Sonntag, 5. Februar 2017

CHRISTO GEWINNSPIEL und SIGNIERSTUNDE im TASCHEN STORE Berlin

Credit Bild: © Wolfgang Volz Taschen Verlag
Es war fraglos eines der faszinierendsten und aufsehenerregendsten Kunst-Projekte der letzten Jahre: Christo & Jeanne-Claudes Floating Piers - jenes riesige, temporäre Kunstwerk, das vom 18. Juni bis zum 13. Juli 2016 auf dem italienischen Iseosee bestand.
Ein drei Kilometer langer Steg zog sich über die Wasseroberfläche und ermöglichte zahlreichen Kunstinteressierten und Touristen einen Gang über den See.
Schon 40 Jahre zuvor hatten der bulgarische Künstler Christo und seine Partnerin Jeanne-Claude (2009 vestorben) das Projekt geplant - 2016 kam es schließlich zur Realisierung und Vollendung.
Credit Bild: © Wolfgang Volz Taschen Verlag
Durch ein technisch aufwändiges System wurde das Wasser selbst zum Träger des Kunstwerks: 70.000 Quadratmeter an gelbem Stoff wurden dafür über ein modulares Schwimmdocksystem aus 220.000 hochverdichteten Polyäthylenwürfeln gelegt, um so vorübergehend das Festland mit den Inseln Monte Isola und San Paolo zu verbinden.
Das Art Project mit Event-Charakter sorgte auch Abseits der kunstaffinen Szene für enormes Aufsehen - und wie etwa bei der Verhüllung des Reichstages 1995 („Wrapped Reichstag“) schufen Christo und Jeanne-Claude mit ihren Visionen ein flüchtiges und gleichzeitig beständiges Kunstwerk.

Am Montag den 13. Februar kommt Christo nun persönlich nach Berlin und wird im neuen Berliner Taschen Store in der Shlüterstraße 39 (10629 Berlin) von 17 -19 Uhr seine Bildbände „Floating Piers“ und „Verhüllter Reichstag“ signieren.

WIN - WIN WIN

Wer den Künstler bei der Autogrammstunde in der deutschen Hauptstadt  nicht persönlich treffen kann, aber dennoch ein von Christo signiertes Exemplar von „Floating Piers“  - das die Entstehungsgeschichte des Projekts anhand von Skizzen, Modellen, Dokumenten und Entwürfen detailliert nachzeichnet - ergattern möchte hat nun die Chance ein Exemplar zu gewinnen - denn in freundlicher Zusammenarbeit mit dem Taschen Verlag verlose ich einen signierten Band von „The Floating Piers“.
Credit Coverbild: © Taschen Verlag
 Ihr wollt diesen Band euer Eigen nennen ?

1) Dann schreibt eine E-Mail mit der Betreffzeile„ Christo Floating Piers Gewinnspiel“ und mit dem Hinweis, dass ihr von mir bzw. 6strings24frames kommt und an dem Gewinnspiel teilnehmen möchtet.

2) Schickt die Mail an  c.waiblinger@taschen.com

Der Gewinner oder die Gewinnerin wird dann kontaktiert.

Folg mir auf Twitter und Instagram (Links dazu auf der rechten Seite).
Viel Glück beim Gewinnspiel !

Einsendeschluss ist der 13.Februar 2017
Keine Barablöse möglich.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Credit Bild: © Sylvia Volz  Taschen Verlag
Buch-Daten:

Christo and Jeanne-Claude. The Floating Piers
Christo & Jeanne-Claude, Wolfgang Volz, Jonathan William Henrey
Softcover mit Klappen, 23,5 x 29 cm, 128 Seiten
www.taschen.com 

Montag, 30. Januar 2017

DOYLE BRAMHALL II - RICH MAN

Credit Coverbild: © Concord Records   in-akustik
15 Jahre sind seit dem letzten Soloalbum von Gitarrist und Singer/Songwriter
Doyle Bramhall II ins Land gezogen - „Rich Man“ gleicht nun einer persönlichen Bilanz über diese Zeit, in der sowohl privat wie auch in der Karriere des Texaners, der  lange an der Seite von Mr. Slowhand Eric Clapton unterwegs war, viel passiert ist.
Am besten kann Bramhalls neues Werk als musikalische Reise definiert werden - ein eklektischer Trip durch unterschiedliche Länder und musikalische Genres. Was auch insofern passend ist, als dass der Musiker auf „Rich Man“ neben dem Tod seines Vaters  auch seine Reisen von Indien bis Afrika reflektiert. Die Songs sind geheimnisvoll, atmosphärisch dicht, tendenziell langsam oder im schweren Midtempo angesiedelt und dabei stets unterschwellig brodelnd. Das Verschmelzen unterschiedlicher Stilistiken - von Blues Rock, Funk, Soul bis zu Weltmusik  und das experimentieren mit diesen Eiflüssen bildet das Herzstück eines Albums, bei dem Bramhall mit beeindruckender Mühelosigkeit den Link zwischen tiefstem Delta Blues und indischen und arabischen Sounds findet.

Credit Bild:  © Danny Clinch    Concord Records  in-akustik
Ohne jeglichen vordergründigen Einsatz psychedelischer Effekte schafft diese Mischung eine betörende Atmosphäre - die einerseits die klebrige Hitze im Mississippi Delta sowie die flirrende Luft der Sahara evoziert. Besonderes in Stücken wie „Saharan Crossing“ (nomen est omen) und „The Samanas“  erreicht Bramhall immer wieder Momente, die man beinahe als  meditativ bezeichnen kann.
Dominiert wird „Rich Man“ von Bramhalls erdigem Gitarrensound - der mal verziert durch waberndes Uni-Vibe oder grollende Fuzz-Töne immer wieder an Jimi Hendrix und generell die Schule der Sechziger Heroen gemahnt - da ist es dann konsequent, dass ganz am Schluss ein Cover von Hendrix´“ Hear My Train-A-Comin´“ steht. Bramhall spielt hier sicher eine der besten Interpretation dieses Stücks ein und liefert den passenden Schlusspunkt eines gelungenen old school Albums, auf das man sich als Zuhörer allerdings auch einlassen muss.

Credit Bild:  © Danny Clinch    Concord Records  in-akustik
 

Dienstag, 17. Januar 2017

TASCHEN SALE und CAPITOL RECORDS BUCH GEWINNSPIEL


Credit Bild: © Taschen Verlag
Neues Jahr und gleich ein Event für coffee table-Fans:
Von 26.-29. Januar 2017 findet nämlich wieder der große Sale des Taschen Verlags statt.
Im Rahmen dieses Januar-Sales gibt es für Fans luxuriöser coffee table-Bücher Rabatte von 30 - 75 % auf Display/ und Mängelexemplare der Bildbände aus Bereichen wie Film, Musik, Popkultur, Kunst, Erotik, Architektur oder Mode & Design.

Wenn ihr also schon immer ein ganz bestimmtes Exemplar dieser bibliophilen Sammlerstücke zum besonders günstigen Preis haben wolltet, dann sollet ihr nächste Woche auf www.taschen.com oder in den Geschäften in Hamburg, Köln oder dem unlängst neu eröffneten Berliner Flagship-Store vorbeischauen.

Hier mal ein Blick in eines der stylischsten Geschäfte der deutschen Hauptstadt:
Credit Bild: © Mark Seelen Taschen Verlag
Credit Bild: © Mark Seelen Taschen Verlag
Credit Bild: © Mark Seelen Taschen Verlag
Die genauen Adressen der drei deutschen Stores:

TASCHEN Store Berlin
Schlüterstr.39
10629 Berlin
 
TASCHEN Store Hamburg
Bleichenbrücke 1-7
20354 Hamburg

TASCHEN Store Köln
Hohenzollernring
50672 Köln

Anmerkung - in den Stores in Berlin und Köln läuft der Sale zu den üblichen Öffnungszeiten von 26. bis zum 28. Januar, in Hamburg ist auch Sonntag den 29. geöffnet.

 Den Sale gibt es natürlich auch online rund um die Uhr  auf www.taschen.com

  WIN - WIN WIN


Passend zum Sale  könnt ihr auch einen ganz besonderen neuen Luxus-Bildband gewinnen.
In freundlicher Zusammenarbeit mit dem Taschen Verlag gibt es ein Gewinnspiel der in Kürze erscheinenden Retrospektive  75 Years Of Capitol Records.
Eine Rückschau auf die Entstehungsgeschichte und die größten Triumphe des Plattenlabels bei dem so unterschiedliche Künstler wie T-Bone Waker, „ole blue eyes“ Frank Sinatra oder Pink Floyd legendäre Aufnahmen einspielten und das jetzt 75-jähriges Bestehen feiert.


Credit Coverbild: © Taschen Verlag
75 Years Of Capitol Records
Reuel Golden, Barney Hoskyns
Hardcover, 33 X 33 cm, 492 Seiten
€ 99,99

 
  Ein Blick ins Buch:
Credit Bild: © Taschen Verlag
 Ihr wollt diesen Band geballter Musikgeschichte euer Eigen nennen ?

1) Dann schreibt eine E-Mail mit der Betreffzeile„ Capitol Records-Buch Gewinnspiel“ und mit dem Hinweis, dass ihr von mir bzw. 6strings24frames kommt und an dem Gewinnspiel teilnehmen möchtet.

2) Schickt die Mail an  c.waiblinger@taschen.com

Der Gewinner oder die Gewinnerin wird dann kontaktiert.

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Viel Glück beim Gewinnspiel !

Einsendeschluss ist der 29. Januar 2016
Keine Barablöse möglich.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mittwoch, 21. Dezember 2016

STRAY CATS - LIVE AT ROCKPALAST 1983 Loreley Open Air + 1981 Cologne


Credit Coverbild: © MIG-Music
Der Rockpalast - eine Institution der deutschen Musiklandschaft und seit 1974 (mit Unterbrechungen) bis heute ein Garant für hochklassige Konzerte mit Künstlern auch abseits des immergleichen Mainstreams. Zahlreiche Legenden und solche die es noch werden sollten gaben sich im Lauf der Jahre im Rahmen des Rockpalast die Ehre - unter ihnen auch die Stray Cats - deren Gigs von 1981 und 1983 in eiem Set von MIG-Music released wurden. Die Veröffentlichung dieser Deutschland-Konzerte der Rockabilly-Heroen ist auch ainsofern bemerkenswert, als dass es von den Cats recht wenige Livemitschnitte gibt - obwohl Brian Setzer Gitarre & Vocals), Slim Jim Phantom (stets stehend an den  Drums) udn Lee Rocker (am Slapbass) fraglos die einflussreichste Band der zweiten Welle des Rockabilly nach dem Tod des Kings Elvis Presley waren. "STRAY CATS - LIVE AT ROCKPALAST“ kommt im dicken Digipak mit gleich drei Discs - 2 CDs und 1 DVD.

Tracklist Satory-Säle Köln,16.Juli 1981
Sweet Love On My Mind
Double Talkin´Baby
Rumble In Brighton
My One Desire
Ubangi Stomp
Drink That Bottle Down
Storm The Embassy
Stray Cat Strut
Fishnet Stockings
Important Words
Rock This Town
Runaway Boys
Somethin´Else
Gonna Ball

Tracklist Open Air Loreley, 2. August 1983
Baby Blue Eyes
Double Talkin´Baby
Rumble In Brighton
Drink That Bottle Down
Something is Wrong With My Radio
Built For Speed
Look At That Cadillac
Runaway Boys
Lonely Summer Nights
Too Hip, Gotta Go
Stray Cat Strut
She´s Sexy And 17
Banjo Time (Foggy Mountain Breakdown)
The Race Is On
Tear It Up
Oh Boy
Rock This Town

Ein Blick auf diese Setlists genügt eigentlich - lauter Klassiker, early stray cats rock n´roll in Renkultur. Was man bei  diesen Gig sieht, sind die Stray Cats in ihrer Frühphase - die Gig sind roh, ungeschliffen, die Band blutjung. 
Die Band spielt mit einem solchen Drive -Setzers ikonische orange Gretsch, ein Amp, ein Roland Spach Echo dazu Slim Jim Phantoms minimalistisches Drumkit udn Lee Rockers akrobatisches Slapbass-Spiel - mehr brauchten die Jungs nicht um schon damals eine Rockabilly Riot sondergleichen auszulösen.

Die Aufnahmen haben natürlich - altersbedingt - vintage Charme. Die Bildqualität und auch die Beleuchtung insbesondere in den Satory Sälen ist natürlich zeitgemäß etwas schummrig.Das macht aber letztlich überhaupt nichts - immerhin sieht man hier Gigs,  wie es sie heute in dieser Form fast nicht mehr gibt. Der Rahmen ist beinahe intim - die Barrieren zum Publikum - siehe auc das Cover Bild - beinahe nicht existent. Mitunter wird sogar ein Girl aus dem Publikum auf die Bühne geholt, die mit Setzer twisten darf.
Fazit: Großartiges Release

ENNIO MORRICONE earbook


Credit Coverbild: © Edel Germany GmbH Earbooks
Dass der italienische Komponist Ennio Morricone bei der diesjährigen Oscar-Verleihung mit einem „regulären“ Oscar - für seinen unglaublich dichten Score zu Quentin Tarantinos „The Hateful Eight“- ausgezeichnet wurde war zum einen mehr als verdient - der Soundtrack zum Schneewestern war fraglos der beste dieses Jahrgangs - und andererseits längst überfällig. Immerhin hätte der Maestro allerspätestens in den Sechzigern für seine progressive  Amalgamation von E-und U-Musik und seinen ikonischen Score zu Sergio Leones Italowestern-Epos „Spiel mir das Lied vom Tod“ einen Goldjungen bekommen müssen.

Doch obwohl Morricone auch in den folgenden Jahrzehnten zu den vielbeschäftigten Männer seiner Zunft gehörte und einen Score nach dem anderen komponierte, bekam der  Maestro „nur“ einen goldene Statuette für sein Lebenswerk von der Academy verleihen - jedoch nie einen Award für seine Arbeit an einem speziellen Film. Dass es in den vergangene Jahren dafür mehr als genug Anlässe gegeben hätte, zeigt auch wieder das „earbook“ über den großen Komponisten. Der Band ist eine umfangreiche Retrospektive auf über 5 Jahrzehnte in denen Morricone E- und U-Musik verband, das Geräusch einem Instrument gleich einsetzte und damit Soundtracks schuf, die zum Kult geworden sind.

Das den earbooks zugrunde liegende Konzept ist quasi "Bücher zum Hören". Die Releases dieser Reihe sind Bildbände mit CDs - durch diese Kombination von ansprechend gestaltetem „coffee table“-Band und Musik kann man während des Schmökerns eine Disc im  Player rotieren lassen und in die Welt Morricones eintauchen. Das Buch im stylish-dezenten Retro- Design bietet auf über 130 Seiten einen Überblick über die Karriere des Maestros mit zahlreichen Filmstills, Plakaten etc. Aufnahmen wie die Closeups der Augen von Clint Eastwood, Eli Wallach und Lee Van Cleef aus „The Good, The Bad And The Ugly“ lassen einen - ob man nun eine CD lafen hat, oder nicht - unweigerlich an die legendären Melodien - und an Kojotengeheul - denken.

Der Morricone-Kenner wird aus dem Begleittext zwar wohl keine neuen, unbekannten Zusatzinfos erfahren, doch die ansprechende Gestaltung und die konzentrierte Form dieser visuellen Werkschau lassen einen auch weniger bekannte Arbeiten Morricones wiederentdecken.  Die  insgesamt 4 Discs geben einen umfassenden Querschnitt über das Schaffen des Maestros und enthalten viele Klassiker von Spaghetti Western Scores über die Arbeiten für Giallo-Meister Dario Argento bis zu 90s-Werke wie „Bugsy“ Warum aber ein so definierendes Stück wie „Man With The Harmonica“  aus „Spiel Mir das Lied vom Tod“ fehlt, bleibt fraglich....
Dennoch bietet dieser schöne Bildband eine attraktives Portrait  eines Revolutionärs der Filmmusik - das sowohl für Leser, die Morricone erst entdecken als auch durchaus für langjährigen Fans geeignet ist.

MIREILLE MATHIEU ENNIO MORRICONE


Credit Coverbild: © Sony Music Abilène Disc
Auf der einen Seite der italienische  Maestro Ennio Morricone - der Schöpfer unvergesslicher Soundtracks, der die Art wie der Wilde Westen klingt mit seinen Scores für Sergio Leones Spaghetti Western neu definierte. Auf der anderen Seite die französische Sängerin Mireille Mathieu, die seit den Sixties sowohl im Genre des Chanson wie im Schlager verweilt. Zwei Welten, die eigentlich unvereinbar scheinen - doch halt, da war etwas:

Im Jahr 1974 nahm Matthieu nämlich  zusammen mit dem römischen Komponisten gleich ein ganzes Album auf - bei dem der Spatz von Avignon sowohl von Morricone eigens für sie komponierte Stücke sowie Filmkompositionen Morricones auf französisch einsang bzw. über die Instrumentalstücke sang. Dieses Album fällt eindeutig unter die Kategorie verschollene Werke der Musikgeschichte - eine schwer zu bekommende Rarität - die allerdings jetzt mit ein paar das ursprüngliche Release erweiternden Bonus Tracks neu aufgelegt wurde: Die Reissue ist schön gemacht, kommt im Digipak mit Booklet - u.a. mit einem Foto mit Seltenheitswert: Morricone zusammen mit Mathieu und Meisterregisseur Leone.
Wer die französische Sängerin nur aus Volksmusik-Sendungen oder von Samstag-Abend bei Carmen Nebel kennt wird sich unter Umständen über diese CD wundern. Wer Morricone nur von seinen Scores kennt, wohl ebenso. So hält dieses Kleinod von einem Album eventuell für beide Seiten - Soundtrack-Aficionados und Mathieu-Anhänger - eine Überraschung bereit. Mathieu hat ja wirklich eine tolle Stimme - die allerdings im Chanson-Kontext besser passt, als bei den dermatischen Morricone-Kompositionen - denn fest steht dass etwa das Original- Thema von „Spiel Mir das Lied vom Tod“ (mit dem genialen wortlosen Sopran von Opernsängerin Edda Dell´Orso) wesentlich besser war als die „Song“-Version auf diesem Album. "Mireille Matthieu Ennio Morricone" ist trotzdem ein Album mit Seltenheitswert, das vor allem für Morricone- Komplettisten und Sammler interessant sein dürfe.

Dienstag, 20. Dezember 2016

THE PASSENGER IGGY POP


Credit Coverbild: © Esther Friedman   Knesebeck Verlag
Wer Rockstar Iggy Pop nur als den wilden Mann des (Proto-)Punk kennt, der sich halbnackt auf der Bühne windet und schon mal sein bestes Stück coram publico rausholt, wird von diesem Bildband aus dem Knesebeck Verlag ziemlich überrascht werden.
Denn die in diesem Buch versammelten Aufnahmen von Esther Friedman zeigen auch eine ganz andere, weitaus weniger dokumentiere Seite dieses Kult-Musikers.
Die junge Fotografin Friedman und der damals bereits berühmt-berüchtigte Rockstar lernten sich im Jahre 1976 kennen. Zunächst bekam Friedman  eigentlich nur den Job einer Tourfotografin, doch daraus entwickelte sich rasch mehr. Die beiden  wurden ein Liebespaar, 7 Jahre begleitete sie Iggy schließlich rund um die Welt.
„The Passenger“  - benannt nach dem gleichnamigen Klassiker-Song - gewährt nun einen Einblick in diese Zeit mit Aufnahmen aus dem Privatarchiv Friedmans.

Der Betrachter nähert sich durch diese Bilder auf eindrückliche Weise dem Mann hinter dem Image.So sind die hier versammelten Fotos dann unter Umständen auch etwas anders als man es zunächst  erwarten mag:  Friedman hat eine sehr eigene unaufgeregte Bildsprache.
Ihre ruhigen Bilder von Pop sind äußerst intime Aufnahmen, die den Privatmann James Osterberg (so Pops bürgerlicher Name) zeigen: Portraits einer Liebenden.
Die Mehrheit der Aufnahmen zeigt Pop dann auch nicht auf der Bühne, sondern weit weg vom gleißenden Scheinwerferlicht in Situationen abseits der Öffentlichkeit.
Diese äußerst persönlichen Aufnahmen Friedmans in Kombination mit dem Begleittext Daniel Haaksmans lassen den Fan tief in diese spezielle Phase in Iggy Pops Karriere eintauchen.
Selten hat man eine so intimen Einblick ins Privatleben eines Stars erhalten und die andere Seite eines Rock N´ Roll-Berserkers gesehen.

Buch-Infos:
23.4 X 30.4 cm
gebunden mit SU,
176 Seiten mit 96 schwarz-weiß Abbildungenund 66 farbigen Abbildungen

http://www.knesebeck-verlag.de

Oh Yes We Can Love - A History Of Glam Rock

Credit Coverbild: © Universal Music
"Not your average boxset"
Glam das bleibt in seinen unterschiedlichsten Formen ein wesentlicher Bestandteil und durchaus kontemporärer Trend in der Popkultur: Ob als Bezugspunkt für Retro Rocker, Teil von Ausstellungen oder Retrospektiven - oder als scheinbar für jede Saison gültige Inspiration in der Fashion-Welt von Paris bis Mailand. Der musikalischen Seite des exaltierten Glam-Phänomens widmet sich das aufwändige Boxset "Oh Yes We Can Love - A History Of Glam Rock"(Universal) und stellt eine interessante Retrospektive auf dieses außergewöhnliche und langlebige Genre dar.
Die Songauswahl ist dabei äußerst eklektisch:
Zum Einen wird ein interessanter Bogen von den ganz frühen Einflüssen des Genres - quasi der Proto Glam Rock zu der 70er Hochphase geschlagen: Von Chuck Berry, Holwin´ Wolf (!) oder Vince Taylor  hin zu Bolan, Bowie oder Sweet

Doch „Oh Yes We Can Love“ geht noch weiter und verfolgt die Spur des Sternenstaub Glitters bis in die 2000er.Generell wird der Glam- Begriff wird bei diesem Set recht weit gefasst und mitunter frei interpretiert: So gibt es dann auch recht kuriose Picks wie die Ramones oder Judas Priest - die ja eher zu den weniger Glam-inspirieren Metal Band zählen - in der Tracklist. Dass sie mit einer solchen Auswahl durchaus anecken werden, ist den Machern bewusst. Manche Auswahl ist offenbar sehr bewusst am äußeren Rand des Genres bzw,, schon weit abseits davon angesiedelt. Umso mehr fällt dadurch allerdings auf dass die Phase des L.A. Hair bzw Glam Metal der 80er  - den legitimen Nachkommen des britischen Glam Rocks, der in den USA nie in dem Maße abhob wie in Europa - ausgespart wird.
Dennoch: "Oh Yes We Can Love" ist eine interessante Compilation---die insbesondere aufgrund ihrer exzentrisch-eklektischen Songauswahl und der tollen Aufmachung (Box mit reich bebildertem Buch) zu gefallen weiß.  Zumal die Hör- Experience von Disc 1 an fraglos spannend bleibt. 
 

Montag, 19. Dezember 2016

ELLEN VON UNWERTH - FRÄULEIN

TELEPHONE SEX New York 1997
Credit Bild: © Ellen von Unwerth
Nur wenige Fotografen der Fashion-Szene haben eine derartig unverwechselbare künstlerische Handschrift wie Ellen von Unwerth. Bei ihr reichen ein paar Sekunden eines Filmclips oder ein einziges Bild völlig aus und der Betrachter weiß, dass es sich um ein Werk der gebürtigen Frankfurterin handelt. Unwerth, die in ihrer Jugend selbst als Model arbeitete und im Laufe ihrer Karriere die Seiten und damit  hinter die Kamera wechselte verfügt über einen unglaublich distinktiven Stil, der die sexuell aufgeladene Pin-Up-Kunst der 50er mit High Fashion verbindet.

Fräulein“, erschienen im TaschenVerlag, ist eine umfassende gut 480 Seiten starke Rückschau auf die Arbeit Unwerths aus den 90er Jahren bis 2009 -  wobei ein Großteil der in diesem Bildband versammelten Aufnahmen bislang unveröffentlicht war. In dieser kompakten, sehr konzentrierten Rückschau lässt sich einerseits die Entwicklung von Unwerths Stil nachvollziehen, gleichzeitig wird jedoch auch deutlich, dass die wesentlichsten Merkmale ihrer fotografischen Handschrift sich von Beginn an einem roten Faden gleich durch ihr Gesamtwerk ziehen: Unwerths Hauptfiguren sind die Fräulein - Wesen, die zwischen naiver Unbedarftheit und Verdorbenheit changieren, elfengleiche Unschuld trifft auf dunkle Triebe mit sado-masochistischen Untertönen.Immer wieder spürbar auch die deutliche Helmut Newton-Influence.
TEDDY London 2006
Credit Bild: © Ellen von Unwerth
BITCH! Paris 2007
Credit Bild: © Ellen von Unwerth
Dabei sind es die beinahe beiläufig wirkenden Gesten der Models und Unwerths Gespür für kleinste Details die den speziellen  „kinky flair“ ihrer Bilder mit ausmachen. Unwerth ist eine der führenden Meisterinnen der erotischen Fotografie, Ihre Aufnahmen sind charmant witzig, verspielt,  fetischistisch und gemahnen immer wieder an Film-Stills - eine geradezu postmoderne anmutende Auseinandersetzung mit dem 50s Pin Up-Phänomen und sexuellen Obsessionen. Dabei lichtet Unwerth nicht einfach nur überaus ansehnliche Models ab. Selbst Einzelbilder erzählen bei ihr immer eine eigene kleine Gesichte - eine Story, die jedoch stets mit einem schmutzigen Lächeln erzählt wird.
Hat Unwerth Prominente vor ihrer Linse holt sie in ihren sexuell aufgeladenen Sujets selbst aus eher als bieder bis reserviert wirkende Celebrities versteckte Seiten zum Vorschein. Die Wirkung von Unwerths Kunst liegt auch darin, dass ihr spezieller „point of view“ häufig wesentlich heißer hintergründiger ist, als die Shots manch ihrer männlicher Kollegen.

Fazit:
„Fräulein“ ist eine Taschen-typisch äußerst stylisch gestaltete, attraktive Retrospektive auf eine der ganz großen Individualistinnen der Fotografen-Szene.

Credit Coverbild: © Ellen von Unwerth    Taschen Verlag
 
Ellen von Unwerth, Ingrid Sischy
Fräulein,
Hardcover 19 X 27,4 cm
480 Seiten
€ 29,99
Taschen Verlag

Samstag, 17. Dezember 2016

THE ROLLING STONES - BLUE & LONESOME


Credit Coverbild: © Universal Music
Mit „Blue & Lonesome“ veröffentlichen die Stones  genau jene Platte, auf die echte Fans schon seit Jahrzehnten warten: ein reines Blues-Album vom Anfang bis zum Schluss. Die Faszination für die Protagonisten des Genres hat Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und Ronnie Wood nie losgelassen. Diese Platte ist nun die Verneigung von Musikern, die längst ihrerseits Legendenstatus erreicht haben, vor den Idolen ihrer Jugend.mDer erste Vorabtrack der Platte, „Just Your Fool“, ließ heuer schon die Erwartungen hochschnellen und das Endprodukt „Blue & Lonesome“ - benannt nach dem gleichnamigen Little Walter-Klassiker - hält nun alle Versprechungen ein.
Aufgenommen in nur drei Sessions vor genau einem Jahr im Dezember 2015 besteht das Album aus 12 Covern von Blues-Klassikern die von Legenden wie Harmonika-Pionier Little Walter, Howlin´ Wolf, Otis Rush, Johnny Taylor , Eddie Taylor, Lightnin´ Slim, Jimmy Reed oder Magic Sam eingespielt wurden ( interessanterweise findet sich in der Tracklist aber kein Muddy Waters-Song...).  Die Spontanität mit der bei den puristischen Sessions ohne Overdubs operiert wurde, merkt man der Platte total an - vom Opener an gibt es hier einen unglaublichen Drive, wie er typisch für die klassischen Blues Aufnahmen der 50er war.

Überhaupt ist „Blue & Lonesome“ mit beinahe an klassische Musik gemahnender Konsequenz vintage-korrekt und authentisch. Die Songs sind - wie einst bei Chess Records- kurz und knapp gehalten, hier wird nicht lange gejammt oder soliert. Die Arrangements sind in ihrer instrumentellen Dichte meist sehr nah an den Originalen - das vorherrschende Prinzip von  „Blue & Lonesome“ ist nicht die Re-Interpretation oder experimentelle Umdeutung des historischen Ausgangsmaterials wie beim Sixties British Blues Rock-Boom sondern die höchstmögliche Original- und Werktreue - ohne dabei allerdings den typischen Stones-Touch vermissen zu lassen.
Jagger, Richards, Watts und Wood haben ihren ganz eigenen Groove - nur ganz wenige vermögen den Blues so zu spielen wie die Stones. Es sind genau diese Eigenheiten, die die Band so unverwechselbar machen - ob es die „Jaggerisms“ bei den Vocals sind, die von ganz ganz unten raufgezogenen Licks Richards oder Woods oder  Watts, der im einen Moment minimalistisch den Takt gibt nur um im nächsten Moment mit Fills die Fieberkurve raufzutreiben.
Der Shuffle bleibt hier nicht lediglich eine Rhythmus-Art - er lebt richtiggehend, atmet geradezu...es ist ein vor und zurück, ein Push & Shove, das in seiner Laszivität, einst Moralapostel auf die Barrikaden brachte. Während eines Zwölf-Takte Schemas entfacht die Band so eine mitreißende Dynamik - mal  nehmen sie sich zurück, werden abrupt etwas langsamer und leiser nur um im nächsten Moment  dann plötzlich brüllend laut vorzupreschen. Die Mikrofone ächzen förmlich unter diesen Lautstärkeattacken, wenn der Shuffle plötzlich von einem köcheln zu einem Orkan anschwillt. Die „Tape Saturation“, also  die warme, vintage Röhren-Sättigung - Merkmal vieler klassischer Aufnahmen der Musikgeschichte- ist hier äußerst präsent.

Credit Coverbild: © Universal Music
Bei zwei Tracks ist auch ein besonderer Gast mit dabei: Mr. Slowhand Eric Clapton - Es gibt die Geschichte, dass EC einst den Job, den heute Ronnie Wood übernimmt, hätte haben können - Mit seinen liquiden Slide-Gitarren-Licks bei „Everybody Knows About My Good Thing“ und eruptiven Soloeinlagen, wie aus einem Chess Records-Azetat gerissen bei „I Can´t Quit You Baby“, zeigt die Gitarrenikone aus Surrey erneut, dass er und die Steine ein perfektes Team abgeben.

Dass Frontman Jagger ein grandioser, tief in der Tradition der Pioniere des Mississippi Saxophone stehender Harp Spieler ist war schon vor „Blue & Lonesome“ bekannt - hier bekommt er allerdings nicht nur als Singer das Spotlight sondern in gesteigertem Maße auch als Solist an der Harmonika - in den zahlreiche instrumentalen Solospots bringt er die Kammern seines Harp zum Glühen. Überhaupt steht auf dieser Platte gerade Jagger besonders im Fokus - als Zuhörer entdeckt man  gar unbekannten Nuancen seiner Stimme; der 73-jährige Jagger klingt hier stellenweise wie der junge Buddy Guy.
Im Laufe ihrer Karriere waren die Stones nicht immer reine Genre-Puristen, sondern griffen öfters auch erfolgreich zeitgenössische Trends (siehe etwa Disco in den 70ern)  und prägten sie in weiterer Folge mit - nicht immer entstanden dabei ihre stärksten Songs.

Bei „Blue & Lonesome“ gehen die Steine allerdings einen gänzlich anderen Weg - „Blue & Lonesome“ ist eine erfrischend ungeschliffene und im besten Sinne so gar nicht zeitgemäße Platte, mit der Mainstream-Stones-Fans, die lediglich die Nummern diverser Greatest Hits Collections kennen, unter Umständen wenig anfangen werden. Hardcore-Fans wissen jedoch -  im Herzen waren sie immer schon eine Chicago Blues Band, „Blue & Lonesome“ subsumiert so letztlich die gesamte bisherige Karriere dieser Band.

Was „From The Cradle“ 1994 für Eric Clapton war, ist „Blue & Lonesome“ heute für die Stones -  von diesen Aufnahmen führt ein direkter Link zu den Anfängen der dienstältesten Rock N´Roll-Band - es ist ein Sample ihrer DNA. Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Stones älter, als es die meisten Legenden, denen hier die Reverenz erwiesen wird, zu ihrem Todeszeitpunkt waren - doch noch immer sprühen die Steine vor geradezu jugendlicher Energie, wenn sie diese Songs spielen können. Ein mitreißendes „old school“-Album, das nicht nur zu ganz großen Blues-Scheiben der letzten Jahre zählt sondern insgesamt betrachtet die beste Stones-Platte seit 1974 darstellt.

MÖTLEY CRÜE - THE END Live From Los Angeles


Credit Coverbild: © Eagle Rock Entertainment  EDEL
Traurig aber wahr - Mötley Crüe, die quintessentielle Hair Metal Band der Westcaost gibt es nicht mehr. Mit einer Farewell Tour haben Shouter Vince Neil, Bassist Nikki Sixx, Gitarrist Mick Mars und Drummer Tommy Lee einen Schlussstrich gezogen. Die neu bei Eagle Rock veröffentlichte Blu ray „The End“ dokumentiert einen Gig vom 31. Dezember 2015, an dem zusammen mit dem alten Jahr auch eine Karriere an Exzessen und im Genre wegweisenden Alben zu Ende ging.

Die Band zeigt sich hier in außergewöhnlich guter Form und spielt sich durch ein kompaktes Set, das überwiegend aus Klassikern der Bandgeschichte besteht  - von der ewigen Stripclub-Hymne „Girls Girls Girls“ , „Wilde Side“, „Dr. Feelgood“ bis hin zum  ekstatischen „Kickstart My Heart“ ist alles da. Die neueren Songs wie „Motherfucker Of The Year“  wirken hingegen auch nachdem sie bereist ein paar Jahre auf dem Buckel haben, wie Fremdkörper neben den Gassenhauern.
Credit Bild: © Dustin Jack   Eagle Rock Entertainment  EDEL
Das Publikum -  in dem sich teilweise die gesamte Stripbranche des Valleys versammelt zu haben scheint - ist aus dem Häuschen. Kein Wunder: Denn neben der mitreissenden Musik ist bei dieser Mötley-Show alles auf das vollkommene Bombardement der Sinne ausgelegt -  ein sensorischer Overkill, der im Konzert selbst überwältigend gewesen sein muss - jedoch auch in der Heimkino-Version äußerst realistisch rüberkommt. Für Spektakel wie dieses letzte Hurra der L-A. Bad Boys wurde ein HD-Medium wie die Blu ray erfunden !

Was hier für eine Show geboten wird ist jedenfalls der helle Wahnsinn. In Europa haben die Crüe nie den Stellenwert erreicht, den sie in ihrem Heimatland genießen, in den USA sind sie jedoch Superstars - und bei dieser Show wurden keine Kosten gescheut: Äußerst ansehnliche Backgroundtänzerinnen, Pyrotechnik wie aus dem letzten Mad Max-Film gerissen, Konfetti-Eruptionen, ein überdimensionales, brennendes Penatgramm....

Schade, dass diese Band nun wirklich Musik-Geschichte zu sein scheint, doch immerhin verabschieden sich Neill,Sixx,Lee und Mars mit einem echten Paukenschlag.

SANTANA IV - Live At The House Of Blues Las Vegas


Credit Coverbild: © Eagle Rock Entertainment  EDEL
Mit dem Release von „Santana IV“ gelang der mexikanischen Gitarrenlegende im heurigen Jahr ein kleines Kunststück:  Nahtlos vermochte er es mit seinem neuesten Studioalbum an einen ganz bestimmten Punkt in seiner Karriere zurückzukehren. Was insofern bemerkenswert ist, als dass dieser Punkt bereits Jahrzehnte zurückliegt  - um genau zu sein im Jahr 1971 als „Santana III“ veröffentlicht wurde und erstmals der spätere Journey-Gitarrist Neal Schon als Co-Saitenhexer zur Band stieß. 2016 ist die Santana Band nun neu reformiert und beinahe wirkt es so als wären zwischenzeitlich gar nicht mehr als 4 Jahrzehnte vergangen.

Noch mehr als dieses ohnehin schon gute Album ist das neu veröffentlichte Blu ray-Livekonzert aus dem House Of Blues in der Wüste Nevadas ein Zeugnis für die große Kunst der „klassischen“, vintage Santana-Band. Wer Santana nur von den eher kommerziell orientierten Releases seit den 90ern her kennt, wird überrascht sein: was der Zuseher hier bekommt ist die Gitarren-Vollbedienung: Musik aus einer Zeit als Jammen zum guten Ton gehörte. Die neuen Nummern fügen sich perfekt neben den alten Klassikern wie „Jingo“, „Evil Ways“, „Oye Como Va“ ein und 24 Songs lang webt die Band ihren  dichten, Soundteppich mit der legendär gewordenen, betörenden Mischung aus Blues Rock und Latin-Elementen.
Credit Bild: ©   Eagle Rock Entertainment  EDEL
Die geradezu symbiotische Verbindung zwischen den einzelne  Musikern ist nicht nur hörbar, sondern wird durch die ruhige Kameraarbeit auch visuell eindrucksvoll eingefangen: Santana und Schon treten in einen Dialog miteinander-nur dass dieser nonverbal abläuft, sie sprechen durch ihre Gitarren miteinander und gehen dabei völlig in präzise gebendeten Notes und Solo-Intermezzi auf. Die extrem gute Abmischung transportiert diese Edel-Gitarrensounds äußerst plastisch direkt ins Wohnzimmer - wie auch die unglaublich dichten Percussions oder die Hammond-Stabs von Gregg Rolie.
Wer Fan von Gitarren-Musik und Anhänger des frühen Santana ist bekommt mit diesem House Of Blues-Gig einen der der inspirierendsten Konzertmitschnitte der letzten Zeit.

ROCK CLASSICS # 17: PINK FLOYD - Das Sonderheft


Credit Coverbild: Rock Classics/Slam Media GmbH
Nach dem Ausflug in Sleaze Rock-Gefilde mit der Guns N´ Roses-Sonderausgabe vom Sommer widmet sich die 17. Ausgabe der Rock Classics den Heroen des progressiven Psychedelic Rock: PINK FLOYD.

Mit dem stylischen Vintage Cover wirkt das Magazin beinahe wie ein Heft aus den Sechziger/Siebzigern und ist - wie man das von dieser Reihe gewohnt ist - eine überaus schön gestaltete, gut 114 seitige Rückschau auf wegweisende Klangexperimente, Mammut LPs, anspruchsvolle Soundtüftlereien aber auch interne Auseinandersetzungen.
In Depth-Features beleuchten unterschiedliche Aspekte der Karrieren von Roger Waters, David Gilmour, Richard Wright, Nick Mason und natürlich Syd Barrett:
von den frühen Einflüssen der Band über das multimediale Großprojekt The Wall bis zum (de facto) Ende der Band.Der Fan wird sich eventuell daran erinnern, dass bereits 2011 eine Pink Floyd-Ausgabe in der Rock Classics-Reihe erschienen ist: Die aktuelle #17 stellt eine überarbeitete Neuauflage dar, die das ursprüngliche Heft quasi auf den neuesten Stand bringt.
Dass Pink Floyd bis heute zahleiche nachkommende Musiker maßgeblich beeinflussten  wird auf der  obligatorischen Bonus CD noch einmal herausgestellt: Diese vereint „Sons & Duaghters Of Pink Floyd“ - Bands die mal mehr mal weniger deutlich von den britischen Pionieren inspiriert wurden.

Fazit: Ein kompakter Überblick über eine wegweisende Band mit ausführlichen Features und vielen köstlichen Vintage-Bildern.