Donnerstag, 17. Januar 2019

BLACK SABBATH – THE END

Credit Coverbild: © Universal Music
Es endete wie es einst begann und der Fan kann ob der schieren Konzentration an bedeutungsschwangeren Vorzeichen geradezu philosophisch werden: Prasselnder Regen und unheimliche Glocken läuteten anno 1969 eines der Grundstein-Alben des Metal ein. Sie tun dies auch bei diesem 2017er Gig in Birmingham - jenem Ort ein, wo einst die Karriere von Black Sabbath begann. Den schroffen Industriesound der Arbeiterstadt im Black Country goss die Band einst in ihre ultra-heavy Musik und hier wurde auch das Abschlusskonzert ihrer "Farewell"-Tour gespielt und aufgenommen.

Das u.a. Blu ray releasede, folgerichtig „The End“ betitelte Konzertdokument dieses wirklich letzten Gigs der Metalpioniere fängt diesen denkwürdigen Gig in einer etwas steril wirkenden Konzerthalle gekonnt ein. Dass es das für Gitarrist Tony Iommi, Bassist Geezer Butler und Frontman Ozzy Osbourne (Drummer Bill Ward war nicht mit dabei) als Kollektiv nun wirklich gewesen sein soll,  kann schon wehmütig stimmen - immerhin beendet damit eine der prägendsten und einflussreichsten Metal-Formationen ihre Karriere. Von einem rein kreativen Standpunkt aus betrachtet, ist jedoch der Birminghamer Stahlofen schon lange aus. Ein neues Album ist auch eher nicht mehr zu erwarten und als längstdienende Metalband bzw. Gründungväter des Genres haben sie den Ruhestand natürlich verdient; auch wenn Ozzy nach wie vor solo tourt und sich bei diesem Gig  stimmlich nahezu nicht gealtert präsentiert: Generell merkt man hier nichts von irgendwelchen Ermüdungserscheinungen. Vielmehr quillt der unheilvoll dräuende Sabbath-Sound so gewaltig wie eh und je aus den Boxen. Selbst Ozzys an sich karrierschädigende Auftritte in den Untiefen des Reality TV scheinen ob der metallischen Wucht dieses Gigs beinahe vergessen. 
Iommi, Osbourne und Butler
Credit Bild:© Ross Halfin  
Die Setlist speist sich vornehmlich aus den ganz frühen Sabbath-LPs wie dem gleichnamigen Debut, " "pPranoid" und "Master Of Reality: soll heißen Tritonus/Diabolus In Musica in Reinkultur. Dies beschert dem Zuhörer zwar viel frühe Fan Favourites (von "Fairies Wear Boots" über "War Pigs" zu "Iron Man" ), allerdings werden auch viele Großtaten wie bspw. "Symptom Of The Universe"  weggelassen. Zudem zeigt die hier getroffene Songauswahl nicht eben stilistische Varianz.
Der Birminghamer-Abgesang präsentiert sich so als ein grundsolider Gig, der vornehmlich durch den historischen Anlass eine historische Note verliehen bekommt.

Als Bonus kann man bei den sog. "Angelic Sessions" einen hochinteressanten Blick in Studio werfen - man hört hier die letzten offiziellen Studioaufnahme Sabbaths inklusive der Überballade  "Chages" und dem unerklärlicherweise beim Konzert fehlenden "Sweet Leaf".