Freitag, 29. Oktober 2021

HALLOWEEN 2021 SCARY BOOKS: H.R. Giger Poltergeist II: Drawings 1983 -1985

Copyright: H.R. Giger, Edition Patrick Frey 2021
Die Spooky Season - oder auch "Schocktober" - ist zurück. Und was passt besser zu Halloween, als Horrorfilme im Heimkino, insbesondere wenn vor der Haustür nach wie vor ein Real Life-George A. Romero-Film stattfindet ? Also auf zu den dunklen Pfaden der eigenen DVD- und Blu ray-Collection für die Horror-Show am Flatscreen.
Den 1986 erschienenen Streifen "Poltergeist II" (Originaltitel: Poltergeist II: The Other Side) wird man sich allerdings wohl eher nicht in den Player schieben. Den das Sequel zu Tobe Hoopers  paranormalen Beitrag zum Terrorkino von 1982 ging den Weg vieler Fortsetzungen und konnte nicht mit seinem Vorgänger mithalten . Das "Empire Strikes Back"- Phänomen, bei dem der zweite Teil den Erstling übertrifft oder gar zum besten Teil einer Filmreihe wird, ist eben selten.  Bei "Poltergeist II" kamen überdies Widrigkeiten beim Entstehungsprozess und katastrophale Preview-Screenings hinzu, die wiederum zu einem "Recut" führten. Dem Box Office-Erfolg tat all dies zwar keinen Abbruch (der Film war sogar erfolgreicher als der ungleich bessere Vorgänger), doch in der Hall Of Fame des Horrorkinos - in der sich etwa Stanley Kubricks "The Shining" oder William Friedkins "The Exorcist" befinden - findet man diesen Mittachtziger-Grusler sicher nicht.
Doch immerhin: das Design der Geister stammte von niemand geringerem als dem Schweizer Meister des Unheimlichen Hans Rudolf Giger, der mit seinen wegweisenden und kultigen Entwürfen zu Ridley Scotts "Alien" zu einem der prominentesten Kreateure alptraumhafter Kreaturen Hollywoods aufgestiegen war. 

Ein neu in der Giger-Archiv-Reihe der Edition Patrick Frey erschienener Band vereint nun Arbeiten des 2014 verstorbenen Kunststars für diesen Film - ein Büchlein eigentlich wie gemacht für Halloween.
Nun könnte man das für einen typischen  Making Of-Band halten, mit Behind the Scenes-Material halten, doch - kleiner Disclaimer - um so etwas handelt es sich hier mitnichten. Vielmehr hat man es mit einem Replika btw. Faksimile eines Skizzenbuchs Gigers zu tun. Wenn man vom Einband einmal absieht, wirkt das beinahe so als hätte man ein Buch Gigers gefunden, in dem dieser Vorstudien für die schauderhaften Geistwesen anfertigte. Strich für Strich offenbaren sich dem Betrachter neue Entwicklungsstudien der übernatürlichen Monstren.  Das ist natürlich Giger pur, mit all den Signatures von halb-humanoiden Zwischenwesen bis hin zu den stark erotischen Obertönen.
Nur über das, was es letztlich in den fertigen Film schaffte oder wie die komplexen Entwürfe Gigers umgesetzt und mit den Oscar-nominierten Effekten zum Leben erweckt wurden, erfährt man nichts - es bleibt bei einer aufwendigen Replika eines Zeichenbuchs des Meisters. Bilder vom Set und vom Film und eine (film-historische) Einordung hätten diesen Band abgerundet, so richtet sich das Buch ausschließlich an die absoluten Hardcore-Giger-Sammler.

H. R. Giger 5: Poltergeist II: Drawings 1983–1985
Hardcover, 276 Seiten, 150 Abbildungen, 21 × 16.5 cm, Sprache: Englisch
Künstler: H. R. Giger, Designer: Claudio  Barandun
ISBN: 978-3-907236-20-8

Sonntag, 10. Oktober 2021

ROBBEN FORD-PURE

Credit Bild:  © MASCHA

Robben Ford, der sympathische Gitarrenvirtuose und Wandler zwischen den Genrewelten,  ist nun nicht gerade als Mann der Übertreibung bekannt. So geschmackvoll wie seine Spielweise, so sind auch seine öffentlichen Auftritte in einer Branche, in der ansonsten eher gepflegte Superlative regieren. Wenn der  Kalifornier also in der Promo zu seinem neuesten, im Lockdown entstandenen Studioalbum davon spricht, dass es sich hierbei vielleicht um die beste Repräsentation seiner musikalischen Vision handelt und weiters ausführt: "Bisherige Alben waren das Produkt der Entwicklung bis zu diesem Punkt. Es war sehr schön, meine eigenen Kompositionen so gründlich zu formen und etwas zu erschaffen, was komplett mir gehört.”   -  dann kann man ebenfalls ganz ohne Übertreibung hellhörig werden.

Die abgewetzte Telecaster am monochromen Albumcover und dann auch noch dieser geradezu programmatisch anmutende Titel "Pure" -  hier scheint es um die Essenz der Musik Fords zu gehen. Dabei hat dieses Werk so gar nichts von einem feierlichen Resümee der bisherigen illustren Karriere Fords zu tun und ist auch keine völlig neue Direction für den Ausnahmemusiker. Vielmehr erinnert diese Platte an eine lockere Jam-Session oder die Improvisationen bei den Gigs des US-Stars.

"“Pure" ist anders als alle Alben, die ich bisher gemacht habe. Wenn es um Studioarbeit geht, war ich schon immer traditionell: bringt eine gute Band in einem guten Raum mit einem guten Produzenten zusammen, lass sie für drei bis fünf Tage aufnehmen, erledige die nötige Nachbearbeitung und dann Mixen und Mastern. “Pure” habe ich auch so angefangen. Aber irgendwie hat sich der Einfluss von anderen Musikern und Musikerinnen, den es immer gibt, etwas falsch angefühlt. Ich habe erkannt, dass ich diese neue Musik selbst von Grund auf neu formen muss. Mein Toningenieur und Co-Produzent Casey Wasner war unverzichtbar in diesem Prozess. Die meiste Musik auf diesem Album wurde von uns beiden in seinem Studio Purple House gemacht: das richtige Gefühl für die Musik bekommen, dann Bass und Schlagzeug einspielen." erzählt Ford über  den Entstehungsprozess dessen, was ein  reines Instrumentalalbum geworden ist.
Traditionellem Songwriting entsagte Ford schon auf dem Vorgänger "Purple House" bis zu einem gewissen Grad. Hier geht er noch einen Schritt weiter. Songökonomie steht eher weniger im Vordergrund sondern die Frage in welche Richtung sich Ford von seiner Inspiration treiben lässt. Seit der letzten Hochphase des Instrumentals in den 80ern - "Surfing With The Alien"  anyone ?- sind diese vocal-losen Projekte eher ein Graus für Plattenfirmen, nun denn, hier geht es um die reine - um nicht zu sagen pure - Kunst, das ganze ist also anti-kommerziell im besten Sinne.
Der Zuhörer folgt der Reise von Fords Gitarre. Für geduldige Fans ist das durchaus interessant. Zumal der ausgewiesene Tone Connaisseur  (Vintage Gitarren von Gibson, Epiphone und Fender, Dumble Amps...) allen Liebhabern exquisiter Sounds auch hier wieder eine Vollbedienung liefert. Neues "Talk To Your Daughter" - oder um bei Instrumentals zu bleiben, neuer "Cannonball Shuffle"  - findet man hier zwar nicht, spannend aber ist diese Klang-Reise für Freunde  musikalisch erstklassigen Understatements in jedem Fall.
Credit Coverbild:  © EarMusic  Edel

 

MANDOKI SOULMATES – UTOPIA FOR REALISTS: THE VISUAL ALBUM

                         Mike Stern, Leslie Mandoki, Al Di Meola   Credit Bild © InsideOut  SONY

Nach einem ausufernden Konzeptalbum, triumphalen Konzerten (u.a. Im legendären Beacon Theatre) und unermüdlicher Schaffenskraft selbst im bedrückenden Lockdown stellten sich im Hinblick auf die Projekte Leslie Mandokis unweigerlich zwei nicht unwesentliche Frage: Was sollte da noch kommen? Wie noch einen drauf setzen ? Die Antworten darauf sind dieser Tage in Form von „Utopia For Realists“ erschienen. Utopien, die braucht man schließlich immer.

Fans des umtriebigen Musikers kennen den Kern dieser musikalischen Zukunfstvision bereits: Denn was man auf dem neuesten Opus des Mandoki vernimmt, ist eine aufwendige Live-Interpretation seiner auf ebenso klassischen wie populärmusikalischen Motiven basierenden Prog Rock- und Fusion Suite „Hungarian Pictures“ -  und zwar als „Visual Album“ um genau zu sein. Die Verbindung der visuellen mit der auditiven Komponente ist freilich nicht ganz neu, Deluxe Boxsets gibt es ebenfalls schon etwas länger. Auch bei „Utopia For Realists“ handelt es sich auf den ersten Blick um ein herkömmliches, attraktiv gestaltetes Mediabook, das ein dickes Foto-Booklet und 2 Discs beinhaltet. Im Zentrum steht eine Blu ray mit dem Mitschnitt eines historischen Gigs anlässlich des 30. Jahrestags des Mauerfalls in Berlin. Dieses Konzert wird jedoch um einige Visual Components, die über die Bühnen-Action hinausgehen, erweitert. Die einzelnen musikalischen Episoden wurden filmisch aufwendig eingefangen. Live-, Studio- und künstlerische Landschaftsaufnahmen mit animierten Gemälden verschmelzen zu einer Einheit. „Pictures At An Exhibition“ quasi….

Beeindruckend auch nach wie vor nicht nur die Verbindung unterschiedlicher Genres und diese Verquickung von Rock mit Bela Bartók sondern auch die schiere Star Power des Projekts. Zu den prominenten Mitmusikern Mandokis zählen Ian Anderson (Jethro Tull), John Helliwell (Supertramp), Chris Thompson (Manfred Mann’s EB), Bobby Kimball (Toto), Nick van Eede (Cutting Crew), Al Di Meola, Jesse Siebenberg (Supertramp), Cory Henry, Mike Stern, Randy Brecker, Bill Evans, Tony Carey, Richard Bona, Julia Mandoki, Till Brönner, David Clayton Thomas (Blood Sweat & Tears), Steve Bailey. Die verstorbene Legende Jack Bruce wurde mit einigen Bass- und Gesangsspuren aus Archivaufnahmen wieder in die Mitte der Soulmates geholt. Als obligatorischen Bonus gibt es Behind The Scenes-Einblicke hinter die Kulissen der Produktion sowie eine CD in Vinyloptik mit den originalen Studioaufnahmen der Prog Rock-Suite.

Durch die kunstvolle Vermischung von Klang und Bild geht von dieser Suite ein ganz eigener Reiz aus, Art Rock ist das naheliegende Schlagwort. Das komplexe und zuvor schon interessante Konzeptalbum erhält eine weitere Dimension, die „Hungarian Pictures“, die offenbar als Langzeitprojekt angelegt sind, hört und sieht man hier in ihrer vorläufig ultimativen Fassung.

Der Mandokis Werk zugrunde liegende und u.a. auf die historischen Kompositionen Bartóks zurückgehende, völkerverbindende Ansatz hat etwas von der titelgebenden Utopie, aber wie schon gesagt: Utopien kann man immer brauchen, gerade in Zeiten wie diesen.

Credit Bild: © InsideOut  SONY

Sonntag, 3. Oktober 2021

MOTORLEGENDEN: JAMES DEAN

 Credit Coverbild: © Motorbuch Verlag

Heuer wäre James Byron Dean 90 geworden. Mit nur drei Filmen - zwei davon nach seinem Unfalltod mit 24 Jahren veröffentlicht - wurde er zu einer der Ikonen Tinseltowns und zum ersten früh verstorbenen Idol der Nachkriegsjugend. 

Dean verkörperte in den Pre-Rock N´ Roll Fünfzigern eine vollkommen neue, bis dahin unbekannte Art von Schauspieler. In der emotional fragilen Darstellung gebeutelter Charaktere gab er einer ganzen Generation, deren Bedürfnisse bis dato eine untergeordnete Rolle auf der großen Leinwand gespielt hatten, eine Stimme. Sein Look und sein Style, die ihm eigene ungezwungene Lässigkeit, mit einem Bein den oberen Sphären der Traumfabrik an der Westcoast und mit dem anderen Bein in der hippen Beat- und Jazzszene, taten ihr übriges um ihn zum gefeierten Star zu machen.

Zum großen 90th Anniversary ist in der „Motorlegenden“-Reihe des Motorbuch-Verlags ein neuer Band über diesen Film-Giganten erschienen. Autor Siegfried Tesche begibt sich darin auf auf eine ebenso faszinierende wie detaillierte Spurensuche im kurzen Leben Deans und zeichnet dabei ein sehr plastisches Portrait - von der filmhistorischen sowie zeitgeschichtlichen Einordnung des Phänomens „James Dean“  über weniger bekannte Trivias hin zu zahllosen  Aufnahmen des Mimen (bspw. beim Tanz/Ballett-Training an der Schauspielschule, im Blitzlicht mit Pier Angeli, am Set jener drei Filme, die ihm den Platz im Pantheon Hollywoods sicherten…). So handelt es sich hierbei, trotz der Special Interest-Ausrichtung des Publishers, keineswegs um ein reines Auto-Buch sondern um eine äußerst umfangreiche, bibliophile Würdigung des Superstars, bei dem Elemente einer Biographie und eines Bildbands verbunden werden. Der bekannten und durchaus gut dokumentierten Leidenschaft Deans für hochoktanige Gefährte kommt natürlich dennoch eine Hauptrolle zu. Auf tragische Weise ist diese untrennbar mit dessen Ableben verknüpft -der junge Mann, der erst am Beginn seiner Karriere stand, verunglückte mit nur 24 Jahren in seinem „Lil´ Bastard“ getauften Porsche Spyder.

Beim Lesen des kompakten Büchleins entsteht vor allem der Eindruck einer überaus profunden Rechercheleistung, die aufgrund ihres Umfangs nach der Erst-Lektüre auch als Nachschlagewerk fungieren kann. Denn der Detailgrad mit denen hier die unterschiedlichen Aspekte des fest in der  Popkultur verankerten Dean-Kults behandelt werden, ist durchaus beeindruckend und machen diesen Band zu einem der besten Filmbücher der letzten Zeit.

Siegfried Tesche: Motorlegenden James Dean, 240 Seiten, Motorbuch Verlag/Paul Pietsch Verlage

Samstag, 2. Oktober 2021

FRANK SINATRA HAS A COLD: NEW JOURNALISM AND OL´ BLUE EYES

1962: Sinatra im Studio mit Count Basie
Credit Bild: © Phil Stern Estate, Courtesy of the Fahey/Klein Gallery, Los Angeles

Sinatra mit Schnupfen ist wie Picasso ohne Farbe, Ferrari ohne Sprit – nur schlimmer. Weil ihn eine Erkältung seines unbezahlbaren Juwels, seiner Stimme, beraubt; sie bohrt sich nicht nur tief in sein Selbstbewusstsein und verändert seine Psyche, sondern ruft obendrein noch eine Art psychosomatischen Schnupfen bei Dutzenden von Menschen hervor, die für ihn arbeiten, mit ihm trinken, ihn verehren, auf Gedeih und Verderb von ihm abhängig sind.“ Messerscharfe Beobachtungen wie diese, die  - insbesondere „back in the Mid Sixties“ – nicht gerade üblich für ein Prominenten-Feature waren, machten Gay Taleses Portrait über einen Superstar, zu dem er trotz eines high profile-Auftrags des Esquire Magazins einfach nicht vordringen konnte, legendär. 

Dabei fing alles recht konventionell an: Im Winter des Jahres 1965 bekam Talese vom renommierten Blatt den Auftrag einen Artikel über den ikonischen Swing Sänger zu schreiben. Frank Sinatra war damals 50 und trotz eine sich zunehmend ändernden Musik-Zeitgeists noch immer „on top of the world“, auch in kreativ-künstlerischer Hinsicht. Der Esquire-Artikel hatte also potentiell alles was ein spannender Beitrag über einen großen Stilisten und Interpreten brauchte.Nur ein nicht ganz unwesentliches Detail trübte das Bild: Sinatra war unpässlich - „had a cold“.„Sinatra mit Schnupfen ist wie Picasso ohne Farbe, Ferrari ohne Sprit – nur schlimmer. Weil ihn eine Erkältung seines unbezahlbaren Juwels, seiner Stimme, beraubt; sie bohrt sich nicht nur tief in sein Selbstbewusstsein und verändert seine Psyche, sondern ruft obendrein noch eine Art psychosomatischen Schnupfen bei Dutzenden von Menschen hervor, die für ihn arbeiten, mit ihm trinken, ihn verehren, auf Gedeih und Verderb von ihm abhängig sind.“ Messerscharfe Beobachtungen wie diese, die  - insbesondere „back in the Mid Sixties“ – nicht gerade üblich für ein Prominenten-Feature waren, machten Gay Taleses Portrait über einen Superstar, zu dem er trotz eines high profile-Auftrags des Esquire Magazins einfach nicht vordringen konnte, legendär. 

The Voice“, der nicht nur der Big Apple zu Füßen lag, fühlte sich nicht gut und wollte überdies auch nicht mit dem Journalisten sprechen. Was also tun, wenn das Subjekt des Artikels gar keinem „one on one“-Interview mit dir zustimmt ? Normalerweise der absolute Supergau für jeden Berichterstatter, in diesem Fall aber ein Katalysator für kreative Höchstleistungen - an deren Ende eines der absoluten Schlüsselwerke einer völligen neuen Gattung Journalismus stand. Denn Talese verzagte nicht sondern beschrieb und interviewte kurzerhand das Umfeld Sinatras. Auch ohne dessen direkte Mitwirkung zeichneten Kollegen, Produzenten, Studiobosse, Angehörige ein überaus plastisches Bild des des Mannes aus Hoboken. 

Der fertige Artikel hatte es in sich, denn was 1966 auf den Seiten des Esquire erschien - ohne dass es je zu besagtem Interview mit Sinatra gekommen wäre -  wurde zu einem der definierenden  Momente  des New Journalism, bei dem die vormals harte Grenze zwischen Literatur und Journalismus verwischt wurde und in stark subjektiver und künstlerischer Art und Weise die Muster der nüchterne  Berichterstattung alter Schule aufgebrochen wurden. 

Im Taschen Verlag ist nun eine neue Edition dieses Stücks Journalismus- und Musikgeschichte erschienen, die den Esquire-Artikel Taleses mit Faksimiledrucken von Manuskriptseiten, Briefwechseln und Original-Storyboards sowie einer Vielzahl von Fotos (behind the lens: Phil Stern, John Bryson, John Dominis und Terry O’Neill !) in einem großformatigen Buch vereint. Die expressiven Bilder und der brillante Text ergänzen sich perfekt und machen „Frank Sinatra Has A Cold“ zu einem faszinierenden Coffe table-Bildband über einen großen Musiker und einen Pionier im Bereich des kreativen Journalismus. Noch heute, Jahrzehnte später, wirkt dieser Artikel alles andere als verstaubt, der Leser wird förmlich in die Geschichte hineingezogen – auch weil diese bahnbrechende Arbeit nicht nur ein unkonventionelles Portrait Sinatras ist,  sondern letztlich eine Abhandlung über jene schwer zugänglichen Sphären, in denen Menschen einer gewissen Prominenzstufe weilen. 

Credit Coverbild: © Taschen Verlag

Gay Talese. Phil Stern. Frank Sinatra Has a Cold 
Hardcover mit einem Fold-out, 23,6 x 33,3 cm, 1,88 kg, 250 Seiten
ISBN 978-3-8365-8829-4, Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, taschen.com

Sonntag, 29. August 2021

DEPECHE MODE BY ANTON CORBIJN: Band-Chronik und Signierstunde

© Taschen Verlag
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ass Bands mit bekannten Fotografen und Künstlern zusammenarbeiten, ist durchaus nichts Ungewöhnliches. Spätestens seit den Swinging Sixties ist der Crossover unterschiedlicher Kunstgattungen in Form der Kollaboration von Musikern mit großen Namen der Art-Welt gang und gäbe. Man denke beispielsweise an die Zusammenarbeit der Rolling Stones mit Andy Warhol oder David Bailey. Dass aber ein Fotograf gleich jahrzehntelang regelmäßig eine ganz spezielle Gruppe inszeniert und dann auch noch einen wesentlichen Anteil an deren Ästhetik und Image hat, ist eher selten - bei der langanhaltenden Kollaboration der britischen Elektro-Ikonen Depeche Mode und dem Niederländer Anton Corbijn ist jedoch genau dies der Fall. 

Sänger Dave Gahan meint dazu etwa, dass Corbijn Depeche Mode in ihrer Frühzeit eine visuelle Identität gegeben hat. Ein Umstand, der beim Betrachten von Corbijns neuem, monothematischen Bildband  überdeutlich wird: Einerseits spiegelten die Bilder des Fotografen die zunehmend ernster und düsterer werdende Musik wider, andererseits  sind die Videos und Fotosessions DMs ohne diese reduzierte und eigenwillige Bildsprache beinahe undenkbar. Das neue Coffee Table-Buch „Depeche Mode By Anton Corbijn“ (kurz „DM AC“ ) ist nun die Chronik  dieser kreativen Langzeit-Beziehung.

Passend zum aus dem Song „Enjoy The Silence" bekannten Bonmont  "words are meaningless and forgettable“ sprechen dabei die eindringlichen Bilder für sich selbst, Begleittext ist hier nur spärlich vorhanden. Dennoch lässt sich die Entwicklung der Band von den Elektro-Boys hin zu den einzigen echten Rockstars der Electronic Szene nachvollziehen - es ist die Geschichte einer künstlerischen Adoleszenz, eingefangen von der aufmerksamen jedoch nie aufdringlichen oder effektheischenden Kamera Corbijns - quasi  von "Just Can´t Get Enough" hin zu "Personal Jesus". 

Event-Hinweis: Nächstee Woche – am Donnerstag, den 7. Oktober – wird Corbijn persönlich im Kölner Flagshipstore des Taschen Verlags anwesend sein und von 18 bis 19 Uhr diese kunstvolle Band-Chronik signieren (Neumarkt 3, 50667, Köln).

©  2020 Anton Corbijn Taschen Verlag  

Depeche Mode by Anton Corbijn, von Anton Corbijn und Reuel Golden, Hardcover, 24,3 x 34 cm, 3,69 kg, 512 Seiten,€ 100, taschen.com

Credit Bild: © Taschen Verlag

Dienstag, 24. August 2021

JOHN MAYER – SOB ROCK

Credit Coverbild: © Sony Music Carlos Serrao
Ein Intro wie eine Demoaufnahme zu Totos „Africa“, ein Musikvideo mit überdeutlichen visuellen Zitaten aus Eric Claptons atmosphärischem Clip zu „Forever Man“, ein Gitarrenton der stark an die „Journeyman“-Ära ebenjenes Mannes aus Surrey erinnert. Dazu ein Song, der durchaus Anklänge an den Songwriter Jerry Lynn Williams („Pretending“, „No Alibis“) aufweist und dann auch noch Percussionist Lenny Castro (Toto) und Keyboarder Greg Phillinganes (Stevie Wonder, EC, Michael Jackson…) als Gaststars. Bei diesen Merkmalen der überaus catchy Lead Off-Single „Last Train Home“ aus John Mayers neuestem Album hätte es das ganz in Michael Mann/Miami Vice-Farben gehaltene Plattencover gar nicht gebraucht um zu verdeutlichen: The 80s are back.

Es ist jene Dekade, die seit mehr als einer Dekade ein permanentes Revival feiert (Synthwave , Neo Hair Metal, die jüngsten Arbeiten von The Weeknd….). Die Achtziger, die Mayer auf seinem mittlerweile achten Studioalbum aufleben lässt, sind die der großen Studio-Zeit. Es war die Epoche der großen Session-Gitarristen, die sich im sonnen- und neonverbrannten L.A. bei auf Hochglanz polierten Großproduktionen die Klinke in die drückten. Die Rockstars der 60er und 70er Jahre experimentierten mit neuen Sounds- und kühlschrankgroßen Racksystemen und viele von ihnen reüssierten im Bereich der Billboard Pop-Charts. Für Mayer selbst hat das etwas von einem nostalgischen Experiment, ist dies für ihn doch ein Trip in eine Zeit vor seinem eigenen Durchbruch, zurück in seine Jugend in den Achtzigern. Das ironisch betitelte „Sob Rock“ (zu deutsch etwa soviel wie Schluchz Rock) steht dann auch gänzlich im Zeichen der musikalischen Reminiszenzen - hier ein Groove wie aus der kommerziellsten Phase Fleetwood Macs, dazu ein super cleanes Fingerpicking-Solo wie von Mark Knopfler, dort schimmert etwas von Boz Scaggs durch, da hört man etwas von Steve Winwoods Charterfolgen heraus. Diese Mosaiksteine – kurze References und kleine Zitate, die dem musikhistorisch kundigen Hörer sofort auffallen - ergeben dann letztlich wieder Songs, die typisch für Mayer und seine besonders balladeske Seite sind.

Der Name „Sob Rock“ ist derweil Programm, denn schmissigere oder gar härter rockende Nummern findet man hierauf überhaupt keine. Ein Umstand, der dem Mainstream-Appeal dieses Albums zwar nicht schmälern wird, beim Zuhörer allerdings auch den Ersteindruck einer eher unspektakulären LP hinterlässt – die zudem allzu glatt rüberkommt. Hier wurden wirklich jegliche Ecken und Kanten zugunsten eines Maximums an Melodiösität vorsätzlich abgefeilt. Das ist zwar eine Kunst für sich und für manche wird diese Form von einschmeichelndem Schönklang genau der richtige musikalische Kontrast zur düsteren Gegenwart sein (Stichwort: Sehnsuchtsort Kalifornien der Vergangenheit). Doch all die großen „Million Dollar“-Guitar Sounds aus PRS-Gitarren, Dumble Amps & Co. und die aufwendig arrangierten Songs ändern nichts daran, dass "Sob Rock" über weite Strecken allzu gefällig wirkt. Auch seine unbestrittenen Fähigkeiten an der Sechsaitigen setzt Mayer stets nur sehr sparsam und zurückhaltend ein. Vielen Zuhörern wird er hier allzu sehr auf der Bremse stehen. Die Güte der Songs und die kompositorische Cleverness blitzen so mitunter eher subtil beim öfteren Durchhören auf.

Wer die Vintage Glanztaten der Eighties kennt, für den ist dieses Album letztlich mehr MOR statt AOR – woran auch Star-Produzent Don Was nichts ändern konnte. Denn bei all den gekonnt platzierten 80s-Bezügen fehlen letztlich gerade die Hauptingredienzen der zeitgeistigen Smash-Hits der „Me Decade“: zwingende Killer-Hooks, unvergessliche Refrains und dann weitgehend auch die Klimax-artigen Soli. Oder anders formuliert: Die „schluchzenden Songs“ auf Mayers Soft Rock-Platte sind in etwa so wie ein ins Mischpult gespielter DI-Gitarrensound: sehr clean, sehr eigenwillig und auch durchaus cool für eine oder zwei Nummern, aber letztlich auch etwas steril und dynamik-bzw. abwechslungsarm - zumindest wenn dieser Klang ein ganzes Album dominiert. Am Appeal der merkbar hohen Production Value und den üppigen zeit-konformen Arrangements ändert dies jedoch nichts.

(HAUT-)BILDER FÜR DIE EWIGKEIT: HENK SCHIFFMACHER´S PRIVATE COLLECTION + SIGNIERSTUNDE in KÖLN

© Taschen Verlag

Waren Tätowierungen früher ein Ausdruck maximaler Individualität und Zeichen dafür, dass ihr Träger entweder seinen indigenen Traditionen folgte, Member einer gewissen Subkultur war oder aber seinen Lebensunterhalt in der Halbwelt verdiente, so sind Tattoos mittlerweile nicht mehr aus der "Mitte der Gesellschaft" und damit dem Mainstream wegzudenken. Ihre Geschichte und teilweise auch ihre Bedeutung treten jedoch heute angesichts von Social Media-Trends, normierten Lifestyles oder auch den oft wenig individuellen Sportler-Tattoos etwas in den Hintergrund. 

Der komplette Gegenentwurf dazu stellt Henk Schiffmacher dar, einer der prominentesten Chronisten der Historie hinter den Körperkunstwerken , der nun ein Standardwerk zum Thema Tattoos veröffentlicht hat. Der Niederländer , den man in der  Szene auch als  Hanky Panky kennt, ist selbst gefragter (und  kultiger) Tätowierer und zudem Autor sowie Leiter des Amsterdamer Tattoo Museums. Sein nun neu erschienener Bildband „TATTOO. 1730s-1970s. Henk Schiffmacher’s Private Collection“ ist so etwas wie die bibliophile Version seines Archivs und eine Reise durch ganze 200 Jahre Tattoo-Geschichte.  

Ähnlich wie Tattoos, die bekanntlich in die zweite Hautschicht gestochen werden, ist auch dieses großformatige Werk alles andere als oberflächlich. Dieses Buch ist so knallhart – vollgepackt mit fantastischem Shit aus der Geschichte, des Tätowierens, den ich über 40 Jahre gesammelt habe. Vieles davon hat man nie zuvor gesehen. Das war eine echte Herzensangelegenheit!“ meint Schiffmacher über seinen Prachtband. Dem vintage-affinen Leser offenbart sich hier eine Fülle an Originalzeichnungen (die sog. Flashs ), Designs, Fotos sowie Artefakte aus aller Welt, Lithographien, Radierungen, Tätowier-Instrumente, Gemälde, Fotos, Poster, Ladenschilder und Designs.

 Ink Aficionados (und natürlich alle anderen Interessierten), die sich ein persönliches Exemplar dieses faszinierenden Buchs vom Meister veredeln lassen wollen, sollten sich den Dienstag, 31. August  in den Kalender eintragen. Denn da kommt Schiffmacher persönlich nach Köln und wird sein Buch im Taschen Store(Neumarkt 3, 50667 Köln)  von 18 bis 19 Uhr signieren.

TASCHEN: TATTOO. 1730s-1970s. Henk Schiffmacher’s Private Collection von Henk Schiffmacher, Noel Daniel, Hardcover, 29 x 38,8 cm, 6,13 kg, 440 Seiten, 125  taschen.com

Der Taschen Store in Köln
© Taschen Verlag


Freitag, 9. Juli 2021

ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD – A NOVEL BY QUENTIN TARANTINO

Credit Coverbild: © Reproduced by permission of Harper Perennial/an imprint of Harper Collins 
Den Filmen von Quentin Tarantino haftete schon immer etwas sehr Literarisches an - die langen, geschliffenen und sehr zitierfähigen Dialoge, der häufige Einsatz einer Chapter-Struktur und diese ganz spezielle Art Drehbücher zu schreiben, die sich so flüssig lesen als hätte man ein belletristisches Werk in Händen. Auch sein jüngstes Opus „Once Upon A Time in Hollywood“ (2019) erblickte ursprünglich als zunächst privater Roman-Entwurf das Licht der Welt, bevor es den Weg auf die Leinwand fand. Mit der Buchadaption ebenjenes Stoffs gibt der legendäre (Film-)Auteur Tarantino nun sein Debüt als Autor.

Um ganz exakt zu sein handelt es sich hierbei um eine sogenannte „Movie Novelization“. Das ist deshalb wichtig, weil Tarantino hier nicht nur seinen eigenen Film in einem neuen Medium präsentiert, sondern dies auch seine persönliche Hommage an ein marginalisiertes Genre ist. Romanfassungen bekannter Filme erfreuten sich gerade in den 50s, 60s und 70s in Form billig produzierter Paperbacks, die man meist nahe der Kasse von Supermärkten fand, großer Beliebtheit. Die große und anspruchsvolle Literatur waren sie eher weniger, wenngleich sich unter ihnen durchaus so manches Kleinod entdecken lässt. Ein Teil ihres Reizes lag auch darin, dass diese Adaptionen immer wieder von der eigentlichen Filmhandlung abwichen, da sie mitunter auf den „First Drafts“ der Scripts basierten. In Tarantino hat dieses Genre einen seiner prominentesten Fans, der seinen Erstlingsroman entgegen der klassischen Veröffentlichungspolitik als Paperback-First Edition herausbringt. Die unbedingt zu empfehlende US-Version des Buchs atmet ganz den Geist vergangener Tage und ist bis ins letzte Detail wie ein Vintage Mass Market-Büchlein gestaltet. Ähnlich wie beim an eine '69er Radio-Show angelehnten Soundtrack zum Film  hat das etwas von einem Gesamtkunstwerk, bei dem Form und Inhalt in einer Symbiose eine spezielle Lese-Experience ergeben - inklusive Retro-Coverdesign sowie den obligatorischen Advertisements am Ende des Buchs (darunter eine äußerst originelle Fake-Werbung für einen Roman, der sowohl im Movie als auch in der Novelization vorkommt).

Wer den Film gesehen hat, wird zahlreiche Passagen und den Grund-Plot wiedererkennen. Wir schreiben das Jahr 1969. Es ist eine Zeit der Wende, nicht nur gesellschaftlich sondern auch in der Filmindustrie. Das alte Studiosystem liegt endgültig in seinen letzten Zügen, die Schauspieler der Eisenhower-Ära sind zunehmend weniger gefragt - denn die Vertreter der Counterculture und jene, die sich an den Zeitgeist anpassen können, laufen Ihnen zunehmend den Rang ab. Zu jener Gruppe, die eher Gefahr läuft vollends an den Rand gedrängt zu werden zählt Old School-Schauspieler Rick Dalton (im Film gespielt von Leonardo DiCaprio). Er und sein Stunt Double Cliff  Booth (Brad Pitt in seiner Oscar-Rolle) schlagen sich im unbarmherzigen Film-Biz durch während sich rund um sie die Industrie komplett  verändert. Die Stars des Moments sind etwa Ricks neue Nachbarn, der Regisseur Roman Polanski und seine bezaubernde Frau Sharon Tate (Margot Robbie). Für Dalton bleiben vorerst nur die Optionen sich mit Rollen des "Bösewichts der Woche" in TV-Serien zu begnügen oder aber nach Italien zu gehen, um dort Spaghetti Western zu drehen. Unterdessen ziehen dunkle Wolken über der Stadt der Engel auf, denn die aus der Perversion der Hippie-Ideale entstandene Family Charles Mansons treibt ihr Unwesen.

Ausgehend von der episodenhaften Grundstruktur seines neunten Films nimmt Tarantino in seinem Roman - ähnlich wie seine Figur  Cliff Booth in seinem Karmann Ghia - zahlreiche Abzweigungen und Tangenten oder wechselt gleich zur Gänze die Spur. Obwohl die Art wie er Szenen beschreibt durchaus an ein Drehbuch erinnert und vereinzelte Passagen nahezu 1:1 aus dem Film stammen, hat man es hier keinesfalls mit einer Nacherzählung des Films oder einer Konvertierung des Scripts mit Weglassen der obligatorischen „Ext.“ und „Int.“-Direktiven zu tun. Vielmehr erweitert und ergänzt der Regisseur seine Story, variiert Szenen und Abläufe und gibt einigen Figuren mehr "Screentime" auf Papier. Für all jene, die komplett unvoreingenommen an die Lektüre herangehen möchten, gibt es jetzt eine kleine Spoiler-Warnung. Es werden im Folgenden selbstverständlich keine kompletten Handlungsdetails verraten, aber wer sich überraschen lassen will, kann den folgenden Absatz skippen.

Gerade was die Hintergrundgeschichte seiner schon im Film sehr plastischen Protagonisten und Antagonisten anbelangt geht Tarantino in seinem Roman noch zusätzlich in die Breite. Besonders deutlich wird dies beim Charakter Cliff Booths, dem sein Schöpfer noch mehr Platz als im Film einräumt. Brodelte das Gewaltpotential des Stuntman bei Pitt eher unter der Oberfläche, bis es sich vereinzelt eruptiv entlud, so wird Booth im Roman von Beginn an als wesentlich dunkler und brutaler gezeichnet. Dass der WK II-Veteran nach seinem Dienst für Uncle Sam kurzfristig über eine Karriere nachdachte, die aus Billy Wilders "Irma la Douce" stammen könnte, zählt da noch zu den harmloseren Überraschungen in seiner Vita.  Die Figur des Rick ist weitgehend deckungsgleich mit DiCaprios Dalton, auch wenn wir im Roman nun erfahren, was seine selbstzerstörerischen Stimmungsschwankungen eigentlich verursacht. Zudem verbringt man als Leser noch sehr viel mehr Zeit am Set der Western-TV-Show „Lancer“ und auch innerhalb der fiktiven Welt der im Film gezeigten Episode. Wir erfahren außerdem wie Manson Girl Pussycat - einer der Standout-Parts im Film -  in die Fänge der Hippie-Sekte kam. Ihr Aufeinandertreffen mit Cliff in Daltons Cadillac ist im Buch überdies weitaus expliziter und hätte wohl die Altersfreigabe des Films raufgeschraubt.

Tarantinos Schreibstil ist bildhaft und dabei gleichzeitig schnörkellos. Die Sätze sind prägnant und weisen keinerlei Fett auf. Anders als bei den in modernen Romanen üblichen Linguistik-Experimenten gibt es hier keine übertrieben blumige Prosa.  Es ist diese knappe, präzise Sprache, die immer wieder an die  amerikanische Literatur ab den Fünfzigern erinnert - und in ihrer Lakonie näher  an den klassischen Hard Boiled-Writern ist als die meisten Neo-Noir-Romane.

Wer bislang nichts mit den Filmen des Kultregisseurs anfangen konnte, wird nach der Lektüre nicht konvertieren. Denn der Regisseur/Autor schreibt sein Buch letztlich genauso so wie er seine Filme dreht. „Once Upon…“ ist gleichzeitig dramatisch, nostalgisch, witzig, brutal, erotisch, empathisch mit seinen Figuren und gespickt mit filmhistorischen Querverweisen und Insider-References. Ein beträchtliches Wissen über Film, Musik und Popkultur ist – auch weil im Buch natürlich Faktoren wie stylische Visualisierungen und die Starbesetzung fehlen, die selbst ein sonst eher im Mainstream beheimatetes Publikum ansprechen - geradezu unerlässlich. Denn die „Once Upon..“-Novel ist auch ein leidenschaftliches Essay über das Medium Film an sich - bei dem die Bandbreite vom Giallo über die Nouvelle Vague bis hin zu Vilgot Sjömans 60er-Aufreger „Ich bin Neugierig (Gelb)“ reicht... Immer wieder nehmen die Figuren im Laufe der Handlung eine Rolle an, die man als Alter Ego ihrer Regisseurs/Autors deuten kann -  etwa wenn der Leser das Ranking von Cliffs Top Kurosawa-Filmen erfährt. 

Man kann Tarantinos Roman nur als filmisch bezeichnen. Es hat den Rhythmus seiner Scripts und entwickelt eine regelrechte Sogwirkung. So mag dieser Alternate/Extended Cut in literarischer Form zwar echte „pulp fiction“ sein, doch erreicht dieser Roman durch seine essayistische und intertextuelle Komponente eine Qualität und Tiefgründigkeit, die den alten Movie Novelizations fehlte.

ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD – A NOVEL BY QUENTIN TARANTINO, englische Originalausgabe, erschienen bei Harper Perennial/Harper Collins

Sonntag, 4. Juli 2021

TASCHEN SUMMER SALE 2021

Credit Bild: ©Taschen Verlag
It´s that time of year again.... Der zwei Mal im Jahr stattfindende Sale des Kölner Verlags hat mittlerweile Tradition und bietet auch heuer allen  Coffee Table-Fans  bis zu - 75 % Rabatt auf Displayexemplare der aufwendigen Sammlerbildbände aus den Bereichen Film, Musik, Popkultur, Kunst, Fotografie, Comic, Erotik, Architektur oder Mode & Design. 
Wer also schon längere Zeit den Kauf von Büchern wie dem Walt Disney-Archiv, dem Helmut Newton SUMO oder der Schiele-Retrospektive plant, sollte also nächste Woche in einem der beiden deutschen Flagshipstores oder im Onlineshop vorbeischauen.
  
Hier die genauen Daten & Adressen: 

Warehouse Sale 
Mittwoch 7.Juli bis . bis Samstag 10. Juli 2021
in den Flagship-Stores 
Taschen Store Berlin (Schlüterstraße 39)
Taschen Store Köln (Neumarkt 3)

Online
www.taschen.com
Credit Bild: ©Taschen Verlag

Donnerstag, 24. Juni 2021

VAN HALEN - A VISUAL BIOGRAPHY

Credit Coverbild: ©Wymer Publishing  
Als sich am 6. Oktober 2020 die Nachricht verbreitete, dass Edward Lodewijk "Eddie" Van Halen mit nur 65 Jahren verstorben ist, ging eine kollektive Schockwelle durch die Gitarren- und Musikwelt.  
EVH war und ist Gallions- und Identifikationsfigur für Generationen von Gitarristen und ein Symbol für instrumentale Exzellenz. Gute Musiker gibt es einige, ebenso zahlreiche Virtuosen. Doch nur eine Handvoll sind richtige Innovatoren, die das Vokabular eines ganzen Instruments erweitern und Sounds kreieren - und Van Halen gehörte zu diesem erlauchten Kreis. Selbst wer das erste Van Halen I -Album - ursprünglich 1978 erschienen - erst Jahrzehnte später entdeckt wird sich kaum der Faszination des außergewöhnlichen Spielstils des gebürtigen Niederländers entziehen können

Eine der ersten posthumen Veröffentlichungen und bibliophilen Würdigungen des Ausnahmemusikers kommt vom britischen Verlagshaus Wymer Publishing. Obwohl es relativ zeitnah zum Tod EVHs erschien - das Vorwort entstand kurz nach der tragischen Nachricht und in der behandelten Timeline ist schon den Herbst 2020 inkludiert- erhält der Leser nicht den Eindruck, dass dieses Buch übereilt auf den Markt gebracht wurde. Blättert man durch die 224 Seiten des Hardcover-Bandes offenbart sich ein überaus gelungenes Musikbuch, das anhand zahlloser Bilder, Memorabilia-Artefakte und kompakter Texte die Stationen und Höhepunkte einer beeindruckende Karriere Revue passieren lässt. 

Autor  ist der kanadische Rock-Journalist Martin Popoff - man kennt ihn als Vielschreiber und Verfasser zahlreicher Rock-Biographien. Ähnlich wie bei seiner vor auch auf diesen Seiten rezensierten Led Zeppelin-Huldigung, präsentiert er sich hier abermals als profunder Genre-Kenner, der eine merkbare, geradezu brennende  Leidenschaft für die Themen seiner Bücher hat. Dabei ist sein Anspruch eina anderer als etwa bei Greg Renoffs "Van Halen Rising", das mit geradezu wissenschaftlichem Detailgrad aufwartete. Auch wenn die Trivia-und Anekdoten-Dichte bei Popoffs Werk enorm ist, stehen hier besonders die unzähligen faszinierenden Bilder im Zentrum - die nicht nur Zeitdokumente sondern auch Zeugen einer der aufregendsten Bands des Rock sind.
So ist diese "Visual Biography" ein schönes Tribute-Buch an einen der ganz Großen - das auf  1000  Stück limitiert ist.

RAINBOW 1975-1976: IN THE SHADOW OF THE WIZARD

Credit Coverbild: ©Wymer Publishing    
Was kommt nach einer Reihe Klassikeralben, ausverkauften Stadien, mehr als einer Handvoll Riffs für die Rock-Geschichtsbücher und einem Jahrhundertsong wie "Smoke On The Water" ? Fragen, die sich der als nun ja sagen wir einmal schwierig geltende Ritchie Blackmore stellen musste, als er anno 1975 seine Fender Strats einpackte und seiner Stammband Deep Purple den Rücken kehrte um ein Soloprojekt zu starten. 

Die Antwort auf die mitunter existenzielle Eingangs-Fragen in der Karriere des Saitenmagiers war die Band Rainbow. Eine Gruppe, die selbst einige Genre-Klassiker des Hard Rock einspielte und ab Mitte der 70er äußerst erfolgreich war. Den frühen kreativen Höhepunkt den Blackmore mit Purple erreicht hatte, konnte er so perpetuieren.
Im britischen Verlag Wymer Publishing  ist mit "Rainbow 1975-1976: In The Shadow Of The Wizard" nun eine Buch-Retrospektive erschienen, die sich der Frühphase der Gruppe widmet, die so viel mehr war als bloßes Soloprojekt eines berühmten Gitarristen. Anhand von zahllosen - teils durchaus spektakulären - (Live-)Bildern und Memorabilia-Shots geht es zurück in diese Hochphase des Heavy Rock. 

Das Buch zeigt den Weg zum genialen "Rainbow Rising"-Album und dokumentiert die ersten, schweißtreibenden Welttourneen. Autor Jerry Bloom ergänzt die Aufnahmen noch mit "In Depth"-Texten, die ein plastisches Bild der ereignisreichen 75er/76er Phase malen.
Das Buch verdeutlicht zudem, dass diese Band zwar möglicherweise im Schatten des Zauberers, aber nicht unbedingt im Schatten Deep Purples stand. Alles in allem ein empfehlenswerter Band für Rainbow- und Blackmore-Aficionados.

Mittwoch, 23. Juni 2021

BOB DYLAN - ALLE SONGS

Credit Coverbild:© Delius Klasing
Unlängst ist „His Bobness“ 80 Jahre  geworden. Wie der große Enigmatiker seinen Ehrentag verbracht hat, ist nicht überliefert. Medienrummel war seine Sache ja nie – diverse Social Media-Plattformen sind es demzufolge konsequenterweise noch weniger. Auch Interviews mit dem Jahrhundert-Songwriter sind gelinde gesagt rar, selbst zum Jubiläum - und überhaupt: auf öffentliche Ehrungen hat der 1941 in Duluth, Minnesota als Robert Allen Zimmerman geborene Musiker sowieso nie richtig Lust – wie etwa die Jury des Nobelpreises am eigenen Leib erfahren musste. 

Es ist auch dieser Zurückgezogenheit geschuldet, dass Dylan bis heute rätselhaft bleibt. Nun ist im Delius Klasing-Verlag eine neue Dylan-Enzyklopädie erschienen, die sich dem vielleicht mysteriösesten Aspekt seines Schaffens widmet – seinen Songs. Diese bilden mit ihrer literarischen Kraft und den in die Popkultur eingegangenen Dylan'schen Aphorismen den Soundtrack für ganze Generationen. Den meisten seiner großen und kleinen bzw. bekannten und weniger bekannten Stücke ist ja eine beträchtliche Interpretationsoffenheit gemein. Vom Künstler selbst, dem stets widerwilligen Sprachrohr seiner Generation,  wurden sie nie wirklich öffentlich interpretiert - und ziehen  auch daraus einen Teul ihrer universellen Gültigkeit. 

In "Bob Dylan - Alle Songs" begeben sich die französischen Musikexperten Jean-Michel Guesdon und Philippe Margotin, die bereits mit ähnlich gelagerten Werken über die Rolling Stones, Led Zeppelin, Pink Floyd oder Jimi Hendrix umfangreiche Nachschlagwerke über Ikonen vorgelegt haben, aufs Terrain der gehobenen Dylanologie.

492 Songs werden auf 704 Seiten en detail besprochen und interpretiert. Wie schon die anderen Bücher aus dieser Reihe ist auch dieser Titel ein gelungenes Kompendium aus Facts und Trivias, das in kompakten Kapiteln das Ouvre einer der ganz großen Ikonen beleuchtet - nur das jüngste Album "Rough and Rowdy Ways" fehlt - gerade die darauf vertretene JFK-Eulogie "Murder Most Foul" hätte durchaus ein paar zusätzliche Seiten gerechtfertigt.

Doch trotz dieses kleinen Mankos ist dieser schwere Hardcover-Band ein spannendes und gut recherchiertes Lexikon für den Deep Dive in jenen Songkatalog den Dylan im letzten Jahr für eine erkleckliche Summe an Universal Music verkauft hat.


Dienstag, 22. Juni 2021

DAVID BOWIE BY SUKITA

Credit Coverbild: © Delius Klasing   Masayoshi Sukita

Der neue Bildband DAVID BOWIE BY SUKITA (erschienen im Delius Klasing Verlag) illustriert nun die Sessions des britischen Rock Chamäleons mit dem Bildkünstler aus dem Land der aufgehenden Sonne.
Ohne allzu sehr in die Sphäre der Übertreibung abzugleiten, kann man behaupten, dass David Bowie ein „Man Of A Thousand Faces“ war. Zwar erfanden sich schon vor und nach ihm Künstler immer wieder neu, doch bei keinem anderen war die beständige Veränderung und teils durchaus radikale optische Veränderung so eine wesentliche Konstante. Bowie wechselte die stilistische Ausrichtung seiner Musik so wie die Identität der von ihm verkörperten Figuren. Vom androgynen, gender-bendenden Folkstar zum  Mann vom anderen Stern hin zum Dandy aus der Unterwelt…und das waren nur einige der Metamorphosen in der langen Karriere Bowies. Bei einigen dieser Stationen arbeitete er mit dem japanischen Fotografen Masayoshi Sukita zusammen – dieser lichtete den Superstar nicht einfach bloß ab sondern schuf mit ihm eine Bildsprache, die genau zwischen Musik- und Kunstfotografie lag.  

 „Bowie war anders als die anderen Rock N´ Roller, er hatte das gewisse Etwas, von dem ich wusste, dass ich es in Fotos umsetzen wollte.“ erinnert sich Sukita an das Jahr 1972 und seine erste Begegnung mit dem Ausnahmemusiker. Während andere Rock ´Roll-Photographer den „gritty realism“ der Siebziger in ihre Bilder einfließen ließen, ging Sukita einen anderen Weg. Im Kontrast zu den Bildern eines Mick Rock steht hier nicht die Action auf der Bühne im Vordergrund, hier gibt es keinen Bowie der in damals skandalträchtiger Pose vor seinem Gitarristen Mick Ronson kniet. Sukitas Stärke sind  geradezu intime Portraits und Inszenierungen. Das stark von der Art Szene und außermusikalischen Einflüssen geprägte Auftreten Bowies fand in den sehr reduziert, grafisch und durchkomponierten Aufnahmen Sukitas einen ideale Widerpart. Die über 200, teils unbekannten Bilder und eindrucksvollen Texte dieses Buchs beschreiben dann auch die große Nähe zwischen dem  Fotograf und seinem Subjekt die in 40 Jahren der Kollaboration entstand.

Donnerstag, 10. Juni 2021

GIO PONTI - WERKSCHAU EINES PIONIERS

Credit Bild: © Taschen Verlag 
Allmählich kehren sie zurück, die kulturellen Fixpunkte und Events. Auch der traditionelle Berliner Galerierundgang Charlottenwalk, der schon im Vorjahr der Krise getrotzt hat, findet statt und bietet einige Highlights. Darunter die Präsentation eines neuen Taschen-Buchs der Superlative: eine Gio Ponti-Retrospektive, die schon aufgrund ihrer schieren Ausmaße an frühere Großprojekte des Kölner Verlagshauses wie den "Helmut Newton Sumo" oder die "Ferrari"-Chronik erinnert. 

Am Charlottenwalk wird nun eine nummerierte, auf 1.000 Exemplare limitierte Art Edition gezeigt. Diese Rückschau auf Leben und Werk des ebenso legendären  wie einflussreichen italienischen Designers, Architekten und Kunstprofessor zeigt wegweisende Entwürfe, die ein wesentlicher Teil dessen wurden, was man als modernes Design subsumiert. Bemerkenswert ist hierbei nicht nur die extreme Vielseitigkeit Pontis, der in völlig unterschiedlichen Design-Bereichen erfolgreich war - sondern vor allem wie seine kultigen Entwürfe bis in die Jetzt-Zeit einflussreich und vor allem zeitlos geblieben sind. 

Begleitet wird der Band von 4 nummerierten Prints sowie einem „Planchart Coffee Table“ um das Buch stilsicher auszustellen. Es handelt sich dabei um eine  Reproduktion des von Ponti entworfenen  Arlecchino-Couchtisches im quadratischen Format. Dieser gilt als eines der ikonischsten Designs Pontis. In Anlehnung an die De-Stijl-Künstler Piet Mondrian und Theo van Doesburg beruht dessena Oberfläche auf einer  Gitterstruktur, deren Farbkombinationen je nach Blickwinkel  variieren. 
Die in diesem Set inkludierten Ocean-Liner-Interior-Prints beruhen auf Zeichnungen Pontis aus den Jahren 1948-49, die im Rahmen einer Ausschreibung für die Innenausstattung der Ozeandampfer Conte Grande und Conte Biancamano entstanden. Die Originale werden heute im CSAC aufbewahrt, einer Einrichtung an der Universität Parma. 

Diese limitierte Edition richtet sich natürlich nur an ein sehr kleines Segment der coffee table-affinen Leser und Sammler. Doch zeitgleich erscheint auch eine "Standard Edition", bei der man so gut wie keine Abstriche machen muss sondern ebenfalls "Ponti Pur" geboten bekommt. Denn der Kern-Content, die umfangreiche Rückschau auf Werk und Schaffen dieses Genies, ist der gleiche wie bei der Art Edition. Wenn man also  von den Prints und dem aufwendigen Display-Ständer absieht, fällt diese Ausgabe  nicht viel weniger luxuriös aus. Dafür sorgen schon das riesige Format und die ungemein stylische Covergestaltung. 

WANN ?

                                                          19. Juni, von 12 bis 18 Uhr

WO ?

TASCHEN Store Schlüterstraße 39 (10629 Berlin) –

       selbstverständlich Corona-Maßnahmen-konform unter Einhaltung aller AHA-Regeln.

Credit Bild: © Taschen Verlag 

Credit Bild: © Taschen Verlag 

Gio Ponti. 
Karl Kolbitz (Hg.), Salvatore Licitra, Stefano Casciani, Lisa Licitra Ponti, Brian Kish, Fabio Marino. 
€ 200

Gio Ponti. Art Edition,Edition von 1.000 Exemplaren
Karl Kolbitz (Hg.), Salvatore Licitra, Stefano Casciani, Lisa Licitra Ponti, Brian Kish, Fabio Marino
Exklusiv mit Tisch nach dem Design von Gio Ponti, 56,5 x 56,5 x 38 cm, sowie vier Art-Prints, jw. 40 x 40 cm auf Hahnemühle-Fine-Art-Papier (Photo Rag Ultra Smooth 305/m²) 
€ 3.000

WALTON FORD signiert im TASCHEN Store Berlin

Credit Bild: © Walton Ford Taschen Verlag 
Musik- und Stones-Fans kennen den amerikanischen Künstler Walton Ford wohl vor allem wegen seines durchaus kontrovers diskutierten Covers für die Greatest Hits-Compilation "GRRR!". In der Kunstwelt ist er insbesondere für seine detailreichen Tier-Aquarelle berühmt. Auf den ersten Blick mögen seine Arbeiten sehr klassisch anmuten, erinnern sie doch stark an die historischen Bilder von John James Audubon. Auf den zweiten Blick offenbaren sich jedoch zahlreiche versteckte Anspielungen, witzige bis düstere Details und  Symbole-  ein anthropomorphes Schauspiel der Hintergründigkeit.

Nun ist eine aktualisierte Neuauflage von Waltons Werkschau "Pancha Tantra" erschienen - und diese wird der Künstler persönlich nächste Woche in Berlin signieren, allerdings nicht im Zoo sondern...

WO ?

TASCHEN Store Schlüterstraße 39 (10629 Berlin) –

       selbstverständlich unter Einhaltung aller AHA-Regeln.

WANN ?

                                                          16. Juni, von 18 bis 19 Uhr

Credit Coverbild: © Taschen Verlag Walton Ford 


Walton Ford. Pancha Tantra Updated Edition
Walton Ford, Bill Buford
Hardcover, 28 x 37,4 cm, 3,89 kg, 424 Seiten,€ 60
taschen.com