Sonntag, 17. August 2025

TASCHEN SUMMER SALE 2025

Taschen Verlag Summer Sale Sommer Sale Köln Berlin
Credit Bild: ©Taschen Verlag
Bevor sich die Schatten auf die Sonnenuhren legen und der Sommer unweigerlich seinem Ende entgegengeht, wird auch in diesem Jahr ein liebgewonnenes Ritual für Coffee-Table-Aficionados zelebriert: der traditionelle Sale des Kölner Luxusbuchverlags Taschen.

Warum also die heiße Jahreszeit nicht mit einer Reise an die Schauplätze der internationalen High Society ausklingen lassen, legendäre Konzerte besuchen, an den Sets ikonischer Kultfilme vorbeischauen oder den großen Fotokünstlern der Modewelt einen Besuch abstatten? 

Zumindest auf den Hochglanzseiten der Taschen-Bildbände ist all das möglich – und das noch dazu besonders günstig; denn auch heuer gibt es bis zu 75 Prozent Rabatt auf Ausstellungs- und Mängelexemplare ausgewählter Toptitel. Begleitet wird der Sale, der wie gewohnt in den Flagshipstores in Berlin und Köln sowie online stattfindet, von einer Preview-Party mit Drinks, Musik und natürlich einer exklusiven Vorschau auf die bibliophilen Kostbarkeiten.


Hier die genauen Daten & Adressen: 

 Sale in den Flagship-Stores 
Mittwoch, 03.September bis Samstag, 06. September
Taschen Store Berlin (Schlüterstraße 39)
Taschen Store Köln (Neumarkt 3)

Preview Parties in beiden Stores,
03.September,  17-20 Uhr

Online
Donnerstag, 04. September, bis Sonntag, 07. September, 
Credit Bild: ©Taschen Verlag

Credit Bild: ©Taschen Verlag

Tascehn Summer Sale Sommer Sale Coffee Table Store Köln
Credit Bild: ©Taschen Verlag

Tascehn Summer Sale Sommer Sale Coffee Table Store Front Berlin
Credit Bild: ©Taschen Verlag

Mittwoch, 18. Juni 2025

NOIR ART: RALPH GIBSON SIGNIERSTUNDE IN KÖLN

Ralph Gibson
Credit Bild: © Taschen Verlag

Das Spiel mit Licht und Schatten sowie die expressive Kraft des Monochromen prägen seit sechs Jahrzehnten das Werk des US-amerikanischen Fotografen Ralph Gibson. Ob Porträts, Stillleben oder Akte – mit seiner Leica fängt Gibson filmisch anmutende Szenen ein, die oft eine geheimnisvolle Atmosphäre verströmen. Dass Gibson einst als Statist in Filmen von Nicholas Ray und Alfred Hitchcock mitwirkte, spiegelt sich in seiner Bildsprache wider: Seine Fotografien erzählen oft fragmentarische, spannungsgeladene Geschichten – wie Standbilder aus einem nie gedrehten Film.

Nun ist im Taschen Verlag mit der umfassenden Monografie "Photographs 1960–2024" eine beeindruckende Retrospektive auf das Schaffen dieses großen Fotokünstlers erschienen. Kommende Woche wird Ralph Gibson dieses Werk persönlich signieren.


 Wann & Wo: 

Signierstunde
Samstag, 28.Juni, 12-13 Uhr
im Taschen Store Köln 
(Neumarkt 3)

Ralph Gibson
Credit Bild: © Taschen Verlag

Ralph Gibson
Credit Bild: © Taschen Verlag


Mittwoch, 11. Juni 2025

75 YEARS OF ATLANTIC RECORDS

Credit Bild: © Taschen Verlag
Unter den großen Plattenlabels der Musikgeschichte zählt Atlantic Records – 1947 von Ahmet Ertegün und Herb Abramson gegründet – fraglos zu den bedeutendsten Namen. Und zudem zu den langlebigsten: Atlantic blieb über Jahrzehnte hinweg stilprägend, innovativ und vor allem genreübergreifend relevant. Mit einem enorm umfangreichen Artist-Roster prägte das Label den Zeitgeist – und tut dies seit mittlerweile 75 Jahren.

Music History

Dies zeigt auch die neu erschienene Chronik „75 Years of Atlantic Records“ aus dem Hause Taschen auf eindrucksvolle Weise. Sie bietet nicht nur große Stars und spannende Anekdoten, sondern vor allem eines: Musikgeschichte pur. Entstanden über einen Zeitraum von vier Jahren, versammelt dieses Werk hunderte Aufnahmen aus den firmen-eigenen Archiven– viele davon werden hier erstmals veröffentlicht. Mit 5,14 Kilogramm wiegt diese opulente Festschrift zudem so viel wie eine goldene Schallplatte – von denen Atlantic ja unzählige besitzt.

Ein Geheimnis des Atlantic-Erfolgs: Ertegün und seine Mitstreiter waren zuallererst Musikfans.

Sonntag, 30. März 2025

MR. SLOWHAND AT 80

Eric Clapton with Fender Stratocaster live on stage in Royal Albert Hall in England
Credit Bild: © Warner Music, Carl Studna

Am heutigen Tage wird Mr. Slowhand Eric Clapton unglaubliche 80 Jahre alt. Anlässlich dieses besonderen Datums für die Legende und Gitarrenikone, die auch auf diesen Seiten regelmäßig eine Hauptrolle spielt, eine Retrospektive auf einige mitunter karriereumspannende Features. Happy Birthday, Mr. Clapton!

24 NIGHTS: BLUES

Trotz der seit Jahrzehnten in ihren altehrwürdigen Hallen stattfinden Populärmusik-Konzerten ist die Royal Albert Hall im Londoner Stadtteil Kensington mit ihren gediegenen roten Sitzreihen und ihrer einem römischen Amphitheater nachempfunden Architektur nicht eben das, was man unter einem Blues-Club versteht. Anfang der Neunziger war dies jedoch etwas anders. Der majestätische, einst zum Andenken an Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha errichtete Kuppelbau verwandelte sich beinahe in eine Venue, die an der South Side Chicagos oder im tiefen Süden weit unterhalb der Mason Dixon Line gelegen sein könnte. Der Grund dafür: Mr. Slowhand Eric Clapton gastierte für seine ausgedehnte „24 Nights“-Konzertreihe in der RAH und spielte eine Serie monothematischer Abende, die unter den Mottos „Rock“, „Orchestral“ und „Blues“ standen.

Zwar gibt es schon seit Jahren ein Live-Album und eine DVD dieser legendären Konzerte, allerdings fassten diese die „24 Nights“ sehr kompakt zusammen. Die nun neu erschienenen Doppel CD-und DVD-Kombis präsentieren nun eine Extended Versionen dieser Abende, die zu den besten in Claptons langer Karriere zählen.

Die Blues Nights waren für Clapton so etwas wie ein Homecoming, nach den eher zeitgenössisch orientierten Werken „August“ und “Behind The Sun“ kehrte Clapton mit „Journeyman“ zu alten Tugenden zurück. In jene Phase fallen auch die "24 Nights"-Gigs. Clapton spielte seine damals noch recht neue Signature Stratocaster und Soldano Amps – soundtechnisch fraglos eine ganz besondere Ära Claptons, das „24 Nights Rig“ ist nicht ohne Grund bis heute ein absoluter Referenz-Sound.

Die im „24 Nights: Blues“-Set dokumentierten Nächte wirken wie ein Vorgriff auf die ein paar Jahre später stattfindenden „From the Cradle“-Sessions. Mit prominenten Gaststars wie Buddy Guy (der mit seinem Leoparden-Trainingsanzug die ohnehin laxen Garderobe-Vorschriften der Royal Albert Hall doch ein wenig strapazierte), „Iceman“ Albert Collins, Jimmie Vaughan, Robert Cray sowie Muddy Waters´ Mann an den Tasten Jimmie Johnson, spielte  EC puren Blues: "Key To The Highway"  "Sweet Home Chicago", "Have You Ever Loved A Woman" oder "Worried Life Blues" sind nur einige der zu hörenden Klassiker. Hier offenbart sich erneut die besondere Kunst von Musikern wie Clapton, Guy oder Vaughan - denn die Jams sind hier kein Wettbewerb, sondern eine musikalische  Konversation zwischen „Brothers in Blues“. 

Samstag, 29. März 2025

IM RAUSCH DER GESCHWINDIGKEIT: PORSCHE RACING MOMENTS SIGNIERSTUNDEN

Credit Bild: © Taschen Verlag
Der deutsche Fotoreporter Rainer W. Schlegelmilch ist eine lebende Legende auf dem Gebiet der Motorsportfotografie und einer der bedeutendsten Chronisten des internationalen Rennsports.
Unter Kollegen ist er auch als „Zoom Master“ bekannt, denn mit seiner charakteristischen Zoom-Technik fängt er die immense Geschwindigkeit der Racing Cars bei diversen Grand Prix seit Jahrzehnten ein. In Monaco gibt es sogar die berühmte „Schlegelmilch-Kurve“, von genau jenem Punkt hält der Fotograf das Geschehen stets aus demselben Blickwinkel zwischen Loews und Portier fest.

Seine beeindruckenden Aufnahmen von ganz speziellen Boliden – den Porsche Racing Cars – hat er nun in einem neuen Fotoband zusammengefasst, der bei Auto-Aficionados fraglos die Motoren heulen lassen wird. Dieses fesselnde Buch beginnt im Jahr 1963 und entführt den Leser mit atemberaubenden Aufnahmen in eine andere Zeit und eine andere Welt. Es ist eine persönliche fotografische Reise durch die Geschichte der Porsche-Langstreckenrennen – von Le Mans über die Targa Florio und Spa-Francorchamps bis nach Monza. In seiner unverkennbaren Bildsprache und mit kurzen, prägnanten Texten erzählt Schlegelmilch dabei eine Geschichte von der Jagd nach Geschwindigkeitsrekorde und Pokalen, von Glanzleistungen des Fahrzeugbaus, aber auch von den Helden des rauchenden Asphalts.

Kommende Woche ist Schlegelmilch in den zwei Taschen-Flagship-Stores zu Gast und wird sein Werk signieren.

 Genaue Daten & Adressen: 

Signierstunde
Freitag, 4.April, 17-18 Uhr
im Taschen Store Köln 
(Neumarkt 3)

Samstag, 5.April, 17-18 Uhr
im Taschen Store Berlin
 (Schlüterstraße 39)

Credit Bild: ©Taschen Verlag

Credit Bild: ©Taschen Verlag

Credit Bild: ©Taschen Verlag
Porsche Racing Moments von Rainer W. Schlegelmilch, Hardcover, 36  X 30.3.cm, 365 Seiten, erschienen im Taschen Verlag 

Samstag, 1. März 2025

ENTENHAUSEN AN DER SPREE: Signierstunde Donald Duck - The Ultimate History

Credit Bild: © Taschen Verlag
Carl Barks’ Donald Duck zählt fraglos zu den beliebtesten und kultigsten Comic-Figuren aller Zeiten. Der liebenswerte Enterich, mit all seinen Fehlern und Tollpatschigkeiten, ist nur allzu menschlich – und genau das macht ihn so einzigartig. Über neun Jahrzehnte hinweg hat sich Donald Duck zu einer der ikonischsten Figuren im Disney-Universum entwickelt. Eine neu im Taschen Verlag erschienene Duck-Monographie widmet sich nun seiner außergewöhnlichen Karriere – von seinem ersten Auftritt am 9. Juni 1934 in „The Wise Little Hen“, einem Kurzfilm aus der Silly Symphony-Reihe, bis hin zu seinen über 170 Zeichentrickfilmen, seinen Abenteuern in Comics und Fernsehserien sowie seinen Auftritten in den Disney-Themenparks.

Die Autoren tauchten tief in die Archive ein, um nicht nur die Geschichten hinter Donalds nie vollendeten Filmprojekten ans Licht zu bringen, sondern auch rund 300 bislang unveröffentlichte Bilder zu Tage zu fördern. Dazu gehören Konzeptzeichnungen, Storyboards, Hintergründe, Animations- und Comic-Zeichnungen sowie seltene Fotografien. Dabei werden die Werke aller bedeutenden Künstler gewürdigt, die Donald über die Jahrzehnte hinweg geprägt haben. Eine besondere Hommage erfährt natürlich Erfinder Barks, dessen bislang unveröffentlichte frühe Storyboard-Skizzen in diesem Band erstmals präsentiert werden.

Der Herausgeber dieser Chronik, Daniel Kothenschulte, wird kommende Woche im Rahmen eines Events im Taschen Store in Berlin sein Werk signieren. Zudem wird Disney-Comic-Illustrator Ulrich Schröder die Bücher mit einer persönlichen Zeichnung versehen.

Donald Duck. Die ultimative Chronik, Hg. Daniel Kothenschulte, Hardcover, 29 x 39.5 cm, 5.09 kg, 564 Seiten, erschienen im Taschen Verlag 


 Datum & Adresse: 

Signierstunde
Freitag, 7.März, 17-18 Uhr
im Taschen Flagship-Store Store Berlin
 (Schlüterstraße 39)

Sonntag, 9. Februar 2025

SERGIO LEONE BY HIMSELF

Credit Coverbild: © Reel Art Press
Der Italiener Sergio Leone (1929–1989) zählt fraglos zu den Schlüsselfiguren des modernen Kinos. Mit seinen Filmen änderte und bestimmte er nicht nur den Blick des Publikums auf das uramerikanische Genre des Western, sondern leistete auch in Sachen Regieführung, ästhetischer Bildsprache, Drehbuch und Einsatz von Musik (Ennio Morricone) Pionierarbeit. In einer neu erschienenen Mischung aus Bildband und filmhistorischem Werk, kommt dieser geniale Filmkünstler nun in Form eigener Essays und raren Interviews selbst zu Wort.

Nun gibt es natürlich viele Bücher über große Regisseure, durchaus von überaus kundigen Filmhistorikern und Insidern der Szene verfasst. Doch nur wenige Biografen konnten so nah an ihre Protagonisten herankommen wie Christopher Frayling, eine der internationalen Kapazitäten in Sachen Leone und Italowestern. Seine Werke „Spaghetti Westerns – Cowboys and Europeans: From Karl May to Sergio Leone“ und „Something To Do With Death“ waren  frühe, ernsthafte Auseinandersetzungen mit dem Genre und seinem wichtigsten Regisseur und sind bis heute Standardwerke. Während andere Biografen auf Infos aus zweiter Hand zurückgreifen müssen, hatte er zudem direkten Zugang zum Protagonisten seiner Hauptwerke. Dementsprechend haftet seinen Publikationen, die im Genre der Cinema-Bücher jedes Mal zu den besonderen Highlights zählen, neben der profunden Fachkenntnis über die Thematiken stets eine sehr persönliche Note an, die man in anderen Büchern selten vorfindet.

Samstag, 1. Februar 2025

DAVID BAILEY – EIGHTIES

Credit Bild:© David Bailey  Taschen Verlag

Warten wir auf die Achtziger? Waren sie schon da? Wo war ich?“ - David Bailey

Nun, der legendäre Starfotograf war jedenfalls definitiv mittendrin, statt nur dabei, in jener Dekade der Dekadenz, in der die Devise „more is more“ galt und Exzess sowie Überschwänglichkeit in Mode wie Lebensstil an der Tagesordnung zu stehen schienen – zumindest im Jetset und der High Society. Zum Himmel strebende Frisuren, Farbexplosionen, weite Schnitte und obligatorische Schulterpolster: Manch einer denkt daran mit Grausen zurück. Doch generell ist der heutige Blick auf diese einst – ob diverser Geschmacklosigkeiten – belächelte Ära ein zunehmend milderer. Auf den Laufstegen und in den Hochglanzmagazinen feiern die 80er jedenfalls ein stetes Revival. In der Musik gehört die Reminiszenz an sie längst zum guten Ton, in den Charts sind sie geradezu omnipräsent. Die Eighties sind in – daran führt kein Weg vorbei.

Wie zeitlos sie tatsächlich sind und wie sehr sie die Mode bis heute beeinflussen, zeigt auch ein neuer Bildband von David Bailey, der unzählige faszinierende Arbeiten dieses bedeutenden Fotokünstlers versammelt. Der gebürtige Brite zählt fraglos zu den bedeutendsten Fotografen überhaupt. In den Swinging Sixties konnte er sich mit einer ganz eigenen Bildsprache etablieren, seine Porträtaufnahmen waren stilbildend, er selbst verkörperte einen völlig neuen Typus Fotograf. In den 1960er-Jahren fing er die Atmosphäre der britischen Hauptstadt ein und definierte sie zugleich. Michelangelo Antonioni nahm ihn als Vorbild für die von David Hemmings dargestellte Figur im Film „Blow-Up“.

TASCHEN SALE 2025

©Taschen Verlag
Er zählt mittlerweile fraglos zum Fixpunkt im Kalender von Buch-Aficionados: der traditionelle Book Sale des Kölner Luxusverlags Taschen. Und auch heuer gibt es wieder satte Rabatte und so die Möglichkeit besonders günstig die Glamour-Welt der Modemetropolen, den Backstage-Bereich der größten Rockstars, historische Kulturstätten oder Fantasiewelten legendären Comic-Verlage zu erkunden. 

Begleitet wird der Sale, in dessen Zuge es bis zu -75 % Preisnachlass auf Display- und Mängel- Exemplare dieser aufwendigen  Bildbände mit Sammelfaktor gibt, von Parties in den Flagship Stores –  inklusive Drinks, Musik und einem Preview des gesamten Sale-Angebots.


 Hier die genauen Daten & Adressen: 

Preview Parties
Mittwoch, 5.Februar , 17-20h 
in den Flagship-Stores 
Taschen Store Berlin (Schlüterstraße 39)
Taschen Store Köln (Neumarkt 3)

"Analoger" Sale 
 Mittwoch 05.Februar. bis Samstag 08 . Februar 
in den oben genannten Flagship-Stores 

Online-Sale
Donnerstag 06.Februar. bis Sonntag 09.Februar
www.taschen.com
Stylishes Interieur Design und Coffee Table-Bücher: ein Blick in den Flagship Store in Köln
©Taschen Verlag
©Taschen Verlag

©Taschen Verlag


Sonntag, 22. Dezember 2024

The Museum of Wes Anderson: His Movies and the Works That Inspired Them

Credit Bild: © Prestel  Verlag
Der texanische Filmemacher Wes Anderson zählt fraglos zu den markantesten und eigenwilligsten Persönlichkeiten des zeitgenössischen Kinos. Unverwechselbar seine viel zitierte Bildsprache, beispielhaft skurril seine liebenswert-verschrobenen Filmfiguren, hintergründig die merkwürdigen Dialoge und außergewöhnlich die Themen seiner Werke. Als Drehbuchautor und Regisseur hat der kunstaffine Anderson – man erinnere sich an seine kuratorische Tätigkeit für das Kunsthistorische Museum in Wien – eine einzigartige cineastische Welt erschaffen. Bei einem Streifzug durch ebenjene entdeckt man in beinahe jeder Filmszene ein neues Exponat; die mittlerweile ikonische Bildsprache Andersons mit ihrem Schau-/Setzkasten-artigen Arrangement tut ihr Übriges, um den musealen Charakter seiner Filme noch zu unterstreichen.

Samstag, 17. August 2024

LICHTER DER TRAUMFABRIK: LIFE. HOLLYWOOD

LIFE HOLLYWOOD Taschen Verlag Book Buch Cover Marilyn Monroe Liz Taylor
Credit Bild: © Taschen Verlag
Es war einmal in Hollywood: der Filmmetropole Nummer 1 wohnte schon in ihrer Gründungszeit etwas latent Irreales inne. "Larger Than Life" beschrieb sowohl die Stars und Regisseure als auch die Produzenten-Sonnenkönige, die in ihren Studio-Palästen an der Westcoast Hof hielten. Sagen-haft auch die Geschichten, die auf und hinter der Weltbühne der Sets erzählt wurden - moderne Mythen im Fokus des Kameramannes und märchenhafte Stories von der Transformation von Normalsterblichen zu Ikonen der Leinwand. Aber wie das so ist im Märchen....auch im schönsten La La Land lauern Schattenseiten, entgegen dem Klischee ist in Hollywood ein Happy End alles andere als gewiss. Gerade wenn Glanz und Elend so nah beieinander liegen und die Fallhöhe ebenso hoch ist, wie die Anzahl der Zuschauer, die kometenhafte Aufstiege als auch Ikarus-gleiche Abstürze verfolgen. 

Chronisten der Triumphe, künstlerischen Errungenschaften, Dramen und soziokulturellen Umwälzungen Tinseltowns waren stets die gut vernetzten und kreativen Fotojournalisten des renommierten LIFE Magazins wie Alfred Eisenstaedt, Gordon Parks, Peter Stackpole, Lisa Larsen oder Gjon Mili. In der Zeit vor der Dominanz des Fernsehens bot diese Publikation ein exklusives "Tor zur Welt" und dokumentierte von Politik bis Kultur eine immense Bandbreite an Zeitgeschehen. Von der damals erreichten Reichweite können heutige Medien nur noch sehnsüchtig  träumen -  in den späten 1940er Jahren war jeder dritte Amerikaner Leser dieses Magazins. 
Die Connection zwischen den Blattmachern und dem Zentrum der US-amerikanischen Filmindustrie war dabei eine besonders langanhaltende und tiefgehende. Die erste "Blonde Bombshell" der Filmgeschichte, Jean Harlow,  zierte anno 1937 als erster Movie Star ein LIFE-Titelbild, es sollten noch über 200 weitere Cover mit Hollywood-Themen folgen. Durch diese in Sachen Publicity und Auflage für beide Seiten lukrative Zusammenarbeit wurde den Fotografen und Fotografinnen natürlich auch exklusiver Zutritt zu "Off Limits"-Bereichen gewährt - von privaten Gemächern bis hin zu rauschenden Awards-Parties. Die Folge waren unzählige Aufnahmen, die einerseits in unnachahmlicher Weise das temporeiche "Lifestyle" der Traumfabrik einfingen und andererseits die Stars, die im Gegensatz zur  heutigen Social Media-Zeit eine Aura des Geheimnisvollen umgab, für die Leser nahbarer wirken ließen.

Im neu erschienenen Doppel-Bildband  "LIFE. Hollywood" aus dem Hause Taschen kann man nun in das extensive Foto-Archiv dieses kultigen Hefts eintauchen. Produced and directed vom Verlagsgründer Benedikt Taschen himself, wie einen die ersten Seiten wissen lassen....eindeutig ein persönliches Prestige-Projekt und eine leidenschaftliche Liebeserklärung an das Kino. Mit einer "Spieldauer" von 600 Seiten gleiten diese beiden Bildbände vom Jahr 1936 ausgehend, einer Plansequenz gleich durch die Dekaden. Sie dokumentieren in der Folge unterschiedliche Ären und zeigen auch den Wandel vom Old zum New Hollywood, als das alte Studiosystem in sich zusammenbrach und die Counter Culture Einzug hielt. 1972 ist allerdings Schluss mit der Retrospektive. Es ist das Jahr von Francis Ford Coppolas "The Godfather". Für den Regisseur bedeutete dieser Film den Durchbruch, ebenso wie für Al Pacino. Produzent Robert Evans zementierte mit diesem Kassenschlager seinen Ruf als Mann mit "Midas Touch". Nun gäbe es natürlich auch danach noch Vieles zu entdecken, das etwas abrupte Ende ist allerdings auch dem Umstand geschuldet, dass das einst überaus profitable Magazin zunehmend mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte und nach 1972 nur mehr unregelmäßig erschien.
In seiner Glanzzeit  war LIFE jedoch eine der wichtigsten Quellen, wenn es darum ging einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Warum dies so war, merkt man auf jeder Hochglanzseite: ein rarer Shot reiht sich an den nächsten. Dieses Release richtet sich zwar ausschließlich an absolute Film-Aficionados, doch selbst die haben hier viel Neues zu entdecken.

Beim Durchblättern wird man unweigerlich an Damien Chezelles  „Babylon“ erinnert. In dieser Ode an das Filmschaffen gibt es eine leise, jedoch ungemein kraftvolle Szene, die mich persönlich nachhaltig beeindruckt hat, weil sie in so prägnanter Manier das Prinzip Hollywoods aufzeigt: Die von Jean Smart gespielte Kolumnistin Elinor St. John erklärt dem alternden Stummfilm-Star Jack Conrad (Brad Pitt) in einem bittersüßen Monolog die Mechanismen des ewig währenden Ruhm -  denn selbst wenn Erfolg kommt und geht, letztlich bleiben Stars durch ihre Filme unsterblich. Und "LIFE. Hollywood" zeigt genau das. Die beiden gewichtigen Bände sind ein wunderschöner Streifzug durch  das Pantheon der Filmindustrie in den Ausmaßen eines David O. Selznick-Epos.

Life. Hollywood, Hardcover, 2 Bände im Schuber, 26.5 x 36 cm, 7.50 kg, 708 Seiten, erschienen im Taschen Verlag

Ein exklusiver Blick ins Buch:

Veronica Lake Film Noir Taschen Verlag Buch Book LIFE Hollywood Film Movies Stars
Sirene des Film Noir: Veronica Lake
Credit Bild: © Taschen Verlag

Marilyn Monroe Barefoot Jump Taschen Verlag Buch Book LIFE Hollywood Film Movies Stars
Ein Symbol für Glanz und Tragödie der Filmindustrie: Marilyn Monroe
Credit Bild: © Taschen Verlag

Brigitte Bardot Taschen Verlag Buch Book LIFE Hollywood Film Movies Stars
Besuch aus Europa: Und auch in L.A. lockt.... BB
Credit Bild: © Taschen Verlag

Kinosaal Taschen Verlag Buch Book LIFE Hollywood Film Movies Stars
Der Kinosaal: ein magischer Raum
Credit Bild: © Taschen Verlag

Jane Fonda Barbarella Taschen Verlag Buch Book LIFE Hollywood Film Movies Stars
Privat und als Barbarella: Jane Fonda
Credit Bild: © Taschen Verlag

Robert redford Taschen Verlag Buch Book LIFE Hollywood Film Movies Stars
The Man, the Myth, The Legend...Robert Redford als Sundance Kid
Credit Bild: © Taschen Verlag

Due John Wayne Western Robert Evans  Taschen Verlag Buch Book LIFE Hollywood Film Movies Stars
Old Hollywood trifft New Hollywood: Paramount Produzent Robert Evans und "Duke" John Wayne
Credit Bild: © Taschen Verlag

Dienstag, 30. Juli 2024

DEEP PURPLE = 1

Deep Purple Band Ian Gillan Roger Glover Ian Paice Simon McBride Jim Rakete edel earmsuic Bandfoto Legends Classic Rock Smoke On The Water  01 Review
Credit Bild: © Jim Rakete  earMusic Edel
Mit dem 2017er-Album „Infinite“ und der darauffolgenden, recht eindeutig betitelten „The Long Goodbye Tour“ wähnte man die Hardrock-Legenden Deep Purple eigentlich schon auf Abschiedskurs. Ein Farewell nach einer langen Karriere, ganz so wie es viele ihrer teils sogar jüngeren Kollegen längst zelebrierten. Was dann folgte war jedoch das genaue Gegenteil: eine starke Veröffentlichung nach der anderen (vom Quarantäne-Cover Projekt „Turning to Crime“ zum experimentierfreudigen „Whoosh!“ ) sowie konstant gut gebuchte Konzertreisen. All das kulminiert nun in einer neuen Platte, die nicht nur die erste in der Mark IX-Besetzung ist, sondern auch das kraftvollste Purple-Album seit geraumer Zeit darstellt - und das obwohl schon die unmittelbaren Vorgänger wirklich gelungen waren. Mit dem kryptisch betitelten „= 1“ folgt  jetzt allerdings ein beeindruckendes Spätwerk, das jene Platten übertrifft, nur so vor Kraft strotzt und dabei immer wieder überdeutlich an alte Zeiten gemahnt.

Ein Grund - vielleicht sogar der Hauptgrund - dafür ist zweifelsohne der neue Mann an den sechs Saiten. Der Ire Simon McBride ist mit 45 Jahren der Jüngste im Bunde, ersetzte den aus familiären Gründen ausgeschiedenen Steve Morse auf Tournee und wurde alsbald fixes Mitglied. Als virtuoser Rockgitarrist alter Schule hat McBride die Klassiker Purples natürlich verinnerlicht, bringt live die Blackmore´schen Riffs und neoklassischen Leads souverän rüber und fügt sich ganz generell extrem gut ins Bandgefüge ein  - und lässt auf "=1" dennoch seine eigene Handschrift erkennen, u.a. mit einer Gary Moore-Influence, die so bislang nicht bei Purple zu finden war. 

Die neue Inkarnation dieser Band, die historisch betrachtet den beständigen Wechsel in ihrer DNA hat, harmoniert ungemein gut miteinander. So gut, dass sich eine Frage geradezu aufdrängt: Ist McBride gar der bessere Fit für diese Band als der fraglos geniale Morse? Fast ist man geneigt, dies zu bejahen. Jedenfalls wirken die neuen Songs prägnanter, weniger proggig, kommen mehr auf den (teils hymnischen) Punkt und swingen mehr. Dass „=1“ so dermaßen druckvoll klingt, liegt also nicht allein an Produzentenlegende Bob Ezrin, der schon seit mehr als einem Jahrzehnt mit der Band zusammenarbeitet. Ian Gillan verzichtet heute zwar verständlicherweise auf eine Live-Darbietung der extremen Vokal-Übung bei "Child In Time"  ist aber dennoch nach wie vor ein durchsetzungsfähiger Sänger, der auf diesem neuen Album geradezu glänzt. Organist und Keyboarder Don Airey hat hier gefühlt noch mehr den Jon Lord-Modus eingeschaltet. Mit McBride hat er einen Partner, der dieses charakteristische Interplay zwischen Orgel und Gitarre, dass ja ein wesentliches Element des Purple Sounds ist, geradezu zelebriert. Die Rhythm Section aus Roger Glover am Bass und Ian Paice an den Drums ist tight wie eh und je, angesichts der sich hier bahnbrechenden kreativen Energie legen sie allerdings ein noch massiveres Fundament.

Realistischerweise muss man konstatieren dass - wenig verwunderlich  - auch dieses Album kein neues „Black Night“ oder „Highway Star“ enthält, doch die neuen Songs sind nichtsdestoweniger stark, energetisch und zitieren gekonnt die Vergangenheit (die Single „Lazy Sob“ etwa hätte durchaus aus der Coverdale-Ära stammen können). Deep Purple experimentieren auf diesem Album routiniert mit ihrem Signature Sound - nur dass "=1"  eben nicht nur durchgehend Routine ist -  sondern eine Band zeigt, die auf ihrem 23. Studioalbum weitaus härter rockt als manch halb so alte Musiker: bemerkenswert!

"=1" erscheint in mehreren Versionen. Für Sammler besonders interessant ist, dass die Erstpressung der Vinyl-Edition ein riesiges Booklet in LP-Größe mit allen Song Lyrics (Gillan hat hier wieder ganze Arbeit als Rock-Dichter geleistet...) beinhaltet.

Dienstag, 2. Juli 2024

SLASH - ORGY OF THE DAMNED

Slash Orgy Of the Damned Toni Greis Cover Blues Rock
Credit Coverbild: © Seven.One Starwatch  Gibson Records
Schmutzige Riffs, die man auch als rhythmische Untermalung zur Ausschweifung deuten kann. Heulende Leadgitarren-Licks. Texte, die wahlweise Introspektion, Partystimmung und die Begehung diverser Todsünden behandeln - und dann noch ein Höllenhund auf der Fährte des Musikers, der zwischen Einsamkeit und Frauen, wie sie sonst nur ein Raymond Chandler beschrieb, hin und hergerissen ist: der Blues bildet musikalisch wie textlich eine wesentliche Ursubstanz des Rock und damit eines Großteils der Populärmusik. Obwohl dieser Umstand und damit das Genre selbst zumindest im Mainstream-Bewusstsein nicht mehr so präsent ist wie einst, können sich die wenigsten dem Einfluss dieser Musik entziehen. Gerade in den letzten Jahren gab es so etwas wie eine Renaissance in Sachen Rückbesinnung auf die Wurzeln mit einer ganzen Reihe dezidierter Blues-Alben von so unterschiedlichen Künstlern wie Yngwie Malmsteen, Billy Gibbons, Peter Frampton, Gov´t Mule oder den Stones.

Der jüngste in diesem Bunde ist Slash, der mit  "Orgy Of the Damned" ebenfalls ein recht reinrassiges, wenngleich nicht puristisches Blues Rock-Album aufgenommen hat und mit einer Reihe leidenschaftlicher und inspirierter Cover-Versionen einem ganzen Genre Tribut zollt. 

Anfang des Jahres hätte man vermutlich nicht mit einer solchen Veröffentlichung gerechnet, eine neue Platte von Guns N´ Roses oder Myles Kennedy & The Conspirators war da durchaus erwartbarer gewesen. Doch wer sich mit dem Gitarrenstil und der Karriere Slashs auseinandergesetzt hat, weiß dass „Orgy Of The Damned“  weniger überraschend als vielmehr folgerichtig ist. Dieses Studioalbum fühlt sich extrem organisch an und wirkt wie ein Release zum perfekten Zeitpunkt in Slashs Vita. Als klassischer Rockgitarrist ist er natürlich tief im Blues und damit einhergehend in der Pentatonik verwurzelt. Auch ein Großteil seiner Vorbilder und Inspirationsquellen kommen aus ebendiesem Genre-Umfeld. Und auch als Slash selbst den Blues hatte, während der Zeit als G N´R  als Band implodierten und der Gitarrist schließlich ausstieg, spielte er mit „Slash´s Blues Ball“ einschlägige Cover.

Der Blues Ball ist auch ein  Anknüpfungspunkt für dieses 2024er Album. Zwei der Mitstreiter von damals sind auch heute wieder mit dabei, Johnny Griparic am Bass und Teddy „Zig Zag“ Andreadis an den Keys. Neu sind Michael Jerome am Schlagzeug und Tash Neal, der sowohl Gitarrenparts als auch Teile des Gesangs übernimmt. Diese ungemein groovende Band wäre schon für sich genommen ein Garant für ein hochklassiges Blues Rock-Album. Doch Slash scharte überdies eine mehr als prominente Riege an Gastmusikern um sich. Das Prinzip ähnelt also seinem Solo-Debüt aus dem Jahre 2004, bei dem ebenfalls pro Song ein Star vorbeischaute. 

Und wenn der Hutmeister ruft dann kommen sie alle: Brian Johnson klingt kraftvoller als bei  seiner Stammband AC/DC und Steven Tyler zeigt sich erneut als große Stilist an der Harp, beide brillieren auf Howlin´ Wolfs „Killing Floor“. Black Crowe Chris Robinson verbreitet Easy Rider-Vibes beim Steppenwolf-Cover „The Pusher“ (der Song war auch Soundtrack des Kultfilms der Sechziger).  Iggy Pop wandelt dezent auf Tom Waits-Spuren bei Lightnin´ Hopkins „Awful Dream“. Reverend Billy F. Gibbons hört sich beim gleichnamigen Song wie der leibhaftige Hoochie Coochie Man an. Beth Hart singt wie gewohnt irrsinnig kraftvoll auf „Stormy Monday“. Grandsigneur Paul Rodgers klingt nach langer Krankheit beachtlich autoritativ bei „Born Under A Bad Sign“. Chris Stapleton, der Country Superstar der Stunde demonstriert die Dynamik seiner Voice bei Fleetwood Macs "Oh Well". Rock-Röhre Dorothy ist bei "Key To The Highway" im L.A. Sleaze genauso daheim wie in der großen Tradition weiblicher Blues-Shouter und mit Gary Clark Jr. kommt es in einer an Cream angelehnten Version von "Crossroads" (jedoch mit überraschendem Break in der Mitte) zur Gitarren-Konversation. Und dann natürlich immer Slash, dessen Riffs und Licks nur so aus den Speakern springen - aufgenommen von Mike Clink, der schon bei "Appetite For Destruction" und den folgenden G N´ R-Alben hinterm Pult saß und auch hier als Produzent dafür sorgt, dass dieses Album ein klanglicher Genuss ist.

Dem Blues wohnt immer etwas Schmutziges, Gefährliches und auch Erotisches inne. Nicht umsonst wird er auch als des Teufels Musik bezeichnet. Slash selbst sagt etwa über die Musik Muddy Waters´, dass es keine andere gibt, zu der man so gerne Sex haben will. Allein, dieser Umstand wird bei zeitgenössischen Interpretationen des blauen Genres allzu oft vernachlässigt, an sich wilde Songs werden allzu oft zu "safe" gespielt. Anders bei Slash, der auf diesem edlen und gleichzeitig schmutzigen Album alle Register zieht und den Blues so spielt, wie man ihn letztlich spielen muss.

Obwohl das Album keinerlei Raritäten enthält und man so gut wie alle Songs schon in sehr  vielen Interpretationen von zahllosen Interpreten gehört hat, schafft es Slash ihnen seinen eigenen Spin zu verleihen - und steht damit mit beiden Beinen in der Tradition des Blues und seiner Blues Rock-Vorbilder, die auch den Delta-Urtext nahmen und ihre ganz eigenen  Versionen daraus machten. Bei den im gegebenen Kontext überraschenden Songs "Just Enough For The City" (eigentlich von Stevie Wonder)  und „Papa Was A Rolling Stone“ mit Demi Lovato, stretcht er die Grenzen des Genres ebenso wie mit der das Album beschließenden einzigen Eigenkomposition, der melodischen Instrumental-Nummer „Metal Chestnut“. Im Kern bleibt es jedoch ein klassisches Blues Rock-Album – und was für eines! „Orgy Of The Damned“  schafft, was nur wenigen zeitgenössischen Alben gelingt: Begeisterung hervorzurufen. Die durchwegs energetischen und virtuosen Darbietungen machen dieses lässige Album nicht nur zu einem Genre-Highlight sondern auch zu Slashs bislang bestem Soloalbum.

„Orgy Of the Damned" erscheint in mehreren Formaten. In Sachen Content sind die Versionen jedoch identisch. Die CD verbirgt sich in einem herkömmlichen, sehr dünnen Digipkak. In der Vinyl-Version kommt das coole Cover, das mit den aufreizend  tanzenden Figuren eine typische Szene in einem Blues Club zeigt, naturgemäß noch besser zu Geltung. Verantwortlich für die grafische Aufbereitung der titelgebenden Orgie ist der deutsche Künstler Toni Greis. Wer Slash auf Social Media folgt, weiß dass er großer Fan von Greis ist und so gab der Gitarrist für sein jüngstes Album gleich das Cover beim für seine kinky Bilder bekannten Artist in Auftrag. Den Titel fürs coolste Platten-Cover seit langer Zeit könnte Slash zweites Solo-Album jedenfalls auch gleich einheimsen. 

Mit Spaß bei der Arbeit: die Stargäste Beth Hart, Billy F. Gibbons, Brian Johnson, Chris Robinson, Iggy Pop und Steven Tyler...und Slash diesmal ES-335 im Baked Potato Club in L.A.


Slash Orgy Of the Damned Beth Hart
Credit Bild: © Courtesy Of Gibson Records

Slash Orgy Of the Damned Billy Gibbons ZZ TOP Les Paul Gitarre Hoochie Coochie Man
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Slash Orgy Of the Damned Brian Johnson AC/DC
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Slash Orgy Of the Damned Chris Robinson Black Crowes
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Slash Orgy Of the Damned Iggy Pop
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Slash Orgy Of the Damned Aerosmith Steven Tyler Blues Harp Harmonika
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Slash Gibson ES-335 Baked Potato LA L.A.

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Montag, 1. Juli 2024

ELLEN VON UNWERTH - HEIMAT

Ellen von Unwerth Heimat Fashion Style Dirndl Taschen Verlag Buch
Credit Bild: © Ellen von Unwerth
Verklärter Sehnsuchtsort? Nostalgisches Gefühl? Identitätsstiftendes Symbol? Politisch allzu vereinnahmt und daher als rückwärtsgewandt abgelehnt? Trendiges Exil für geplagte Großstädter oder doch schlichtweg „The place where I was born?“. Die Frage „Was ist Heimat?“ mutet nur oberflächlich simpel an, denn bei genauerer Betrachtung ergeben sich vollkommen unterschiedliche Deutungsmuster und Antwortmöglichkeiten. Nicht umsonst ist der komplexe Heimatbegriff etwa in soziologischen Kreisen mitunter heiß umfehdet.

Mit dieser Thematik setzt sich auch die deutschstämmige Starfotografin Ellen von Unwerth in ihrem programmatisch betitelten Bildband „Heimat“ auseinander - allerdings auf ihre ganz eigene, unkonventionelle Art und Weise. Als gefragte Fotokünstlerin ist von Unwerth  zwar längst eine Fixgröße des internationalen Jetset, ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie jedoch im Allgäu. In ihrem Coffee Table-Buch -  eigentlich so etwas wie ein ausgedehntes Foto-Essay zur Thematik - blickt sie zurück und geht zusammen mit einer illustren Schar von Models back to the roots. Bei aller Nostalgie die in ihren Bildern mitschwingt handelt es sich hier jedoch nicht nur um fellinieske Amacord- Momente sondern auch um ein frivoles und subversives Spiel mit Konventionen: rustikale Hütten, Berglandschaften, saftige Wiesen, fotogene Dirndl-Styles....und äußerst kinky Countyrgirls? Richtig, denn daran, dass es auf der Alm wirklich koa Sünd' gibt, glaubte eh niemand - auch schon lange vor gewissen Franz Antel-Streifen aus den Siebzigern.

Die Model Squad mit der Unwerth Almöhis schockiert ist jedenfalls nicht nur agrarwirtschaftlich versiert, sondern hat  mitunter erotische Freizeitaktivitäten ganz im Stil eines gewissen Grafen Leopold aus Österreich im Sinne. Unwerth inszeniert  die Girls in der für sie typischen Pinup-Manier und kontrastiert ihren Glamour mit der ursprünglichen Umgebung. Die todschicken „Bauernmädel“ kommen  augenzwinkernd von einer misslichen Situation in die nächste– die „Damsels In Distress“ auf der Heide. 

Freimütig im Freistaat heißt die Devise; ob das nun den konservativen Zirklen Bayerns  gefallen dürfte, bleibt fraglich - als Ode an das Landleben, die Lust auf  Urlaub dahoam macht, sind diese Bilder aber wesentlich effektiver als so manche Fremdenverkehrs-Werbekampagne der letzten Zeit. Warum auch in die Ferne schweifen wenn das Gute (und Verruchte)  so nah liegt?

Unwerths rurales Fanatsialand ist der etwas andere Jungbäuerinnen-Kalender, der bei allem subversiv-augenzwinkernden Spaß  auch eine durchaus ernsthafte Auseinandersetzung mit der eingangs erwähnten Heimat-Frage darstellt. 

Heimat von Ellen von Unwerth, Hardcover, erschiene im Taschen Verlag

Ein exklusiver Blick ins Buch:

Ellen von Unwerth Heimat Fashion Style Dirndl Taschen Verlag Buch
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Ellen von Unwerth Heimat Fashion Style Dirndl Taschen Verlag Buch
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Ellen von Unwerth Heimat Fashion Style Dirndl Taschen Verlag Buch
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Ellen von Unwerth Heimat Fashion Style Dirndl Taschen Verlag Buch
Credit Bild: © Ellen von Unwerth

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Ellen von Unwerth Heimat Fashion Style Dirndl Taschen Verlag Buch
Credit Coverbild: © Taschen Verlag   Ellen von Unwerth