Freitag, 24. Februar 2023

DIE VERTONUNG DES "ALLTAGS" DES UKRAINE-KRIEGS: RENAN BLOOM - I SEE THE STARS

 

Credit Coverbild:© Renan Bloom
Heute jährt sich zum ersten Mal der russische Einmarsch in die Ukraine. Anlässlich dieses betrüblichen Tages ziehen nicht nur Politbeobachter und internationale Lenker des Weltgeschehens Bilanz sondern auch viele Künstler, die versuchen, die Geschehnisse in ihren Werken zu verarbeiten. Einer von ihnen ist der ukrainische Newcomer Renan Bloom, der das Schicksal Millionen seiner Landsleute teilt und sich von einem Tag auf den anderen aus seinem Alltag gerissen und inmitten der Kriegswirren wiederfand. Bloom heißt bürgerlich Yurchik Osachuk, lebt in Kiew und ist Sänger, Poet und Student, sein Vater ist an der Front bei Bakhmut stationiert. 

Die Gefühle ob der beklemmenden Situation seiner eigenen Famile und der seines Heimatlandes lässt er in seinem  Song "I See The Stars" einfließen und erzählt vom Beginn der Gefechte, den angsterfüllten Tagen vom Leben mit Bombenhagel und der Hoffnung auf Frieden. Dieser reduzierte Elektro-Pop-Song mit deutlichen Anleihen beim Breitwand-EDM-Sound der frühen Neunziger passt auf den ersten Blick weniger in die Schublade eines typischen Protestlieds sondern vielmehr zum Song Contest oder in die Contemporary-Sektion von Spotify. 
Bloom verzichtet vollends auf Effekthascherei, sein Vortrag hat etwas von der typischen Lethargie des Generation Y-Pop. Sein Song mag zwar gesanglich eher basic sein und auch die Lyrics mögen nicht eben subtil rüberkommen - doch mit seiner atmosphärischen Instrumentierung und Melodiefolge bietet dieses Lied einen Einblickk in die Lebenswelt und den "Allttag" einer potentiellen Lost Generation.

Credit Bild:© Renan Bloom


LAURA COX – HEAD ABOVE WATER

Credit Coverbild:© earMusic
Die französische Gitarristin Laura Cox fiel mir erstmals vor vielen Jahren auf YouTube auf. In reduzierten Videos nach dem Prinzip „A Girl and a Guitar“, überzeugte sie mit lässigen Riffs und Covers berühmter Soli direkt aus ihrem Zimmer. Damals - vor gut 14 Jahren  - war sie damit im noch nicht vollends ergründeten Social Media-Land eine der wenigen Frauen in diesem Metier. Heute hat sie über eine halbe Million Abonnenten auf der Videoplattform und sich überdies auch abseits der virtuellen Welt mit ihrer eigenen Band einen Namen gemacht. Das neu erschienene  „Head Above Water“ ist ihr mittlerweile drittes Full Length-Album und zeigt eine Künstlerin die unebirrt ihren von den Roots amerikanischee Musik gesäumten Weg folgt und  klassiche Tugenden mit modernen Elementen zu verknüpfen weiß.
Blues Rock-Fans werden sich bei den 11 Songs dieser Platte jedenfalls äußerst heimisch fühlen, allerings auch nicht gerade Bahnbrechendes oder Exzeptionelles entdecken  - zumindest wenn man von den äußerst gelungenen Gitarrensounds und einigen kernigen Riffs absieht. Denn es sind gerade die "Tones" in allen Schattierungen zwischen atmosphärischen Americana-Clean-Klängen und knarrziger Distortion, die auf diesem durchwegs soliden wenngleich wenig spektakulären Album herausstechen.

 

Donnerstag, 9. Februar 2023

FRAZETTA DAY 2023: THE FANTASTIC WORLDS OF FRANK FRAZETTA


Credit Bild: © Frank Frazetta Taschen Verlag
"Ich möchte etwas tun, was noch niemand vor mir getan hat. Und ich möchte es so tun, dass mich niemand vergessen wird.“ - Frank Frazetta
Blickt man auf das ebenso kunstvolle wie vielfältige Schaffen und das Vermächtnis Frazettas, dieses modernen Meisters der Malerei, der absoluten Kultstatus genießt, so kann man nur konstatieren, dass ihm dies mehr als gelungen ist. Mit seinem unverwechselbaren, ungemein detailreichen Stil erhob er oft als allzu  "low brow" verunglimpfte Themen wie Fantasy und Sci-Fi zur hohen Kunst - und wies in seinem Einsatz von Farben und Licht, einer ungemein dynamischen Perspektivenwahl sowie seiner sorgfältigen Bildkomposition eine verblüffende Nähe zu den alten Meistern auf. 
Frazetta, das ist fraglos der Rembrandt oder Caspar David Friedrich des Pulp - nur dass diese doch eher selten muskelbepackte Conan-Hünen, zu deren Füßen sich leicht bekleidete "Voluptous Vixens"  räkelten, Wikinger im Angriffsmodus oder eine kampfbereite Sirene, die die gesamte poseidon´sche Kraft der Weltmeere beschwört, malten.

Nachfolgende Fantasy-Artists versuchten oft erst  gar nicht aus Frazettas übergroßem Schatten zu treten, sondern führten seine Tradition fort. Der geballten Erotik und Testosteron-Ästhetik Frazettas war nichts mehr hinzuzufügen. Neben diesem immensen Einfluss auf die zeitgenössische (Comic-)Kunst transzendierten seine Gemälde zudem die beengende Nische reiner Genre-Kunst, die oft genug auf die Gestaltung von Buch-Covern limitiert bleibt. Denn seine actionreichen Motive, in denen Frazetta gekonnt "Movement" einfing, wurden oft als Plattencover  ausgewählt - von Molly Hatchet über Wolfmother bis High On Fire oder - was weniger bekannt ist - Herman's Hermits. Die Verbindung zur Musik war naheliegend, denn letztendlich entwarf Frazetta Bilder, die genauso aussahen wie die Musik klang. In seinen Werken spiegelte sich der Vibe ganzer Alben wider.

Eine neu im Taschen Verlag erschienene Retrospektive  "The Fantastic Worlds Of Frank Frazetta" zeigt nun all dies - und noch viel mehr.  Denn diese Monographie ist wohl die bislang umfassendste Würdigung dieses Künstlers. Entstanden ist sie in Zusammenarbeit mit der Frazetta-Familie sowie den führenden Sammlern seiner Werke. Blättert man durch die Hochglanzseiten dieses gewichtigen Coffee Table-Bands wird dieser Umstand auch überdeutlich - denn  hier sieht man eine Vielzahl an raren Bildern:  von ganz frühen Zeichnungen hin zu seinen Arbeiten für Filme wie  Robert Rodriguez und Quentin Tarantinos Kult-Kollaboration "From Dusk Till Dawn" oder  Clint Eatswoods "The Gauntlet". 
Film-,Musik-, Fantasy- oder Comic- Fans werden mit dieser Werkschau jedenfalls  fasziniert  in die fantastischen Welten Frazettas eintauchen.

The Fantastic Worlds of Frank Frazetta, erschienen im Taschen  Verlag, Famous First Edition von 6.000 Exemplaren,  Hardcover, Leineneinband mit Schutzumschlag, 29 x 39.5 cm, 4.87 kg, 468 Seiten, taschen.com

Ein exklusiver Blick ins Buch:

Credit Bild: © Frank Frazetta Taschen Verlag

Credit Bild: © Frank Frazetta Taschen Verlag

Credit Bild: © Frank Frazetta Taschen Verlag

Credit Bild: © Frank Frazetta Taschen Verlag

Credit Bild: © Frank Frazetta Taschen Verlag

Credit Bild: © Frank Frazetta Taschen Verlag


Sonntag, 29. Januar 2023

TASCHEN WINTER SALE 2023

©Taschen Verlag
Backstage bei den Stones in den Seventies, am Set von Coppolas "The Godfather" oder hautnah bei den Shootings von Helmut Newton? Das ist zwar leider nur auf dem Papier eines Bildbands bzw. in der eigenen Imagination möglich -  doch bibliophiler Eskapismus kommt ja nie aus der Mode und gerade in Zeiten wie diesen mehr als gelegen. Wer als  Coffee Table-Aficionado  beim Ticketpreis für derlei Reisen zu legendären Ereignissen und Orten sparen will, hat Glück: denn auch heuer findet der traditionelle Book Sale des Kölner Luxusverlags Taschen statt. 

Sowohl in den beiden deutschen Flagshipstores in Berlin und Köln als auch im Web gibt es bis zu - 75 % Rabatt auf Display- und Mängel- Exemplare dieser aufwendigen  Bildbände mit Sammelfaktor.
  
Hier die genauen Daten & Adressen: 

 Mittwoch 01.02. bis Samstag 04. 02. 2022
in den Flagship-Stores 
Taschen Store Berlin (Schlüterstraße 39)
Taschen Store Köln (Neumarkt 3)

Online Donnerstag 02.02. bis Sonntag 05.02.2022
www.taschen.com
Stylishes Interieur Design und Coffee Table-Bücher: ein Blick in den Flagship Store in Köln
©Taschen Verlag

Donnerstag, 12. Januar 2023

R.I.P.: JEFF BECK 1944-2023


Credit Coverbild: © Universal Music  Eagle Rock Entertainment
Vollkommen überraschend ist eine der größten Gitarren-Legenden aller Zeiten von uns gegangen: Jeff Beck starb an einer bakteriellen Hirnhautentzündung. Becks Musik begleitete mich seit meinen frühen Anfangstagen als Gitarrist -  das nun einer der ganz großen Innovatoren, der nie stillstand sondern stets die Grenzen des Instruments auslotete, nicht mehr unter uns ist, macht schlichtweg fassungslos.  
R.I.P. Jeff - thank you for the inspiration.

Aus dem aktuellen traurigen Anlass - ein Rückblick auf ein Retrospektiv-Konzert in Los Angeles und eine Dokumentation über das Leben und die Karriere Becks.

JEFF BECK LIVE AT THE HOLLYWOOD BOWL: Ein Brite und die Entdeckung der Mikrotonalität: 

Er ist ein quintessentieller „guitarist´s guitarist“ - ein Virtuose, dessen beeindruckende Beherrschung der sechs Saiten in Musikerkreisen Ehrfurcht und Bewunderung erzeugt, dem jedoch der ganz große Erfolg im Mainstream immer verwehrt geblieben ist.
Vielleicht war es genau dieser Umstand, der den britischen Ausnahmegitarristen Jeff Beck rastlos und experimentierfreudig bleiben ließ.
Becks idiosynkratrischer, gänzlich unorthodoxer Spielstil ist eine faszinierende Benchmark in Sachen Ton-Manipulation: Seine Fender Stratocaster lässt er im wahrsten Sinne des Wortes einmal singen, plötzlich wimmern und im nächsten Moment kreischen. Beck balanciert auf der feinen Linie zwischen kontrollierter Aggression und Melodik. Mit seiner Kombination aus Volume-Swells, Whammy-Techniken und präzisen, mikrotonalen Bends und Tonverschiebungen nähert er sich auf instrumentalem Wege dem Ideal des menschlichen Gesangs an.

Dass sich Beck im Laufe seiner Karriere nie lange in eine Genre-Schublade zwängen ließ,
und mit Blues Rock, Rockabilly, Fusion-Jazz oder zeitgeistigem Electronic Rock experimentierte machte seine ohnehin anspruchsvolle, häufig instrumentale Musik für viele nicht eben zugänglicher. Jene Vielfältigkeit spiegelt sich auch in der Setlist des anlässlich des 50-jährigen Karriere-Jubiläums Becks in L.A. abgehaltenen Gigs wieder, dessen Mitschnitt nun von Universal/Eagle Rock released wird.
Unterstützt von einer  verhältnismäßig jungen Band (u.a. mit der hippen Gitarristin Carmen Vandenberg) spielt sich Beck durch eine Retrospektive seiner 5 Jahrzehnte andauernden Karriere und spannt den Bogen von frühen Yardbirds-Psychedelia-Hits („Heart Full Of Soul“ oder „For Your Love“) über robusten Blues-Rock („Beck´s Bolero“) und unterkühltem Fusion Jazz bis zum – nun ja, gewöhnungsbedürftigen – jüngsten Noise-Album „Loud Hailer“.
Das Bühnenbild der Konzert-Venue - der berühmte Hollywood Bowl in der Stadt der Engel - ist äußerst reduziert, geradezu nüchtern. Auf Showeffekte wird gänzlich verzichtet;  Let the music do the talking. Da es sich um ein Anniversary-Konzert handelt, dürfen natürlich auch prominente Gäste nicht fehlen: Mit Steven Tyler spielt er „Train Kept A-Rollin´“ – das seit Jahrzehnten zu einem Fixpunkt bei Aerosmith-Gigs zählt und das Jeff in der von Rockabilly zum Bluesrock-Stampfer umgedeuteten Version seinerzeit mit den Yardbirds spielte – verewigt u.a. in Michelangelo Antonionis Sixties-Kultfilm „Blow Up“.

Zum Blues und den frühen Inspirationsquellen des Jeff B. schließt sich auch der Kreis, wenn Beck mit  Buddy Guy eine besonders ruppig-ungeschliffene Version von „Let Me Love You Baby“ raushaut. Mit Keyboarder Jan Hammer duelliert er sich wie in den 70s im Fusion Bereich und mit Billy F. Gibbons von ZZ TOP gibt’s zwar leider keinen Texas Shuffle, dafür eine gefühlvolle 80s Ballade („Rough Boy“). Sänger Jimmy Hall (man hörte ihn auf dem 1985er Beck-Album „Flash“) wurde ebenso eingeladen, genauso wie Soul-Röhre Beth Hart, die bei  „I´d Rather Go Blind“ und „Purple Rain“  - als Tribute an den zum Zeitpunkt des Konzerts erst unlängst verstorbenen Prince – alle Register der Honky-Tonk-Koloratur zieht.

Fazit: „Live At The Hollywood Bowl“ ist eine schöne Werkschau einer wechselvollen Karriere. Gerade die DVD bzw. Blu ray des Hollywood Bowl Konzertes erlaubt es Gitarristen  dem Meister ganz genau auf die Finger zu schauen um herauszufinden, wie die Grenzen dessen ausloten ließ, was auf einer Gitarre überhaupt machbar ist.

 STILL ON THE RUN - THE JEFF BECK STORY


Credit Coverbild: © Universal Music
Der Titel dieses Dokumentarfilms ist programmatisch: „Still On The Run“ –  Beck war stets ein Suchender, ein unruhiger Geist, der nur im permanenten Experiment seine Erfüllung fand und nie still stand. Inspiriert von den frühen Pionieren des Rock N´ Roll und ihrem revolutionären Erfindungsreichtum tüftelte er stets an neuen Klängen. Die psychedelisch-experimentellen Sixties waren für diesen passionierten Klangforscher der ideale Nährboden und Backdrop. Dass er immer auf der Suche – bzw. eben still on the run ist – sorgte dafür, dass es ihn nicht lange beim Blues- und Psychedelic-Rock hielt und er sich  in den Siebzigern dem rein instrumentalem Jazz Rock zuwandte und bis heute konstant die Grenzen avantgardistischer Musik auslotet.
Credit Bild: © Universal Music
Credit Bild: © Universal Music
Neben seiner Passion für die Sechssaitige ist Beck auch ein ausgewiesener "grease monkey",  ein Autoschrauber, der gern selbst seine teuren Vintage Vehikel zerlegt (siehe Bild oben). Die sich hier offenbarende Parallele zu seinem unorthodoxen Spiel mit musikalischen Normen oder sog. Regeln ist evident.
Wie einflussreich dieses Spiel ist, zeigt sich auch wieder einmal in den zahlreichen All Star-Interviews mit prominenten Freunden, Zeitgenossen und Bewunderern, die für "Still On The Run" geführt wurden.  
Sie verdeutlichen den Ausnahmestatus den Beck bei seinen Kollegen wie EC, Jimmy Page, Joe Perry, Billy Gibbons  oder Slash genießt. Nicht ohne Grund gilt Beck – ein Mann der stets etwas im Schatten des Mainstreams stand – als ein quintessentieller "guitarist's guitarist".
Credit Bild: © Universal Music
Credit Bild: © Universal Music
Credit Bild: © Universal Music
"Still On The Run" ist ein temporeicher, Film, der ein ziemlich  genaues, detailliertes Portrait der Legende zeichnet. Als Zuseher hat man das Gefühl Beck nun besser zu vestehen und ev. auch seine Karrierentscheidungen nachvollziehen zu können. Für mich als jahrelangen Beck-Fan war diese Dokumentation daher ungemein  faszinierend: Ein komplexes Portrait eines Individualisten, der sich nie anpassen konnte und wollte und ein wirklich empfehlenswerter Film.

Sonntag, 8. Januar 2023

MOTORLEGENDEN: ELVIS PRESLEY

Credit Coverbild: © Motorbuch Verlag
Es gibt nur wenige Lebensgeschichten, die so detailliert beleuchtet wurden, wie jene des Elvis Aron Presley, der am heutigen Tage 88 Jahre alt geworden wäre.

Elvis war in vielem der Erste: zunächst einmal natürlich als Pionier einer völlig neuen Musikrichtung. Bis heute sagenumwoben dieses Epiphanie-Erlebnis für die Nachkriegszuhörerschaft, als sie die Musik des Memphis Flash vernahmen, die in ihrer bahnbrechenden Verbindung von weißer und schwarzer Traditionen so  vollkommen neuartig war (ein Erlebnis, das sich wiederum bis in die Gegenwart wiederholt - und zwar für alle, die erstmals diese unglaubliche annähernd drei Oktaven umfassende Stimme und diesen Sound zum ersten Mal hören).

Doch Elvis war auch der erste globale Superstar, der in bis dato ungekanntem Ausmaße für eine regelrechte Massenhysterie sorgte. Nie zuvor erfuhr eine einzelne Person eine dermaßen konzentrierte Aufmerksamkeit des "public eye". Auch war der Mann aus Tupelo, Mississippi das erste Totalphänomen – Musiker, Schauspieler, Sexsymbol, geradezu Repräsentant des amerikanischen Traums und der die Nachkriegszeit dominierenden US-Leitkultur. 

Zahlreiche Biographien, Essays und Artikel haben sich mit den zahlreichen Teilaspekten dieses außergewöhnliche Lebens  auseinandergesetzt: von seiner Freizeitgestaltung und Alltagsgewohnheiten über die Einrichtung seines Anwesens Graceland hin zu seinem Style und minutiösen Aufzeichnungen seiner Recording Sessions- nichts blieb undokumentiert.

Der neuste Band in der Motorlegenden-Reihe des Motorbuch Verlags widmet sich nun einem weiteren Teilaspekt: seiner Leidenschaft für Autos, Motorräder und andere Fortbewegungittel, die sowohl in seinem Pivatleben als auch in vielen seiner Filme eine große Rolle spielten. Zuallererst sind da natürlich idie Cadlliacs, die auch exemplarisch für Presleys berühmte, geradezu legendäre Freigiebigkeit stehen: diese klassischen US-Straßenkreuzer waren oft Geschenke für ihm nahestehende Pesonen.  

Autor Siefried Tesche entwirft in diesem Buch nun eine unfangreiche Chronik von Elvis beeindruckendem Fuhrpark (der über die Jahre u.a. auch Wagen von  Rolls Roycs, BMW oder Mercedes enthielt). Das ist ungmein genau recherchiert und für Liebhaber edler Karossen eine regelrechte Fundgrube. Doch so wie bei den vorangegangenen Bänden dieser Reihe liegt der Fokus nicht allein auf den Gefährten. Diese nehmen zwar einen wesentlichen Teil dieses reich beilderten Buchs ein, doch geht es  Tesche um wesentlich mehr:  denn er entwirft auch eine kompakte, an Trivias überaus reiche Retrospektive auf Elvis Leben und Karriere.

Motorlegenden:Elvis Presley von Siegfried Tesche, erschienen im Motorbuch Verlag

Samstag, 31. Dezember 2022

ERIC CLAPTON - SIX-STRING STORIES

 

Credit Coverbild: © Eric Clapton Book, Genesis Publications
One by one these guitars were the chapters of my life. They belong to a very well-loved family.’ – Eric Clapton

Es gibt Musiker, für die sind Gitarren in erster Linie Werkzeuge. Tools, die mehr oder minder austauschbar sind. Mr. Slowhand zählt - wie das Eingangszitat verdeutlicht - explizit nicht zu dieser Gruppe. Gitarren sind für ihn stets sehr viel mehr als nur fabelhaft klingende Konstrukte aus Holz, Plastik und Metall.  

Every guitar tells a story -  Für Clapton sind mit so gut wie allen Instrumenten Geschichten und Erinnerungen an Karrieremarksteine verbunden. Ein Streifzug durch seine extensive Gitarren-Collection wird so auch zur Tour in die eigene Vergangheit. Und genau auf eine solche  nimmt er den Leser in seinem Buch „Six-String Stories“ mit.

2007 veröffentlichte EC mit „Mein Leben“ eine durchaus schonungslose Autobiographie . „Six String Stories“ hat nun Züge einer Alternate-Biography, die anhand außergewöhnlicher Instrumente erzählt wird. Chronologisch geht es von den frühen Club-Tagen über den Höhepunkt des British Blues Booms und der Cream -Ära hin zur Solokarriere. Viele Instrumente stehen symbolisch für bestimmte Abschnitte in ECs Karriere, mit ihnen gingen wesentliche   stilistische Entwicklungen und Neuausrichtungen Claptons einher.

Natürlich sind hier all die bekannten „Hauptgitarren“ vertreten: Historische Aufnahmen der legendär gewordenen und bis heute verschwundenen „Beano“-Burst, mit der ein ganz junger Eric Clapton einen Standard-Sound des Rock- und Blues schuf (Humbucker-Gitarre in einen Marshall-Amp).  Die Derek And The Dominos "Brownie"- Strat in Two-Tone-Sunburst fehlt ebenso wenig wie "Blackie", jenes Instrument, das Clapton einst selbst aus mehreren Vintage-Strats zusammenbaute. Und auch die Royal Albert Hall ES-335, die er bei Creams Farewell Gig an ebenjenem Ort spielte, sieht man hier in all ihrer Pracht.  Doch diese Sechsaitigen machen nicht einmal ein 1/3 dieses kompakten Bildbands aus, denn Claptons Sammlung ist extensiv - und "Six-String Stories" somit auch voll von seltenen Errungenschaften der gehobenen Gitarren/ Verstärker und Effekt-Baukunst (wie etwa dem "24 Nights"- Rig mit Soldano SLO-100 und Rack).

Durch die spezialisierte und  monothematsiche Ausrichtung  auf "Gear" ist dieses Buch nichts für jene, die nur oberflächliche Clapton Fans sind und lediglich auf die Greatest Hits stehen. Dieses Werk richtet sich an die Gitarristen, Liebhaber und Coinnasseure - die sich an dieser mehr als beeindruckende Collection wohl kaum satt sehen werden können. 

Eric Clapton - Six-String Stories, erschienen bei Genesis Publications 

Ein exklusiver Blick ins Buch:

Credit Bild: © Eric Clapton Book,  Genesis Publications

Credit Bild: © Eric Clapton Book,  Genesis Publications

Credit Bild: © Eric Clapton Book,  Genesis Publications

Credit Bild: © Eric Clapton Book,  Genesis Publications

Credit Bild: © Eric Clapton Book,  Genesis Publications

Credit Bild: © Eric Clapton Book,  Genesis Publications

Credit Bild: © Eric Clapton Book,  Genesis Publications


Mittwoch, 28. Dezember 2022

STAN LEE 100: DIE STORY EINER COMIC-LEGENDE

 


Credit Coverbild: © Taschen Verlag     Marvel Entertainment, LLC
Comic- Legende, Begründer moderner Mythen und eine Schlüsselfigur in einer der erfolgreichsten Hollywood-Erfolgsstories der Neuzeit: Stan Lee (1922-2018) wäre am heutigen Tage 100 Jahre geworden. Lee ist fraglos eine der ganz großen Ikonen amerikanischer Populärkultur. Aus seiner überbordenden Imagination entstanden Comic-Heroen wie Spider-Man, Hulk, die Fantastic Four, Iron Man, Thor oder die X-Men – fiktive Charaktere, die auch durch den Siegeszug des so kontrovers diskutierten wie erfolgreichen Marvel Cinematic Universe eine neue Generation von Fans begeistern.

Im Taschen Verlag ist eine bibliophile Rückschau auf das immense Lebenswerk Lees erschienen, die in sich so vielseitig ist, wie die Helden aus den bunten Bildern:
Die im üblichen XXL-Format gehaltene „The Stan Lee Story“ ist einerseits eine Biographie und eine Success-Story wie aus dem New Yorker Jungen Stanley Martin Lieber der „Vater“ von Peter Parker wurde. Andererseits ist dieser Großformat-Band auch ein Best Of der Marvel-Historie, in dem nachgezeichnet wird, wie sich die archetypischen Helden über die Jahrzehnte veränderten und sich dem Zeitgeist anpassten.
Und schließlich ist dieses Buch auch soziokulturell betrachtet eine Geschichte des Superhelden-Genres  und wie sich Comics vom oft kritisierten Nerd-Medium und belächelten „Pulp“, der einst sogar im Ruf stand die Jugend zu „verderben“ zu einer anerkannten Kunstform und einem Millionenseller mit Mainstream-Appeal wandelten.

Diese gesamte Entwicklung spiegelt sich in der Lebensgeschichte Lees wider, die vom Autor dieses Bands, dem renommierten Comictexter, -redakteur und -historiker Roy Thomas sehr anschaulich nacherzählt wird   Hunderte von Illustrationen und Fotos, viele davon aus Stan Lees privatem Archiv, eingelegte Reprints kompletter Comichefte und ein Vorwort von Stan Lee selbst, runden diesen Tribute an eine Legende ab – empfehlenswert nicht nur für Marvel-Jünger die so eisern wie die Rüstung Tony Starks sind, sondern ganz generell ein Tip für all jene die sich mit amerikanischer Popkultur auseinandersetzen.

Stationen einer Karriere – ein Blick ins Buch:
DER GANZ JUNGE STAN LEE
Credit Bild: Copyright Courtesy Stan Lee

IKONISCHES COVER: SPIDEY IN TYPISCHER POSE
Credit Bild: TM & © 2018 Marvel Entertainment, LLC

LEE BEI DER WÜRDIGUNG MIT EINEM STERN AM HOLLYWOOD WALK OF FAME
Credit Bild: Copyright: Courtesy Stan Lee/POW! Entertainment

The Stan Lee Story
Stan Lee, Roy Thomas
Hardcover, 29,3 x 43,7 cm, 624 Seiten
ISBN 978-3-8365-7577-5
Ausgabe: Deutsch

Donnerstag, 22. Dezember 2022

X-MAS BOOKS 2022: EINE WEIHNACHTLICHE BUCH-REISE

Credit Bild: © 6strings24frames  
Alle Jahre wieder: ungeachtet aller Tech Gadgets und diverser Trends zählt ein richtig gutes Buch nach wie vor zu den Klassikern schlechthin, wenn es ums ideale Geschenk unterm Christbaum geht. Doch was schenkt man einem Bibliophilen, der schon alles hat? Welche Biographie oder welcher Coffee Table-Bildband ist der Richtige für den distinguierten Aficionado in der Familie, dem Freundeskreis oder für einen selbst? Der folgende weihnachtliche "Buyer´s Guide" durch die Welt aktueller Releases liefert nicht nur #Inspo für den Gabentisch, er ist auch eine Zeit- und Lesereise durch mehrere Jahrzehnte Musikgeschichte - die alle durch einen roten Faden verbunden sind.
Dieser Guide wird bis inklusive 06. Januar laufend aktualisiert -  denn das Shopping endet bekanntlich nicht am Mittag des 24. Dezember sondern geht nach den Feiertagen für jene, die mit Gutscheinen oder Geld beschenkt wurden, erst so richtig los.

THE BIRTH OF ROCK N´ROLL: 70 YEARS OF SUN RECORDS

Credit Coverbild: © Edition Olms
Unter den historisch bedeutsamen Plattenlabels nimmt Sam Philips Sun Record Company fraglos eine außergewöhnliche Sonderstellung ein - wurden dort in den kleinen Räumlichkeiten mit dem charakteristischen Klang an der 706 Avenue in Memphis, Tennessee doch nicht nur große Aufnahmen eingespielt, sondern gleich der ganze  Lauf der Musikgeschichte geändert. Elvis Presley machte dort seine ersten Recordings. Wenig später folgten Jerry Lee Lewis, Carl Perkins, Johnny Cash, Roy Orbison.  Und auch für Artists wie Howlin´ Wolf und B.B. King war Sun Records zeitweise eine Heimat.
Die Sonne im Label repräsentierte einen neuen Tag, eine neue Chance - und letztlich den Sonnenaufgang eines neuen bisher nie dagewesenen Sounds. die Verbindung weißer und schwarzer Musiktraditionen. Anlässlich des 70th Anniversaries von Sun erzählen Autor Peter Guralnick (der zu den wichtigsten und prominentesten Chronisten amerikanischer Musik gehört) und Journalist Colin Escott  die faszinierende Geschichte des Labels, seines Gründers, seiner Mitarbeiter und der bedeutenden  Künstler, die dort den Grundstein des Rock gelegt haben. Ein reich bebilderter Coffee Table-Band ebenso wie ein detaillierteres Geschichtsbuch - und noch mit einem Vorwort des im Oktober verstorbenen Jerry Lee Lewis.

The Birth Of Rock N´Roll: 70 Years of Sun Records von Peter Guralnick und Colin Escott,  erschienen bei Edition Olms

RONNIE SPECTOR-MEIN LEBEN  

Credit Coverbild: © Hannibal Verlag
Rock N´ Roll war die erste eigene Musik für die junge Generation. Nicht nur im Klang, sondern auch in den Thematiken, die in den Lyrics behandelt wurden und dem Alter der meisten Musiker. Die musikgewordene Elektrizität für eine neue Hörerschaft nach dem zweiten Weltkrieg. Einige Jahre nach dieser ersten Welle des Rock N´ Roll und den Pionieraufnahmen des Genres arbeitete Komponist und Produzent Phil Spector - zunächst nur berühmt, später auch berüchtigt  - an seiner legendären "Wall Of Sound": einem dichten Klang für seine „kleinen Opern für Teenager“, Wagner aus der Jukebox, über-orchestrierte Erzählungen über Trennungen und den Rausch der Liebe. Zu seinen kongenialen Partnerinnen zur Realisierung dieses Klangideals zählten die Ronettes- mit ihrer Leadstimme Veronica Yvette Bennett, später Ronnie Spector, die heuer leider verstorben ist.

Ronnie war eine unverwechselbare Ikone- sowohl gesanglich als auch in ihrem Signature-Style mit den Kajal-Cat Eyes und der Turmfrisur, die später u.a. Amy Winehouse inspirieren sollte.  Die Autobiographie „mein Leben“ zählt fürs Rolling Stone-Magazin zu den besten Büchern des Genres, wartet mit einem Vorwort von Rolling Stone Keith Richards auf und ist eine packende (Emanzipations-)Geschichte über eine so kometen- wie wechselhafte Karriere und eine der großen Frauen der Musikgeschichte. 

Mein Leben von Ronnie Spector mit Vince Waldron, erschienen im Hannibal Verlag

HARRY BENSON - PAUL
Credit Coverbild: ©   Harry Benson  Taschen Verlag
Einer der vielen Fans, die vom Sun Records Label beeinflusst und inspiriert wurden – und die anhand der Aufnahmen der Pioniere des Rock N´ Roll das Handwerk des Songwriting lernten, war ein Junge aus Liverpool der heuer seinen 80. Geburtstag feierte: die Rede ist natürlich von Paul McCartney. 

Über viele Jahre hinweg wurde Paul vom Fotografen Harry Benson begleitet, der so Gelegenheit hatte unterschiedliche Stationen in dieser legendären Karriere mit seinem einfühlsamen Stil festhielt: Benson war mit dabei als die Beatlemania am Höhepunkt war und er machte auch intime Portraits als sich die Wege von Paul, John, George und Ringo vorerst getrennt hatten und die Wings abhoben. Dieses Buch ist weniger eine Sammlung der spektakulären Live-Aufnahmen oder stilisierten Portraits, sondern wirkt über weite Strecken wie ein Familienalbum: geradezu intime Momente und Superstar McCartney oftmals  ganz privat.

PAUL by Harry Benson erschienen im Taschen Verlag

ERIC CLAPTON  SIX STRING STORIES

Credit Coverbild: © Genesis Publications
Es gibt Musiker, für die sind Gitarren in erster Linie Werkzeuge . Tools, die mehr oder minder austauschbar sind. Eric Clapton zählt explizit nicht zu dieser Gruppe. Für ihn sind mit so gut wie allen Instrumenten Geschichten verbunden.
In "Six String Stories" nimmt EC den Leser nun mit auf eine Führung durch eine erstaunliche Collection. Die Aufnahmen erlesener Instrumente werden von interessanten Anekdoten und Erinnerungen begleitet, wodurch dieser Band auch zu einer Alternate Biography wird:  every guitar tells a story, all diese Instrumente sind untrennbar mit dem Leben Claptons und wichtigen Karrrieremarksteinen verbunden. Die magischen Konstrukte aus Holz, Plastik und Stahl als beinahe proust'sche Objekte der Erinnerung, verknüpft mit denkwürdigen Konzerten und Stationen  in der langen Karriere jenes Mannes den sie Mr. Slowhand nennen: von der ES-335 die er beim Cream-Farewell in der Royal Albert Hall spielte über die "Blackie" und "Brownie'Strats hin zu weniger bekannten Raritäten: eine Pflichtlektüre für Clapton-Fans und Gitarren-Aficionados.

 Eric Clapton Six String Stories, erschienen bei Genesis Publications 

 JIMI: OFFICIAL 80th BIRTHDAY EDITION

Credit Coverbild: © Chronicle/Abrams & Chronicle
Am 27. November wäre James Marshall "Jimi" Hendrix 80 Jahre alt geworden. Anlässlich dieses Anniversaries ist mit "Jimi" ein neuer Prachtband erschienen, in dem seine Schwester Janie und John McDermott von der Experience Hendrix L.L.C das Leben und einflussreiche Schaffen dieser Legende beleuchten. 
Dieses offizielle Release ist eine "visual celebration" - ein schweres Coffee Table-Buch, das jedoch kein reiner Bildband ist, Text- und Bildcontent  sind hier nahezu gleich gewichtet. Es gibt schon viele Bücher über die Ausnahmeerscheinung Hendrix, dieses zählt mit seinem konsequenten Sixties-Styling (knallige Farben und immer wieder ein Retro-Schriftfont, der an Vintage-Plakate gemahnt)  jedoch fraglos zu den schönsten Releases. Die informativen Texte, bekannte sowie bislang ungesehenen Aufnahmen, Memorabilia, handgeschriebene Lyrics und Zitate von Hendrix selbst zeichnen den Lebensweg dieser Ikone nach, O-Töne legendärer Zeitgenossen wie Paul McCartney, Keith Richards, Ronnie Wood sowie von jüngeren Artists wie Rapper Drake verdeutlichen wiederum den  generationenübergreifenden Appeal des Musikers aus Seattle . 
Diese wunderbare bibliophile Würdigung eines der ganz  großen Gamechanger ist auch für Leute mit gut gefüllter Hendrix-Bibliothek ein Highlight.

JIMI: Official 80th Birthday Edition von Janie Hendrix und John McDermott, erschienen bei Chronicle/Abrams & Chronicle

SHOT! BY ROCK

Credit Coverbild: © Edition Olms
Der Fotograf als Beobachter und das Objekt in seinem Kameraobjektiv - durch diese Konstellation  entsteht meist automatisch eine gewisse Distanz - zumal ein großer Teil selbst gut vernetzter Fotokünstler nur peripher selbst Teil der von Ihnen dokumentierten Szenen und Subkulturen ist. Ganz anders war dies bei Mick Rock, der jenes Genre, das Ihn berühmt machen sollte bereits im Namen trug. Seine Karriere ist die Geschichte eines Mannes, der auszog um ein Abenteuer zu suchen - und es auch fand. Rock hatte nicht nur einen ähnlichen Look wie viele der Bühnen-Heroes, er war auch Fixgröße in der Szene und schoss Bilder die genauso aussahen, wie die Musik klang, Mit seinem expressiven Stil wurde er einer der einflussreichsten Musikfotografen und zum Chronisten und Partizipant des Rock N´ Roll-Lifestyles.

Bowie, Queen (in Marlene Dietrich-Pose fürs Cover des zweiten Albums), Iggy Pop,  Debbie Harry, Mötley Crüe oder später Miley Cyrus - Rock war der Mann fürs Ikonische, fürs Wilde, fürs Sinnliche. Der Bildband „Shot! By Rock“ ist nun sein Vermächtnis (der Künstler starb 2021), alle Fotos wurden noch von ihm ausgewählt, und mit eigenen, extrem aufschlussreichen und unterhaltsamen Kommentaren versehen. Dieser Großformat-Bildband ist eine beeindruckende Werkschau, ein mitreißender Streifzug, durch „Dekaden der Dekadenz“, der auch weniger bekannte Facetten seines Schaffens beleuchtet, wie etwa jene der erotischen Fotografie.

SHOT! By Rock, erschienen bei Edition Olms

108 ROCKSTAR GUITARS

Credit Coverbild: © Lisa S. Johnson Rowman & Littlefeild Publishers / Hal Leonard
Die Formen attraktiver Instrumente, die an die Kurven einer Frau erinnern;  Bendings, die wie die Stimme einer Opernsängerin klingen und die vollkommene Hingabe während die Finger über das Griffbrett gleiten: Gitarre spielen ist eine überaus sinnliche Erfahrung, das können unzählige Musiker, bestätigen  - und so sieht es auch die US-Fotografin Lisa S. Johnson, die der Erotik der Gitarre mit einem innovativen Projekt Tribut zollt.

Ihr luxuriöser Bildband „108 Rockstar Guitars“ ist Hommage an einzigartige Instrumente und an den Rock und Blues selbst. Johnson begreift die Gitarren selbst als Kunstwerke, die teilweise eine Patina wie alte Gemälde haben und dadurch eine Geschichte erzählen. Mit dem Auge einer Künstlerin portraitiert sie in ästhetischen Bildern Instrumente von Stars wie Eric Clapton, Brian Setzer, Brian May, Joe Bonamassa oder Rick Nielsen.

Dieses extrem schöne und extrem aufwendig gestaltete Buch wurde mit dem Silver Graphis Award for Design ausgezeichnet und schon ein Blick genügt um zu wissen warum: Es gibt viele luxuriöse Bildbände doch „108 Rockstar Guitars“ zählt zu der ersten Riege von Büchern, die selbst bibliophile Kunstwerke sind: Roter Einband mit Prägedruck, Goldene Hochglanzseiten, stylishes Design. Dieses Buch ist die perfekte Verbindung von Fotografie- und Gitarrenkunst: Guitar Art  - Ein Buch für den Connaisseur.

108 Rockstar Guitars von Lisa S. Johnson, erschienen bei Rowman & Littlefield Publishers / Hal Leonard

BOB DYLAN - DIE PHILOSOPHIE DES MODERNEN SONGS

Credit Bild: © C.H. Beck
Für die Entwicklung des modernen Songs - insbesondere in lyrischer Hinsicht -  war Bob Dylan selbst ja nun nicht ganz unmaßgeblich. Es wäre also durchaus ein naheliegendes Unterfangen gewesen, wenn „His Bobness“ in seinem neuen Buch (sein erstes seit Chronicles: Volume One von 2004) eine Art Biographie in Songs oder eine Retrospektive auf sein Schaffen entworfen hätte: doch um seine eigenen Werke geht es in diesem Buch gar nicht. 

Dylan doziert hier in einer Reihe von (Kurz-)Essays  über von ihm ausgewählte Songs anderer Künstler. Dabei interessiert ihn nicht der zeitgenössische Wegwerf-Pop sondern große Songs und Kleinode aus der goldenen Zeiten aus Genres wie Swing, Blues, Rock N´ Roll, Country   bevor die Millennial-Monotonie, die „Peaks and Valleys“ die Intros und die Dynamik verschwinden ließ. Ähnlich breit gefächert wie Dylans letzte Alben, in denen er sowohl den Crooner als auch den Chicago Blues-Shouter gab, beleuchtet Dylan Songs von Künstlern Elvis Presley, Little Richard, Bobby Dare, Little Walter oder Frank Sinatra. 

 Am besten ist Dylans Werk immer dann wenn er als Musikologe Tangenten schlägt und wie ein analoges Wikipedia Querverbindungen herstellt. Die Essays sind oft knapp, die Prosa weniger rätselhaft als in seinen Songs und mehr am Stil amerikanischer Autoren der 50er orientiert. Einen weiteren Literaturpreis wird Dylan dafür wohl nicht erhalten,  es ist jedoch eine kurzweiliger Streifzug durch prägende Jahrzehnte der Musikgeschichte und die Einflüsse, die Dylan selbst inspiriert haben.

Bob Dylan - Die Philosophie des modernen Songs, erschienen bei C.H. Beck

STREAMS FÜR DICH - 1000 TV-SERIEN FÜR JEDE STIMMUNG

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Bei einem Blick auf viele der aktuellen Serien-Neuerscheinungen könnte man den Eindruck gewinnen, dass wir den Höhepunkt des "Peak TV" (also jener hochqualitativen TV-Produktionen, die Big Budget-Filmen in nichts nachstehen) bereits hinter uns haben. Dennoch war die Auswahl an parallel verfügbaren hochwertigen Serien noch nie so groß wie heute: Von Pionierwerken („Twin Peaks“) über moderne Klassiker („Mad Men“ oder "Sopranos“) hin zu neuen Kleinoden („Blackbird“).

Den Überblick über zig Streamingdienste und Serien zu behalten ist so zu einer echten Herausforderung geworden. Das Buch "1000 TV-Serien für jede Stimmung“ versucht nun auf 512 Seiten ein Guide durch den Streaming- (und DVD/Blu ray-)Dschungel zu sein. Eingeteilt wird hier weniger nach strikten Genres sondern nach den titelgebenden "Moods" - also eher breitgefassten Kriterien wie "Wenn du lachen willst" oder "Wenn du schreien willst" etc.  Kurz-Artikel mit einer knappen Synopsis weisen dem geneigten Leser und potentiellen Zuschauer den Weg. Der Mangel an tiefgehenden Infos ersetzt zwar nicht die eigene Recherche, macht diesen "Serien-Kanon" jedoch zu einem schnellen Emergency-Ratgeber, wenn man vor der notorisch unübersichtlichen Netflix-Startseite sitzt oder eine Alternative zum an "ollen Kamellen" nicht gerade armen Weihnachts-TV-Programm sucht.

STREAMS FÜR DICH - 1000 TV-SERIEN FÜR JEDE STIMMUNG erschienen bei Edition Olms