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| Credit Bild: © Prestel Verlag |
Sonntag, 22. Dezember 2024
The Museum of Wes Anderson: His Movies and the Works That Inspired Them
Samstag, 17. August 2024
LICHTER DER TRAUMFABRIK: LIFE. HOLLYWOOD
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| Credit Bild: © Taschen Verlag |
Life. Hollywood, Hardcover, 2 Bände im Schuber, 26.5 x 36 cm, 7.50 kg, 708 Seiten, erschienen im Taschen Verlag
Ein exklusiver Blick ins Buch:
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| Sirene des Film Noir: Veronica Lake Credit Bild: © Taschen Verlag |
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| Ein Symbol für Glanz und Tragödie der Filmindustrie: Marilyn Monroe Credit Bild: © Taschen Verlag |
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| Besuch aus Europa: Und auch in L.A. lockt.... BB Credit Bild: © Taschen Verlag |
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| Der Kinosaal: ein magischer Raum Credit Bild: © Taschen Verlag |
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| Privat und als Barbarella: Jane Fonda Credit Bild: © Taschen Verlag |
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| The Man, the Myth, The Legend...Robert Redford als Sundance Kid Credit Bild: © Taschen Verlag |
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| Old Hollywood trifft New Hollywood: Paramount Produzent Robert Evans und "Duke" John Wayne Credit Bild: © Taschen Verlag |
Dienstag, 30. Juli 2024
DEEP PURPLE = 1
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| Credit Bild: © Jim Rakete earMusic Edel |
Ein Grund - vielleicht sogar der Hauptgrund - dafür ist zweifelsohne der neue Mann an den sechs Saiten. Der Ire Simon McBride ist mit 45 Jahren der Jüngste im Bunde, ersetzte den aus familiären Gründen ausgeschiedenen Steve Morse auf Tournee und wurde alsbald fixes Mitglied. Als virtuoser Rockgitarrist alter Schule hat McBride die Klassiker Purples natürlich verinnerlicht, bringt live die Blackmore´schen Riffs und neoklassischen Leads souverän rüber und fügt sich ganz generell extrem gut ins Bandgefüge ein - und lässt auf "=1" dennoch seine eigene Handschrift erkennen, u.a. mit einer Gary Moore-Influence, die so bislang nicht bei Purple zu finden war.
Die neue Inkarnation dieser Band, die historisch betrachtet den beständigen Wechsel in ihrer DNA hat, harmoniert ungemein gut miteinander. So gut, dass sich eine Frage geradezu aufdrängt: Ist McBride gar der bessere Fit für diese Band als der fraglos geniale Morse? Fast ist man geneigt, dies zu bejahen. Jedenfalls wirken die neuen Songs prägnanter, weniger proggig, kommen mehr auf den (teils hymnischen) Punkt und swingen mehr. Dass „=1“ so dermaßen druckvoll klingt, liegt also nicht allein an Produzentenlegende Bob Ezrin, der schon seit mehr als einem Jahrzehnt mit der Band zusammenarbeitet. Ian Gillan verzichtet heute zwar verständlicherweise auf eine Live-Darbietung der extremen Vokal-Übung bei "Child In Time" ist aber dennoch nach wie vor ein durchsetzungsfähiger Sänger, der auf diesem neuen Album geradezu glänzt. Organist und Keyboarder Don Airey hat hier gefühlt noch mehr den Jon Lord-Modus eingeschaltet. Mit McBride hat er einen Partner, der dieses charakteristische Interplay zwischen Orgel und Gitarre, dass ja ein wesentliches Element des Purple Sounds ist, geradezu zelebriert. Die Rhythm Section aus Roger Glover am Bass und Ian Paice an den Drums ist tight wie eh und je, angesichts der sich hier bahnbrechenden kreativen Energie legen sie allerdings ein noch massiveres Fundament.
Realistischerweise muss man konstatieren dass - wenig verwunderlich - auch dieses Album kein neues „Black Night“ oder „Highway Star“ enthält, doch die neuen Songs sind nichtsdestoweniger stark, energetisch und zitieren gekonnt die Vergangenheit (die Single „Lazy Sob“ etwa hätte durchaus aus der Coverdale-Ära stammen können). Deep Purple experimentieren auf diesem Album routiniert mit ihrem Signature Sound - nur dass "=1" eben nicht nur durchgehend Routine ist - sondern eine Band zeigt, die auf ihrem 23. Studioalbum weitaus härter rockt als manch halb so alte Musiker: bemerkenswert!
"=1" erscheint in mehreren Versionen. Für Sammler besonders interessant ist, dass die Erstpressung der Vinyl-Edition ein riesiges Booklet in LP-Größe mit allen Song Lyrics (Gillan hat hier wieder ganze Arbeit als Rock-Dichter geleistet...) beinhaltet.
Dienstag, 2. Juli 2024
SLASH - ORGY OF THE DAMNED
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| Credit Coverbild: © Seven.One Starwatch Gibson Records |
Der jüngste in diesem Bunde ist Slash, der mit "Orgy Of the Damned" ebenfalls ein recht reinrassiges, wenngleich nicht puristisches Blues Rock-Album aufgenommen hat und mit einer Reihe leidenschaftlicher und inspirierter Cover-Versionen einem ganzen Genre Tribut zollt.
Anfang des Jahres hätte man vermutlich nicht mit einer solchen Veröffentlichung gerechnet, eine neue Platte von Guns N´ Roses oder Myles Kennedy & The Conspirators war da durchaus erwartbarer gewesen. Doch wer sich mit dem Gitarrenstil und der Karriere Slashs auseinandergesetzt hat, weiß dass „Orgy Of The Damned“ weniger überraschend als vielmehr folgerichtig ist. Dieses Studioalbum fühlt sich extrem organisch an und wirkt wie ein Release zum perfekten Zeitpunkt in Slashs Vita. Als klassischer Rockgitarrist ist er natürlich tief im Blues und damit einhergehend in der Pentatonik verwurzelt. Auch ein Großteil seiner Vorbilder und Inspirationsquellen kommen aus ebendiesem Genre-Umfeld. Und auch als Slash selbst den Blues hatte, während der Zeit als G N´R als Band implodierten und der Gitarrist schließlich ausstieg, spielte er mit „Slash´s Blues Ball“ einschlägige Cover.
Der Blues Ball ist auch ein Anknüpfungspunkt für dieses 2024er Album. Zwei der Mitstreiter von damals sind auch heute wieder mit dabei, Johnny Griparic am Bass und Teddy „Zig Zag“ Andreadis an den Keys. Neu sind Michael Jerome am Schlagzeug und Tash Neal, der sowohl Gitarrenparts als auch Teile des Gesangs übernimmt. Diese ungemein groovende Band wäre schon für sich genommen ein Garant für ein hochklassiges Blues Rock-Album. Doch Slash scharte überdies eine mehr als prominente Riege an Gastmusikern um sich. Das Prinzip ähnelt also seinem Solo-Debüt aus dem Jahre 2004, bei dem ebenfalls pro Song ein Star vorbeischaute.
Und wenn der Hutmeister ruft dann kommen sie alle: Brian Johnson klingt kraftvoller als bei seiner Stammband AC/DC und Steven Tyler zeigt sich erneut als große Stilist an der Harp, beide brillieren auf Howlin´ Wolfs „Killing Floor“. Black Crowe Chris Robinson verbreitet Easy Rider-Vibes beim Steppenwolf-Cover „The Pusher“ (der Song war auch Soundtrack des Kultfilms der Sechziger). Iggy Pop wandelt dezent auf Tom Waits-Spuren bei Lightnin´ Hopkins „Awful Dream“. Reverend Billy F. Gibbons hört sich beim gleichnamigen Song wie der leibhaftige Hoochie Coochie Man an. Beth Hart singt wie gewohnt irrsinnig kraftvoll auf „Stormy Monday“. Grandsigneur Paul Rodgers klingt nach langer Krankheit beachtlich autoritativ bei „Born Under A Bad Sign“. Chris Stapleton, der Country Superstar der Stunde demonstriert die Dynamik seiner Voice bei Fleetwood Macs "Oh Well". Rock-Röhre Dorothy ist bei "Key To The Highway" im L.A. Sleaze genauso daheim wie in der großen Tradition weiblicher Blues-Shouter und mit Gary Clark Jr. kommt es in einer an Cream angelehnten Version von "Crossroads" (jedoch mit überraschendem Break in der Mitte) zur Gitarren-Konversation. Und dann natürlich immer Slash, dessen Riffs und Licks nur so aus den Speakern springen - aufgenommen von Mike Clink, der schon bei "Appetite For Destruction" und den folgenden G N´ R-Alben hinterm Pult saß und auch hier als Produzent dafür sorgt, dass dieses Album ein klanglicher Genuss ist.
Dem Blues wohnt immer etwas Schmutziges, Gefährliches und auch Erotisches inne. Nicht umsonst wird er auch als des Teufels Musik bezeichnet. Slash selbst sagt etwa über die Musik Muddy Waters´, dass es keine andere gibt, zu der man so gerne Sex haben will. Allein, dieser Umstand wird bei zeitgenössischen Interpretationen des blauen Genres allzu oft vernachlässigt, an sich wilde Songs werden allzu oft zu "safe" gespielt. Anders bei Slash, der auf diesem edlen und gleichzeitig schmutzigen Album alle Register zieht und den Blues so spielt, wie man ihn letztlich spielen muss.
Obwohl das Album keinerlei Raritäten enthält und man so gut wie alle Songs schon in sehr vielen Interpretationen von zahllosen Interpreten gehört hat, schafft es Slash ihnen seinen eigenen Spin zu verleihen - und steht damit mit beiden Beinen in der Tradition des Blues und seiner Blues Rock-Vorbilder, die auch den Delta-Urtext nahmen und ihre ganz eigenen Versionen daraus machten. Bei den im gegebenen Kontext überraschenden Songs "Just Enough For The City" (eigentlich von Stevie Wonder) und „Papa Was A Rolling Stone“ mit Demi Lovato, stretcht er die Grenzen des Genres ebenso wie mit der das Album beschließenden einzigen Eigenkomposition, der melodischen Instrumental-Nummer „Metal Chestnut“. Im Kern bleibt es jedoch ein klassisches Blues Rock-Album – und was für eines! „Orgy Of The Damned“ schafft, was nur wenigen zeitgenössischen Alben gelingt: Begeisterung hervorzurufen. Die durchwegs energetischen und virtuosen Darbietungen machen dieses lässige Album nicht nur zu einem Genre-Highlight sondern auch zu Slashs bislang bestem Soloalbum.
„Orgy Of the Damned" erscheint in mehreren Formaten. In Sachen Content sind die Versionen jedoch identisch. Die CD verbirgt sich in einem herkömmlichen, sehr dünnen Digipkak. In der Vinyl-Version kommt das coole Cover, das mit den aufreizend tanzenden Figuren eine typische Szene in einem Blues Club zeigt, naturgemäß noch besser zu Geltung. Verantwortlich für die grafische Aufbereitung der titelgebenden Orgie ist der deutsche Künstler Toni Greis. Wer Slash auf Social Media folgt, weiß dass er großer Fan von Greis ist und so gab der Gitarrist für sein jüngstes Album gleich das Cover beim für seine kinky Bilder bekannten Artist in Auftrag. Den Titel fürs coolste Platten-Cover seit langer Zeit könnte Slash zweites Solo-Album jedenfalls auch gleich einheimsen.
Mit Spaß bei der Arbeit: die Stargäste Beth Hart, Billy F. Gibbons, Brian Johnson, Chris Robinson, Iggy Pop und Steven Tyler...und Slash diesmal ES-335 im Baked Potato Club in L.A.
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| Credit Bild: © Courtesy Of Gibson Records |
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| Credit Bild: © Courtesy Of Gibson Records |
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| Credit Bild: © Courtesy Of Gibson Records |
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| Credit Bild: © Courtesy Of Gibson Records |
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| Credit Bild: © Courtesy Of Gibson Records |
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Credit Bild: © Gene
Kirkland |
Montag, 1. Juli 2024
ELLEN VON UNWERTH - HEIMAT
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| Credit Bild: © Ellen von Unwerth |
Mit dieser Thematik setzt sich auch die deutschstämmige Starfotografin Ellen von Unwerth in ihrem programmatisch betitelten Bildband „Heimat“ auseinander - allerdings auf ihre ganz eigene, unkonventionelle Art und Weise. Als gefragte Fotokünstlerin ist von Unwerth zwar längst eine Fixgröße des internationalen Jetset, ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie jedoch im Allgäu. In ihrem Coffee Table-Buch - eigentlich so etwas wie ein ausgedehntes Foto-Essay zur Thematik - blickt sie zurück und geht zusammen mit einer illustren Schar von Models back to the roots. Bei aller Nostalgie die in ihren Bildern mitschwingt handelt es sich hier jedoch nicht nur um fellinieske Amacord- Momente sondern auch um ein frivoles und subversives Spiel mit Konventionen: rustikale Hütten, Berglandschaften, saftige Wiesen, fotogene Dirndl-Styles....und äußerst kinky Countyrgirls? Richtig, denn daran, dass es auf der Alm wirklich koa Sünd' gibt, glaubte eh niemand - auch schon lange vor gewissen Franz Antel-Streifen aus den Siebzigern.
Die Model Squad mit der Unwerth Almöhis schockiert ist jedenfalls nicht nur agrarwirtschaftlich versiert, sondern hat mitunter erotische Freizeitaktivitäten ganz im Stil eines gewissen Grafen Leopold aus Österreich im Sinne. Unwerth inszeniert die Girls in der für sie typischen Pinup-Manier und kontrastiert ihren Glamour mit der ursprünglichen Umgebung. Die todschicken „Bauernmädel“ kommen augenzwinkernd von einer misslichen Situation in die nächste– die „Damsels In Distress“ auf der Heide.
Freimütig im Freistaat heißt die Devise; ob das nun den konservativen Zirklen Bayerns gefallen dürfte, bleibt fraglich - als Ode an das Landleben, die Lust auf Urlaub dahoam macht, sind diese Bilder aber wesentlich effektiver als so manche Fremdenverkehrs-Werbekampagne der letzten Zeit. Warum auch in die Ferne schweifen wenn das Gute (und Verruchte) so nah liegt?
Unwerths rurales Fanatsialand ist der etwas andere Jungbäuerinnen-Kalender, der bei allem subversiv-augenzwinkernden Spaß auch eine durchaus ernsthafte Auseinandersetzung mit der eingangs erwähnten Heimat-Frage darstellt.
Heimat von Ellen von Unwerth, Hardcover, erschiene im Taschen Verlag
Ein exklusiver Blick ins Buch:
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| Credit Bild: © Ellen von Unwerth |
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Freitag, 28. Juni 2024
QUEEN HAUTNAH
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| Credit Coverbild: © Peter Hince Hannibal Verlag |
Dementsprechend gut sind die knapp zwei Jahrzehnte, die zwischen dem selbstbetitelten Debütalbum und dem frühzeitigen Tode Mercurys liegen dokumentiert. Als geneigter Fan kann man also durchaus meinen, schon so gut wie alles von dieser Band gesehen zu haben. Doch weit gefehlt! Ein neu erschienener Hochglanz-Bildband belehrt einen eines Besseren. Darin öffnet der britische Fotograf Peter Hince sein extensives Bild-Archiv und zeigt seitenweise rare, bislang ungesehene Aufnahmen aus jener Zeit, in der er Queen so nah kam, wie es der Titel dieses Buchs andeutet.
Hince war eigentlich Werbefotograf, bevor er Queen 11 Jahre lang als Member der Roadcrew begleitete und so auch dort Zutritt erhielt, wo es sonst „No Trespass“ hieß. Seinen ursprünglichen Brotberuf merkt man als Betrachter seiner oft durchkomponierten Bilder deutlich (das beginnt schon beim geradezu filmischen Buchcover, das einen ein Shot wie aus einem Scorsese-Film zeigt). Das Buch verspricht „Noch nie gezeigte Fotos, Raritäten und faszinierende Einblicke in das Leben der Rockband" und das ist nicht übertrieben. Ob es um das Equipment Mays abseits seiner Red Special Gitarre, spektakuläre Gigs oder Candid-Shots aus dem Studio geht - selbst der langjährige Fan wird in diesem empfehlenswerten Bildband etwas Neues entdecken.
QUEEN HAUTNAH von Peter Hince, erschienen im Hannibal Verlag
Donnerstag, 27. Juni 2024
MUSIC AMERICA: Iconic Objects from America's Music History - Ausstellung in Austin, Texas
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Denn die Lyndon B. Johnson Presidential Library feiert in ihren Hallen in Zusammenarbeit mit dem Bruce Springsteen Archives & Center for American Music at Monmouth University zeigt noch bis 11. August hunderte Objekte, die nicht legendärer sein könnten:
Stevie Ray Vaughans „First Wife“- Strat sowie die weiße Fender seines Bruders Jimmie, einen Brief von Janis Joplin, rote Boots des ewigen „Singing Cowboy“ Gene Autry, eine der vielen Exemplare von B.B. Kings „Lucille“, eine Statue von RCA Victor-Hund Nipper, eine Trompete von Dizzy Gillespie und und und….Die schiere Menge an Raritäten sowie ihre historische und ideelle Bedeutung sind beeindruckend, viele dieser Exponate erwecken geradezu Ehrfrucht im Betrachter.
Wer sich also diesen Sommer auf Südstaaten-Trip in den USA befindet, sollte dem Lone Star State unbedingt einen Besuch abstatten und sich diese Exhibition nicht entgehen lassen.
Mehr Infos unter: Music America: Iconic Objects from America's Music History (lbjlibrary.org)
Montag, 24. Juni 2024
JEFF BECK 80
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Credit Coverbild: © Universal Music Eagle Rock Entertainment |
Unterstützt von einer verhältnismäßig jungen Band (u.a. mit der hippen Gitarristin Carmen Vandenberg) spielt sich Beck durch eine Retrospektive seiner 5 Jahrzehnte andauernden Karriere und spannt den Bogen von frühen Yardbirds-Psychedelia-Hits („Heart Full Of Soul“ oder „For Your Love“) über robusten Blues-Rock („Beck´s Bolero“) und unterkühltem Fusion Jazz bis zum – nun ja, gewöhnungsbedürftigen – jüngsten Noise-Album „Loud Hailer“.
Das Bühnenbild der Konzert-Venue - der berühmte Hollywood Bowl in der Stadt der Engel - ist äußerst reduziert, geradezu nüchtern. Auf Showeffekte wird gänzlich verzichtet; Let the music do the talking. Da es sich um ein Anniversary-Konzert handelt, dürfen natürlich auch prominente Gäste nicht fehlen: Mit Steven Tyler spielt er „Train Kept A-Rollin´“ – das seit Jahrzehnten zu einem Fixpunkt bei Aerosmith-Gigs zählt und das Jeff in der von Rockabilly zum Bluesrock-Stampfer umgedeuteten Version seinerzeit mit den Yardbirds spielte - verewigt u.a. in Michelangelo Antonionis Sixties-Kultfilm „Blow Up“.
STILL ON THE RUN - THE JEFF BECK STORY
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Credit Coverbild: © Universal Music |
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Samstag, 22. Juni 2024
ABBEY ROAD - Die Geschichte des berühmtesten Musikstudios der Welt
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Auch ohne Google Maps oder Ortskenntnis kann man Abbey Road schwer verfehlen, dafür sorgen schon unzählige Musikfans und Touristen, die alle auf den idealen Moment warten, um ungestört den wohl berühmtesten Zebrastreifen der Welt zu überqueren und so auf den Spuren von John, Paul, George und Ringo zu wandeln - die einst für das Cover ihres nach dem legendären Studio benannten Album ebenjenen Weg zu ihrer Arbeitsstätte passierten. Zusammen mit ihrem Produzenten George Martin definierten die Fab Four dereinst neu, was ein Studio überhaupt sein kann: Nicht bloß ein Ort, an dem qualitativ hochwertige Aufnahmen unter möglichst guten Bedingungen gemacht werden, sondern ein eigenes Musikinstrument, das man in kreativer Art und Weise spielen bzw. einsetzen kann.
Es sind jedoch nicht "nur" die Beatles-Recording Sessions, welche dieses Studios während seines beinahe einhundertjährigen Bestehens zu dem gemacht haben was es ist , wenngleich man anmerken muss, dass wenn s um den Titel des berühmtesten Studios geht, auch Sun Records in Memphis, das Sunset Sound Studio in L.A. oder das RCA Studio B in Nashville ein Wörtchen mitzureden haben. Eingeleitet vom Vorwort Sir Paul McCartneys,dokumentiert Hepworth wirtschaftliche Querelen (auch an einem so sagenumwobenen Ort wie Abbey Road kam es mitunter zu Zerwürfnissen und nicht eben hilfreicher Erbsenzählerei) und genre-übergreifend bedeutsame Aufnahmen. Dabei fördert er auch wenig bekannte Fakten zu Tage, wie etwa dass dort Widerstandlieder gegen Nazi-Deutschland aufgenommen wurden.
Hepworth ist derzeit einer der besten Autoren, die über Populärmusik schreiben. Jedes seiner Bücher ist eine kunstvoll geschriebene Zeitreise und auch sein "Abbey Road"-Buch bildet da keine Ausnahme, wenngleich sein virtuoser Einsatz von Sprache und sein trockener britischer Wortwitz in der deutschen Übersetzung ein wenig leiden. Dennoch ist seine Chronik dieses ikonischen Studios ein unterhaltsamer und informativer Streifzug durch einen magischen Ort der Musikgeschichte.
ABBEY ROAD - Die Geschichte des berühmtesten Musikstudios der Welt, von David Hepworth erschienen im Hannibal Verlag
Mittwoch, 19. Juni 2024
INTO THE GROOVE - Vinyl-Kult: Die Geschichte der Schallplatte
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| Credit Coverbild: © Prestel Verlag |
In einem Bereich sieht es jedoch gänzlich anders aus, hier werden sogar Zuwächse verzeichnet. Ausgerechnet der lange Zeit vernachlässigte Vinyl-Sektor erweist sich in den letzten Jahren als gallisches Dorf. Zwar wurde die gute alte Schallplatte schon oft für obsolet erklärt und aussortiert, doch Totgesagte leben bekanntlich länger. Getreu dem Motto „Back In Black“ ist das schwarze Gold gefragt wie seit den frühen Achtzigern nicht mehr und damit ein gutes Beispiel für die Gültigkeit des Riepl´schen Gesetzes, das besagt, dass kein Medium je vollständig von einem anderen verdrängt wird. Während die widerstandsfähigere Compact Disc, die ja einst die Schallplatte ablösen sollte, umsatztechnisch strauchelt, werden alte Werke für Schallplattenproduktion aufgerüstet um der großen Nachfrage Herr zu werden. Dabei ist die Platte nicht nur für Nostalgiker oder audiophile Hardcore-Sammler, die ihren warmen Klang schätzen, interessant. Auch als hippes Lifestyle-Produkt für eine neue Generation, die in einer Zeit des Ephemeren das Authentische und Echte sucht, erfreut sie sich zunehmender Beliebtheit (dass ein Teil dieser Kunden ihre Platten mehr als Deko-Gegenstand (v)ersteht und sie gar nicht abspielt, steht wiederum auf einem anderen Blatt).
Anlässlich des 75. Jubiläums dieses Tonträgers (anno 1948 brachte Columbia Records die ersten Langspielplatten auf Vinyl auf den Markt ) nehmen im Buch „In the Groove“ fünf renommierte Musik-Journalisten die Geschichte des runden Kultobjekts unter die Lupe. Und diese Geschichte hat so einiges zu bieten: technische Errungenschaften, ikonische Plattencover (die natürlich im Großformat am besten zur Geltung kommen), legendäre Labels und eine ganze Subkultur von Aficionados. Der kompakte Bands ist ein veritables Nachschlagewerk voll von mitunter faszinierenden Trivias . Wer nach der Lektüre keine Lust bekommt entweder seine Vinyls abzuspielen oder aber eine Collection zu starten, dem ist nicht zu helfen. Denn das inhärent sinnliche im Ritual des Auflegens einer Platte (Bedächtigkeit, das ASMR-artige Knistern, das Zelebrieren des Audio-Genusses) unterstützt die ohnehin schon eine neuroplastische Erfahrung von Musik. "Into The Groove" ist eine gelungene Ode an einen Tonträger, der noch lange nicht zum alte Eisen gehört und eine regelrechte Celebration des Vinyl-Fetischismus.
Into the Groove. Vinyl-Kult: Die Geschichte der Schallplatte von Gillian G. Gaar, Martin Popoff, Richie Unterberger, Matt Anniss und Ken Micallef, erschienen im Prestel Verlag
Dienstag, 18. Juni 2024
ROY LICHTENSTEIN - MONOGRAPHIE ZUM 100.GEBURTSTAG
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| Credit Coverbild: © Prestel Verlag |
Im letzten Oktober wäre Lichtenstein, dessen Karriere erst mit Ende Dreißig abhob, 100 Jahre geworden. Anlässlich dessen fokussiert ein neuer Bildband, der begleitend zu einer großen Ausstellung in der Wiener Albertina erschienen ist, auf sein ungemein vielschichtiges Schaffen und versucht neben einer klassischen „Greatest Paintings“-Werkschau auch weniger bekannte Facetten dieses einflussreichen Künstlers zu beleuchten - und so auch den Mann hinter den überlebensgroßen Kunstwerken zu zeigen.
Die Pop Art, einst als Gegenbewegung zum oft als intellektueller angesehenen abstrakten Expressionismus gegründet, wandte sich Themen zu, die eher im Trivialen angesiedelt waren. Damit spiegelte sie die neue Lebensrealität der Konsumgesellschaft im wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg wider und kreierte eine neue Bildsprache. Personen und Sujets aus der Populärkultur sowie Alltagsprodukte konnten nun zum Kunstwerk werden. Lichtenstein selbst sagte einmal, dass ein großer Teil der menschlichen Kommunikation auf die eine andere Weise von Werbung beeinflusst wird - dies ist zwar typisch für den Zeitgeist der "Mad Men"-Epoche, mutet angesichts der heutigen Medien-Kultur allerdings auch prophetisch an.
Zeitgenössische Kunstkritiker stieß all dies jedoch oft vor den Kopf. Berüchtigt ist etwa die Headline eines Times-Artikels, der fragte ob Lichtenstein „The Worst Artist in the U.S.?" sei. Heute wundert man sich ob solcher Fehlinterpretationen gehört doch die von Künstlern wie Lichtenstein propagierte Verschmelzung von Low und High Art längst zum Standard in den Galerien. Allerdings muss man sich vergegenwärtigen wie radikal anders Lichtensteins Kunst damals war und wie sehr er in den 50ern mit Sehgewohnheiten brach. Comics hatten zu jener Zeit einen völlig anderen Stellenwert als heute. Weit davon entfernt als Kunst angesehen zu werden, wurden diese Heftchen von Älteren oft belächelt, ein Wegwerfprodukt für Kids (nicht viele hatten etwa die Voraussicht die erste DC Comics oder Action Comics Ausgabe mit den ersten Auftritten von Batman oder Superman, die heute für Unsummen gehandelt werden, aufzuheben). Lichtenstein nahm die kleinen Comic-Panele, blies sie auf und machte sie zum Monument. Durch den geradezu filmischen Zoom auf Hyper-Details (etwa Münder oder tränende Augen) übersteigerte er die ohnehin plakative Bildsprache der Comics noch zusätzlich und arbeitet so neue Interpretationsmöglichkeiten heraus. Hinzu kommt sein modernes Spiel mit Intertextualität, wenn er etwa bewusst Werke von Pablo Picasso oder Piet Mondrian zitiert und sie mit seinem eigenen Stil verschmilzt.
Diese Zeitlosigkeit und (Post-)Modernität ist es auch, die in dieser Jubiläums-Monographie besonders gut herausgearbeitet wird. In die Tiefe gehende Essays setzen sich etwa mit Lichtensteins Verbindung zur Popkultur, seinem Frauenbild oder seinen "Impersonal Paintings" auseinander. Zahlreiche qualitativ hochwertige Abbildungen zeigen die Entwicklung seines Stils von den persönlichen Sourcebooks über Frühwerke hin zu den allgemein bekannten Werken. Die Herausgeber achteten dabei sehr genau darauf auch darauf Arbeiten zu zeigen, die man mitunter selten sieht, wie etwa die "Nudes" oder Skulpturen. Der Bildband zum "Centennial" wird dadurch zu einer der bisher komplettesten Werkschauen eines Künstlers, der die ewige Frage von "Kunst oder Kommerz" auf seine ganz eigene Weise beantwortete.
Roy Lichtenstein von Gunhild Bauer (Hrsg.) und Klaus Albrecht Schröder (Hrsg.), erschienen im Prestel Verlag






































