Mittwoch, 28. März 2018

AM DACH DER WELT: Die bedrohten "Murals Of Tibet"


Tenzing Gyatso the Fourteenth Dalai Lama, with a draft copy of Murals Of Tibet
Boston, 2014 Credit Bild: Mina Magda  ©  TASCHEN
Als im Februar diesen Jahres im geheiligten Johkang Tempel in der tibetischen Hauptstadt Lhasa ein verheerendes Feuer ausbrach, wurde wieder deutlich wie bedroht die verborgenen Schätze am Dach der Welt eigentlich sind – beherbergen die spirituell bedeutsamen Tempelanlagen und Klöster  doch ein kulturelles Erbe von unermesslichem Wert, darunter extrem aufwändig gestaltete Wandgemälde.
Einen Beitrag zur Bewahrung dieser Kunstwerke und gleichzeitig eine wichtige Momentaufnahme dieser durch Witterung und Alter bedrohten und im Verschwinden begriffenen Kunst  leistet das im April erscheinende Buchprojekt „Murals Of Tibet“, das den religiösen Kunstschatz der nach wie vor umkämpften Region auf eindrucksvolle Weise dokumentiert.
 
Amoghasiddhi (early 17th century), Jonang Puntsoling.Main Lhakhang, top floor,
approx. 206 x 287 cm (81 x 113 inches)
Credit Bild: ©Thomas Laird, 2018 / TASCHEN Murals Of Tibet 
Für dieses passionierte Projekt reiste der amerikanische Journalist und Fotograf Thomas Laird mehr als 10 Jahre durch das verborgene Hochland Tibets um in minutiöser Kleinarbeit die faszinierenden Wandkunstwerke in den isolierten Klöstern und Tempeln des geheimnisvollen Orts nahe den Wolken für die Nachwelt festzuhalten.
"Thomas Laird’s Murals of Tibet by TASCHEN is a unique treasure; a timeless gift from Tibet to the world - not only for this generation but for generations to come.“ sagt etwa Hollywood-Star und Buddhist Richard Gere über das Projekt, das wohl das bislang größte und aufwändigste Projekt des Kölner Taschen Verlags ist.
Die detailverliebten Murals bilden den Zyklus des Lebens in allen Facetten  sowie die umfangreiche Götterwelt des Buddhsimus ab.
Der SUMO-Band selbst wiederum ist an bibliophilen Superlativen schwer zu überbieten. Zum einen wäre da das riesige Format, die hochauflösende Reproduktion der Murals und die Limitierung der Collectors Edition auf 998 Exemplare. Das Buch kommt mit einem von Pritzkerpreisträger Shigeru Ban entworfenen Ständer, der Signatur des  Dalai Lama höchtspersönlich (!) sowie einem nicht minder interessanten 528-seitigen wissenschaftlichen Begleitbuch der Autoren Heather Stoddard (Expertin für tibetishce Literatur), Jakob Winkler (Tibetologe)und Robert Thurman (eine der Kapazitäten auf dem Gebiet der tibetischen Buddhismus und  Vater von Uma Thurman by the way)
Zwei Art Editionen mit je 40 Exemplaren wird es zusätzlich geben.
 
Eleven-Headed Avolokitehvara (15th Century), Gyantse Kumbum chapel 2 S a´
165 x 114 cm (65 x 45 inches)
Credit Bild: ©Thomas Laird, 2018/TASCHEN Murals Of Tibet 
Und noch ein spezieller Tip für Tibet- und Buddhismus-Interessierte: Dieses so aufwändige wie faszinierende Buch wird bei gleich zwei  Events in den kommenden Wochen vorgestellt. Bei beiden Buchpräsentationen werden der Autor und Tibetologe Jakob Winkler und der Editor Florian Kobler anwesend sein.

 WANN & WO ?

Ostersonntag 1.April 2018, 20:30 in
Schloss Elmau in Elmau 2, Krün(Garmisch-Partenkirchen)

12.  April.2018 18:00 in der Buchhandlung Wrage in der Schlüterstraße 4, 20146 Hamburg

Buddha Shakyamuni (15th century)Gyantse Kumbum Chapel 2 W a´
196 X 122 cm (77 X 48 icnhes)
Credit Coverbild: ©Thomas Laird , 2018 / TASCHEN, Murals Of Tibet 
Thomas Laird. Murals of Tibet
Thomas Laird, Robert Thurman, Heather Stoddard, Jakob Winkler, Shigeru Ban
Hardcover signiert vom Dalai-Lama, 50 x 70 cm, 498 Seiten mit 6 Ausklappseiten, einem zerlegbaren Buchständer von Shigeru Ban und einem illustrierten 528-seitigen wissenschaftlichen Begleitbuch
ISBN 978-3-8365-3312-6
Ausgabe: Englisch

Mittwoch, 21. März 2018

ES LEBE DAS LASTER: 20th Century Alcohol & Tobacco Ads

Credit Bild: ©  Taschen Verlag
Entgegen der Ratschläge des bekannten Udo Jürgens-Hits aus der Überschrift wird dem gepflegten Laster in zunehmendem Maße der Kampf angesagt, wie etwa die gerade in Österreich aufflackernde (Nicht-)Raucher-Debatte oder die schon seit Jahren erfolgreich praktizierten Verbote von Alkohol-und Rauchwaren-Advertisements illustrieren.
In den „good old days“ der Hochphase der Werbeindustrie ab den 50ern des vorigen Jahrhunderts war das jedoch noch ganz anders. Da machten die Sujets für Hochprozentiges & Co. noch einen Gutteil der Werbung in den Hochglanzmagazinen aus. Zwar konnte selbst in den verqualmten Sechzigern nicht mal ein Creative-Guru wie „Mad Man“ Don Draper behaupten, dass der Konsum von Tabak gesundheitsfördernd ist, doch die Creative Directors fanden andere Wege das Produkt erfolgreich anzupreisen.
Credit Bild: ©  Taschen Verlag
Sie verlagerten sich auf den unbestreitbaren Lifestylefaktor und dabei waren sie ziemlich kreativ – wie der neue Bildband „20th Century Alcohol & Tobacco Ads“ (Taschen Verlag) zeigt: ein Buch mit den besten Ads über lasterhafte Güter. Und egal wie man zum Rauchen und Trinken persönlich stehen mag, ungewöhnlich und  witzig  sind die hier versammelten Sujets allemal: Mal mit Ikonen der Werbeindustrie wie dem Marlboro Man und oft mit  viel – politisch höchst unkorrektem – Augenzwinkern versehen: im wahrsten Sinne des Wortes erfrischend.
Zumal es bei dieser vintage-orientierten Reise durch „100 Years of stimulating ads“ einiges zu entdecken gibt: wussten Sie z.B. dass Rock ´ Roll Legende Chuck Berry für Brandy Werbung machte , John Wayne für Camels oder man Keith Harings Kunst in einem Absolut Vodka-Sujet sehen konnte?
 
Credit Bild: ©  Taschen Verlag
Credit Coverbild: ©  Taschen Verlag

Jim Heimann. 20th Century Alcohol & Tobacco Ads
Steven Heller
Hardcover, 23,8 x 30,2 cm, 392 Seiten
ISBN 978-3-8365-6652-0
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch

Dienstag, 20. März 2018

COMICS FÜR ERWACHSENE: JAMIE HEWLETT

Credit Bild: ©  Jamie Hewlett  Taschen Verlag
Wer kein ausgewiesener Comic Aficionado ist, kennt die ungewöhnlichen Figuren des britischen Zeichners Jamie Hewlett wohl am ehesten von Damon Albarns Band Gorillaz. Dass das Oeuvre des 49-jährigen Hewlett jedoch weit mehr als die anarchischen Figuren aus Musikvideos wie  „Clint Eastwood“ zu bieten hat, zeigt die neu erschienene Chronik seines Schaffens aus dem Taschen Verlag.
Hewlett expressive Bilder und Comic-Stories sind subversiv, aufgeladen mit Popkulturquerverweisen und dabei sehr oft  definitiv für Erwachsene;-) -
Ikonen der Popkultur wie Elvis Presley oder Gram Parsons zeigt er als Zombies from outer space, Da Vinvis letztes Abendmahl reinterpretiert er mit Charakteren der Classic Star Wars-Trilogie. Und dann ist dann ja noch sein richtig böses Mädchen, das Tank Girl…
Hewletts Themen, seine Fixierung auf „Pulp“ und sein subversiver Stil blieben im Lauf seiner Karriere unverändert, sein Zeichenstil jedoch änderte sich oft von Projekt zu Projekt – wie etwa seine fotorealistischen Bilder seine Ehefrau als Hauptdarstellerin fiktiver Expoiltation-Filmplakte und auch die untenstehende Bildergallerie zeigen.
Ein spannender Künstler, der fraglos zu den vielseitigsten Zeichenkünstlern der letzten Jahrzehnte zählt.
Credit Bild: ©  Jamie Hewlett  Taschen Verlag
Credit Bild: ©  Jamie Hewlett  Taschen Verlag
Credit Bild: ©  Jamie Hewlett  Taschen Verlag
Credit Bild: ©  Jamie Hewlett  Taschen Verlag
Credit Bild: ©  Jamie Hewlett  Taschen Verlag
Credit Bild: ©  Jamie Hewlett  Taschen Verlag
Credit Bild: ©  Jamie Hewlett  Taschen Verlag

Credit Bild: ©  Jamie Hewlett  Taschen Verlag
Credit Bild: ©  Jamie Hewlett  Taschen Verlag
Jamie Hewlett
Julius Wiedemann
Hardcover, 25 x 31,7 cm, 424 Seiten
ISBN 978-3-8365-6093-1
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch

Dienstag, 27. Februar 2018

QUEEN IN 3D


Credit Bild: © Edel earbooks     Brian May

Dass Brian May nicht „nur“ ein Schmied stadion-erschütternder Riffs ist sondern zudem auch Wissenschaftler (Doktor der Astrophysik um ganz genau zu sein) ist bei der Beschäftigung mit dem neu erschienenen Bildband „Queen in 3D“ (Edel/ear books) unübersehbar.Denn obwohl der über 250–seitige Band eine von der Gitarrenlegende selbst zusammengestellte, sehr persönliche Bild-Chronik der Geschichte der legendären Band darstellt, hat man es nicht mit einem der herkömmlichen Hochglanz-coffee table books zu tun.



Freddie beim Teetrinken auf der Terrasse des Ridge Farm Studios (Surrey)
Credit Bild: © Brian May


Denn im Sammler-Schuber mit 3D- Hologramm-Bild von Freddie Mercury steckt  nicht nur das Buch selbst sondern noch ein sogenanntes „Owl Stereoscope“.
Was das ist ? Ein eigentümliches Gerät der „London Stereoscopic Company “. Ein faltbares, rasch einsatzbereites „Mikroskop“-artiges Instrument  in Eulenform, mit dem an die titelgebenden „3D Bilder“ im Bildband betrachten kann. Dabei handelt es sich jedoch nicht um diese old school schwarz-weißen Bilder mit grün-rosa Rand, sondern um stereoskopische Abbildungen: relativ klein Bildpaare, bei denen -  wenn man sie mit freiem Auge betrachtet – zunächst kein besonderer Effekt auffällt . Nimmt man jedoch das skurrile Eulen-Stereoskop zur Hand – und hat gute Lichtverhältnisse- entsteht ein gewisser räumlicher Effekt. Eine nette Spielerei, die allerdings für Brillenträger etwas umständlich zu nutzen ist. Aber gut, man kann alle Bilder in diesem Band auch problemlos ohne die Eule ansehen, zudem gibt es auch eine Vielzahl regulärer großformatiger Fotos.
Ankunft im bitterkalten Kalamazoo, Michigan
Credit Bild: © Brian May


Freddie in der Maske
Credit Bild: © Brian May

Anhand dieser Bilder und mit tagebuchartigen Einträgen zu wesentlichen Stationen in der Band-Geschichte entwirft May -  ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben -  eine Chronik von Queens Weg zum Ruhm und darüber hinaus: er dokumentiert die ganz frühen Tage, die Triumphe auf dem großen Bühne bis zur letzten Show mit Mercury und der aktuellen Phase mit Adam Lambert am Mikro.
Mehr als 300 bisher ungesehene Bilder sind es die May für dieses Projekt ausgewählt hat  – darunter eine ganze Reihe sehr persönlicher Schnappschüsse. Im Zentrum stehen nicht nur stilisierte Aufnahmen er überlebensgroßen Band on stage, sondern immer wieder die kleinen Momente.
„Queen in 3D“ ist zwar mit dem Stereoskopie-Gimmick ein Anwärter auf den Titel des gadget-tastischsten Fotobandes seit langem – doch auch abseits dieser Spielerei ist Mays Buch ein sehr guter Fotoband über eine der größten Rockbands aller Zeiten.

Credit Bild: © Edel earbooks     Brian May









Brian May
Queen in 3-D 256 Seiten, Hardcover im Schuber, mit beiliegender 3-D-Brille
Über 300 Abbildungen
Format 24,3 x 32,4 cm 978-3-943573-29-9 € 39,95 (D) / € 41,10 (A)
earBOOKS
Ein Verlag der Edel Germany GmbH


Dienstag, 13. Februar 2018

TOTO - 40 Trips Around The Sun


Credit Bild: © Scott Richie     Sony Music
Ihre Licks wurden integraler Bestandteil von Welthits, doch ihre Namen waren meist nur Eingeweihten ein Begriff. Die Session Aces der Musikindustrie, die professionellen Studiomusiker standen trotz herausragenden instrumentalen Fähigkeiten und einer enzyklopädischen Versiertheit in unterschiedlichen Genres meist im Schatten der ganz großen Stars deren Aufnahmen sie veredelten:
Bei Toto – einem Zusammenschluss von Studio-Fixgrößen der  kalifornischen Musikszene der 70er – war dies jedoch ganz anders: Die Dauergäste auf Hitalben anderer, bündelten ihre Fähigkeiten und schafften mit ihren ausgefeilt durchkomponierten Platten selbst den Mainstream-Erfolg. Zum 40-Jahr-Jubiläum des selbstbetitelten Debut Albums ist nun mit „40 Trips Around The Sun“ eine sehr kompakte Werkschau erschienen – die sich durch die Inklusion dreier „newly recorded“ Songs auch an all jene richtet, die schon seit langem die „rains down in africa“ vermissen…. 
Credit Coverbild: © Sony Music

Tracklist: 

1.Alone (neuer Song)
2.Spanish Sea (neuer Song)
3.I'll Supply The Love
4.I'll Be Over You
5.Stranger In Town
6.99
7.Struck By Lightning (neuer Song)
8.Pamela
9.Afraid Of Love
10.I Won't Hold You Back
11.Jake To The Bone
12.Stop Loving You
13.Lea
14.Hold The Line
15.George Porgy
16.Rosanna
17.Africa

Credit Bild: © Scott Richie     Sony Music

Mit nur 17 Songs beschränkt sich „40 Trips…“ natürlich eher auf die ganz großen und mittelgroßen Hits. Die Tracklist überrascht dabei ebenso wenig, wie der Umstand, dass es überhaupt wieder ein Best Of von Toto gibt. Immerhin - ein Blick in die Diskographie zeigt, dass ein Greatest Hits nicht eben zu den Raritäten zählt.
Die früheren  Werkschauen gaben zudem  einen umfangreichen und kompletteren Überblick über das Schaffen der Band. „40 Trips“ enthält zwar viele der bekanntesten Songs wie die AOR-Evergreens „Africa“, „Hold The Line“, Rosanna“ oder „I´ll Supply The Love“ - auf manch spätere Glanztaten wie den Lukather -Blues „Don´t Chain My Heart“ wird jedoch verzichtet. 
Dennoch subsumieren die 17 Tracks ziemlich gut worum es bei Toto letztlich geht:

Bombastischer Rock in Vollendung, stets mit Hang zur ganz großen Melodie, oft nur ein, zwei Schritte vom anspruchsvollen Fusion Experiment entfernt, dabei immer mit starkem Pop-Appeal und natürlich den sehr gefälligen, high gloss Arrangements  - was der Band trotz ihrer unbestreitbaren musikalischen Fähigkeiten nicht nur Bewunderer einbrachte.
Von den drei neuen Songs ist der Album-Opener „Alone“ ist der schwächste.
„Struck By Lightning“ ist hingegen ein Highlight. Der heavieste Track, vermischt einen treibenden Groove mit typischer Melodik und interessanten Breaks. „Spansih Sea“ klingt am stärksten nach Vintage-Toto; kein Wunder, stammt der Song doch ursprünglich aus den Sessions zum ´84er „Isolation“ und wurde für „40 Trips..“ neu bearbeitet. Dank Studiotechnik war es möglich dass Lukather & Co. mit ihren leider schon verstorbenen Freunden und Bandkollegen Jeff und Mike Porcaro jammen konnten.
Das Kunststück dieser neuen Songs ist vor allem, wie bemerkenswert nahtlos sie sich in dieses Best Of- Album von Klassikern einfügen, die nach wie vor faszinieren – man denke nur an Steve Lukathers Outro-Solo in „Rosanna“.

Donnerstag, 18. Januar 2018

TASCHEN SALE JANUAR 2018 + Gewinnspiel „ROM“

Credit Bild: © Taschen Verlag
Und auch heuer gibt es ihn wieder: den obligatorischen Sale des Kölner Taschen Verlags, bei dem es zahlreiche Luxus-Bände um bis zu 75% reduziert zu erstehen gibt.
Die  Sale -Tage dauern von 25.-28. Januar 2018 und finden sowohl in  den Flagshipstores in Berlin, Köln, und Hamburg als auch online statt.

Hier die genauen Adressen:

Warehouse Sale in den Stores von 25.-27.Januar
Taschen Store Berlin (Schlüterstraße 39)
Taschen Store Köln (Neumarkt 3)
Taschen Store Hamburg (Bleichenbrückengasse 1-7)

Warehouse Sale von 25.-28.Januar

WIN - WIN WIN
Credit Coverbild: © Taschen Verlag
Passend zu diesem Sale verlose ich in freundlicher Zusammenarbeit mit dem Taschen Verlag ein Exemplar des neu erschienenen Bildbands „ROM-  Portrait einer Stadt“  von Giovanni Fanelli.
Tiberansicht mit Engelsburg und im Hintergrund der Peterskuppel, Rom, um 1905 (Photoglob Zürich) Credit Bild: © Marc Walter Collection Paris       Taschen Verlag
Ein Bildband, der die wechselvolle (Kultur-)geschichte der ewigen Stadt am Tiber nachzeichnet und einen faszinierenden Blick ins Innere einer der Schlüsselmetropolen Europas wirft: Von den historischen Sehenswürdigkeiten sakraler Natur über Orte, die auch Teil der Filmgeschichte wurden (Fellini, Ekberg und der Trevi-Brunnen) bis hin zu den großen Söhnen und Töchtern Roms.

Ihr wollt diesen Band voll von Geschichte und Dolce Vita euer Eigen nennen?

1) Dann schreibt eine E-Mail mit der Betreffzeile „ROM Gewinnspiel“ und mit dem Hinweis, dass ihr von mir bzw. 6strings24frames kommt und an dem Gewinnspiel teilnehmen möchtet.

2) Schickt die Mail an  c.waiblinger@taschen.com

Der Gewinner oder die Gewinnerin wird dann kontaktiert.

Folgt mir auf Twitter und Instagram (Links dazu auf der rechten Seite).
Viel Glück beim Gewinnspiel !

Einsendeschluss ist der 04. Februar 2018.
Keine Barablöse möglich.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mittwoch, 20. Dezember 2017

THE ROLLING STONES - ON AIR

Credit Bild: © Universal Music
The Revolution will be broadcasted.

In den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden die Radiosendungen der öffentlich-rechtlichen BBC zu einem der wichtigsten Kanäle um die neue Beatmusik in die Wohnzimmer des britischen Empire zu bringen.
Radio Airplay bei der einflussreichen und reichweitenstarken Institution,  das war in Zeiten der alten Rundfunkmonopole und limitierten Kommunikationswege mit dem Publikum zudem eine der wesentlichsten Ingredienzien des Erfolgs von aufstrebenden, jungen Bands der Brit-Musikszene.
Kurz nachdem der erste Schock der stiff upper lip-Fraktion über die  Pilzköpfe aus Liverpool etwas abgeklungen war, schmetterten  - nachdem ihre ursprüngliche Bewerbung abgelehnt wurde - so plötzlich die „noch viel schlimmeren“ Rolling Stones aus den Lautsprechern - und ließen ob der Begeisterung, die sie beim jungen Publikum entfachten, wohl so manch konservatives Elternteil zum „mother´s little helper“ greifen.

 „The Rolling Stones - On Air“ ist  nun die Chronik jener Zeit und vereint - in der Deluxe Doppel CD-Version dieses Releases - 32 ursprünglich via BBC Radio ausgestrahlte Songs des vermeintlichen Sittenverfalls aus den Jahren 1963 - 1965.
Credit Bild: © Universal Music
Im letzten Dezember veröffentlichten die Steine mit „Blue & Lonesome“ ja ein Album, das sie zurück zu ihren Wurzeln als reine Blues-Band führte -  „On Air“ geht, genau ein Jahr später, sogar noch einen Schritt weiter und ist  eine Audio-Zeitkapsel in die Anfangsphase der Band mit Brian Jones aka Elmo Lewis. 

Bei Gigs in Londoner Clubs hatten Jagger, Richards, Jones, Wyman, Watts und Stewart zwar schon ihren die frühen Jahre prägenden, zwischen zeitgenössischem Beat und tiefem Blues angesiedelten Sound herausgearbeitet -  die endgültige Richtung der Stones war jedoch noch nicht in Stein gemeißelt.
„On Air“ ist eine Momentaufnahme  dieser Frühphase, die jedoch  keine herkömmliche Best Of-Compilation der „early days“ darstellt. Vielmehr sind hier „Satisfaction“ oder „The Last Time“ eher die Ausnahme. Im Zentrum stehen Covers der von den Stones verehrten Idole: So spielen sie natürlich Chuck Berry-Nummern, wie die allererste  Stones-Single „Come On“, „Roll Over Beethoven“,  „Around And Around“ oder „Memphis,  Tennessee“.
Hinzu kommen viele Chess-Records-Blues-Songs - von  Muddy Waters´ „I Can´t Be Satisfied“ bis zum  Instrumentaljam bei „2120 South Michigan Avenue“. Und natürlich Jaggers Demonstrationen des ultimativen Blue Eyed Souls bei „Everybody Needs Somebody To Love“ oder Solomon Burkes „Cry To Me“.

Credit Coverbild: ©  Universal Music

„On Air“ richtet sich somit weniger an Stones-Gelegenheitshörer, die nur die auch im Mainstream bekannten Hits hören wollen, sondern  an die Stones-ologen und Sammler. Die bekommen überaus tight gespielte Versionen von Highlights der frühen Alben und eine ganze Reihe Raritäten und Blues-Deep Cuts –in einem ansprechenden Set, das eine
hungrige Band an der Schwelle zur späteren Legendenwerdung zeigt.

Rock Classics Nr. 20: Black Sabbath

Credit Coverbild: ©  BMG     Slam Zine Rock Classics
Mit diesem Jahr wurde nun wohl endgültig ein Schlussstrich unter die Geschichte einer der wichtigsten, einflussreichsten und wegweisendsten Bands der Heavy Music gezogen: In Birmingham,  jener Stadt in der für Ozzy Osbourne, Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward einst alles begann, spielten die Metal-Pioniere Black Sabbath ihren allerletzten Gig.

Die aktuelle Ausgabe der Rock Classcis beschäftigt sich nun - passend zum Ende von Sabbath -  mit dieser Kultgruppe und entwirft in kompakten Format eine ziemlich umfangreiche Chronik der Band, die als einer der ersten den diabolus in musica (den Tritonus) in ihren heavy Riffs  mit okkulter Symbolik in den Lyrics verband und damit zu Wegbereitern dessen wurde, was man später Heavy Metal nennen sollte.
Neben ziemlich informativen Interviews mit Iommi, Ward und Butler wird - wie man es gewohnt ist, bei dieser Heftreihe - ein Überblick über die teils sehr wechselvolle Bandgeschichte, alle Line-Ups und die gesamte Diskographie gegeben.
Die gerade neu erschienene Rock Classics Nr. 20 kommt zwar diesmal ohne Bonus CD und Poster, bietet jedoch nicht nur neuen Sabbath-Fans eine  lesenswerte Lektüre in Sachen Schwermetall aus Birmingham.

Sonntag, 17. Dezember 2017

Der diskrete Charme der Eiskönigin - Ein Bildband als Hommage an Supermodel Claudia Schiffer

Credit Coverbild:  © Mario Testino  Prestel Verlag
Fashion-Ikone, Model, Traumfrau: Wenn es um Mode ging führte ab den Neunzigern einfach kein Weg an Claudia Schiffer vorbei. In jener Pre-Social Media-Zeit war sie Teil der exklusiven Clique von Supermodels, die wie Filmstars verehrt wurden,  jede Saison die Catwalks der Stardesigner von Armani bis Versace dominierten und dabei eine derartige Bekanntheit erlangten, dass auch Leute, die mit dem elitären Mikrokosmos Mailand/Paris/London sonst nichts anfangen konnten, genau wussten wer gemeint war, wenn Karl Lagerfeld von „Clooodia“ schwärmte.
Nachdem bereits ihre Kolleginnen Naomi Campbell, Kate Moss oder Gisele Bündchen eigene Monographien erhalten haben, zieht nun das deutsche Modelwunder im 30. Jahr ihrer Karriere mit einem Bildband (Prestel Verlag) Bilanz über ihre Arbeit.

1987 in einer Düsseldorfer Disco entdeckt, wurde Schiffer schnell zu einem der gefragtesten Gesichter der Glamour-Szene, das nicht nur von den stilprägendsten Designern gebucht wurde, sondern auch vor der Kamera der besten Fotografen der Welt posierte.
So ist das neue Buch nicht nur eine eindrucksvolle Werkschau aus 3 Jahrzehnten sondern vereint auch ein Who Is Who der Fashion-Szene auf den 272 Hochglanz-Seiten dieses Hardcover-Bandes.
Ellen von Unwerth schrieb das Vorwort und stellte einige bislang unveröffentlicht gebliebene Aufnahmen zur Verfügung; Fixgrößen der Mode wie Dolce & Gabbana, Valentino oder US-Vogue-Herausgeberin  Anna Wintour verfassten Huldigungs-Beiträge -und die Bilder von Fotografie-Ikonen wie Herb Ritts, Richard Avedon, Helmut Newton, Mario Testino oder Steven Meisel unterstreichen die Wandelbarkeit und den Sexappeal der Schiffer.
In der komprimierten Form dieser Retrospektive wird deutlich, dass sie in einer Welt der vielen schönen Gesichter, stets sehr „unique“ blieb: Sie hatte bzw. hat alles: den Look , die Größe (1, 80 !) und darüber hinaus vielleicht das wichtigste - das gewisse Etwas.
Vom Typ her erinnerte sie zwar immer etwas an klassische Filmstars wie die Bardot, blieb jedoch nicht auf diese „vintage bombshell“ abonniert, sondern wirkte immer zeitlos - ob im Retro-Editorial oder einer edgy, modernen Fotostrecke.

Das coffee table-Sammlerstück über das Phänomen Schiffer zeigt jedenfalls eindrucksvoll was - im Gegensatz zu den kurzlebigen Social Media-Hypes um die Instamodels - ein echtes Supermodel ausmacht -und ist nebenbei auch ein Stück Fashion-Geschichte zum Durchblättern.

Claudia Schiffer
Gebundenes Buch, Pappband, 272 Seiten, 25,5x33, 105 farbige Abbildungen, 72 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-7913-8379-8
€ 59,00 [D] | € 60,70 [A] | CHF 75,00* (* empf. VK-Preis)
Verlag: Prestel  

Donnerstag, 7. Dezember 2017

ROY ORBISON WITH THE ROYAL PHILHARMONIC ORCHESTRA - A LOVE SO BEAUTIFUL

Credit Coverbild: © Sony Music
Er hatte fraglos eine der außergewöhnlichsten Stimmen ever und konnte mühelos von tieffrequentem Knurren zum Falsetto-Gesang wechseln - Roy Orbison war ein Rock ´Roll Tenor, dessen über drei Oktaven reichender Stimmumfang stets geradezu opernhaft anmutete. Insofern ist dieses neue Release durchaus naheliegend; nach dem King bekommen nämlich nun auch Classics aus dem Backkatalog von The Big O das „classical treatment“.

In vielen seiner Sixties-Recordings  - die einen Gutteil von „A Love So Beautiful“ ausmachen -  war die typische Rock N´ Roll-Instrumentierung durch eine dominierende Gitarre mindestens gleichbedeutend mit dem Einsatz klassischer Instrumente wie Streichern.
Die Verschmelzung von Elementen der U- wie der E-Musik war ein trendsettender Sound und Orbison einer der Großmeister dieser insbesondere bei Balladen mit größtmöglicher Effektivität eingesetzten Verbindung.
Insofern haben es  die posthumen Neuinterpretationen mit dem Royal Philharmonic Orchestra ziemlich schwer. Einerseits sind sie mehr als tadellos umgesetzt, andererseits sind die Orbison-Hits  bereits für ihre perfekten Arrangements bekannt.
So setzt sich der Eindruck, den man schon beim neuen Elvis Christmas-Album gewinnt, auch hier fort. 
Mal ist die Neuorchestrierung so dezent, dass der Unterschied eher unterhalb der Oberfläche durchschimmert, an anderer Stelle wird die Symbiose mit den royalen Philharmonikern wiederum überdeutlich: der Titeltrack bekommt z.B. ein neues Streicher-Arrangement und Pedal-Steel-Parts; der Song über den candy coloured clown, den Sandman „In Dreams“ - unweigerlich muss man an Dennis Hopper in Lynchs „Blue Velvet“ denken  - wird von einem langen symphonischen Intro eingeleitet. 
Credit Bild: ©  David Redfern  Sony Music
 Notwendigkeit für ein musikalisches Update besteht zwar bei diesen Klassikern nicht, doch abseits von etwaigen puristischen Überlegungen, muss man letztlich konstatieren  - Roys Stimme passt natürlich hervorragend zur Wuchtigkeit eines großen Orchesters.
Besonders schön ist zudem, dass an den Neu-Arrangements Roy´s Boys, die Söhne von Roy Orbison, mit Gitarre und Drums beteiligt sind.
Als Bonus für den deutschsprachigen Markt gibt es - anders als beim King aus Tupelo im Vorjahr -  glücklicherweise kein Duett mit Helene Fischer, sondern eins mit Helmut Lotti, der dank Studiotechnik mit The Big O „Only The Lonely“ singen darf.  

Tracklist:
1.In Dreams
2.Crying
3.I´m Hurtin´
4. Oh, Pretty Woman
5.It´s Over
6.Dream Baby
7.Blue Angel
8.Love Hurts
9.Uptown
10.Mean Woman Blues
11.Only The Lonely (Know The Way I Feel)
12.Running Scared
13.I Drove All Night
14.You Got It
15.A Love So Beautiful
16. Pretty Paper
17.I Drove All Night (Duett mit Ward Thomas)
18.Only The Lonely (Know The Way I Feel)  --Bonus Track Duett mit Helmut Lotti

Mittwoch, 6. Dezember 2017

SCORPIONS – BORN TO TOUCH YOUR FEELINGS - BEST OF ROCK BALLADS

Credit Coverbild: © Ellen von Unwerth   Sony Music
„Die Ballade ist heute die Königsklasse des Rock“, meint Klaus Meine, Lead-Sänger der Scorpions, „Sie trifft, wenn sie gut ist, mitten in die Herzen der Fans“.
Und tatsächlich, gerade von Rock-Balladen geht ein ganz spezieller Reiz aus.Wenn professionelle Schmalzsänger aus dem Popbereich balladeskes vortragen, wird es schnell allzu unangenehm kitschig. Doch wenn Rocker mal ihre gefühlvolle Seite zeigen hat das oft eine ganz spezielle Authentizität wie „Feuerzeug in die Höhe“-Klassiker von Deep Purple über Guns N´ Roses bis zu Metallica beweisen.
Auch die Scorpions schufen mit Songs wie „Still Loving You“ oder dem melancholisch-hoffnungsvollen Perestroika-Hit  „Wind Of Change“ Klassiker dieser Gattung.
Ein Alleinstellungsmerkmal der Scorpions ist dabei stets der starke Hang zu ausgefeilter Melodik, dem man die europäischer Prägung durch die E-Musik deutlich anhört.Gitarrist Rudolf Schenker dazu: „Wenn wir auch in unserer frühen Jugend nicht bevorzugt Mozart oder Haydn gehört haben, sondern doch Elvis, die Stones oder Little Richard, so ist es doch die ernste Musik, die uns praktisch mit der Muttermilch geprägt hat, das kann man nicht leugnen.“
Credit Bild: ©  Moritz Mumpi Kuenster  Sony Music
„Born To Touch Your Feelings“ ist nun eine ganz auf diese Balladen ausgerichtete Compilation - quasi ein themenbasiertes Best Of, das in 17 Songs die gefühlvolle Seite der Band zeigt. Die Songs reichen dabei von den Siebzigern bis in die Gegenwart - inkl. Neueinspielungen (siehe Tracklist) sowie zwei gänzlich neuen Songs.

Tracklist:

1.     Born To Touch Your Feelings („MTV Unplugged“ Studio Edit)
2.     Still Loving You („Comeblack“ Version)
3.     Wind Of Change(„Comeblack“ Version)
4.     Always Somewhere (2015 Remaster)
5.     Send Me An Angel (New Acoustic Version 2017)
6.     Holiday (2015 Remaster)
7.     Eye Of The Storm(Radio Edit)
8.     When The Smoke Is Going Down
9.     Lonely Nights
10.  Gypsy Life
11.  House Of Cards (Single Edit)
12.  The Best Is Yet To Come
13.  When You Came Into My Life („MTV Unplugged“ Studio Edit)
14.  Lady Stralight (2015 Remaster)
15.  Folow Your Heart (New Full-Band Version 2017)
16.  Melrose Avenue (New Song)
17.  Always Be Wit You (New Song)

Die beiden neuen Songs sind sehr solide, ohne allerdings dem Scorpions-Backkatalog ein unverhofftes Juwel hinzuzufügen. „Melrose Avenue“, das die 60s Britrock- Einflüsse der Band noch deutlich aufzeigt und die getragene Akustikballade „Always Be With You“ können mit Hymnen wie „Still Loving You“  nicht mithalten.
 
Credit Bild: ©  Ian Laidlaw  Sony Music
Das zwischen romantisch-veträumter Sanftheit  und SM stehende Ellen von Unwerth-Cover gemahnt schon sehr an die frühen wegweisenden Plattencover der Hannoveraner – und auch beim Anhören der neuen Compilation sind es dann letztlich die großen Klassiker von den Siebzigern bis in die frühen Neunziger, die auf „Born To Touch Your Feelings“ herausstechen – eine Compilation, die insgesamt zeigt, dass die Scorpions zu den absoluten Großmeistern der hohen Kunst der gepflegten Power Ballad zählen.