicht halt. Der finale Eintrag der Wallace-Reihe ist dann auch ein interessanter Fall eines Films der genau zwischen zwei Welten angesiedelt ist: im Spannungsfeld zwischen dem klassischen Krimi und dem (damals) neuen Genre des Giallo.

So ist dieser Streifen zwar offiziell Teil der Edgar Wallace-Reihe und basiert in Grundzügen auch auf der Story „The Clue Of The New Pin“ des britischen Autors  - dennoch handelt es sich bei der „grünen Stecknadel“ nicht um ein klassisches „Hallo, hier spricht Edgar Wallace“-Werk der  Alfred Vohrer-Schule (siehe etwa „Die toten Augen von London“ oder „Das Gasthaus an der Themse“). An die klassischen Gruselkrimis aus deutschen Landen gemahnt hier nämlich nur der deutsche Teil des Casts, allen voran Blackie Fuchsbeger als ruhig ermittelnder Inspector und Karin Baal als gestrenge Ehegattin von Fabio Testis „Professor der Begierde“. Abseits davon ist der Film ein klassischer, lupenreiner „black gloves“-Giallo.
Credit Bild: © Koch Media

Credit Bild: © Koch Media
Regie führte der Italiener Massimo Dallamano, der in den Sechzigern für die ersten zwei „Dollar“-Filme von Sergio Leone als Kameramann tätig war und als Regisseur in unterschiedlichsten (Sub-)Genes zu Hause war: von zeitgeistigen Dorian Gray-Variante mit Helmut Berger über die Polizioteschi-Gialli Kombination in „Der Tod trägt schwarzes Leder“
Die Kamera übernahm Aristide Massaccessi (aka Joe D´Amato) und für den traum-haften Soundtrack war niemand anderer als Maestro Ennio Morricone verantwortlich.

Der Film selbst ist typisch für die Italo-Thriller der early seventies, die bestimmenden Topoi sind Sex und Gewalt bzw. Lust und Strafe.
Das Giallo-Genre war ja immer wieder ein (a)moralischer Raum, in dem Vergeltung für eine in der Vergangenheit liegende Verfehlung/ein Unrecht geübt wird  - so sind auch Schuld und Sühne in der „Stecknadel“ die zentralen Trieb-Federn des Plots. Die Hauptfiguren werden durch ihre Laster und sexuellen Obsessionen ins Verderben gestoßen – der zügellose Trieb wird bestraft, Sex als Sündenfall. Der freudianische Eros und Thanatos waren sich in wenigen anderen Genres so nahe wie im Giallo.
Testi etwa wandelt in Dallamanos Welt nicht im Garten der Finzi Contini sondern im Garten der verbotenen Früchte – was schlichtweg nicht gut gehen kann. Die Schülerinnen des von außen ehrenwerten Jungmädchen-Colleges sind in diesem Giallo nur scheinbar unschuldig lächelnde, naive Girls. In Wahrheit haben es die frühreifen Nymphen faustdick hinter den Ohren und erinnern in an Vladimir Nabokovs Dolores Haze.
In welche Gefahr sie sich mit ihrem Handeln begeben, wird ihnen zu spät bewusst. Dass der Killer ein Messer in die Genitalien seiner Opfer stößt, wird zur offensichtlichen Allegorie auf die Defloration.
Der Film spielt gekonnt mit Motiven der damals  unheimlich erfolgreichen Erotikfilm-Reihe des "Schulmädchen-Report" und wirft einen – teils durchaus  voyeuristischen – Blick in die Duschkabinen eines Mädcheninternats - was man in diesem Fall durchaus aus wörtlich verstehen kann. Getreu dem Motto „Was Eltern nicht für möglich halten“
werden quasi die Schattenseiten der damaligen sexuellen Revolution aufgezeigt.
Credit Bild: © Koch Media
Credit Bild: © Koch Media
Wobei festzuhalten ist, dass abseits dieses durchaus brisanten Subtextes und ein paar elativ drastischer Szenen, zahlreiche Gialli existieren, die weitaus mehr „sleaze and gore“ beinhalten. So mag dem Film
zur Zeit der Erstveröffentlichung aufgrund seiner Thematik etwas „Skandlöses“ angehaftet haben - Heute präsentiert sich „Das Geheimnis der grünen Stecknadel“ als ruhig inszenierter Genre-Vertreter mit für die early 70s typischem, teils etwas gemächlichem Tempo - wodurch der Zuseher nicht unbedingt „on the edge of the seat“ gefesselt wird.
Der Film ist dennoch ein mehr als solider Genre-Vertreter mit reichlich kultigem Viantge-Flair, der sich für Fans durchaus lohnt – insbesondere auch aufgrund der neuen, äußerst liebevoll gemachten Sammler-Edition aus dem Hause Koch Media.

Credit Bild: © Koch Media

Zur Mediabook Version:
Die „Stecknadel“ erhält von Koch Media das Deluxe Treatment mit einem attraktiven Mediabook mit gleich 3 Discs inklusive Booklet mit einem unterhaltsamen Essay von Paul Poet und einem informativen Interview mit  Schauspielerin Camille Keaton, der eine Schlüsselrolle in Dallamanos Giallo zukam.
Den Film selber erhält der Fan gleich in in mehreren Versionen:

1 Blu ray mit dem Film in der internationalen Langfassung
1 X Blu ray mit der deutschen Kinofassung
1X DVD mit der internationalen Langfassung

Die Qualität der neuen Abtastung ist jedenfalls ziemlich tadellos. Für das Alter des Films wird hier ein richtig guter Transfer des Vintage-Prints geboten.  Die internationale  Langfassung erweitert den Film um ein paar Szenen -  die meisten davon würde man zwar nicht vermissen, gegen Schluss zu gibt es jedoch eine Schlüsselsequenz, die sich für die Auflösung des „murder mystery“ als wesentlich erweist.
Die Bonus-Features der Discs sollte man keinesfalls skippen- hier gibt es u.a. Interviews mit Fabio Testi, Karin Baal oder Pilar Castel sowie eine fast einstündige Doku namens „German Grusel“, die sich dem Kultphänomen Wallace widmet.

Es gibt zwar fraglos bessere Gialli als „Das Geheimnis der grünen Stecknadel“ -  aber diese neue Koch-Edition ist schlichtweg ein Sammler-Traum.

Samstag, 29. April 2017

DAS VERMÄCHTNIS DES BLEIERNEN ZEPPELINS

Großes, schrieb einst der Philosoph Friedrich Nietzsche, könne nur aus dem Dionysischen, dem schöpferischen Energiequell der Natur, im Rauschhaften und im Leidenschaftlichen entstehen. Eine perfekt passende  Umschreibung für die musikalischen Großtaten und Mythen, Legenden und Stories, die sich um Led Zeppelin ranken und die Teil der Rock N´ Roll-Folklore geworden sind.
Während auch anno 2017 eine von Legionen von Fans herbeigesehnte, neuerliche Reunion von Jimmy Page, Robert Plant und John Paul Jones immer unwahrscheinlicher wird und die Band zuletzt hauptsächlich durch den scheinbar nicht enden wollenden Rechtsstreit um  „Stairway To Heaven“ in den Medien präsent war, lohnt es sich einen Blick zurück auf all das zu werfen, was die Band ab den späten Sechzigern zu den größten ihres Fachs werden ließ.
Vier sehr unterschiedliche Bücher nähern sich dem Phänomen des bleiernen Zeppelins und sind dabei alles andere als „Blei-Wüsten“:

LED ZEPPELIN – THE ULTIMATE COLLECTION aus dem Zürcher Olms Verlag ist eine umfassende Retrospektive auf die legendäre Band im Format eines luxuriösen coffe table-Buchs. Bildbände ist man bei Musikbüchern ja gewohnt- dieser extrem aufwändig gestaltete Wälzer erinnert aber mehr an einen Kunstband.
Attribute wie „Ultimate“ etc. sind inflationär im Gebrauch, in diesem Fall ist das jedoch durchaus gerechtfertigt und zutreffend - ich muss sagen, ich hatte bislang kein schöneres Buch über die Band auf dem Tisch.
Man merkt hier nämlich auf jeder Seite, dass absolute Led Zep-Hardcore-Fans am Werk gewesen sein müssen, so liebevoll wie dieser Band gestaltet ist
Das beginnt schon bei der aufwändigen Verpackung des gewichtigen Buchs, das sich in einer eigenen Schutzkassette, ganz im typischen Zeppelin-Design gehalten, befindet.
Ausgehend von der Diskographie der Gruppe beleuchtet  Autor Chris Welch jede einzelne Veröffentlichung der Band en detail und entspinnt davon ausgehend eine Chronik des bleiernen Luftschiffs.
Auch diejenigen, die die biographischen Eckdaten von Page, Plant, Jones und Bonham schon aus dem Effeff kennen, können hier etwas entdecken – und das beinahe bei jedem Umblättern: denn „The Ultimate Collection“ ist nicht nur ein schöner Bildband mit unzähligen genialen Fotos sondern enthält zudem eine DVD mit Aufnahmen von Zep auf den Straßen Deutschlands, Poster, 5 Art Prints und dazu noch allerlei Memorabilia-Replikas und Faksimiles von Backstagepässen, Tickets oder dem „Object“ von Presence. Eine extrem nette Idee - an dem Buch hat man als Fan jahrelang Freude
Credit Coverbild: ©Adrian Boot urbanimages.tv  Edition Olms
 Im direkten Vergleich dazu ist WHOLE LOTTA LED ZEPPELIN, ebenfalls bei Edition Olms erschienen, beinahe etwas nüchterner. Doch diese The Illustrated History Of The Heaviest Band Of All Time von John Bream  ist nicht minder extensiv und vor allem nicht weniger reich bebildert. In gut 280 Seiten schafft es der Autor ein extrem komplettes Bild der Band zu entwerfen. Dass sogar so detailliert ist, dass selbst der langjährige Led Zepplein-Fan und Sammler etwas Neues erfahren dürfte.  Wo sonst liest man von James Burtons Jam-Session und dem Treffen mit seinem Fan Jimmy Page oder kann das rare  Interview, das Beat-Legende William S. Burroughs („Naked Lunch“)mit Page anno 1975 führte nachlesen ? Es sind genau diese Details und die gekonnte Verknüpfung ikonischer Fotos mit hochinteressanten Texten, die Whole Lotta Led Zeppelin fraglos zu einem, der besten Bücher über die legendäre  britische Band machen.

HAMMER OF THE GODS
Im berühmt-berüchtigten „Hammer Of The Gods“  (edel books, rockbuch) erzählt Autor Stephen Davis eine Geschichte musikalischer Experimente, Groupies in rauen Mengen, Sex, noch mehr Sex, einem gewissen Red Snapper Vorfall,  Drogen, Alkohol, Satanismus und schwarzer Magie…… Dieses Buch zählt zu den bekanntesten Werken über die britische Band und wurde nach seinen Erscheinen schnell zum Bestseller und befindet sich als eines der bekanntesten Rockbücher ever mehr als 25 Jahre nach Erstveröffentlichung noch immer „in print“. Die empfehlenswerte deutsche Version im kompakten Taschenbuchformat ist bei edel books/rock buch im Programm.
Davis packt den Leser von der allerersten Seite weg und lässt ihn bis zum Schluss nicht mehr los. „Hammer Of The Gods“ ist eine tour de force, bei der der Autor ein genaues und extrem atmosphärisches Bild vom hedonistischen Leben im Rockbusiness zeichnet.
Sein lockerer Schreibstil macht das Buch äußerst kurzweilig und sorgt dafür, dass der Lesefluss nie unterbrochen wird.
Den immensen Vorteil den der Autor bei seiner Schilderungen hat:
Er war wirklich dabei, der Leser erhält hier einen Augenzeugenbericht aus erster Hand.Zumindest angeblich....
Denn genau bei diesem Unique Selling Point, liegt gleichzeitig die Krux dieses Buches.Robert Plant, Jimmy Page und John Paul Jones distanzierten sich entschieden von der unauthorisierten Biographie –so sorgte das Buch auch für heftige Kontroversen.
Der kolportagehafte Stil des Autors, den er auch in nachfolgenden Büchern beibehielt brachte ihm gar den Spitznamen Stephen Salacious ein.
Ein Umstand, der beim Leser natürlich einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt,.
Was entspricht jetzt der Wahrheit und was nicht ?
War Davis wirklich bei dem und dem Ereignis dabei ? Schmückt er etwas aus, lässt er entscheidende Details weg oder sind andere Begebenheiten gar erfunden ? Man weiß es nicht. Aber: wie auch immer man zum Buch und seinen Inhalten stehen mag - lesenswert ist diese Geschichte erstklassiger Musik und Exzessen altgriechischen Ausmaßes in jedem Fall, weshalb Led Zeppelin-Fan und Rock-Afficionados im Allgemeinen an der kurzweiligen und lesenswerten Lektüre kaum vorbei kommen.

Während die anderen hier vorgestellten Bücher sich auf Zep als Band, als Gesamtphänomen konzentrieren, ist Brad Tolinskis LICHT UND SHATTEN- Gespräche mit Jimmy Page (Edel books) ganz auf den dunklen Saitenmagier fixiert.
„Light and Shade“  der Kontrast zwischen hell und dunkel zieht sich einem Mantra gleich durch die gesamte Geschichte der Band: Von den harten Alben „I“ und „II“ zu den zunehmenden Akustik-Folk Experimenten von „III“ und „IV“. Brutal verzerrte Gitarren auf der einen Seite und fragile Akustik-Klänge au der anderen. Der sich komplementierende Gegensatz aus Rohheit und Zartheit; der zurückgerollte Volume-Regler des Hals-Pickups von Pages Gibson Les Paul und die volle Attacke des Bridge Pickups….
Tolinksi, seines Zeichens früherer Chefredakteur des amerikanischen Guitar World Magazines entwirft anhand äußerst ausführlicher Interviews ein faszinierendes Portrait, das dem Leser einen Einblick in die Gedankenwelt einer Gitarrenikone liefert

JOHN MAYALL – THE BLUES CRUSADER

Crusader, also Kreuzritter für den Blues: Nicht nur eine Anspielung auf den Titel eines 1967er Albums, sondern ein mehr als passender Name für eine Biographie über einen Mann, der wie nur wenige andere Protagonisten der Musikszene Großbritanniens der 60er eine so zentrale Schlüsselrolle einnahm: John Mayall, der - zusammen mit Alexi Korner- der Godfather des britischen Blues ist.

Credit Coverbild: © Guido Harari (Photographer)/laif  Edition Olms
Seinen Landsleuten brachte er als einer der ersten die ur-amerikanische Musik nahe und war mit seiner Band, den Blues Breakers, immer auch ein Ermöglicher. Retrospektiv verwundert es beinahe, wie sicher es Mayall gelang die heißesten jungen Gitarrentalente der Szene in seiner Band zu verpflichten: Neben Peter Green oder dem späteren Rolling Stone Mick Taylor natürlich auch einen jungen aufstrebenden Musiker aus Surrey, der in seiner Band, den Yardbirds, nicht so recht glücklich war, da seine Kollegen für seinen Geschmack zu sehr in Richtung Pop tendierten, wohingegen er sich der reinen Lehre des Blues verschrieben hatte. 
Die Rede ist natürlich von Mr. Slowhand himself, Eric Clapton – der mit Mayall das legendäre "Beano"-Album* einspielte, das auch deshalb so denkwürdig ist, da es einen unumstößlichen Meilenstein in Sachen Gitarrensound setzte – hört man hier doch erstmals die klassische Gibson und Marshall-Amp Kombination in Vollendung.

Der British Blues Boom ist allerdings nur eines der wichtigen Kapitel in Mayalls Karriere, das im Buch behandelt wird. Autor und Mayall-Experte Dinu Logoz entwirft eine Chronik der gesamten Laufbahn Mayalls - auch die späteren  Jahre, nachdem die großen Heroen seine Band verlasen hatten, werden hier eingehend und gleichberechtigt beleuchtet.
Dass Logoz für das Thema förmlich brennt merkt der Leser von „Blues Crusader“ auf jeder Seite. Das Werk ist ein „labor of love“ wovon auch die an Wissenschaftlichkeit grenzende Genauigkeit zeugt, mit der hier die Lebensgeschichte der Blues-Ikone nachgezeichnet wird.

So wird die Biographie zum verdienten  Tribute an eine Legende -
Nur etwas mehr Bilder und eine ausführlichere Schilderung der Sixties-Zeit - die fraglos zu den wichtigsten in Mayalls Schaffen zählt -  hätte man sich gewünscht. 
Dennoch ist dieser Bnad eine gute Ergänzung für jede Musik-Bibliothek


*  Die Kultplatte „Blues Breakers  With Eric Clapton“  aka das „Beano“-Album -so bezeichnet, weil Clapton auf dem Cover das gleichnamige Comicheftchen liest.

Dienstag, 25. April 2017

DEEP PURPLE – INFINITE

Credit Coverbild: © EDEL earmusic
Auf einem verschlungenen, an ein mystisches Zeichen gemahnenden Pfad bahnt sich das Schiff auf dem Cover des neuesten Deep Purple-Albums seinen Weg durchs ewige Eis.
Nach dem Anhören der 10 neuen Tracks könnte man durchaus den Eindruck gewinnen, dass der Eisbrecher direkten Kurs in die glorreiche Vergangenheit der Hard Rock-Heroen gesetzt hat.

Die Reminiszenzen sind offensichtlich: Denn „inFinite“ klingt so sehr nach „vintage purple“ wie schon länger keine Platte der Mannen um Ian Gillan, Roger Glover und Ian Paice, den verbleibenden Mitgliedern der stärksten Inkarnation der britischen Legenden. Im Inneren des Digipaks der Deluxe Edition gibt es dann auch noch die Gesichter der Band als Mount Rushmore-artiges Eisberg-Monument wie bei  „In Rock“. An diesen Klassiker oder an Großtaten wie „Machine Head“ oder „Fireball“ kann zwar auch diese jüngste Deep Purple-Scheibe,  wenig überraschend,  nicht heranreichen – was aber in diesem Fall gar nicht weiter schlimm ist.
Denn Purple zelebrieren hier den ihnen eigenen, unverwechselbaren Sound, mit überdurchschnittlich guten Songs, die stets an die Late Sixties und Early Seventies gemahnen. Ein „Speed King“ mit halsbrecherischen Tempiwechseln oder ein auf den kosmischen Gitarren-Klimax zusteuernder „Highway Star“ ist auf „inFinite“ nicht vertreten , doch unter den neuen, vorwiegend im midtempo-Bereich angesiedelten Groovern findet sich einfach kein richtig schwaches Stück. Besonders genial ist das Cover des Doors-Stampfers „Roadhouse Blues“, eine Version, die so dermaßen gut  ist, dass man Lust auf ein ganzes Roots-Album mit den Influences der Band bekommt.

Credit Bild:  © Jim Rakete EDEL earmusic

Die Deluxe Version von Infinite enthält noch die spielfilmlange Dokumentation „From Here To Infinite“, die nicht nur für Hardcore-Fans äußerst sehenswert ist.
Der abendfüllende Film setzt sich einerseits mit dem Phänomen der Kultband auseinander, (und lässt z.B. auch überraschende Gäste wie Gitarrenvirtuose Joe Satriani zur Wort kommen (der ja kurzfristig bei DP spielte)) und dokumentiert andererseits die Entstehungsgeschichte des neuen Albums – mit hautnahen Einblick in die Studio-Aufnahmen.

Credit Bild:  © Jim Rakete EDEL earmusic

Bleibt am Schluss noch die Frage, ob das jetzt ein Farewell-Album ist oder nicht ?
Die speziell Schreibweise des mehrdeutigen Titels „inFinite“ weist auf „Unendlichkeit“ und „Endlichkeit“ gleichermaßen hin. Wenn es sich tatsächlich um einen Schlussstrich handeln sollte, verabschieden sich Purple jedenfalls mit einem richtig guten Old School-Hard Rock-Album.

Michael Schenker Fest Live - Tokyo International Forum Hall A

Credit Bild: © INAKUSTIK
Mit seinem charakteristisch nasalen Flying V-Ton, erzielt durch das genaue Einstellen eines Wah Wah Pedals auf eine bestimmte Position, prägte er einen ganz eigenen, in die Annalen der Rock-Historie eingegangen Gitarrensound. Seine Aufnahmen von Riff-Rockern wie „Rock Bottom“ beeinflussten Legionen von nachkommenden Gitarreros, insbesondere des Heavy Genres: Michael Schenker ist Deutschlands wohl größter Rockstar und mit den Michael Schenker Fest-Touren zelebriert er seine eigene Vergangenheit.
Im August des letzten Jahres gastierte er ihm Rahmen dieser Tournee auch wieder im Land der aufgehenden Sonne -  der Mitschnitt des Gigs ist nun bei inakustik in div. Konfigurationen (CD, LP, DVD, Blu ray) erschienen:
Credit Bild: © INAKUSTIK
Die Kombination aus dem Namen Schenker und Japan sorgt bei langjährigen Fans natürlich unweigerlich für Assoziationen zum Live-Classic „MSG-Live At Budokan“ – in jener legendären Venue spielte Schenker zwar diesmal nicht, der „link to the past“ ist dennoch überdeutlich.
Denn abgesehen von einer Greatest Hits-Setlist kam es im International Forum in Tokio kam auch  zu einer Reunion mit gleich drei ehemaligen Mitstreitern, den Sängern Graham Bonnet, Gary Barden, Robin McAuley.
Die japanischen Fans sind ob dieser geballten „Classic Rock“-Dichte merklich aus dem Häuschen und die Musiker auf der Bühne sind ebenfalls merklich gut drauf.
Dass die Stimmen von Bonnet & Co. nicht mehr ganz an die Glanzzeiten der 70s/80s heranreichen war zu erwarten- das ehemalige „Boy Wonder“ Schenker ist jedoch nach wie vor eins mit seiner Gitarre und in typischer Pose über die V-förmige Sechssaitige gebeugt.

Credit Bild: © INAKUSTIK

Credit Bild: © INAKUSTIK

Die Setlist en detail:

1. Intro: Searching For Freedom
2. Into The Arena
3. Attack Of The Mad Axeman ft. Gary Barden
4. Victim Of Illusion ft. Gary Barden
5. Cry For The Nations ft. Gary Barden
6. Let Sleeping Dogs Lie ft. Gary Barden
7. Armed And Ready ft. Gary Barden
8. Coast To Coast
9. Assault Attack ft. Graham Bonnet
10. Desert Song ft. Graham Bonnet
11. Dancer ft. Graham Bonnet
12. Captain Nemo
13. This Is My Heart ft. Robin McAuley
14. Save Yourself ft. Robin McAuley
15. Love Is Not A Game ft. Robin McAuley
16. Shoot Shoot ft. Robin McAuley
17. Rock Bottom ft. Robin McAuley
18. Doctor Doctor ft. Gary Barden, Graham Bonnet, Robin McAuley

Die Songauswahl der soliden Show bietet somit einen Querschnitt durch Schenkers Schaffen, insbesondere die Post-UFO-Zeit/MSG ist prominent vertreten. Ein paar exotischere Nummern oder selten Coverversionen oder Jams hätte man sich allerdings schon gewünscht –zumal man manche Nummern wie etwa das grande finale mit „Doctor Doctor“ schon in weitaus besseren Versionen gehört hat-
Die Blu ray des Nippon-Gigs bietet neben einer sehr guten Bild-und Tonqualität noch ein paar interessante Featurettes wie etwa Impressionen vom Soundcheck oder einen Blick hinter die Bühne.
Credit Bild: © INAKUSTIK

Donnerstag, 6. April 2017

Alfred Wertheimer - Elvis And The Birth Of Rock And Roll

Credit Coverbild: © Alfred Wertheimer Taschen Verlag
Als der junge Fotograf Alfred Wertheimer im Jahre 1956 den Auftrag annahm einen amerikanischen Sänger und Gitarristen aus Tupelo, Mississippi zu begleiten war das Phänomen Rock N´ Roll erst wenige Jahre alt. In zuvor ungehörter Weise hatte jener Mann, den Wertheimer fotografieren sollte, die weiße und schwarze Musiktradition zu Rockabilly und Rock N´ Roll verschmolzen und damit den in Echo getränkten Sound einer Revolution geschaffen. Der Name dieses Mannes war Elvis Aaron Presley, die Bilder die Wertheimer von dem neuen amerikanischen Star schießen sollte wurden nicht nur Dokumente einer Ära sondern auch karrierebestimmend für den Fotografen selbst.
Credit Bild: © Alfred Wertheimer Taschen Verlag
Ein überaus attraktiv gestalteter Bildband aus dem Taschen Verlag präsentiert die Aufnahmen Wertheimers nun in beeindruckendem Großformat und dokumentiert anhand der ikonisch gewordenen Fotos jene frühe Zeit in der Karriere des King, als er nach den Pionieraufnahmen bei Sam Philips legendären Sun Records in Memphis sein erstes Full Length-Album für sein neues Label RCA aufnahm.
Auffallend ist dabei die geringe Distanz zwischen dem Star und dem Fotografen, der stets sehr nah dran am Geschehen war und durch seine Momentaufnahmen den Alltag des Kings in plastischer Weise nachvollziehbar macht. Wertheimer dokumentierte nicht nur Presleys Arbeit auf der Bühne oder wie er von unzähligen Fans bestürmt wird sondern begleitete den King auch in Momenten abseits des gleißenden Scheinwerferlichts - etwa  bei Recording Sessions im Studio als Musikgeschichte geschrieben wurde oder auch in ganz privaten Momenten mit der Familie Presleys. So zeigen Wertheimers Bilder sowohl den professionellen Musiker Elvis als auch den Privatmann. Der Fotograf wurde zu einem Chronisten der Post-Sun Records/Pre-Army-Phase in  der beispiellosen Karriere Presleys und dokumentierte eine Zeit, als der Rock N´ Roll noch jung war. Auch als unter jenes Kapitel ein Schlussstrich gezogen wurde und der Soldat Elvis jenes Schiff  bestieg, das ihn nach Deutschland bringen sollte, war Wertheimer mit seiner Kamera dabei.
 
Credit Bild: © Alfred Wertheimer Taschen Verlag
Wertheimers expressive Aufnahmen sind Meilensteine in der Musikfotografie. Durch sie wurde der Mann, der den Auslöser betätigte, selbst berühmt. Der im Vorjahr 84-jährig verstorbene Fotograf hatte ein beeindruckendes Gespür für perfekte, atmosphärische Bildkomposition und ein sicheres Auge für ikonische Motive - so gut wie jedes Bild aus „Elvis And The Birth Of Rock And Roll“, fraglos einer der besten und schönsten Bildbände über den King, hätte auch ein ideales Plattencover abgegeben. 
Credit Bild: © Alfred Wertheimer Taschen Verlag


Alfred Wertheimer:
Elvis And The Birth Of Rock And Roll
Chris Murray, Robert Santelli
Hardcover, 26,5 X 37,4cm, 360 Seiten
€ 49,99