Dienstag, 13. Februar 2018

TOTO - 40 Trips Around The Sun


Credit Bild: © Scott Richie     Sony Music
Ihre Licks wurden integraler Bestandteil von Welthits, doch ihre Namen waren meist nur Eingeweihten ein Begriff. Die Session Aces der Musikindustrie, die professionellen Studiomusiker standen trotz herausragenden instrumentalen Fähigkeiten und einer enzyklopädischen Versiertheit in unterschiedlichen Genres meist im Schatten der ganz großen Stars deren Aufnahmen sie veredelten:
Bei Toto – einem Zusammenschluss von Studio-Fixgrößen der  kalifornischen Musikszene der 70er – war dies jedoch ganz anders: Die Dauergäste auf Hitalben anderer, bündelten ihre Fähigkeiten und schafften mit ihren ausgefeilt durchkomponierten Platten selbst den Mainstream-Erfolg. Zum 40-Jahr-Jubiläum des selbstbetitelten Debut Albums ist nun mit „40 Trips Around The Sun“ eine sehr kompakte Werkschau erschienen – die sich durch die Inklusion dreier „newly recorded“ Songs auch an all jene richtet, die schon seit langem die „rains down in africa“ vermissen…. 
Credit Coverbild: © Sony Music

Tracklist: 

1.Alone (neuer Song)
2.Spanish Sea (neuer Song)
3.I'll Supply The Love
4.I'll Be Over You
5.Stranger In Town
6.99
7.Struck By Lightning (neuer Song)
8.Pamela
9.Afraid Of Love
10.I Won't Hold You Back
11.Jake To The Bone
12.Stop Loving You
13.Lea
14.Hold The Line
15.George Porgy
16.Rosanna
17.Africa

Credit Bild: © Scott Richie     Sony Music

Mit nur 17 Songs beschränkt sich „40 Trips…“ natürlich eher auf die ganz großen und mittelgroßen Hits. Die Tracklist überrascht dabei ebenso wenig, wie der Umstand, dass es überhaupt wieder ein Best Of von Toto gibt. Immerhin - ein Blick in die Diskographie zeigt, dass ein Greatest Hits nicht eben zu den Raritäten zählt.
Die früheren  Werkschauen gaben zudem  einen umfangreichen und kompletteren Überblick über das Schaffen der Band. „40 Trips“ enthält zwar viele der bekanntesten Songs wie die AOR-Evergreens „Africa“, „Hold The Line“, Rosanna“ oder „I´ll Supply The Love“ - auf manch spätere Glanztaten wie den Lukather -Blues „Don´t Chain My Heart“ wird jedoch verzichtet. 
Dennoch subsumieren die 17 Tracks ziemlich gut worum es bei Toto letztlich geht:

Bombastischer Rock in Vollendung, stets mit Hang zur ganz großen Melodie, oft nur ein, zwei Schritte vom anspruchsvollen Fusion Experiment entfernt, dabei immer mit starkem Pop-Appeal und natürlich den sehr gefälligen, high gloss Arrangements  - was der Band trotz ihrer unbestreitbaren musikalischen Fähigkeiten nicht nur Bewunderer einbrachte.
Von den drei neuen Songs ist der Album-Opener „Alone“ ist der schwächste.
„Struck By Lightning“ ist hingegen ein Highlight. Der heavieste Track, vermischt einen treibenden Groove mit typischer Melodik und interessanten Breaks. „Spansih Sea“ klingt am stärksten nach Vintage-Toto; kein Wunder, stammt der Song doch ursprünglich aus den Sessions zum ´84er „Isolation“ und wurde für „40 Trips..“ neu bearbeitet. Dank Studiotechnik war es möglich dass Lukather & Co. mit ihren leider schon verstorbenen Freunden und Bandkollegen Jeff und Mike Porcaro jammen konnten.
Das Kunststück dieser neuen Songs ist vor allem, wie bemerkenswert nahtlos sie sich in dieses Best Of- Album von Klassikern einfügen, die nach wie vor faszinieren – man denke nur an Steve Lukathers Outro-Solo in „Rosanna“.