Sonntag, 21. Juli 2019

PLAY IT LOUD: Das Buch zur MET-Ausstellung

© Courtesy of  The Metropolitan Museum of Art
Mit ihnen wurde Musikgeschichte geschrieben: Noch bis zum ersten Oktober dieses Jahres kann man im Rahmen der "Play It Loud"-Ausstellung zur Ikone gewordene Reliquien des Rock in den ehrwürdigen Hallen des New Yorker Metropolitan-Museums bewundern. 
Anders als bei ähnlich gelagerten „high profile“ Schauen über die Stones, Bowie oder zuletzt Pink Floyd liegt der Fokus hier ausschließlich auf Instrumenten – und hierbei, neben vereinzelten Synthesizern oder Pianos vor allem auf den ungleich fotogeneren Gitarren, Bässen, Amps, Effektpedalen und Stage-Kostümen (Stichwort: Jimmy Pages Dragon Suit !).

Und wie immer bei solchen Events gibt es natürlich auch hier ein begleitendes Buch zur Ausstellung. Und da das MET zu den Kunsttempeln schlechthin zählt, ist auch dieses "accompanying release" äußerst ansprechend gestaltet. Man hat es hier nämlich nicht mit einem normalen Katalog zu tun, sondern einer Mischung aus coffee-table Bild- und Essay-Band, der einige der beeindruckendsten Exponate, Ikonen der klassischen Rock N´Roll Photography sowie glühende Abhandlungen über die revolutionäre Kraft des Instruments (u.a von Rolling Stone-Veteran David Fricke) beinhaltet.
Der Vorteil dabei - dieses äußerst liebevoll gestaltete Buch ist auch all jenen zugänglich, die den zugegeben langen Trip nach NYC nicht machen können.
Zu sehen gibt es einige der berühmtesten Artefakte aus der glorreichen Ära des Instrumentenbaus wie die schwarze Les Pual Custom, mit der Keith Richards „Sympathy For The Devil einspielte, Don Felders Doppelhals-Gitarre die live bei „Hotel California“ zum Einsatz kam, Jimmy Pages Akustikgitarre aus dem Intro von „Stairway To Heaven“, Eric Claptons aus mehreren Teilen verschiedener Strats zusammengebaute „Blackie“, Van Halens komplettes 1978er Setup mit Frankenstrat und Marshall und und und….

Hier ein exklusives Preview mit einigen der prestigeträchtigsten Exponate:
Mr. Slowhands "Blackie"
© ZUMA Press, Inc. / Alamy Stock Photo

1957er Les Paul Custom aus der  "Collection of Keith Richards"
© Courtesy of  The Metropolitan Museum of Art

Donnerstag, 4. Juli 2019

BRUCE SPRINGSTEEN – WESTERN STARS

Credit Bild: © Sony Music

Gemächlich, gänzlich ohne jegliche Eile rollt der Pickup-Truck, das Detroiter Symbol für den amerikanischen Blue Collar-Arbeiter, den schier endlos scheinenden Highway entlang. Ohne erkennbares Ziel folgt der Fahrer des in die Jahre gekommenen Wagens der Straße ins Nirgendwo, direkt durch das Herz Amerikas vorbei an einem wilden Mustang, der seine Kreise in einer dichten Staubwolke zieht.

Es sind diese so archaisch wie ikonisch anmutenden Bilder der letzten großen „Frontier“, die vor dem geistigen Auge des Zuhörers der jüngsten Platte des Boss entstehen. Nicht von ungefähr heißt sie „Western Stars“,  ist allerdings dennoch kein reinrassiges Country-Album. Jenes Genre hatte ja schon immer einen festen Platz im Songwriting-Koffer Springsteens, für seinen musikalischen Neo-Western bedient er sich jedoch gekonnt an Genre-Versatzstücken ohne gänzlich ein traditionelles Hillbilly-oder Alt-Country-Werk einzuspielen.
Angekündigt war das Album auch als Springsteens Hommage an den Southern California Pop der späten Sechziger und frühen Siebziger, dies hört man insbesondere an den teils stark dominierenden Streichern-Arrangements, die den Geist dieser Zeit atmen sowie den euphonischen Akkordfolgen, die eine wilde Westcoast  evozieren. Die Charaktere, welche die neuen Lieder bevölkern sind typische Springsteen´sche Helden, die genauso gut von Salinger oder Joyce stammen könnten. Die Rolle des gänzlich unbeschwerten Hero ? Der Boss hatte ihn nie auf seiner Casting-Liste.

„Western Stars“ geizt zwar nicht mit Bombast, gerade wenn die mächtige Streicherwand den Hauptdarsteller unzähliger Country-Songs, das berühmte „lonesome  Feeling“, begleiten, insgesamt ist es jedoch introspektiv und zurückgenommen.
Diese gedämpfte Grundstimmung könnte als eine Bestandsaufnahme des Status Quo der Vereinigten Staaten anno 2019 gedeutet werden. Doch obwohl es genau in Trump-Zeiten erscheint und Springsteen nicht eben ein unpolitischer Musiker ist, hat man es hier nicht mit einer Abrechnung mit der aktuell im Amt befindlichen Administration zu tun.
Der Boss hat universellere Themen im Blick, „Western Stars“ ist eine so tiefenentspannte wie zeitlose Erzählung, eine schwermütige Working Class-Serenade. Also typisch Springsteen eigentlich. Man hat ihn – Stichworte: Nebraska und Born To Run– zwar schon mit mehr Verve und Abwechslungsreichtum musizieren gehört – doch als Panorama von short stories aus dem Heartland ist das betont unaufgeregte und introspektive „Western Stars“ sehr effektiv.
Credit Bild: © Sony Music

HOLLYWOOD VAMPIRES – RISE


Credit Bild: © Ross Halfin       earMUSIC
Am Höhepunkt seiner Karriere als Trinker formierte Schockrocker Alice Cooper die Hollywood Vampires, einen Club prominenter Gentlemen, die ähnlich wie ihre Kollegen aus dem Bram Stoker-Roman oder einer Hammer Films-Produktion die Nacht zum Tage machten. Entgegen den Cooper´schen Bühnengepflogenheiten stand ihnen der Sinn jedoch keineswegs nach Blut sondern vielmehr nach Hochprozentigem, handelte es sich damals in jener Hochphase der Rock N´Roll Exzesse doch um einen hochkarätigen „Celebrity Drinking Club“ dem u.a. Ringo Starr, Keith Moon, Micky Dolenz of The Monkees oder auch mal John Lennon angehörten.

Fast Forward ins Jahr 2015: da wurden die Vampires, die bis dato eher den trivia-interessierten Rock-Fans ein Begriff waren, reaktiviert. Diesmal jedoch -  die harten Zeiten liegen längst hinter Cooper -  nicht als Party-Gesellschaft sondern als Band: als Supergroup mit hochkarätiger Besetzung um genau zu sein. Zusammen mit Joe Perry, ehemals ebenfalls kein Kostverächter, Hollywood-Superstar Johnny Depp sowie einer Reihe  illustrer Mitmusiker  wurde verstorbenen Weggefährten aus der vergangenen Rock-Ära musikalisch Tribut gezollt.Einige Jahre und weltweite Touren später macht das unlängst veröffentlichte zweite Opus der Vampire von der Westcoast namens „Rise“ klar, dass dieses Projekt absolut keine Eintagsfliege war. Die Chemie zwischen den Musikern scheint wirklich exzeptionell zu sein.

Im Gegensatz zum Erstling sind diesmal nur drei der Songs Coverversionen.
Alice Cooper sagt über das Album mit merkbarem Stolz: „ ‘Rise‘ ist nicht nur eine komplett andere Spezies als das erste Vampires Album [...] es ist besonderer, als alles, das ich vorher gemacht habe. Dieses Projekt bin ich ganz anders angegangen, als normalerweise. Jeder von uns; Joe, Johnny, Tommy und ich haben an den Songs geschrieben. Was aber anders ist ist, dass ich nicht versucht habe die Songs mehr nach Alice klingen zu lassen. Weil jeder von uns andere Einflüsse hat, ist der Sound sehr cool. Ich denke, dass wir mit diesem Album etablieren was der Vampires Sound wirklich ist, während es beim ersten Album darum ging den Hut vor unseren gefallenen Rock’n’Roll-Brüdern zu ziehen.“

Das Debut Album war also das Vorspiel, der Prolog, jetzt geht der Vampir aus dem Vyper Rom direkt an die Halsschlagader. Was ein passendes Wortbild für den rohen, rotzig-räudigen Sound von „Rise“ ist. Von den kakophonen Gitarren-Noises im Opener bis zum letzten Track hat man es mit einer wilden Platte zu tun, die denkbar wenig Interesse am Zeitgeist zeigt. Über weite Strecken könnte „Rise“ entgegen der Selbsteinschätzung Coopers durchaus als ein reines Alice-Album der jüngeren Vergangenheit durchgehen. Diese Sound-Komponente dominiert neben Punk-Einflüssen überdeutlich. Die bluesige Aerosmith-Seite spielt hingegen eine eher untergeordnete Rolle, dafür fehlt über weite Strecken die Melodik.
Im Vergleich zum Debut-Album stellt „Rise“ dennoch eine klare Weiterentwicklung dar, wirkt  in seiner recht langen, 16 Tracks umfassenden Spielzeit jedoch etwas „uneven“ und geht ziellos in unterschiedliche Richtungen.
Am Schluss sind es wieder die Covers (Johnny Depp brilliert bei Bowies „Heroes“ und Perry, der bei „You Can´t Put Your Arms Around A Memory“Johnny Thudners „channeled“ ) sowie die klassisch, schmissige Rockabilly-Nummer „Welcome The Bushwhackers“ mit Maestro Jeff Beck die am meisten überzeugen.
Credit Coverbild: © earMUSIC

Sonntag, 30. Juni 2019

Jørgen Angel: Led Zeppelin Denmark 1968-1970


Credit Bild: © Jørgen Angel 
Als sich am 7. September des Jahres 1968 ein überwiegend aus Teenagern bestehendes Publikum in erwartungsvoller Neugier in einer Schule in Kopenhagen einfand um dem Gig
einer gewissen Formation namens New Yardbirds zu lauschen, ahnte von den Anwesenden wohl kaum jemand, dass hier Geschichte geschrieben werden würde.
Den Gitarristen der Band, Jimmy Page kannten Bluesrock-Fans aus seiner Zeit bei den „alten“ Yardbirds, damals im Tandem mit einem weiteren sechssaitig-versierten Briten, Jeff Beck. Den ganz Eingeweihten war der  geheimnisvolle Mann mit der Telecaster
eventuell noch als Studiomusiker auf einer Reihe von Hit-Singles von der Insel bekannt, doch sonst gab es wohl wenig Anzeichen dafür, dass man hier ein mehr als denkwürdiges Konzert sehen würde. Wie es das Schicksal wollte, benannten sich die neuen Yardbirds jedoch alsbald in Led Zeppelin um und wurden zur prägendsten Heavy Rock-Band der kommenden Jahre. Das Gastspiel im hohen Norden sollte ihr erster offizieller Gig werden und so gewann der bleierne Zeppelin nicht etwa in einem der hippsten Clubs des Swingin´ London oder einer Counterculture-Bar in den USA an Flughöhe sondern auf dänischem Boden.

Mit dabei war auch ein 17-jähriger Einheimischer, für den Fotografie mehr als ein bloßes Hobby war und der an jenem Abend den Auslöser seiner Kamera regelrecht glühen ließ: Jørgen Angel war bei der Live-Geburt der Ikone dabei war und dokumentierte jenen ersten Gig sowie die weiteren Dänemark-Auftritte Led Zeppelins in den folgenden Jahren.
Nun ist im programmatisch betitelten, neuen Flying V Books-Verlag ein interessanter Bildband mit den Werken Andersens erschienen: Denmark 1968-1970 zeigt das Flugschiff  beim Abheben. Bemerkenswert ist dabei vor allem, dass der blutjunge Jørgen schon in frühen Jahren den reifen Blick wesentlich älterer R N´R-Photographer hatte, seine Bilder wirken zu keinem Zeitpunkt wie Aufnahmen eines Teens sondern eher wie die eines Veteranen: Gestochen scharf, perfekt fokussiert und mit dem richtigen Gespür für die theatralische Dramatik einer Rock-Show.

So findet man in diesem Buch ein paar der legendärsten Rock N´ Roll-Shots die je aufgenommen wurden – Plant als der personifizierte Lion King mit Walle-Mähne oder Page „in full flight“ (siehe Bild oben). Einige Bilder kennt der Fan natürlich schon, doch Angel zeigt in diesem Buch nicht nur ein paar Ausschnitte von den Gigs sondern ganze Bildserien sowie Impressionen von den jeweiligen Vorbands. Wie man aus den dem Buch vorangestellten Widmungen entnehmen kann, haben Page, Plant & Jones ein durchaus enges Verhältnis zu Angel, der am Beginn dieses Review stehende Shot von Page mit seiner Les Paul gehört zu den persönlichen Lieblingsaufnahmen des ikonischen Gitarristen, der sich beim talentierten Däne für die festgehaltenen Erinnerungen bedankt.
Denmark 1968-1970 ist ein gelungener Bildband mit zeitlosen Aufnahmen und eine gute Ergänzung im Zep-Jubiläumsjahr.

Credit Bild: © Jørgen Angel Flying V Books

Freitag, 21. Juni 2019

PETER FRAMPTON BAND – ALL BLUES


Credit Bild: © Amy Harris           Universal Music
Überraschend kurzfristig kam vor einigen Monaten die Ankündigung von Peter Framptons heuriger US-Sommertour. Kenner des Musikbusiness wissen, dass Touren einer solchen Größenordnung – spätestens seit seinem 70er Live-Album „Frampton Comes Alive“ ist der gebürtige Brite immerhin ein absoluter Superstar des Classic Rock – gemeinhin mit einiger Vorlaufzeit angekündigt werden. Die Erklärung folgte dann auf dem Fuße und war ziemlich niederschmetternd: Es wird eine eilig geplante Farewell Tour werden, denn Frampton weiß nicht, ob er im nächsten Jahr überhaupt noch auf seinem gewohnten Top-Niveau spielen kann, leidet er doch an Inklusionskörper Myositis (IBM) - einer  äußerst seltenen, degenerativen Muskelerkrankung.

In der fraglos beklemmenden Gewissheit dass die Krankheit voranschreitet und in absehbarer Zukunft seine Finger seine Ideen nicht mehr umsetzen könnten, legte Frampton mit seiner Band Marathonsessions im eigenen Studio in Nashville ein um gleich mehrere Alben in kürzester Zeit aufzunehmen. Das erste dieser Reihe ist nun erschienen – auf „All Blues“ schließt sich ein Kreis; geht es doch zurück auf Anfang, zum britischen Blues Rock. Der bildete immer schon die Basis seines Spiels und in diesem Genre legte er auch mit Humble Pie das Fundament seiner Karriere. So war diese blaue Note zwar immer präsent in seinem emotional-lyrischen Stil, den Weg des reinen 12 Takte-Schemas ging er im Laufe seiner Solokarriere jedoch eher selten. Das aus 10 Coversongs bestehende „All Blues“ ist somit eine jener Platten, auf die so mancher Fan des „early Frampton“ lange gewartet haben wird.
Frampton selbst  beschreibt die Genesis dieses Albums wie folgt: „Ich habe es schon immer geliebt, den Blues zu spielen. „Als wir damals Humble Pie gründeten, haben wir anfangs nichts anderes gespielt. Und in den letzten zwei Jahren habe ich jeden Sommer, wenn ich Abend für Abend mit der Steve Miller Band auf der Bühne stand, auch immer eine Handvoll Bluesnummern eingestreut. Mir hat das sehr viel Spaß gemacht, woraus dann die Idee entstehen sollte, so ein reines All Blues-Album zu machen – und zwar live im Studio mit meiner Band.“ Diese besteht aus seinen angestammten Mitmusikern  Adam Lester (Gitarre/Gesang), Rob Arthur (Keyboards/Gitarre/Gesang) und Dan Wojciechowski (Schlagzeug),  als Gäste schauten Kim Wilson, Larry Carlton, Sonny Landreth und Steve Morse vorbei.
Das Cover der CD ist ganz im Vintage Stil gehalten, bis auf das titelgebende Miles Davis-Cover frönt Frampton dem reinen Blues seiner frühen Vorbilder wie Muddy Waters, Willie Dixon, B.B. King, Bo Diddley oder Taj Mahal. Ähnlich wie zuletzt bei den Stones auf „Blue & Lonesome“ oder beim „The Big Bad Blues“ von Billy F. Gibbons merkt man, dass Frampton die Faszination dieser reinen Form dieser Musik nie losgelassen hat. 
Credit Coverbild: © Universal Music
 „All Blues“ ist das Album eines absoluten Routiniers, der hier vollends in seinem Element ist und sein bestes Album seit vielen Jahren vorlegt. Hier wirft ein Mann alles war er hat in jede Note und zelebriert die Musik, die ihn als Jugendlicher auf den richtigen Weg brachte. Textzeilen wie „I had my fun if I dont get well no more“ aus dem mit Licks a la 1966 augmentierten „I´m Going Down Slow“ erhalten Vor dem ernsten Hintergrund von Framptons Erkrankung überdies eine neue Intensität und Bedeutung.
Es wird schwer werden, diese Blues -Platte heuer noch zu toppen.

Mittwoch, 19. Juni 2019

SHREDDING THE BLUES

Credit Coverbild: © Alfred Music Publishing
Der Blues gilt als Inbegriff des emotionsgeladenen und seelenvollen Spiels, bei dem Instrumentalisten mit nunancierter Phrasierung und nur einer Handvoll Noten aus der Pentatonik eine ganze musikalische Geschichte zu erzählen vermögen. Shredding, das Spiel jenseits der Schallmauer und allen Geschwindigkeitsgrenzen, steht für viele Kritiker im krassen Gegensatz dazu: mit tausenden Noten pro Sekunde wird diese Standard-Spielweise der haarigen 80s als bloße Akrobatik  oder Fingerübung abgelehnt - mit vielen Worten wenig gesagt.

Vermeintlich sind dies also zwei vollkommen unvereinbare Spielarten - wie erst unlängst wieder bei der mitunter kontroversiellen Rezeption von Yngwie  Malmsteens Album  "Blue Lightning" offenbar wurde. Der Musikkenner weiß jedoch: "flashy playing" also der bewusste Einsatz aufmerksamkeitserregender musikalischer Pyrotechnik ist keineswegs eine Erfindung der Post-Van Halen-Zeit, vielmehr fand es sich schon im Spiel so mancher Legende des Chicago Blues Ende der 50er. Spätestens ab dem Britischen Blues Boom im Swingin' London der 60er etablierte sich auch das hochoktanige Preschen durch die 12 Takte - man denke nur an Eric Clapton und Cream, Jeff Beck oder Jimmy Page. Das gepflegte Shredden auf Bluesbasis ist seither nicht mehr wegzudenken aus dem Vokabular versierter Gitarreros, zumal es sich mit der Fähigkeit zum Shredden ja wie mit einem Auto mit ordentlich PS verhält: niemand muss oder soll ständig rasen, doch einen Geschwindigkeits-Boost im Ärmel zu haben kann nie schaden

Dieser Ansatz steht auch im Zentrum von "Shredding The Blues", einem Instructional-Buch von Gitarrenvirtuose Dave Martone der nach dem Motto
"Heavy Metal Guitar Meets The Blues" die akrobatische Seite des blauen Genres beleuchtet. Wobei er sich - anders als zuletzt etwa Greg Koch - mit mitunter ungewöhnlicher Gear (Parker Fly) einem sehr kontempotären und modernen Approach widmet.
Das Softcover-Buch kommt inkl. DVDs- die sowohl in Noten als auch Tabulatur notierten Beispiele kann man also sehr anschaulich in ausführlichen  Videos nachvollziehen.
Das  alles - richtet sich aber ausdrücklich nicht an Anfänger. Martone shreddet durch die Licks mit gehobenem Tempo, ideale Fingerings und Spielweisen muss man schon selber mitbringen, um die interessanten Ideen ins eigene Spiel zu inkorporieren. Zudem braucht man gut aufgewärmte Finger und mindestens fortgeschrittene Kenntnisse am Instrument, denn Martones Beipiele sind teilweise durchaus anspruchsvoll-beinhalten aber auch interessante Ideen für all jene die in Richtung zeitgenössichen Rock mit blauer Basis gehen wollen und dafür neue Techniken und Denkanstöße suchen.

 https://www.alfredmusic.de/shredding-the-blues.html

Montag, 17. Juni 2019

TASCHEN SALE und MOONFIRE GEWINNSPIEL


Book-Aficionados wissen: wenn die Temperaturen in den oberen Bereich steigen, ist auch der mittlerweile traditionelle Sale des Kölner Luxusverlags Taschen nicht mehr weit - und so gibt es auch heuer wieder für alle passionierten Coffee Table-Fans und Liebhaber luxuriöser Bildbände bis zu - 75 % auf Display- und Mängelexemplare der Bildbände aus den Bereichen Film, Musik, Popkultur, Kunst, Fotografie, Comic, Erotik, Architektur oder Mode & Design.
  
Hier die genauen Daten & Adressen: 

Warehouse Sale 27.- 29. Juni 2019

in den Flagship-Stores 
Taschen Store Berlin (Schlüterstraße 39)
Taschen Store Köln (Neumarkt 3)
Taschen Store Hamburg (Bleichenbrückengasse 1-7)

und natürlich auch online

WIN - WIN WIN
Credit Coverbild: ©  Taschen Verlag
Passend dazu verlose ich in freundlicher Zusammenarbeit mit dem Taschen Verlag ein Exemplar der anlässlich des 50. Jahrestags der ersten Mondlandung neu erschienenen Jubiläumsedition von Norman Mailers  MOONFIRE“.

Mailer, diese Ikone des „literary journalism“, wurde Ende der der Sixties vom LIFE Magazine beauftragt, über den geschichtsträchtigen Flug der Apollo 11 zum Mond in einer dreiteiligen Essayserie zu berichten. Dieses natürlich extrem lesenswerte Musterbeispiel von packendem Journalimus mit künstlerischem Anspruch bildet das Herzstück des Moonfire-Bands der mit hunderten von Fotografien und Plänen aus dem Fundus der NASA, aus Zeitschriftenarchiven und Privatsammlungen illustriert ist.
Diese Chronik eines großen Schritts für die Menschheit ist ein faszinierendes Zeitdokument - auch für jene, die noch immer meinen, dass der erste Schritt auf dem Mond eigentlich von Regisseur Stanley Kubrick in einem Studio aufgenommen wurde 😄.

Klingt interessant und Ihr wollt diesen Band euer Eigen nennen?

1) Dann schreibt eine E-Mail mit der Betreffzeile „Moonfire Gewinnspiel“ und mit dem Hinweis, dass ihr von mir bzw. 6strings24frames kommt und an dem Gewinnspiel teilnehmen möchtet.

2) Schickt die Mail an  c.waiblinger@taschen.com

Der Gewinner oder die Gewinnerin wird dann kontaktiert.

Viel Glück beim Gewinnspiel !

Einsendeschluss ist der 31.Juli 2019.
Keine Barablöse möglich.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die „Places To Be“ der Sixties: Jim Marshalls THE HAIGHT und Guy Websters BIG SHOTS


Credit Bild: © Jim Marshall   Insight Editions
Paris hatte die blühende und bisweilen explosive Studentenszene, nahe New York fand das ikonisch gewordene Woodstock-Festival statt, London swingte sowieso schon in der ersten Hälfte der 60s massiv und München hatte immerhin die Kommune 1 mit einem der faszinierendsten Hippie-Girls ever, Uschi Obermaier. Doch nirgendwo sonst war die Konzentration aller Attribute der Gegenkultur so hoch wie an der Westküste der Vereinigten Staaten: Insbsondere San Francisco und Los Angeles wurden zu den absoluten „places to be“ , an denen sich die Superstars und Otto-Normal-Hippies  ansiedelten.

Wer "tuned in" und hip war und nach Frsico reiste musste bspw. unbedingt nach Haight Ashbury - dem unrthodoxen Künstlerviertel, das nach der Kreuzung von Haight Street und Ashbury Street benannt ist und zum magischen Sehnsuchts-Ort vieler Aussteiger wurde. Hier florierte zunächst die Beatnik-Szene (man erinnere sich an Ginsberg, Kerouac), später regierten dann die Flower Children.
Da man dort nicht nur mit Blumen im Haar wie bei Scott Mckenzie unterwegs war, sondern in den Taschen der Bewohner mitunter noch etwas anderes fand wurde das Viertel alsbald als "Hashbury" bekannt und je nach Blickwinkel (also wenn man Teil von Nixons "silent majority" war) berüchtigt. Der freie Lebenstil und die Zelebrierung eines "grenzenlosen" Daseins zog auch viele der prominentesten Vertreter der Counterculture- und Musikszene an: Hier konnte man durchaus John Cippolina und seinem Quicksilver Messenger Service oder Jery Garcia und die Grateful Dead, Janis Joplin oder Jimi Hendrix über den Weg laufen. Yep, the Haight was truly happening...Sie alle sieht man auch in dem überbordenden Monumentalwerk über das Kultviertel , das im US-Kunstbuchverlag Insight Editions erschienen ist.
Credit Bild: © Jim Marshall   Insight Editions
The Haight – Love, Rock And Revolution" von Rock N´Roll Photographer extarordinaore Jim Marshall zeigt alle Facetten Hashburys und erzählt von einer Zeit als für einen kurzen Moment wirklich alles möglich schien. Marshall gilt als einer der wichtigsten Chronisten der damaligen Zeit, war er doch bei fast allen Schlüsselevents des bunten Jahrzehnts dabei. Und auch seine Innenaufnahmen dieser außergewöhnlichen Community vermögen ähnlich wie seine Live-Bilder und seine Woodstock-Impressionen ein Lebensgefühl einzufangen.
Ein Wesensmerkmal der meisten  coffee table-Bücher ist ihr im Vergleich zum Text überproportionaler Bildanteil. "The Haight" sprengt jedoch dieses Format, der Text ist hier ebenso interessant wie die Bilder (Vorworte stammen von Donovan und Jorma Kaukkonen btw).Marshalls überbordender Loveletter an das Kultviertel ist ein Bildband wie ein Geschichtsbuch, der für den geneigten Sixties-Fan die Blütezeit von Haight Ashbury ein Stück weit aufleben lässt.
Credit Bild: © Guy Webster   Insight Editions
Auch Marshalls Kollege Guy Webster fand sich im Auge des Orkans, der die Kultur-Revolution  der 60s war, wieder. Allerdings nicht in Frisco sondern in seiner Heimat, der Stadt der Engel - die war in wohl noch viel größerem Maße das Epizentrum von Glamour der auf die Gegenkultur traf. Websters großformatiger Bildband "Big Shots. Rock Legends & Hollywood Icons. The Photography Of Guy Webster", ebefalls bei Insight Editions erschienen, erzählt von dieser speziellen Zeit als das alte vom neuen Hollywood abgelöst wurde, sich wie in der Musik zuvor ein neuer Typus von Lead Actors etablierte und Los Angeles - ähnlich wie Haight Ashbury, nur in größerem Maßstab - zum Anziehungspunkt von Rock- und Folkstars sowie einer neuen Generation Filmstars wurde.

Webster fand dieses neue Wonderland quasi direkt vor seiner Haustür. Und als ganz früher Vetreter der  damals neuen Rock N' Roll- Fotografie hielt er diesen speziellen Moment in der Geschichte von Tinseltown und Umgebung mit seiner Nikon fest. Obwohl es kein Handbuch gab um durch die Sixties zu navigieren, wie es der Künstler selberaudrückt, stürzte er sich in ein augregendes Kalifornien und hielt ab den Sixties viele der größten Celebs und Künstler fest: wer in L.A. wohnte oder Angel City besuchte wurde meist auch von Webster fotografiert. Seine teils traum- oder tranceartigen Impressionen  von den Doors, den  Stones, Mamas & The Papas, Jack Nicholson oder Dennis Hopper 
sind jedenfalls besser als jeder L.A.-Reiseführer zur Einstimmung auf Quentin Tarantinos kommenden " Once Upon A Time In Hollywood" geeignet.

Sonntag, 9. Juni 2019

THE EVERLY BROTHERS – STUDIO OUTTAKES


Credit Coverbild: © Bear Family Records
 „Bye Bye Love“, „Wake Up Little Susie“, „ Claudette“ „Brand New Heartache“….
die neue Everly Brothers-CD aus dem Hause Bear Family könnte man ohne Probleme für ein weiteres Best Of des großen Duos mit den makellosen Stimmen halten. Allein, um eine herkömmliche Greatest Hits-Zusammenstellung mit den bekannten Evergreens und Klassikern handelt es sich mitnichten.
Vielmehr hat sich das Raritäten-Label die Frage gestellt, wie eine Recording Session in den späte Fünfzigern wohl ausgehen haben mag – damals als Rock N´ Roll noch Neuland war und Protagonisten des Genres wie die Everly Brothers Single um Single Musikgeschichte schrieben. Herausgekommen ist eine 34 Tracks umfassende Compilation, die Outtakes , „working versions and sketches“ enthält. Diese wurden zwar schon vor einiger Zeit als Mini Box released, kommen nun aber erstmals als erschwingliche Single Disc in den Handel.
Der Anspruch der Macher der CD war nicht weniger, als dem Zuhörer eine „Fly On The Wall“-Experience zu liefern – also ein Erlebnis ganz so als ob man bei diesen legendären Sessions dabei wäre. Nun, das ist natürlich etwas zu weit gegriffen, dafür bräuchte man schon verschollen geglaubtes Videomaterial… aber dennoch: was aus den Boxen tönt, sind die unterschiedlichen Entwicklungsstadien großer Klassiker inklusive Fehlstarts und Alternativ-Takes.
Diese Raritäten richten sich natürlich in erster Linie an Hardcore-Sammler – die neben den bislang ungehörten Versionen noch ein reich bebilderten Booklet bekommen, sowie die die Gewissheit: die Everly Brothers waren sogar bei jenen Takes, die es letztlich nie auf ein Album schafften stets in absolut perfekter, gesanglicher Harmony.

Mittwoch, 5. Juni 2019

HOLLIS BROWN – OZONE PARK


Credit Bild: ©  Mascot Label Group / Rough Trade
Dieser Titel, diese Insignien des Space Age und des 50s/60s-Amerika vom Diner über das Pinup hin zum schnittigen Schlitten – die Retro-Bezüge sind schon beim ersten Blick auf das Cover der neuesten Albums der New Yorker Band Hollis Brown überdeutlich - und kommen nicht von ungefähr: Nicht nur, dass sie sich nach dem Bob-Dylan-Song „The Ballad of Hollis Brown” von dessen 1964 erschienener LP „The Times They Are a-Changin’” benannt  und das Velvet Underground-Album  „Loaded“ sowohl on stage als auch im Studio neu eingespielt haben - auch im Sound ihres neuesten Albums beziehen sich die Jungs aus Queens bewusst und mit Hingabe auf eine der kreativsten Epochen der Musikgeschichte.
In den frühen Zweitausender Jahren wäre das der Garant für eine Instant- Weltkariere gewesen, anno 2019 sind Hollis Brown, gut 10 Jahre nach der Gründung, allerdings noch im Sektor Geheimtip zu verorten.

Ein Insider-Tip, den es sich jedoch durchaus zu entdecken lohnt. Denn hier gibt es handgemachte Musik, die zwischen poppigem Rock und Americana-Sound der späten 60er und frühen 70er changiert – und damit eine willkommene Antithese zu jeglichem Charts-Allerlei darstellt. Sich selbst sieht die Gruppe  - unglaublich bescheiden und am Boden haften geblieben 😉 - als letzte der großen amerikanischen Rockbands.
Das ist zwar gelinde gesagt etwas zu selbstbewusst, eine Nähe im Sound zu den ganz Großen ist ihnen jedoch durchaus nicht abzusprechen. Der Musik-Aficionado wird deshalb auch bei jedem einzelnen Songs Querverweise zu vielen Klassikern heraushören – dieser Deja Vu-Effekt spricht einerseits für die handwerklichen Qualitäten von Hollis Brown, sorgt jedoch auch dafür, dass der Zuhörer von keinem der soliden Tracks wirklich überrascht wird.Retro-Rock-Fans, die sich daran nicht stören und eine moderne Band mit altem Sound suchen, werden bei „Ozone Park“ jedoch mehr als gut bedient.

Dienstag, 4. Juni 2019

RORY GALLAGHER – BLUES


Credit Coverbild: © The Rory Gallagher Estate  Universal Music
“Rory didn't sound like anybody else…He had a very individual, independent kind of tone and approach and everything. He's always been a big hero to me.” - Slash 

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich die irische Ikone Rory Gallagher sehr darüber gefreut hätte, dass diese jüngst veröffentlichte, äußerst umfangreiche Jubiläums-Compilation seines Schaffens genau auf jenem legendären Label erscheint, das die Heimat so vieler Künstler war, die ihn einst inspirierten: das programmatisch betitelte „Blues“-Boxset wird nämlich unter dem Banner der gelinde gesagt legendären Chess Records veröffentlicht, jenem einst von Leonard Chess gegründeten Studio, in dem wegweisende Aufnahmen von Muddy Waters, Howlin Wolf, Buddy Guy oder Chuck Berry entstanden.

Anlass für diese neue Retrospektive ist das 50. Jubiläum des Starts von Gallaghers recording career – eine Zeit in der er mit seiner Formation Taste die irische Antwort auf die Power Trios aus London Taste gab  und bis zu seinem vorzeitigen Tod 1995 mit nur 47 Jahren einer der letzten großen Troubadoure des Genres war: ständig on the road, „A million miles away“ so der Titel eines seiner Songs war Programm für einen der hardest working men im Showbusiness. Nun ist diese neueste Zusammenstellung  nicht die erste posthume Compilation, jedoch die erste monothematische – obwohl man bei Gallagher nicht wie bei seinem Landsmann Gary Moore von einer blauen Periode sprechen kann und seine Songs immer dem Blues Rock-Genre zuzuordnen waren, konzentriert man sich hier sehr konsequent auf jene Lieder, die nah am 12-Takte Schema angesiedelt sind.
„Big Guns“ oder „Bad Penny“ fehlen hier somit, mit einer Greatest Hits hat man es nicht zu tun.

Die Deluxe Version dieses Sets umfasst gleich 3 CDs, ein Booklet mit unveröffentlichten Fotos und einem Essay von Jas Obrecht. Die gesamte Aufmachung mit Schuber und im Vintage Chess-Design gehaltenen Discs ist schon sehr liebevoll – und beim Audio Content gibt es einige Überraschungen. Zwar kennt der Gallagher-Fan viele der hier vertretenen Songs bereits – allerdings sicher nicht in den hier veröffentlichen Versionen. Denn gut 90 % des Inhalts von „Blues“ ist bislang unreleased (!)
CD #1 steht im Zeichen von Rorys legendärer, komplett abgewetzter  Fender Stratocaster und beleuchtet die elektrifizierte Seite im Blues von der grünen Insel, es sind Momente von jenem Energielevel, die Rory so einmalig machten und die Kollegen wie Peter Frampton dazu bewog, die extreme Intensität in Gallagher Spiel zu loben. Auch heute beeindruckt  die Aggression und das Feuer im Spiel des irischen Helden, der stets ein beachtliches Maß an Kontrolle und Präzision walten ließ.
Ruhiger geht es auf Disc # 2 zu. Diese steht eher im Zeichen von Gallaghers National Resonator Gitarre und beleuchtet die vom Country Blues geprägte Seite Rorys, der mit seinem nicht minder expressiven Akustikgitarren-Spiel die Gemeinsamkeiten vom irischen Folk mit dem Delta Blues aus dem tiefsten Süden herausarbeitet.
CD #3 ist schließlich dem Live Blues gewidmet und zeigt ausgesuchte on stage-Momente von Glasgow bis Newcastle.

Dass auf den drei Discs  fast ausnahmslos, bislang unveröffentlichtes Material enthalten ist macht „Blues“ nicht nur zu einer gut kuratierten sowie attraktiv gestalteten Compilation sondern auch zum Sammler Must Have.
Credit Bild: © John Prew      The Rory Gallagher Estate  Universal Music
Die Tracklist im Detail:

Electric Blues
1. Don't Start Me Talkin’ (Unreleased track from the Jinx album sessions 1982)
2. Nothin’ But The Devil (Unreleased track from the Against The Grain album sessions 1975)
3. Tore Down (Unreleased track from the Blueprint album sessions 1973)
4. Off The Handle (Unreleased session Paul Jones Show BBC Radio 1986)
5. I Could've Had Religion (Unreleased WNCR Cleveland radio session from 1972)
6. As the Crow Flies (Unreleased track from Tattoo album sessions 1973)
7. A Million Miles Away (Unreleased BBC Radio 1 Session 1973)
8. Should've Learnt My Lesson (Outtake from Deuce album sessions 1971)
9. Leaving Town Blues           (Tribute track from Peter Green 'Rattlesnake Guitar' 1994)
10. Drop Down Baby (Rory guest guitar on Lonnie Donegan's "Puttin' On The Style" album 1978
11. I'm Ready (Guest guitarist on Muddy Waters 'London Sessions' album 1971)
12. Bullfrog Blues (Unreleased WNCR Cleveland radio session from 1972)

Acoustic Blues
1. Who's That Coming            (Acoustic outtake from Tattoo album sessions 1973)
2. Should've Learnt My Lesson (Acoustic outtake from Deuce album sessions 1971)
3. Prison Blues           (Unreleased track from Blueprint album sessions 1973)
4. Secret Agent (Unreleased acoustic version from RTE Irish TV 1976)
5. Blow Wind Blow (Unreleased WNCR Cleveland radio session from 1972)
6. Bankers Blues (Outtake from the Blueprint album sessions 1973)
7. Whole Lot Of People (Acoustic outtake from Deuce album sessions 1971)
8. Loanshark Blues (Unreleased acoustic version from German TV 1987)
9. Pistol Slapper Blues           (Unreleased acoustic version from Irish TV 1976)
10. Can't Be Satisfied (Unreleased Radio FFN session from 1992)
11. Want Ad Blues (Unreleased RTE Radio Two Dave Fanning session 1988)
12. Walkin' Blues (Unreleased acoustic version from RTE Irish TV 1987)

Live Blues
1. When My Baby She Left Me (Unreleased track from Glasgow Apollo concert 1982)
2. Nothin' But The Devil (Unreleased track from Glasgow Apollo concert 1982)
3. What In The World (Unreleased track from Glasgow Apollo concert 1982)
4. I Wonder Who (Unreleased live track from late 1980s)
5. Messin' With The Kid (Unreleased track from Sheffield City Hall concert 1977)
6. Tore Down (Unreleased track from Newcastle City Hall concert 1977)
7. Garbage Man Blues (Unreleased track from Sheffield City Hall concert 1977)
8. All Around Man (Unreleased track from BBC OGWT Special 1976)
9. Born Under A Bad Sign (Unreleased track from Rockpalast 1991 w/ Jack Bruce)
10. You Upset Me (Unreleased guest performance from Albert King album 'Live' 1975)
11. Comin’ Home Baby (Unreleased track from 1989 concert with Chris Barber Band)
12. Rory Talking Blues (Interview track of Rory talking about the blues)

Freitag, 31. Mai 2019

KENNY WAYNE SHEPHERD – THE TRAVELER


Credit Bild: © Provogue / Mascot Label Group / Rough Trade
Seine großen Durchbruch hatte der aus Louisiana stammende Gitarren-Virtuose Kenny Wayne Shepherd schon Mitte der Neunziger – damals, in der Post-SRV-Zeit verblüffte der talentierte Teen aus den Südstaaten  mit seinen intensiven Stratocaster-Licks und erdigem, tief in den Traditionen seiner Heimat verwurzelten Songs. Heute, knapp ein Vierteljahrhundert später, ist Shepherd längst eine der absoluten Fixgrößen der internationalen Blues Szene und somit schon mehr als etabliert. An diesem Punkt könnte man also durchaus annehmen, dass er so wie viele seiner Kollegen in den Autopilot-Modus schaltet. Allein, darauf hat KWS keine so rechte Lust. Stattdessen überrascht der Gitarren-Crack und Muscle Car-Aficionado seit Jahren in schöner Regelmäßigkeit mit hochkarätigen Kollaborationen (Stichwort: Stephen Stills) und Studioalben, die immer eine gewisse Evolution in seinem Schafen signifizieren.
 
Credit Bild: © Mark Seliger      Provogue / Mascot Label Group / Rough Trade
Das heute erschiene „The Traveler“ bildet da keine Ausnahmen, vereint es doch all die so erwartbaren wie liebgewonnen Signatures  von adrenalinschwangerem Powerhouse Blues und classic rock-affinen Liedern - jedoch mit merklich gereiftem Songwriting . Dazu passt auch, dass diese Platte des zertifizierten Travelers Kenny Wayne, der beständig auf Achse/Tour zu sein scheint, wie eine Bilanz seines bisherigen Schaffens wirkt. Er ist einerseits nicht mehr die große Nachwuchshoffnung einer zunehmend kleiner werdenden Szene, andererseits auch noch kein Elder Statesman. KWS hält als Neo-Traditionalist die blaue Flamme am brennen – und wirkt dabei zwar routiniert, jedoch noch immer begeistert.
Die 10 Songs auf „The Traveller“ – 8 Eigenkompositionen und zwei sehr gelungene Cover,
„Turn To Stone“(Joe Walsh) und   „Mr. Soul“ (Buffalo Springfield) – sind dann auch durch die Bank genau die richtige Musik zum Cruisen kurz bevor der Sommer ankommt…

Mittwoch, 29. Mai 2019

HELMUT NEWTON – 20 JAHRE SUMO

Verleger Benedikt Taschen mit Helmut Newton und dem Sumo auf dem von Philippe Starck designten Tisch
 Köln 7. Juli 1999

Credit Bild: © Alice Springs      Taschen Verlag
Einer der profiliertesten und prominentesten Kunst- und Fashionfotografen, eine bis dato nicht dagewesene, mehrere Jahrzehnte umspannende Werkschau, eine ungemein stylische Aufmachung sowie ein renommierter Designer, der eine eigenen Buchständer entwarf – der 1999 veröffentlichte Helmut Newton Sumo-Bildband war das erste Buch seiner Art und ein Werk der Superlative. Erschienen ist es im Kölner Taschen Verlag, der damit einen der wichtigsten Meilensteine auf seinem Weg zu einem der hippsten Verlagshäuser legte.

Das SUMO-Exemplar #1, handsigniert von über 100 der in dem Buch abgebildeten Celebrities, brach den Rekord für das teuerste Buch des 20. Jahrhunderts - bei einer Auktion in Berlin kam es für gut €317,000 an den Meistbietenden.
Die erste Auflage des Ur-Sumos belief sich auf exakt 10.000 signierte und nummerierte Exemplare, die allerdings schon kurze Zeit nach dem Release restlos ausverkauft waren.
Dass dies wirklich eine neue Art von Buch war, zeigt unter anderem der Fakt, dass sich ein Exemplar des Sumo in vielen bedeutenden, internationalen Kunst-Sammlungen findet – u.a im  Museum of Modern Art in New York.
Abseits all dieser fraglos beeindruckenden Daten bleibt der Sumo aber auch heute noch die Retrospektive auf das Schaffen dieses großen Fotokünstlers.
Der 1920 als Helmut Neustädter in Berlin geborene und 2004 in Los Angeles bei einem Autounfall verstorbene Fotograf war über Jahrzehnte einer der meistgefragten Vertreter seiner Zunft. Die markante Mischung aus vorwiegend kontrastreich-atmosphärischem Schwarzweiß, dem glamourös-unterkühlten Styling der abgelichteten Frauen und den wiederkehrenden sado-masochistischen (Unter-)tönen brachte Alice Schwarzer auf die Barrikaden und fasziniert seine Fans bis heute. Denn Newton ist schlichtweg Kult, seine expressive, geradezu filmreife Bildsprache wurde selbst zur Marke- und beeinflusste zahllose Fashion-Fotografen nach ihm.

Genau 20 Jahre später wird der Sumo nun neu aufgelegt  – überarbeitet von der Witwe des Fotografen, June Newton, sowie einem Making Of-Booklet, das die Entstehung des trendsettenden coffee table-Werks nachzeichnet – sowie einem eigenen Buchständer zur Drapierung im eigenen Loft oder Wohnzimmer.

Passend zu diesem Jubiläum startet kommenden Monat in der Helmut Newton Stiftung in Berlin eine Ausstellung mit Schlüsselwerken aus dem Sumo– damit man sich die legendären "Big Nudes" auch in Überlebensgroße anschauen kann.

Wann & Wo ?
Ab 6. Juni 2019
Helmut Newton Stiftung
Jebensstraße 2
10623 Berlin-Charlottenburg
Credit Coverbild: © Helmut Newton Taschen Verlag
Helmut Newton. SUMO. Revised by June Newton
Hardcover mit Begleitheft und Buchständer, 26,7 x 37,4 cm, 464 Seiten
ISBN 978-3-8365-1730-0 
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch