Donnerstag, 30. Juni 2022
21 JAHRE - WIE ICH NIKKI SIXX WURDE
Dienstag, 21. Juni 2022
ALFRED WERTHEIMER: ELVIS AND THE BIRTH OF ROCK AND ROLL
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| Credit Bild: © Alfred Wertheimer / Courtesy Taschen |
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| Credit Bild: © Alfred Wertheimer / Courtesy of Taschen |
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| Credit Bild: © Alfred Wertheimer / Courtesy of Taschen |
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| Credit Bild: © Alfred Wertheimer / Courtesy of Taschen |
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| Credit Coverbild: © Alfred Wertheimer Taschen |
MUHAMMAD ALI 80: THE FIGHT
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| Credit Coverbild: © Taschen
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SCHWERGEWICHTIGE
RETROSPEKTIVE AUF EINEN JAHRHUNDERT-SPORTLER RUNDE 2
10 Millionen steuerfreie Dollar Preisgeld, ein Boxkampf mit hochpolitischen Dimensionen, gut 60. 000 Fans die martialisch enthusiasmiert "Ali Bomaye" ("Ali, Kill Him") skandieren, extreme Hitze, ein Diktator,...und ein Ringkampf mit einem Alligator?
Die Ingredienzen für das im neuen Bildband "The Fight" dokumentierte Event sind gelinde gesagt spektakulär. Besagter "Fight" ist der legendäre "Rumble In The Jungle": Ali vs. Goerge Foreman am 30. Oktober 1974 in Kinshasa, Zaire (heute: Demokratische Republik Kongo). Für manche ist dies der wichtigste Kampf in Alis gesamter Karriere, für andere nichts weniger als das größte Sportereignis aller Zeiten. In jedem Fall handelt es sich um einen prägenden Moment für den afrikanischen Kontinent sowie eines der denkwürdigsten Comebacks im Boxsport (Ali holte sich dort jenen Weltmeistertitel zurück, dem man ihn in den USA - politisch motiviert aufgrund seiner Wehrdienstverweigerung- aberkannt hatte),
Der ebenso berühmte wie berüchtigte Boxpromotor Don King tat alles dafür, dass der Showdown zwischen dem damals bereits 32-jährigen und in zuvor absolvierten Kämpfen nicht mehr haushoch überlegenen Ali und George Foreman, den als Buchmacher-Favorit der Nimbus des Unbesiegbaren umgab, zu einem medialen Großereignis wurde. Zaires Diktator Mobutu Sese Soko konnte von King überzeugt werden, den Fight in seinem Reich abzuhalten, gute Promo für das arme Land war damit gewiss. Ganz nebenbei würde das immense Preisgeld durch diesen Austragungsort nicht von der amerikanischen Steuerbehörde belangt werden können. Im Rahmenprogramm fand überdies ein überaus prominent besetztes Konzert mit Stars wie B.B. King, James Brown Miriam Makeba, The Spinners und The Crusaders statt.
All dies hätte schon gereicht um den "Rumble" zu einem
bemerkenswerten Event zu machen. In diesem Fall kam jedoch noch eine politisch
brisante Komponente hinzu. Ali, der sich schon im Jahrzehnt zuvor kein
Blatt vor den Mund genommen hatte, wenn es um die Rechte der Schwarzen
ging, wurde von der Bevölkerung Zaires als einer der Ihren und sogar als
Repräsentant Afrikas gesehen.
Forman hingegen wurde als Vertreter der weißen Amerikaner geradezu
geschmäht. Dass er sich noch dazu einen PR-Fauxpas leistete, in dem er in Zaire
mit einem deutschen Schäferhund auftrat (einem Symbol für die traumatische
Kolonialismus-Vergangenheit des ganzen Kontinents) tat sein Übriges. Von
seinem Sieg zeigte sich der stets selbstbewusste Ali im Vorfeld überzeugt: Das "Wrestle With An Alligator"-Zitat vom Beginn dieses Reviews stammt
aus einer seiner ebenso legendäre gewordenen Pre-Fight-Reden, mit denen er
unterstrich wer hier "the baddest boxer in town" ist.
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| Credit Bild: © Neil Leifer Taschen |
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| Credit Bild: © Neil Leifer Taschen |
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| Credit Bild: © Neil Leifer Taschen |
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| Credit Bild: © Neil Leifer Taschen |
MUHAMMAD ALI 80: GREATEST OF ALL TIME
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Credit Bild: © GOAT/Taschen |
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| Credit Bild: © GOAT/Taschen |
"Greatest Of All Time" - kurz GOAT - dokumentiert den Aufstieg Clays/Alis, seine größten Fights, die Erfolge und auch die Rückschläge. Die ursprüngliche Erst-Auflage von GOAT war eine limitierte "Collector´s Edition", die günstigere Neuauflage wurde von satten 23 Kilo auf unter 7 Kilo abgespeckt - in die echte Leichtgewichtsklasse fällt dieser Band damit letztlich jedoch noch immer nicht.
Durch extra für dieses Buch geschriebene Essays sowie eine Auswahl der besten historischen Artikel und Interviews hat dieser Hochglanz-Bildband Züge einer Biographie. Die gezeigten Aufnahmen sind teils spektakulär, Bilder wie Neil Leifers Shot von Ali, der den am Boden liegenden Sony Liston zum Weiterkämpfen auffordert, gehören zu den ikonischen Momenten der Sportfotografie - und unterstreichen den "Larger Than Life" Charakter der Hauptfigur dieser Monographie, die sowohl den Appeal dieses Sportler nachvollziehbar macht - und Ali auch als Teil der Popkultur zeigt.
Ein Boxkommentator würde über dieses Buch wohl atemlos "It´s a Knockout" in sein Mikro rufen.
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| Credit Bild: © Neil Leifer, GOAT/Taschen |
SIMON MCBRIDE – THE FIGHTER
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| Credit Coverbild: © earMusic |
Auch ohne ganz große Hitsongs im klassischen Sinne ist dieses im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne stehende Werk ein Genuss für gitarren-affine Zuhörer - nicht zuletzt aufgrund der großartigen Sounds, die McBride seinen Instrumenten entlockt und der immens druckvollen und dynamischen Produktion.
Mittwoch, 15. Juni 2022
Paul McCartney 80: Eine Biographie in Songtexten
| Credit Bild: © C.H. Beck Verlag |
Den Schlüssel zum Verständnis dieses faszinierenden Buchs liefert der Musiker im Vorwort gleich selbst: „Unzählige Male wurde ich schon gebeten, eine Autobiografie zu schreiben, aber nie war die richtige Zeit dafür. Meist zog ich Kinder groß oder war auf Tournee – beides ist nicht ideal, wenn man sich über lange Strecken konzentrieren möchte. Das einzige, was immer ging, egal ob zu Hause oder unterwegs, war Songs zu schreiben. Wenn Leute erst mal ein gewisses Alter erreicht haben, greifen sie gerne auf Tagebücher oder Terminkalender zurück, erinnern sich Tag für Tag an vergangene Ereignisse, aber solche Aufzeichnungen habe ich nicht. Was ich habe, sind meine Songs – hunderte – und eigentlich erfüllen sie denselben Zweck. Sie umspannen mein gesamtes Leben.“
Ein ganzes Leben in den Zeilen von Liedern, bei McCartney trifft dies in besonderem Maße zu. Über 400 Songs hat er geschrieben, 150 wurden für "Lyrics" ausgewählt und repräsentieren die unterschiedlichen Stationen und Entwicklungen eines Künstlers, der zwar schon früh seine ganz persönliche Handschrift gefunden hat und dennoch bis heute neugierig und experimentierfreudig geblieben ist. 24 Gesprächs-Sessions zwischen McCartney und dem Dichter und Pulitzer-Preisträger Paul Muldoon, die zwischen 2015 und 2020 stattfanden, bilden die Basis dieser Bände. Der irische Poet fungierte dabei als Editor der Erinnerungen des Songpoeten. Der informell-sympathische Stil der McCartney´schen O-Töne ist dem Fan aus unzähligen Interviews wohlbekannt. Hier geht er beinahe in „Amarcord“-Manier zurück zu seiner Kindheit im Nachkriegs-Liverpool und dem Ursprung seiner musikalischen Passion. Schon früh zeigte sich bei dem Jungen aus der englischen Hafenstadt ein untrügliches Gespür für Ton- und Akkordfolgen. Als Vierzehnjähriger begann er Songs zu schreiben, er selbst spricht von einem instinktiven Akt. Zunächst studierte er seine Rock N´ Roll-Idole und lernte anhand deren Aufnahmen das Hit-Handwerk. Schnell erwies sich der junge Autodidakt als geborener Songwriter, Anknüpfungspunkte bei den gleichaltrigen Kids der Nachbarschaft boten sich dem jungen Paul mit diesem Talent jedoch nicht, erst als er den von der gleichen Musik faszinierten John Lennon traf, fand er einen Gleichgesinnten. Immer wieder sind es auch die Konstanten und roten Fäden, die sich durch das Werk McCartneys ziehen, die hier noch deutlicher sichtbar werden. Etwa wenn es um den tragischen, frühen Tod der Mutter geht. Deren Verlust versuchte McCartney im frühesten hier vorgestellten Song „I Lost My Little Girl“ zu verarbeiten, später nahm "Mother Mary" dann eine zentrale Rolle in den Lyrics von „Let It Be“ und auch in „Yesterday“ ein.
In den Lyrics und Erinnerungen erfährt man viel über den Menschen hinter der Legende und was ihn zu seinen Songs und empathischen Texten inspirierte. Dass Sir Paul einer der produktivsten Songwriter der neueren Musikgeschichte ist, war natürlich schon lange vor diesem Doppelband bekannt - die schiere Konzentration von 156 Stücken, von denen doch ein Gutteil entweder ein ikonischer Klassiker ist, Hit-Status genießt oder zumindest einen bemerkenswerter Album-Track darstellt, beeindruckt dennoch. Zudem zeigen diese Bücher erneut McCartneys immense Bandbreite, die von tiefgehender Introspektion ("Yesterday") über das allzu Weltliche („Why Don´t We Do It In The Road“ vom „weißen Album") bis hin zum Hymnisch-Spirituellen ("Hey Jude") reicht.
Paul McCartney – Lyrics von Paul McCartney, Paul Muldoon (Editor), Zwei Bände im Schuber (Leinen). 912 S. mit ca. 647 Abbildungen, erschienen in deutscher Übersetzung im C.H. Beck Verlag
TASCHEN WAREHOUSE SALE SOMMER 2022
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| ©Taschen Verlag |
in den Flagship-Stores
Dienstag, 14. Juni 2022
IL VOLO SINGS MORRICONE
| Credit Coverbild: © Masterworks (Sony Music) |
Entstanden ist es mit Beteiligung der Familie Morricones, Sohn Andrea schrieb selbst Liedtexte für dieses Album. Dirigent Marcello Rota führte das Roma Sinfonietta Orchestra, welches seit seiner Gründung intensiv mit Morricone zusammengearbeitet hatte, klanglich an Orte wie Almería und ins Monument Valley, die Teil des kollektiven Gedächtnis von Cineasten weltweit sind. Jazz-Trompeter Chris Botti, Cellist Hauser und Geiger David Garrett absolvieren Gastauftritte.
Ob dieses Album gelungen ist, hängt vor allem davon ab, ob der Zuhörer eher Morricone oder eher Il Volo Fan ist. Wer beim anschwellenden Intro von "Jill´s Theme" aus "Once Upon A Time In The West" nicht an Claudia Cardinale denkt, die an der Bahnstation vergebens darauf wartet, abgeholt zu werden, wird vermutlich mehr Gefallen an der wenig subtilen, maximalistischen Herangehensweise des Belcanto-Trios finden. So schön ihre Stimmen auch sind, die Nuancen der Originale - die ohne Text oder nur mit dem legendären Koloratur-Gesang Edda Dell´Orsos gewaltige Emotionen, die vom persönlichen Verlust bis zum Untergang des alten Westens vertonten - vermögen die Neuaufnahmen nicht zu transportierten. Dass mit dem Stück "Il colori dell´amore" eine Rarität dabei ist (erstmals aufgeführt 2021, also nach Morricones Tod ) macht dieses Album für Sammler dennoch interessant.
Dienstag, 7. Juni 2022
YELLO 40 – OH YEAH
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| Copyright: Boris Blank, Dieter Meier, Edition Patrick Frey, 2021 |
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| Copyright: Boris Blank, Dieter Meier, Edition Patrick Frey, 2021 |
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| Copyright: Boris Blank, Dieter Meier, Edition Patrick Frey, 2021 |
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| Copyright: Boris Blank, Dieter Meier, Edition Patrick Frey, 2021 |
Samstag, 4. Juni 2022
SCORPIONS - Das Sonderheft (ROCK CLASSICS #35)
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| Coverbild: © Slamzine |
Dienstag, 31. Mai 2022
JOE SATRIANI – THE ELEPHANTS OF MARS
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| Credit Coverbild: © earMusic EDEL |
„The Elephants Of Mars“ ist selbst für den sci fi-affinen Satriani (schon 1987 glitt er auf „Surfing with The Alien“, eine der besten und erfolgreichsten Instrumental-Platten aller Zeiten, durch die Galaxie) ein durchaus futuristisches Album. Die Space-Thematik zieht sich wie ein roter Faden durch dieses Werk, das über weite Strecken wie ein Soundtrack für eine neue SF-Serie klingt. Der Zuhörer kann sich jedenfalls nicht des Eindrucks erwehren, dass dies doch ein eher untypisches Album für den Virtuosen ist.
Dies mag auch am für Satriani ungewöhnlichen Entstehungsprozess liegen, denn „Elephants…“ ist Satchs Pandemie-Album. Lockdown-bedingt zwangsbefreit von den Verpflichtungen des ewigen Album-Tour-Album-Tour-Zyklus ist dies ein vollständig im Homestudio kreiertes Werk auf dem Satriani zudem erstmals gänzlich auf physische Amps verzichtete und seine Gitarren direkt in Software-Plug-Ins spielte.
Die das Album begleitende Werbung verspricht vollmundig „It Moves, It Swings, It Rocks“ - und tatsächlich, hier gibt es eine überaus eklektische Mischung unterschiedlicher Stile die neben melodischem Rock auch Fusion-Anleihen und sogar Dance-artige Exkursionen inkludiert. Die häufig auf reduzierten Melodie-Motiven basierenden Songs (siehe etwa die medidativ groovende Leadsingle "Sahara") scheinen beinahe so etwas wie der Kommentar des Veteranen Satriani zu den "20 Second Guitar Wonders" der Tik Tok- und YouTube-Generation zu sein, die den Social Media-User mit perfekt ausgearbeiteten Content-Snippets versorgen - die ähnlich wie manch rein akrobatisch ausgerichtete Saitenakrobaten der Eighties vor allem eines wollen: beeindrucken – und dabei relativ wenig aussagen. Im Kontrast dazu war Satriani immer einer jener Gitarristen, die selbst bei komplexen Nummern fehlerfrei und sauber spielen, bei denen jedoch die eigene Virtuosität - selbst am Höhepunkt der Shred-Welle der Achtziger - nie zum Selbstzweck wurde.
Auch auf "Elephants" zeigt Satch vor allem seine bekannte Mühelosigkeit mit der er seiner Ibanez vokalartige Lines entlockt und fluid zwischen den Genres wechselt. Bei aller Experimentierfreude muss man jedoch auch konstatieren, dass die einzelnen Stücke nie den einprägsamen Hitcharakter erreichen, der die Songs von Alben wie dem Classic Rock-orientierten "The Extremist" oder "Flying In A Blue Dream" so zeitlos gemacht hat.
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| Credit Bild:© Eduardo Peña Dolhun |
Dienstag, 10. Mai 2022
DIKTATOREN IM KINO
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Credit Coverbild: ©Zsolnay Verlag |
Sonntag, 8. Mai 2022
CHUCK BERRY - HAIL! HAIL! ROCK N´ ROLL
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| Credit Coverbild: © Studio Hamburg / Universal Music |
In den
80ern des vergangenen Jahrhunderts steuerte die Rock N´ Roll und
Rockabilly-Revival-Welle kontinuierlich auf ihren Höhepunkt zu. Musiker wie
Brian Setzer, Shakin´ Stevens, Dave Edmunds oder die Blasters
feierten mit purem Rock N' Roll große Erfolge. Ikonen der ersten Stunde wie
Carl Perkins, Roy Orbison oder die Everly Brothers standen wieder verstärkt im
Fokus der Mainstream-Öffentlichkeit. Und auch in Hollywood war die klassische
Rock N' Roll-Ära geradezu omnipräsnet: von den Buddy Holly- und Jerry Lee
Lewis-Biopics bis hin zu Francis Ford Coppolas nostalgischem "Peggy Sue
Got Married". Die 50s, sie schienen damals sehr nah, sehr präsent -
was sich auch im Fashion-Stil der damaligen Zeit
widerspiegelte.
Teil
dieses Revival-Phänomens war auch der Doku- und Konzertfilm „Hail!Hail! Rock
N´Roll", entstanden unter der Regie von Taylor Hackford. Dieser
hatte u.a. mit dem Richard Gere Romance-Klassiker „Ein Offizier und Gentleman“
einen der ganz großen 80er-Hits gelandet. Nach einem Neo Noir-Thriller
("Against All Odds") und einem Tanzfilm ("White Nights" mit
Mikhail Baryshnikov) widmete er sich ganz dem Rock N' Roll und drehte sowohl
das solide Richie Valens-Biopic "La Bamba" als auch das
großartige Portrait einer der wichtigsten Ikonen des Rock, Charles „Chuck“
Edward Anderson Berry. Anlässlich von Berrys 60. Geburtstag wurden für
"Hail! Hail! Rock N' Roll" sowohl eine ausführliche Doku als auch ein
Anniversary Gig inklusive der Rehearsals gefilmt. Nun ist dieser Film erstmals
auf Blu ray erschienen.
Der Titel stammt aus dem frenetisch-euphorischen Refrain des Songs "School Days" in dem Berry, einer der begnadetsten Librettisten des damals noch jungen Genres, nicht nur kongenial den monotonen Alltag eines Schuljungen beschreibt, sondern auch die Kraft der Musik besingt - das Heilmittel gegen Alltagssorgen, man findet es in der Jukebox. Die Besetzung des Gigs zu Ehren Chucks war mehr als "star studded" : Keith Richards, der auch der Musical Director fungierte, Mr. Slowhand Eric Clapton, Linda Ronstadt, Robert Cray, Etta James, Johnnie Johnson, Steve Jordan, Bobby Keys, Julian Lennon und Joey Spampinato von NRBQ. Wenn Berry etwa John Lennons Sohn Julian auf der Bühne begrüßt oder Eric Clapton unnachahmlich den Blues bei "Wee Wee Hours" spielt, schließt sich ein Kreis. Bemerkenswert ist dieser Dokumentarfilm jedoch noch aus einem anderen musikhistorischen Grund: hier kommt es zu einer der ersten Kollaborationen zwischen dem Drummer Stanley Jordan und Rolling Stone Keith Richards. Zuvor hatte Jordan schon bei den Studioaufnahmen zum Album "Dirty Work" mit den Stones gearbeitet , in den darauffolgenden Jahren spielte er immer wieder mit Richards bei dessen Soloprojekten . 2021 sprang Jordan bei der damals aktuellen Tour für den erkrankten Charlie Watts ein. Nach dem völlig überraschenden Tod Watts scheint Jordan, nun permanent Teil der dienstältesten Rockband der Welt geworden zu sein.
Die Blu
ray-Neuauflage von Hackfords Berry-Portrait liefert sehr gute
Bildqualität sowie druckvollen, plastischen und klaren Sound. Das durchaus
üppige Bonusmaterial zeigt ausführlich die gerade für Musiker hochinteressanten
Proben. Nur leider kann man aus unerklärlichen Gründen nicht alle im
Spielfilm verteilten Musiksegmente separat ansteuern, da hilft dann nur spulen
wie seinerzeit bei VHS-Kassetten. Das hätte man wirklich besser
lösen können. So ist die Blu ray-Konvertierung aufgrund dieses kleinen,
aber dennoch störenden Mankos nicht hundertprozentig perfekt - doch Hackfords Film bleibt ein gelungenes und einfühlsames
Portrait eines außergewöhnlichen Musikers, das
auch schwierige Aspekte in der Persönlichkeit Berrys nicht verschweigt.
Samstag, 7. Mai 2022
CHUCK BERRY - LIVE FROM BLUEBERRY HILL
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| Credit Coverbild: © Dualtone Music /MNRK-Bertus |
"Live From Blueberry Hill" bietet einen veritablen Querschnitt durch Chucks frühe Diskographie, mit Klassikern wie "Roll Over Beethoven", "Nadine" und natürlich "Johnny B. Goode". Obwohl diese rauen Aufnahmen von nicht das ultimative Live-Dokument Berrys sind, bekommt der Zuhörer hier ein sehr gutes Gefühl dafür, wie die Atmosphäre im Duck Room gewesen sein muss.
Mittwoch, 4. Mai 2022
STAR WARS DAY MAY THE 4TH 2022: DAS STAR WARS ARCHIV: EPISODE I-III 1999-2005
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| Taschen Verlag courtesy TASCHEN / © & TM 2020Lucasfilm. All Rights Reserved. |
Lange vor Youtube und der großen Gleichzeitigkeit von Social Media schaffte es Lucas mit einem beispiellos gelungenen Marketing-Schachzug einen neuen Demand für filmische Einträge im Star Wars-Universum zu generieren: eine digital aufgemotzte Neuaufführung der Classic Trilogy, Action Figuren als Sneak Peeks der neuen Filme und ein geheimnisvoller Trailer, der als meist Gedownloadeter in die Geschichte eingehen sollte. Mit diesem vielleicht langanhaltendsten Tease der Kino-History schürte der Regisseur und Franchise-Erfinder über Jahre hinweg eine ungeheure Erwartungshaltung für den Auftakt der Prequel-Trilogie. Eine Erwartungshaltung, die letztlich ins Unermessliche anstieg und so selbst von Lucas, diesem kongenialen Erfinder eines modernen Mythos, nicht zur Gänze erfüllt werden konnte. Denn das Endergebnis - drei mitunter kontrovers diskutierte Filme - spalten bis heute die Fan-Gruppen.
Nun ist pünktlich zum heutigen Star Wars-Tag (May the 4th – May the Force…) im Taschen Verlag ein neuer XXL-Bildband erschienen, der die faszinierende Genesis dieses ehrgeizigen Großprojekts nacherzählt.
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| Episode III: Der Dreh des Triells von Anakin, Obi-Wan und Count Dooku courtesy TASCHEN / © & TM 2020Lucasfilm. All Rights Reserved. |
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| Episode III: Stunts vor dem Blue Screen courtesy TASCHEN / © & TM 2020Lucasfilm. All Rights Reserved. |
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| George Lucas und der junge Anakin (Jake Llyod) am Tatooine-Set in Tunesien courtesy TASCHEN / © & TM 2020Lucasfilm. All Rights Reserved. |
Retrospektiv betrachtet und auch im Vergleich zur teils missglückten neuen „Sequel“-Trilogie fällt das Urteil über die Prequels wesentlich milder aus. Lucas zeigte sich hier erneut als Virtuose an der Klaviatur des Marketings sowie in der Erschaffung immersiver fiktiver Welten. Insbesondere „Episode I“ ist fraglos ein Schlüsselwerk des modernen Event-Kinos, wie man es heute etwa vom Marvel Cinematic Universe kennt. Der neue Bildband rehabilitiert die oft gescholtenen Filme nicht zur Gänze, verdeutlicht jedoch den enormen Aufwand der hinter diesen Werken steckte. Das macht dieses spannende Archiv-Buch nicht nur für die härtesten Star Wars-Fans interessant sondern auch für jene, die sich mit der Magie hinter den Kulissen der bewegten Bilder interessieren.
TASCHEN
The Star Wars Archives. 1999–2005 Paul Duncan
Hardcover, Halbleinen, 41,1 x 30 cm, 6,88 kg, 600 Seiten, 150 Euro
taschen.com
Montag, 18. April 2022
DIE LICHT- UND SCHATTENSEITEN DER STADT DER ENGEL: LOS(T) ANGELES
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| Coverbild: © Michael Dressel Hartmann Books, 2021 |
Doch hinter der schönen Fassade verbergen sich auch bodenlose Abgründe. Hollywood mag zwar die gesamte Stadt in ein gleißendes Scheinwerferlicht tauchen, doch dadurch werden die Schatten nur umso länger. Denn die „City Of Angels“ ist nicht nur Film-Hauptstadt und Symbol für den „Californian Way Of Life“ sondern offenbart ihren Bewohnern ebenso wie (touristischen) Besucher auch extreme Gegensätze. Unsagbarer Reichtum und Luxus-Villen auf der einen und verwahrloste Straßenzüge sowie immer stärker werdende soziale Probleme auf der anderen Seite. Von der horrenden, für Europäer fast nicht vorstellbaren (und gerade ganz aktuell wieder besonders heftigen) Kriminalitätswelle ganz zu schweigen. Darüber hinaus wird der Sunset Boulevard auch oft zum Boulevard Of Broken Dreams - Los Angeles kann das Sprungbrett zur Weltkarriere sein und ist gleichzeitig das Auffangbecken für gescheiterte Schauspieler, die sich in den Restaurants der Stadt über Wasser halten müssen. Sie alle eint, dass sie stets immer nur scheinbar einen Schritt von der entscheidenden Begegnung oder der Rolle, die ihnen den Durchbruch verspricht, entfernt sind.
Genau diese Kontraste und diese Spannungsfelder sind auch die Hauptthemen in den Bildern von Michael Dressel, der in den Straßen von L.A. mit seiner Kamera auf Streifzug ging um die "harten Realitäten" dieser Stadt einzufangen. Der neue, wortspielerisch betitelte Bildband "Los(t) Angeles" zeigt nun erstmals eine Auswahl seiner Arbeiten aus den Jahren 2014–2020. Die expressive Schwarzweiß-Ästhetik dieser Aufnahmen unterstreicht den schonungslosen Blick, den Dressel auf seine Wahlheimat wirft. Gerade der "Real Life"- und Straßenfotografie wohnt stets in besonderem Maße ein gewisser anthropologischer Voyeurismus inne, Dressel bleibt jedoch stets empathisch, Das Ergebnis seiner Foto-Safari im Großstadtdschungel ist mal grotesk, manchmal traurig, dann wieder komisch und auch durchaus stylish - wenn etwa ein makelloses Models, die Straße einnimmt, als wäre diese ihr persönlicher Catwalk.
In bester Street Photography-Tradition bleibt es dem Betrachter letztlich selbst überlassen, wie er die hier gezeigten Momentaufnahmen interpretiert. Dressels unverblümtes Portrait vom Alltag im La La Land offenbart dem Betrachter jedoch stets die Dualität des American Dreams - der für die einen in Erfüllung geht und für die anderen unerreichbar bleibt - und zeigt die glamourösen, banalen und dunklen Seite der "Californication".
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| Credit Bild: © Michael Dressel Hartmann Books, 2021 |
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| Credit Bild: © Michael Dressel Hartmann Books, 2021 |
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| Credit Bild: © Michael Dressel Hartmann Books, 2021 |
Michael Dressel-Los(t) Angeles ca. ca. 176 Seiten, ca. 110 Abbildungen, 23 × 28 cm Text von Matthias Harder und ein Interview zwischen F. Scott Hess und Michael Dressel, Deutsch/Englisch, Hardcover mit Schriftprägung ISBN 978-3-96070-071-5, Hartmann Books, co-published mit Gingko Press



















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