Sonntag, 29. August 2021

DEPECHE MODE BY ANTON CORBIJN: Band-Chronik und Signierstunde

© Taschen Verlag
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ass Bands mit bekannten Fotografen und Künstlern zusammenarbeiten, ist durchaus nichts Ungewöhnliches. Spätestens seit den Swinging Sixties ist der Crossover unterschiedlicher Kunstgattungen in Form der Kollaboration von Musikern mit großen Namen der Art-Welt gang und gäbe. Man denke beispielsweise an die Zusammenarbeit der Rolling Stones mit Andy Warhol oder David Bailey. Dass aber ein Fotograf gleich jahrzehntelang regelmäßig eine ganz spezielle Gruppe inszeniert und dann auch noch einen wesentlichen Anteil an deren Ästhetik und Image hat, ist eher selten - bei der langanhaltenden Kollaboration der britischen Elektro-Ikonen Depeche Mode und dem Niederländer Anton Corbijn ist jedoch genau dies der Fall. 

Sänger Dave Gahan meint dazu etwa, dass Corbijn Depeche Mode in ihrer Frühzeit eine visuelle Identität gegeben hat. Ein Umstand, der beim Betrachten von Corbijns neuem, monothematischen Bildband  überdeutlich wird: Einerseits spiegelten die Bilder des Fotografen die zunehmend ernster und düsterer werdende Musik wider, andererseits  sind die Videos und Fotosessions DMs ohne diese reduzierte und eigenwillige Bildsprache beinahe undenkbar. Das neue Coffee Table-Buch „Depeche Mode By Anton Corbijn“ (kurz „DM AC“ ) ist nun die Chronik  dieser kreativen Langzeit-Beziehung.

Passend zum aus dem Song „Enjoy The Silence" bekannten Bonmont  "words are meaningless and forgettable“ sprechen dabei die eindringlichen Bilder für sich selbst, Begleittext ist hier nur spärlich vorhanden. Dennoch lässt sich die Entwicklung der Band von den Elektro-Boys hin zu den einzigen echten Rockstars der Electronic Szene nachvollziehen - es ist die Geschichte einer künstlerischen Adoleszenz, eingefangen von der aufmerksamen jedoch nie aufdringlichen oder effektheischenden Kamera Corbijns - quasi  von "Just Can´t Get Enough" hin zu "Personal Jesus". 

Event-Hinweis: Nächstee Woche – am Donnerstag, den 7. Oktober – wird Corbijn persönlich im Kölner Flagshipstore des Taschen Verlags anwesend sein und von 18 bis 19 Uhr diese kunstvolle Band-Chronik signieren (Neumarkt 3, 50667, Köln).

©  2020 Anton Corbijn Taschen Verlag  

Depeche Mode by Anton Corbijn, von Anton Corbijn und Reuel Golden, Hardcover, 24,3 x 34 cm, 3,69 kg, 512 Seiten,€ 100, taschen.com

Credit Bild: © Taschen Verlag

Dienstag, 24. August 2021

JOHN MAYER – SOB ROCK

Credit Coverbild: © Sony Music Carlos Serrao
Ein Intro wie eine Demoaufnahme zu Totos „Africa“, ein Musikvideo mit überdeutlichen visuellen Zitaten aus Eric Claptons atmosphärischem Clip zu „Forever Man“, ein Gitarrenton der stark an die „Journeyman“-Ära ebenjenes Mannes aus Surrey erinnert. Dazu ein Song, der durchaus Anklänge an den Songwriter Jerry Lynn Williams („Pretending“, „No Alibis“) aufweist und dann auch noch Percussionist Lenny Castro (Toto) und Keyboarder Greg Phillinganes (Stevie Wonder, EC, Michael Jackson…) als Gaststars. Bei diesen Merkmalen der überaus catchy Lead Off-Single „Last Train Home“ aus John Mayers neuestem Album hätte es das ganz in Michael Mann/Miami Vice-Farben gehaltene Plattencover gar nicht gebraucht um zu verdeutlichen: The 80s are back.

Es ist jene Dekade, die seit mehr als einer Dekade ein permanentes Revival feiert (Synthwave , Neo Hair Metal, die jüngsten Arbeiten von The Weeknd….). Die Achtziger, die Mayer auf seinem mittlerweile achten Studioalbum aufleben lässt, sind die der großen Studio-Zeit. Es war die Epoche der großen Session-Gitarristen, die sich im sonnen- und neonverbrannten L.A. bei auf Hochglanz polierten Großproduktionen die Klinke in die drückten. Die Rockstars der 60er und 70er Jahre experimentierten mit neuen Sounds- und kühlschrankgroßen Racksystemen und viele von ihnen reüssierten im Bereich der Billboard Pop-Charts. Für Mayer selbst hat das etwas von einem nostalgischen Experiment, ist dies für ihn doch ein Trip in eine Zeit vor seinem eigenen Durchbruch, zurück in seine Jugend in den Achtzigern. Das ironisch betitelte „Sob Rock“ (zu deutsch etwa soviel wie Schluchz Rock) steht dann auch gänzlich im Zeichen der musikalischen Reminiszenzen - hier ein Groove wie aus der kommerziellsten Phase Fleetwood Macs, dazu ein super cleanes Fingerpicking-Solo wie von Mark Knopfler, dort schimmert etwas von Boz Scaggs durch, da hört man etwas von Steve Winwoods Charterfolgen heraus. Diese Mosaiksteine – kurze References und kleine Zitate, die dem musikhistorisch kundigen Hörer sofort auffallen - ergeben dann letztlich wieder Songs, die typisch für Mayer und seine besonders balladeske Seite sind.

Der Name „Sob Rock“ ist derweil Programm, denn schmissigere oder gar härter rockende Nummern findet man hierauf überhaupt keine. Ein Umstand, der dem Mainstream-Appeal dieses Albums zwar nicht schmälern wird, beim Zuhörer allerdings auch den Ersteindruck einer eher unspektakulären LP hinterlässt – die zudem allzu glatt rüberkommt. Hier wurden wirklich jegliche Ecken und Kanten zugunsten eines Maximums an Melodiösität vorsätzlich abgefeilt. Das ist zwar eine Kunst für sich und für manche wird diese Form von einschmeichelndem Schönklang genau der richtige musikalische Kontrast zur düsteren Gegenwart sein (Stichwort: Sehnsuchtsort Kalifornien der Vergangenheit). Doch all die großen „Million Dollar“-Guitar Sounds aus PRS-Gitarren, Dumble Amps & Co. und die aufwendig arrangierten Songs ändern nichts daran, dass "Sob Rock" über weite Strecken allzu gefällig wirkt. Auch seine unbestrittenen Fähigkeiten an der Sechsaitigen setzt Mayer stets nur sehr sparsam und zurückhaltend ein. Vielen Zuhörern wird er hier allzu sehr auf der Bremse stehen. Die Güte der Songs und die kompositorische Cleverness blitzen so mitunter eher subtil beim öfteren Durchhören auf.

Wer die Vintage Glanztaten der Eighties kennt, für den ist dieses Album letztlich mehr MOR statt AOR – woran auch Star-Produzent Don Was nichts ändern konnte. Denn bei all den gekonnt platzierten 80s-Bezügen fehlen letztlich gerade die Hauptingredienzen der zeitgeistigen Smash-Hits der „Me Decade“: zwingende Killer-Hooks, unvergessliche Refrains und dann weitgehend auch die Klimax-artigen Soli. Oder anders formuliert: Die „schluchzenden Songs“ auf Mayers Soft Rock-Platte sind in etwa so wie ein ins Mischpult gespielter DI-Gitarrensound: sehr clean, sehr eigenwillig und auch durchaus cool für eine oder zwei Nummern, aber letztlich auch etwas steril und dynamik-bzw. abwechslungsarm - zumindest wenn dieser Klang ein ganzes Album dominiert. Am Appeal der merkbar hohen Production Value und den üppigen zeit-konformen Arrangements ändert dies jedoch nichts.

(HAUT-)BILDER FÜR DIE EWIGKEIT: HENK SCHIFFMACHER´S PRIVATE COLLECTION + SIGNIERSTUNDE in KÖLN

© Taschen Verlag

Waren Tätowierungen früher ein Ausdruck maximaler Individualität und Zeichen dafür, dass ihr Träger entweder seinen indigenen Traditionen folgte, Member einer gewissen Subkultur war oder aber seinen Lebensunterhalt in der Halbwelt verdiente, so sind Tattoos mittlerweile nicht mehr aus der "Mitte der Gesellschaft" und damit dem Mainstream wegzudenken. Ihre Geschichte und teilweise auch ihre Bedeutung treten jedoch heute angesichts von Social Media-Trends, normierten Lifestyles oder auch den oft wenig individuellen Sportler-Tattoos etwas in den Hintergrund. 

Der komplette Gegenentwurf dazu stellt Henk Schiffmacher dar, einer der prominentesten Chronisten der Historie hinter den Körperkunstwerken , der nun ein Standardwerk zum Thema Tattoos veröffentlicht hat. Der Niederländer , den man in der  Szene auch als  Hanky Panky kennt, ist selbst gefragter (und  kultiger) Tätowierer und zudem Autor sowie Leiter des Amsterdamer Tattoo Museums. Sein nun neu erschienener Bildband „TATTOO. 1730s-1970s. Henk Schiffmacher’s Private Collection“ ist so etwas wie die bibliophile Version seines Archivs und eine Reise durch ganze 200 Jahre Tattoo-Geschichte.  

Ähnlich wie Tattoos, die bekanntlich in die zweite Hautschicht gestochen werden, ist auch dieses großformatige Werk alles andere als oberflächlich. Dieses Buch ist so knallhart – vollgepackt mit fantastischem Shit aus der Geschichte, des Tätowierens, den ich über 40 Jahre gesammelt habe. Vieles davon hat man nie zuvor gesehen. Das war eine echte Herzensangelegenheit!“ meint Schiffmacher über seinen Prachtband. Dem vintage-affinen Leser offenbart sich hier eine Fülle an Originalzeichnungen (die sog. Flashs ), Designs, Fotos sowie Artefakte aus aller Welt, Lithographien, Radierungen, Tätowier-Instrumente, Gemälde, Fotos, Poster, Ladenschilder und Designs.

 Ink Aficionados (und natürlich alle anderen Interessierten), die sich ein persönliches Exemplar dieses faszinierenden Buchs vom Meister veredeln lassen wollen, sollten sich den Dienstag, 31. August  in den Kalender eintragen. Denn da kommt Schiffmacher persönlich nach Köln und wird sein Buch im Taschen Store(Neumarkt 3, 50667 Köln)  von 18 bis 19 Uhr signieren.

TASCHEN: TATTOO. 1730s-1970s. Henk Schiffmacher’s Private Collection von Henk Schiffmacher, Noel Daniel, Hardcover, 29 x 38,8 cm, 6,13 kg, 440 Seiten, 125  taschen.com

Der Taschen Store in Köln
© Taschen Verlag


Freitag, 9. Juli 2021

ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD – A NOVEL BY QUENTIN TARANTINO

Credit Coverbild: © Reproduced by permission of Harper Perennial/an imprint of Harper Collins 
Den Filmen von Quentin Tarantino haftete schon immer etwas sehr Literarisches an - die langen, geschliffenen und sehr zitierfähigen Dialoge, der häufige Einsatz einer Chapter-Struktur und diese ganz spezielle Art Drehbücher zu schreiben, die sich so flüssig lesen als hätte man ein belletristisches Werk in Händen. Auch sein jüngstes Opus „Once Upon A Time in Hollywood“ (2019) erblickte ursprünglich als zunächst privater Roman-Entwurf das Licht der Welt, bevor es den Weg auf die Leinwand fand. Mit der Buchadaption ebenjenes Stoffs gibt der legendäre (Film-)Auteur Tarantino nun sein Debüt als Autor.

Um ganz exakt zu sein handelt es sich hierbei um eine sogenannte „Movie Novelization“. Das ist deshalb wichtig, weil Tarantino hier nicht nur seinen eigenen Film in einem neuen Medium präsentiert, sondern dies auch seine persönliche Hommage an ein marginalisiertes Genre ist. Romanfassungen bekannter Filme erfreuten sich gerade in den 50s, 60s und 70s in Form billig produzierter Paperbacks, die man meist nahe der Kasse von Supermärkten fand, großer Beliebtheit. Die große und anspruchsvolle Literatur waren sie eher weniger, wenngleich sich unter ihnen durchaus so manches Kleinod entdecken lässt. Ein Teil ihres Reizes lag auch darin, dass diese Adaptionen immer wieder von der eigentlichen Filmhandlung abwichen, da sie mitunter auf den „First Drafts“ der Scripts basierten. In Tarantino hat dieses Genre einen seiner prominentesten Fans, der seinen Erstlingsroman entgegen der klassischen Veröffentlichungspolitik als Paperback-First Edition herausbringt. Die unbedingt zu empfehlende US-Version des Buchs atmet ganz den Geist vergangener Tage und ist bis ins letzte Detail wie ein Vintage Mass Market-Büchlein gestaltet. Ähnlich wie beim an eine '69er Radio-Show angelehnten Soundtrack zum Film  hat das etwas von einem Gesamtkunstwerk, bei dem Form und Inhalt in einer Symbiose eine spezielle Lese-Experience ergeben - inklusive Retro-Coverdesign sowie den obligatorischen Advertisements am Ende des Buchs (darunter eine äußerst originelle Fake-Werbung für einen Roman, der sowohl im Movie als auch in der Novelization vorkommt).

Wer den Film gesehen hat, wird zahlreiche Passagen und den Grund-Plot wiedererkennen. Wir schreiben das Jahr 1969. Es ist eine Zeit der Wende, nicht nur gesellschaftlich sondern auch in der Filmindustrie. Das alte Studiosystem liegt endgültig in seinen letzten Zügen, die Schauspieler der Eisenhower-Ära sind zunehmend weniger gefragt - denn die Vertreter der Counterculture und jene, die sich an den Zeitgeist anpassen können, laufen Ihnen zunehmend den Rang ab. Zu jener Gruppe, die eher Gefahr läuft vollends an den Rand gedrängt zu werden zählt Old School-Schauspieler Rick Dalton (im Film gespielt von Leonardo DiCaprio). Er und sein Stunt Double Cliff  Booth (Brad Pitt in seiner Oscar-Rolle) schlagen sich im unbarmherzigen Film-Biz durch während sich rund um sie die Industrie komplett  verändert. Die Stars des Moments sind etwa Ricks neue Nachbarn, der Regisseur Roman Polanski und seine bezaubernde Frau Sharon Tate (Margot Robbie). Für Dalton bleiben vorerst nur die Optionen sich mit Rollen des "Bösewichts der Woche" in TV-Serien zu begnügen oder aber nach Italien zu gehen, um dort Spaghetti Western zu drehen. Unterdessen ziehen dunkle Wolken über der Stadt der Engel auf, denn die aus der Perversion der Hippie-Ideale entstandene Family Charles Mansons treibt ihr Unwesen.

Ausgehend von der episodenhaften Grundstruktur seines neunten Films nimmt Tarantino in seinem Roman - ähnlich wie seine Figur  Cliff Booth in seinem Karmann Ghia - zahlreiche Abzweigungen und Tangenten oder wechselt gleich zur Gänze die Spur. Obwohl die Art wie er Szenen beschreibt durchaus an ein Drehbuch erinnert und vereinzelte Passagen nahezu 1:1 aus dem Film stammen, hat man es hier keinesfalls mit einer Nacherzählung des Films oder einer Konvertierung des Scripts mit Weglassen der obligatorischen „Ext.“ und „Int.“-Direktiven zu tun. Vielmehr erweitert und ergänzt der Regisseur seine Story, variiert Szenen und Abläufe und gibt einigen Figuren mehr "Screentime" auf Papier. Für all jene, die komplett unvoreingenommen an die Lektüre herangehen möchten, gibt es jetzt eine kleine Spoiler-Warnung. Es werden im Folgenden selbstverständlich keine kompletten Handlungsdetails verraten, aber wer sich überraschen lassen will, kann den folgenden Absatz skippen.

Gerade was die Hintergrundgeschichte seiner schon im Film sehr plastischen Protagonisten und Antagonisten anbelangt geht Tarantino in seinem Roman noch zusätzlich in die Breite. Besonders deutlich wird dies beim Charakter Cliff Booths, dem sein Schöpfer noch mehr Platz als im Film einräumt. Brodelte das Gewaltpotential des Stuntman bei Pitt eher unter der Oberfläche, bis es sich vereinzelt eruptiv entlud, so wird Booth im Roman von Beginn an als wesentlich dunkler und brutaler gezeichnet. Dass der WK II-Veteran nach seinem Dienst für Uncle Sam kurzfristig über eine Karriere nachdachte, die aus Billy Wilders "Irma la Douce" stammen könnte, zählt da noch zu den harmloseren Überraschungen in seiner Vita.  Die Figur des Rick ist weitgehend deckungsgleich mit DiCaprios Dalton, auch wenn wir im Roman nun erfahren, was seine selbstzerstörerischen Stimmungsschwankungen eigentlich verursacht. Zudem verbringt man als Leser noch sehr viel mehr Zeit am Set der Western-TV-Show „Lancer“ und auch innerhalb der fiktiven Welt der im Film gezeigten Episode. Wir erfahren außerdem wie Manson Girl Pussycat - einer der Standout-Parts im Film -  in die Fänge der Hippie-Sekte kam. Ihr Aufeinandertreffen mit Cliff in Daltons Cadillac ist im Buch überdies weitaus expliziter und hätte wohl die Altersfreigabe des Films raufgeschraubt.

Tarantinos Schreibstil ist bildhaft und dabei gleichzeitig schnörkellos. Die Sätze sind prägnant und weisen keinerlei Fett auf. Anders als bei den in modernen Romanen üblichen Linguistik-Experimenten gibt es hier keine übertrieben blumige Prosa.  Es ist diese knappe, präzise Sprache, die immer wieder an die  amerikanische Literatur ab den Fünfzigern erinnert - und in ihrer Lakonie näher  an den klassischen Hard Boiled-Writern ist als die meisten Neo-Noir-Romane.

Wer bislang nichts mit den Filmen des Kultregisseurs anfangen konnte, wird nach der Lektüre nicht konvertieren. Denn der Regisseur/Autor schreibt sein Buch letztlich genauso so wie er seine Filme dreht. „Once Upon…“ ist gleichzeitig dramatisch, nostalgisch, witzig, brutal, erotisch, empathisch mit seinen Figuren und gespickt mit filmhistorischen Querverweisen und Insider-References. Ein beträchtliches Wissen über Film, Musik und Popkultur ist – auch weil im Buch natürlich Faktoren wie stylische Visualisierungen und die Starbesetzung fehlen, die selbst ein sonst eher im Mainstream beheimatetes Publikum ansprechen - geradezu unerlässlich. Denn die „Once Upon..“-Novel ist auch ein leidenschaftliches Essay über das Medium Film an sich - bei dem die Bandbreite vom Giallo über die Nouvelle Vague bis hin zu Vilgot Sjömans 60er-Aufreger „Ich bin Neugierig (Gelb)“ reicht... Immer wieder nehmen die Figuren im Laufe der Handlung eine Rolle an, die man als Alter Ego ihrer Regisseurs/Autors deuten kann -  etwa wenn der Leser das Ranking von Cliffs Top Kurosawa-Filmen erfährt. 

Man kann Tarantinos Roman nur als filmisch bezeichnen. Es hat den Rhythmus seiner Scripts und entwickelt eine regelrechte Sogwirkung. So mag dieser Alternate/Extended Cut in literarischer Form zwar echte „pulp fiction“ sein, doch erreicht dieser Roman durch seine essayistische und intertextuelle Komponente eine Qualität und Tiefgründigkeit, die den alten Movie Novelizations fehlte.

ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD – A NOVEL BY QUENTIN TARANTINO, englische Originalausgabe, erschienen bei Harper Perennial/Harper Collins

Sonntag, 4. Juli 2021

TASCHEN SUMMER SALE 2021

Credit Bild: ©Taschen Verlag
It´s that time of year again.... Der zwei Mal im Jahr stattfindende Sale des Kölner Verlags hat mittlerweile Tradition und bietet auch heuer allen  Coffee Table-Fans  bis zu - 75 % Rabatt auf Displayexemplare der aufwendigen Sammlerbildbände aus den Bereichen Film, Musik, Popkultur, Kunst, Fotografie, Comic, Erotik, Architektur oder Mode & Design. 
Wer also schon längere Zeit den Kauf von Büchern wie dem Walt Disney-Archiv, dem Helmut Newton SUMO oder der Schiele-Retrospektive plant, sollte also nächste Woche in einem der beiden deutschen Flagshipstores oder im Onlineshop vorbeischauen.
  
Hier die genauen Daten & Adressen: 

Warehouse Sale 
Mittwoch 7.Juli bis . bis Samstag 10. Juli 2021
in den Flagship-Stores 
Taschen Store Berlin (Schlüterstraße 39)
Taschen Store Köln (Neumarkt 3)

Online
www.taschen.com
Credit Bild: ©Taschen Verlag

Donnerstag, 24. Juni 2021

VAN HALEN - A VISUAL BIOGRAPHY

Credit Coverbild: ©Wymer Publishing  
Als sich am 6. Oktober 2020 die Nachricht verbreitete, dass Edward Lodewijk "Eddie" Van Halen mit nur 65 Jahren verstorben ist, ging eine kollektive Schockwelle durch die Gitarren- und Musikwelt.  
EVH war und ist Gallions- und Identifikationsfigur für Generationen von Gitarristen und ein Symbol für instrumentale Exzellenz. Gute Musiker gibt es einige, ebenso zahlreiche Virtuosen. Doch nur eine Handvoll sind richtige Innovatoren, die das Vokabular eines ganzen Instruments erweitern und Sounds kreieren - und Van Halen gehörte zu diesem erlauchten Kreis. Selbst wer das erste Van Halen I -Album - ursprünglich 1978 erschienen - erst Jahrzehnte später entdeckt wird sich kaum der Faszination des außergewöhnlichen Spielstils des gebürtigen Niederländers entziehen können

Eine der ersten posthumen Veröffentlichungen und bibliophilen Würdigungen des Ausnahmemusikers kommt vom britischen Verlagshaus Wymer Publishing. Obwohl es relativ zeitnah zum Tod EVHs erschien - das Vorwort entstand kurz nach der tragischen Nachricht und in der behandelten Timeline ist schon den Herbst 2020 inkludiert- erhält der Leser nicht den Eindruck, dass dieses Buch übereilt auf den Markt gebracht wurde. Blättert man durch die 224 Seiten des Hardcover-Bandes offenbart sich ein überaus gelungenes Musikbuch, das anhand zahlloser Bilder, Memorabilia-Artefakte und kompakter Texte die Stationen und Höhepunkte einer beeindruckende Karriere Revue passieren lässt. 

Autor  ist der kanadische Rock-Journalist Martin Popoff - man kennt ihn als Vielschreiber und Verfasser zahlreicher Rock-Biographien. Ähnlich wie bei seiner vor auch auf diesen Seiten rezensierten Led Zeppelin-Huldigung, präsentiert er sich hier abermals als profunder Genre-Kenner, der eine merkbare, geradezu brennende  Leidenschaft für die Themen seiner Bücher hat. Dabei ist sein Anspruch eina anderer als etwa bei Greg Renoffs "Van Halen Rising", das mit geradezu wissenschaftlichem Detailgrad aufwartete. Auch wenn die Trivia-und Anekdoten-Dichte bei Popoffs Werk enorm ist, stehen hier besonders die unzähligen faszinierenden Bilder im Zentrum - die nicht nur Zeitdokumente sondern auch Zeugen einer der aufregendsten Bands des Rock sind.
So ist diese "Visual Biography" ein schönes Tribute-Buch an einen der ganz Großen - das auf  1000  Stück limitiert ist.

RAINBOW 1975-1976: IN THE SHADOW OF THE WIZARD

Credit Coverbild: ©Wymer Publishing    
Was kommt nach einer Reihe Klassikeralben, ausverkauften Stadien, mehr als einer Handvoll Riffs für die Rock-Geschichtsbücher und einem Jahrhundertsong wie "Smoke On The Water" ? Fragen, die sich der als nun ja sagen wir einmal schwierig geltende Ritchie Blackmore stellen musste, als er anno 1975 seine Fender Strats einpackte und seiner Stammband Deep Purple den Rücken kehrte um ein Soloprojekt zu starten. 

Die Antwort auf die mitunter existenzielle Eingangs-Fragen in der Karriere des Saitenmagiers war die Band Rainbow. Eine Gruppe, die selbst einige Genre-Klassiker des Hard Rock einspielte und ab Mitte der 70er äußerst erfolgreich war. Den frühen kreativen Höhepunkt den Blackmore mit Purple erreicht hatte, konnte er so perpetuieren.
Im britischen Verlag Wymer Publishing  ist mit "Rainbow 1975-1976: In The Shadow Of The Wizard" nun eine Buch-Retrospektive erschienen, die sich der Frühphase der Gruppe widmet, die so viel mehr war als bloßes Soloprojekt eines berühmten Gitarristen. Anhand von zahllosen - teils durchaus spektakulären - (Live-)Bildern und Memorabilia-Shots geht es zurück in diese Hochphase des Heavy Rock. 

Das Buch zeigt den Weg zum genialen "Rainbow Rising"-Album und dokumentiert die ersten, schweißtreibenden Welttourneen. Autor Jerry Bloom ergänzt die Aufnahmen noch mit "In Depth"-Texten, die ein plastisches Bild der ereignisreichen 75er/76er Phase malen.
Das Buch verdeutlicht zudem, dass diese Band zwar möglicherweise im Schatten des Zauberers, aber nicht unbedingt im Schatten Deep Purples stand. Alles in allem ein empfehlenswerter Band für Rainbow- und Blackmore-Aficionados.

Mittwoch, 23. Juni 2021

BOB DYLAN - ALLE SONGS

Credit Coverbild:© Delius Klasing
Unlängst ist „His Bobness“ 80 Jahre  geworden. Wie der große Enigmatiker seinen Ehrentag verbracht hat, ist nicht überliefert. Medienrummel war seine Sache ja nie – diverse Social Media-Plattformen sind es demzufolge konsequenterweise noch weniger. Auch Interviews mit dem Jahrhundert-Songwriter sind gelinde gesagt rar, selbst zum Jubiläum - und überhaupt: auf öffentliche Ehrungen hat der 1941 in Duluth, Minnesota als Robert Allen Zimmerman geborene Musiker sowieso nie richtig Lust – wie etwa die Jury des Nobelpreises am eigenen Leib erfahren musste. 

Es ist auch dieser Zurückgezogenheit geschuldet, dass Dylan bis heute rätselhaft bleibt. Nun ist im Delius Klasing-Verlag eine neue Dylan-Enzyklopädie erschienen, die sich dem vielleicht mysteriösesten Aspekt seines Schaffens widmet – seinen Songs. Diese bilden mit ihrer literarischen Kraft und den in die Popkultur eingegangenen Dylan'schen Aphorismen den Soundtrack für ganze Generationen. Den meisten seiner großen und kleinen bzw. bekannten und weniger bekannten Stücke ist ja eine beträchtliche Interpretationsoffenheit gemein. Vom Künstler selbst, dem stets widerwilligen Sprachrohr seiner Generation,  wurden sie nie wirklich öffentlich interpretiert - und ziehen  auch daraus einen Teul ihrer universellen Gültigkeit. 

In "Bob Dylan - Alle Songs" begeben sich die französischen Musikexperten Jean-Michel Guesdon und Philippe Margotin, die bereits mit ähnlich gelagerten Werken über die Rolling Stones, Led Zeppelin, Pink Floyd oder Jimi Hendrix umfangreiche Nachschlagwerke über Ikonen vorgelegt haben, aufs Terrain der gehobenen Dylanologie.

492 Songs werden auf 704 Seiten en detail besprochen und interpretiert. Wie schon die anderen Bücher aus dieser Reihe ist auch dieser Titel ein gelungenes Kompendium aus Facts und Trivias, das in kompakten Kapiteln das Ouvre einer der ganz großen Ikonen beleuchtet - nur das jüngste Album "Rough and Rowdy Ways" fehlt - gerade die darauf vertretene JFK-Eulogie "Murder Most Foul" hätte durchaus ein paar zusätzliche Seiten gerechtfertigt.

Doch trotz dieses kleinen Mankos ist dieser schwere Hardcover-Band ein spannendes und gut recherchiertes Lexikon für den Deep Dive in jenen Songkatalog den Dylan im letzten Jahr für eine erkleckliche Summe an Universal Music verkauft hat.


Dienstag, 22. Juni 2021

DAVID BOWIE BY SUKITA

Credit Coverbild: © Delius Klasing   Masayoshi Sukita

Der neue Bildband DAVID BOWIE BY SUKITA (erschienen im Delius Klasing Verlag) illustriert nun die Sessions des britischen Rock Chamäleons mit dem Bildkünstler aus dem Land der aufgehenden Sonne.
Ohne allzu sehr in die Sphäre der Übertreibung abzugleiten, kann man behaupten, dass David Bowie ein „Man Of A Thousand Faces“ war. Zwar erfanden sich schon vor und nach ihm Künstler immer wieder neu, doch bei keinem anderen war die beständige Veränderung und teils durchaus radikale optische Veränderung so eine wesentliche Konstante. Bowie wechselte die stilistische Ausrichtung seiner Musik so wie die Identität der von ihm verkörperten Figuren. Vom androgynen, gender-bendenden Folkstar zum  Mann vom anderen Stern hin zum Dandy aus der Unterwelt…und das waren nur einige der Metamorphosen in der langen Karriere Bowies. Bei einigen dieser Stationen arbeitete er mit dem japanischen Fotografen Masayoshi Sukita zusammen – dieser lichtete den Superstar nicht einfach bloß ab sondern schuf mit ihm eine Bildsprache, die genau zwischen Musik- und Kunstfotografie lag.  

 „Bowie war anders als die anderen Rock N´ Roller, er hatte das gewisse Etwas, von dem ich wusste, dass ich es in Fotos umsetzen wollte.“ erinnert sich Sukita an das Jahr 1972 und seine erste Begegnung mit dem Ausnahmemusiker. Während andere Rock ´Roll-Photographer den „gritty realism“ der Siebziger in ihre Bilder einfließen ließen, ging Sukita einen anderen Weg. Im Kontrast zu den Bildern eines Mick Rock steht hier nicht die Action auf der Bühne im Vordergrund, hier gibt es keinen Bowie der in damals skandalträchtiger Pose vor seinem Gitarristen Mick Ronson kniet. Sukitas Stärke sind  geradezu intime Portraits und Inszenierungen. Das stark von der Art Szene und außermusikalischen Einflüssen geprägte Auftreten Bowies fand in den sehr reduziert, grafisch und durchkomponierten Aufnahmen Sukitas einen ideale Widerpart. Die über 200, teils unbekannten Bilder und eindrucksvollen Texte dieses Buchs beschreiben dann auch die große Nähe zwischen dem  Fotograf und seinem Subjekt die in 40 Jahren der Kollaboration entstand.

Donnerstag, 10. Juni 2021

GIO PONTI - WERKSCHAU EINES PIONIERS

Credit Bild: © Taschen Verlag 
Allmählich kehren sie zurück, die kulturellen Fixpunkte und Events. Auch der traditionelle Berliner Galerierundgang Charlottenwalk, der schon im Vorjahr der Krise getrotzt hat, findet statt und bietet einige Highlights. Darunter die Präsentation eines neuen Taschen-Buchs der Superlative: eine Gio Ponti-Retrospektive, die schon aufgrund ihrer schieren Ausmaße an frühere Großprojekte des Kölner Verlagshauses wie den "Helmut Newton Sumo" oder die "Ferrari"-Chronik erinnert. 

Am Charlottenwalk wird nun eine nummerierte, auf 1.000 Exemplare limitierte Art Edition gezeigt. Diese Rückschau auf Leben und Werk des ebenso legendären  wie einflussreichen italienischen Designers, Architekten und Kunstprofessor zeigt wegweisende Entwürfe, die ein wesentlicher Teil dessen wurden, was man als modernes Design subsumiert. Bemerkenswert ist hierbei nicht nur die extreme Vielseitigkeit Pontis, der in völlig unterschiedlichen Design-Bereichen erfolgreich war - sondern vor allem wie seine kultigen Entwürfe bis in die Jetzt-Zeit einflussreich und vor allem zeitlos geblieben sind. 

Begleitet wird der Band von 4 nummerierten Prints sowie einem „Planchart Coffee Table“ um das Buch stilsicher auszustellen. Es handelt sich dabei um eine  Reproduktion des von Ponti entworfenen  Arlecchino-Couchtisches im quadratischen Format. Dieser gilt als eines der ikonischsten Designs Pontis. In Anlehnung an die De-Stijl-Künstler Piet Mondrian und Theo van Doesburg beruht dessena Oberfläche auf einer  Gitterstruktur, deren Farbkombinationen je nach Blickwinkel  variieren. 
Die in diesem Set inkludierten Ocean-Liner-Interior-Prints beruhen auf Zeichnungen Pontis aus den Jahren 1948-49, die im Rahmen einer Ausschreibung für die Innenausstattung der Ozeandampfer Conte Grande und Conte Biancamano entstanden. Die Originale werden heute im CSAC aufbewahrt, einer Einrichtung an der Universität Parma. 

Diese limitierte Edition richtet sich natürlich nur an ein sehr kleines Segment der coffee table-affinen Leser und Sammler. Doch zeitgleich erscheint auch eine "Standard Edition", bei der man so gut wie keine Abstriche machen muss sondern ebenfalls "Ponti Pur" geboten bekommt. Denn der Kern-Content, die umfangreiche Rückschau auf Werk und Schaffen dieses Genies, ist der gleiche wie bei der Art Edition. Wenn man also  von den Prints und dem aufwendigen Display-Ständer absieht, fällt diese Ausgabe  nicht viel weniger luxuriös aus. Dafür sorgen schon das riesige Format und die ungemein stylische Covergestaltung. 

WANN ?

                                                          19. Juni, von 12 bis 18 Uhr

WO ?

TASCHEN Store Schlüterstraße 39 (10629 Berlin) –

       selbstverständlich Corona-Maßnahmen-konform unter Einhaltung aller AHA-Regeln.

Credit Bild: © Taschen Verlag 

Credit Bild: © Taschen Verlag 

Gio Ponti. 
Karl Kolbitz (Hg.), Salvatore Licitra, Stefano Casciani, Lisa Licitra Ponti, Brian Kish, Fabio Marino. 
€ 200

Gio Ponti. Art Edition,Edition von 1.000 Exemplaren
Karl Kolbitz (Hg.), Salvatore Licitra, Stefano Casciani, Lisa Licitra Ponti, Brian Kish, Fabio Marino
Exklusiv mit Tisch nach dem Design von Gio Ponti, 56,5 x 56,5 x 38 cm, sowie vier Art-Prints, jw. 40 x 40 cm auf Hahnemühle-Fine-Art-Papier (Photo Rag Ultra Smooth 305/m²) 
€ 3.000

WALTON FORD signiert im TASCHEN Store Berlin

Credit Bild: © Walton Ford Taschen Verlag 
Musik- und Stones-Fans kennen den amerikanischen Künstler Walton Ford wohl vor allem wegen seines durchaus kontrovers diskutierten Covers für die Greatest Hits-Compilation "GRRR!". In der Kunstwelt ist er insbesondere für seine detailreichen Tier-Aquarelle berühmt. Auf den ersten Blick mögen seine Arbeiten sehr klassisch anmuten, erinnern sie doch stark an die historischen Bilder von John James Audubon. Auf den zweiten Blick offenbaren sich jedoch zahlreiche versteckte Anspielungen, witzige bis düstere Details und  Symbole-  ein anthropomorphes Schauspiel der Hintergründigkeit.

Nun ist eine aktualisierte Neuauflage von Waltons Werkschau "Pancha Tantra" erschienen - und diese wird der Künstler persönlich nächste Woche in Berlin signieren, allerdings nicht im Zoo sondern...

WO ?

TASCHEN Store Schlüterstraße 39 (10629 Berlin) –

       selbstverständlich unter Einhaltung aller AHA-Regeln.

WANN ?

                                                          16. Juni, von 18 bis 19 Uhr

Credit Coverbild: © Taschen Verlag Walton Ford 


Walton Ford. Pancha Tantra Updated Edition
Walton Ford, Bill Buford
Hardcover, 28 x 37,4 cm, 3,89 kg, 424 Seiten,€ 60
taschen.com

Montag, 7. Juni 2021

BILLY F GIBBONS – HARDWARE

Credit Bild: © Blain Clausen                     Universal  Music Concord Records
Endlose Weiten, das gleißende Licht der erbarmungslos sengenden Sonne, die eine bizarre Landschaft erhellt - und normalerweise äußerst wenige Nachbarn, mit Ausnahme von Klapperschlangen und Kojoten: die Wüste Kaliforniens ist eine faszinierende Einöde und in Zeiten wie diesen geradezu ein Sinnbild für den notgedrungen solitären Lifestyle. Inmitten dieser ebenso betörenden wie unwirklichen Gegend liegen die Escape Studios, so etwas wie ein kleiner Geheimtip abseits der städtischen Recording Facilities. Und genau in diese, einige Fahrstunden von Los Angeles entfernt liegende Kreativ-Oase zogen sich Billy F Gibbons und seine Mitstreiter Matt Sorum (Drums) Austin Hanks (Gitarre) sowie Toningenieur Chad Schlosser und Co-Produzent Mike Fiorentino im  letzten Jahr zurück um jene Platte aufzunehmen, die das dritte Soloalbum der ZZ TOP-Ikone werden sollte.

Auf dem im staubigen Exil entstandenen und eben erst erschienenen Endergebnis namens „Hardware“ ist die Wüste als metaphysischer Ort omnipräsent - ebenso wie die Trademarks des texanischen Gitarrenhelden: knochentrockene, groovende Riffs , von Pinch Harmonics durchzogene Soli, Songs die so smooth dahin cruisen wie ein Custom Car auf dem Desert HighwayStets tief verwurzelt im Blues nutzte Gibbons seine Projekte abseits von ZZ TOP (das letzte Studioalbum der „Lil´ Ol´ Band from Texas“ erschien vor fast einer Dekade)  stets um Genres, die ihn beeinflussten, zu frönen. Während „Perfectamundo“ eine Latin Affair  und „The Big Bad Blues“ dem titelgebenden Genre gewidmet war, ist „Hardware“ das bisher diverseste seiner Soloprojekte. Hier findet man neben dem allgegenwärtigen Blues und hart rockendem Material südkalifornische Surf- Klänge beim in Hall getauchten „Westcoast Junkie“, Tex Mex-Sounds beim Texas Tornados-Cover „Hey Baby Que Paso“ und sogar eine melancholische Country-Ballade mit „Vagabond Man“.

Am experimentellsten wird es dann ganz zum Schluss. Der finale Track ist ein unglaublich atmosphärisches Spoken Word-Stück namens „Desert High“, bei dem Gibbons plastische Bilder der Wüste bzw. Joshua Tree evoziert– jenem Ort an dem Country Rock-Pionier Gram Parsons starb. Eine Meditation über die Wüste als magischer Ort, die dank Gibbons extrem markanter Stimme etwas von Leonard Cohen oder Tom Waits hat.

Mit der ihm eigenen Lässigkeit manövriert Gibbons seinen Hotrod gekonnt durch all diese Genres und legt ein gelungenes Werk vor. Es ist sowohl logische Weiterführung der Vorgänger als auch ein eventueller Schlusspunkt der „Solo“-Trilogie. Denn immer wieder gibt es im Laufe der 37 minütigen Spielzeit von „Hardware“  Einsprengsel, die an  ZZ TOPs Achtziger und-Neunziger Zeit gemahnen, womit Gibbons sein Gefährt wieder in der ZZ-Garage parkt  - und damit womöglich bei einem schon lange angekündigten neuen Werk seiner Stammband.

Credit Bild: © Universal  Music Concord Records

Samstag, 29. Mai 2021

PUCCI: Updated Edition

Credit Bild: ©Taschen  Emilio Pucci  Archive, Florence

Es ist dem Wesen der Mode geradezu immanent: Trends verschwinden manchmal ebenso rasch wie sie auf den internationalen Laufstegen erschienen sind. Manches setzt sich eben durch und wird in den allgemeinen Kleidungskanon übernommen, anderes  wird in der nächsten oder spätestens der übernächsten Saison womöglich nicht mal mehr als Füller im Mittelteil des Defilees genommen. Doch eines ändert sich scheinbar nie und ist eine echte Konstante in der Branche – nämlich dass auf jeder Mailänder Modewoche, ganz gleich ob Spring/Summer oder Autumn/Winter, das Haus Pucci vertreten ist und mit knalligen Farbe und unverwechselbaren Prints und Jetset- Flair den „ewigen Sommer“ feiert.

Doch wer ist sie, die archetypische Pucci-Woman ? Für sie haben die Sechziger und Siebziger Jahre im Grunde nie wirklich geendet – zumindest der damit verbundene free-spirited Lifestyle. Sie ist das reiche hippieske Jet Set-Girl, das in seiner Kleidung und dem Schmuck den Chic jener Zeit verkörpert, allerdings nicht am Bazar in Marokko shoppt, sondern sich ihr Outfit aus dem Hause Pucci holt.

Pucci, das steht für Extravaganz mit Retro-Touch ohne dabei ins angestaubt Elitäre zu driften. Pucci war stets eines der It-Labels der internationalen Prominenz wie etwa Jacqueline Kennedy, Marilyn Monroe oder Liz Taylor. Gegründet wurde das Label vom Marchese Emilio Pucci di Barsento, dem „Prinz der Prints“. Der italienische Aristokrat traf mit seinen psychedelischen Prints den Nerv der Zeit, war aber nicht nur was seine Designs anbelangt ein Pionier, sondern auch beim  Ausbau der Marke ein Visionär. So gab es bei ihm gesondert Linien für Sportkleidung, Wohnen und Accessoires (was ja heute absolut usus im Business ist), überdies war Pucci eine der ersten Marken mit einem eigenen Logo.

Ein Strandoutfit der Spring/Summer Collection von 1954.
Credit Bild: ©
Emilio Pucci  Archive, Florence

Pyjama a la Pucci, Fall/Winter 1969
Credit Bild: ©Gian Paolo Barbierei

Die Schauspielerin Goya Toledo in Pucci, Fotoshooting für die spanische ELLE September 2021
Credit Bild: © Bernardo Doral, Elle Spain

Im Taschen Verlag ist nun eine aktualisierte Neuauflage der umfassenden Retrospektive und Hommage an den adeligen Labelgründer und seine Kultmarke erschienen: eine interessante und mit hunderten Archivfotos, Skizzen, Designs und anderen stimmungsvollen Ephemera illustrierte Reise durch die Geschichte einer Marke, die es geschafft relevant zu bleiben, auch dank kleiner Updates und Zugeständnisse an den Zeitgeist. Jeder Band hat dabei ein eigenes Coverdesign mit einem ausgewählten Originalmuster aus der Emilio-Pucci-Kollektion. Dadurch wird dieser schwere XL-Band, wenn man ihn im Wohnzimmer liegen hat, beinahe zum Einrichtungsgegenstand aus der Pucci Home Collection: ein echtes Liebhaberstück und nicht nur ein Buch - sondern ein Designstück über einen Designer.

Pucci. Updated Edition 
Vanessa Friedman, Alessandra Arezzi Boza, Armando Chitolina
Hardcover, 36 x 36 cm, 5,45 kg, 448 Seiten, 200 Euro
taschen.com

Freitag, 28. Mai 2021

MARILLION – WITH FRIENDS AT ST. DAVID´S

Credit Bild: ©Anne-Marie Forker  earMusic   

Anders als bei der nach wie vor gegen die Überalterung der Audience kämpfenden Klassik-Szene erfreut sich die breitenwirksame Verflechtung von E- und U- Musik in Form des Crossovers von Pop/Rock und Klassik ungebremster Beliebtheit. Und das sowohl beim Publikum,  das diese Amalgamationen regelmäßig in lichte Charts-Höhen katapultiert als auch bei den Künstlern selbst. Denn obwohl dieser Trend der Genre-Verflechtung nicht eben neu ist, wagen sich regelmäßig Bands in diesen Bereich vor, trotz der bei solchen Experimenten gegebenen, beträchtlichen Fallhöhe, denn allzu oft kommt es zu einem Abdriften ins tiefe Tal des Kitschs oder des über-orchestrierten Chaos.

Die Progressive Rocker Marillion zeigen mit ihrem heute veröffentlichten Live-Mitschnitt wie man es richtig macht und legen quasi ein Best Practice-Beispiel vor. 2019 wagten sich die britischen Musiker ins Reich der klassischen Instrumente und spielten zusammen mit dem Streichquartett „In Praise of Folly”, sowie Horn und Querflöte Neuinterpretationen ihrer Songs für das Album “With Friends From The Orchestra” ein. Das nun erschienene, darauf aufbauende “With Friends At St David's“ wurde bei der anschließenden Tour aufgenommen und zeigt einen Gig in Cardiff, bei dem die Verquickung der Genres sehr gut gelungen ist. Das mag zum einen an der Beschaffenheit des Ausgangsmaterials liegen - viele Marillion-Stücke weisen mit ihrer melodischen, dennoch komplexen Struktur einen ausgeprägten Hang dzum Bombast und zur großen Geste auf – ein Umstand, der durch die klassische Orchestrierung noch verstärkt wird. Dass dies gerade bei den balladesken Stücken gut funktioniert verwundert nicht.

Doch auch bei härter rockenden Nummern fügen die klassischen Instrumente interessante Akzente hinzu  – Highlight hierbei: der Led Zeppelin-Tribute, „Zeperated Out“, bei dem die „Kashmir“-artigen Streicher-Riffs zum integralen Bestandteil der Komposition werden. Die Band selbst ist von diesem Experiment - zurecht – begeistert, Sänger Steve Hogarth meint zur Tour und zum Album: “Das war vielleicht unsere Lieblings-Tour bisher. Sie bot uns die Gelegenheit, von Zeit zu Zeit innezuhalten und uns darin zu verlieren, wie sechs “klassische” Musiker die wundervollen Arrangements unseres Produzenten Mike zum Leben erwecken. Das hat wirklich eine andere emotionale Ebene und oft auch eine spielerische Freude an unserer Musik erzeugt.” 

“With Friends At St David's“ zeigt gerade in der Blu ray-Variante – die neben dem atmosphärischen Konzertfilm noch eine für Fans interessante Dokumentation enthält – wie gut  Prog Rock und klassischen Motive harmonieren können.
Credit Coverbild: © EarMusic   


Dienstag, 4. Mai 2021

DAS STAR WARS ARCHIV: EPISODE I-III 1999- 2005

Taschen Verlag    courtesy TASCHEN / © & TM 2020Lucasfilm. All Rights Reserved.  

Great Expectations – mit genau diesen zwei Worten könnte man das kollektive Gefühl von Millionen Kino-und Star Wars-Fans subsumieren, die in den späten Neunzigern der Veröffentlichung der Prequels zu George Lucas Sternen-Saga entgegenfieberten. Wie konnte es zum Aufstieg des Imperators und des galaktischen Imperiums kommen, wie wurde aus Anakin Skywalker der röchelnde Sith Lord Darth Vader und was genau passierte mit dem einst prosperierenden Orden der Jedi? Die neuen Filme versprachen Antworten auf all diese Fragen.

Lange vor Youtube und der großen Gleichzeitigkeit von Social Media schaffte es Lucas mit einem beispiellos gelungenen Marketing-Schachzug einen neuen Demand für filmische Einträge im Star Wars-Universum zu generieren: eine digital aufgemotzte Neuaufführung der Classic Trilogy, Action Figuren als Sneak Peeks der neuen Filme und ein geheimnisvoller Trailer, der als meist Gedownloadeter in die Geschichte eingehen sollte. Mit diesem vielleicht langanhaltendsten Tease der Kino-History  schürte der Regisseur und Franchise-Erfinder über Jahre hinweg eine ungeheure Erwartungshaltung für den Auftakt der Prequel-Trilogie. Eine Erwartungshaltung,  die letztlich ins Unermessliche anstieg und so selbst von Lucas, diesem kongenialen Erfinder eines modernen Mythos, nicht zur Gänze erfüllt werden konnte. Denn das Endergebnis -  drei mitunter kontrovers diskutierte Filme - spalten bis heute die Fan-Gruppen. 

Nun ist pünktlich zum heutigen Star Wars-Tag (May the 4th – May the Force…) im Taschen Verlag ein neuer XXL-Bildband erschienen, der die faszinierende Genesis dieses ehrgeizigen Großprojekts nacherzählt.

Episode III: Der Dreh des Triells von Anakin, Obi-Wan und Count Dooku
courtesy TASCHEN / © & TM 2020Lucasfilm. All Rights Reserved.

Episode III: Stunts vor dem Blue Screen
courtesy TASCHEN / © & TM 2020
Lucasfilm. All Rights Reserved.

George Lucas und der junge Anakin (Jake Llyod) am Tatooine-Set in Tunesien
courtesy TASCHEN / © & TM 2020
Lucasfilm. All Rights Reserved.
Wie man das vom Kölner Luxus-Verlag gewohnt ist, fällt auch dieser zweite Eintrag in der Star Wars-Retrospektiv-Reihe sehr aufwendig aus. Mit seinen wuchtigen Ausmaßen ist er definitiv wesentlich schwerer als ein Millenium Falcon-Modell mit voller Action Figuren-Besatzung und hebt sich auch vom Design her (roter Sternen Sparkle-Einband!) von den unzähligen Büchern zum Thema ab. Wie schon der erste Band zur Classic Trilogy ist auch der Neue  wiederum in enger Kooperation mit George Lucas und Lucasfilm entstanden. Dies garantierte einen äußerst umfangreichen Einblick ins Making von  „Episode I-III“ sowie zur Classic Trilogy-Neuauflage. Filmhistoriker Paul Duncan tauchte tief in das Archiv von Lucas´ Traumschmiede ein und förderte Unmengen an Fotos und Behind The Scenes-Material zu Tage: rare Dokumente, Drehbuchseiten, Produktionsunterlagen, Konzeptentwürfe, Storyboards , eine Fülle an Fotos aus den Filmen sowie ein extrem ausführliches Exklusivinterview mit dem Regisseur machen für den Leser den jahrelangen Entstehungsprozess nachvollziehbar.

Retrospektiv betrachtet und auch im Vergleich zur teils missglückten neuen „Sequel“-Trilogie fällt das Urteil über die Prequels wesentlich milder aus. Lucas zeigte sich hier erneut als Virtuose an der Klaviatur des Marketings sowie in der Erschaffung immersiver fiktiver Welten. Insbesondere „Episode I“ ist fraglos ein Schlüsselwerk des modernen Event-Kinos, wie man es heute etwa vom Marvel Cinematic Universe kennt. Der neue Bildband rehabilitiert die oft gescholtenen Filme nicht zur Gänze, verdeutlicht jedoch den enormen Aufwand der hinter diesen Werken steckte. Das macht dieses spannende Archiv-Buch nicht nur für die härtesten Star Wars-Fans interessant sondern auch für jene, die sich mit der Magie hinter den Kulissen der bewegten Bilder interessieren.

TASCHEN
The Star Wars Archives. 1999–2005  Paul Duncan
Hardcover, Halbleinen, 41,1 x 30 cm, 6,88 kg, 600 Seiten, 150 Euro
taschen.com

Donnerstag, 15. April 2021

VOLKER HINZ – HELLO. AGAIN

© Volker Hinz, Hartmann Books 2021

Der Fotograf darf nicht langweilen. Langweilige Bilder gibt es genug.“ Dieses Zitat des  deutschen Fotografen Volker Hinz kommt einem Credo gleich, dem sich der weitgereiste Bildjournalist zeitlebens verschrieben hatte. Denn egal ob er internationale Stars vor seiner Hasselblad hatte oder scheinbar alltägliche Impressionen seiner Roadtrips festhielt – langweilig waren seine aufwendigen Aufnahmen zu keinem Zeitpunkt. Der 2019 verstorbene Hinz zählte zu den ganz großen Persönlichkeiten der deutschen Fotografenszene, dessen Karriere genau ins goldene Magazin-Zeitalter fiel. Nach Anfängen bei der Bonner Sven Simon Agentur wechselte er 1974 zum Stern,  für den er in den darauffolgenden Jahrzehnten unzählige  Foto- und Reisereportagen und Prominenten-Portraits realisierte. Es war die Zeit der großen Bildstrecken. Nach amerikanischem Vorbild lieferten auch deutschsprachige Medien qualitativ hochwertige Lang-Reportagen mit ausladenden Bildstrecken, die für die Leser ein Tor zu oft unerreichbaren Welten darstellten. Gerade der Stern hatte in dieser Ära eine Exklusiv-Story nach der anderen. Die entsprechenden Budgets und die Zeit um Langfeatures überhaupt umzusetzen gab es damals noch und  Fotografen konnten ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Paradebeispiel hierfür sind die beeindruckenden Aufnahmen Hinz'. Beruf: Fotograf mag die Job Description gewesen sein, doch neben dem journalistischen Handwerk fiel immer auch seine ausgeprägt künstlerische Komponente auf.

Über Hinz wird gesagt, dass man ihn nie ohne seine Kamera antraf – was durchaus plausibel erscheint  – anders wären die zu gleichen Teilen spontan und durchkomponiert wirkenden Aufnahmen, die im neu erschienen Bildband „Hello. Again“ (Hartmann Books) präsentiert werden, wohl nicht möglich gewesen. In einer Zeit in der nationale und internationale Stars noch die Aura des Unnahbaren umgab, war Hinz teilweise hautnah dabei - was mitunter im wörtlichen Sinne zu verstehen ist: Franz Beckenbauer und Pelé  „full frontal“ in der Dusche nach dem Spiel; die steirische Eiche Arnold Schwarzenegger im "Conan"-Modus beim "pumping iron" im Gym Anfang der 80er; Modezar Karl Lagerfeld im Auge des Sturms des Modezirkus; Beat-Kultautor William S. Burroughs - mit Flinte! - auf seiner Veranda; den Schneider von Nashville Nudie Cohen in seinem extravaganten Gefährt;  "Mutti" Angela Merkel und ihre fast schon ikonische Raute; Helmut Schmitt und der Rauch seiner - what else ? - Mentholzigarette;  Newton'sche Laszivitäten im Nachtclub;  eine unbekannte Sonnenanbeterin auf der Haube eines Autos in Key West.... 

© Volker Hinz, Hartmann Books 2021

© Volker Hinz, Hartmann Books 2021

© Volker Hinz, Hartmann Books 2021
Alle Snapshots haben eins gemeinsam : sie funktionieren als journalistisches Portrait ebenso wie als Foto-Kunstwerk. Nicht von ungefähr sagte man ihnen nach, dass sie „hinzig“ waren - so stark war die Handschrift des Volker Hinz.

"Hello.Again" zeigt in retrospektivischer Manier einen  passionierten Geschichtenerzähler, der mit seiner Kamera nicht nur geniale Promi-Bilder schoss sondern - ein sehr moderner Ansatz, wenn man sich die aktuelle "school of photography" vergegenwärtigt- auch im Alltäglichen, vermeintlich Banalen, etwas Besonderes entdeckte. 
Gleichzeitig erzählt dieser gelungene Bildband  aber auch von einer untergegangenen Presse- und Medienlandschaft - und verdeutlicht wie selten die echten Scoops und auch Fotoreporter vom Format eines Volker Hinz geworden sind.

Volker Hinz – Hello Again
Einleitung von Henriette Väth-Hinz, Texte von David Burnett, Ulrich Rüter und Nina Venus
Hardcover, Leinen mit Prägung und eingeklebtem Bild, 24 x 26,5 cm
192 Seiten,232 Abbildungen, ISBN 978-3-96070-062-3
Hartmann Books