Donnerstag, 23. Januar 2020

MR. MORRICONE, WIE HABEN SIE DAS GEMACHT ? – DAS VIELLEICHT LÄNGSTE INTERVIEW MIT DEM ITALIENISCHEN MAESTRO


Credit Coverbild: © Oxford University Press
Es ist eine spezielle Eigenart des Mediums Film, dass es durch seine Massenverbreitung die Rezeption gesellschaftlicher Realitäten sowie historischer Epochen oftmals entscheidend mitprägt. Ein besonders interessantes Beispiel für diese Manifestation von Vorstellungen findet sich bei den Soundtracks, die nicht nur einzelne Szene untermalen sondern die Wahrnehmung des Zuschauers teils maßgeblich beeinflussen, wie sich vergangene Epochen „anhörten“: Wie klang etwa der Wilde Westen, was war der „Score“ dieser Pionierzeit des 19. Jahrhunderts in der „Neuen Welt“. Mir persönlich – wie zweifelsohne zahllosen anderen Cineasten– fallen da sicher weniger fröhliche Pionierchöre oder die kitschig-säuselnden Melodien des US-Western der 50s ein sondern twangige E-Gitarren, verzerrte Fuzz-Riffs, dissonante Harmonikas und Koloratur-Arien. Maßgeblich für diesen zwar historisch mitunter anachronistischen, jedoch ungemein wirkungsvollen Score war der italienische Maestro Ennio Morricone.

In seinem ungewöhnlichen Signature-Sound verschmolz der klassisch
geschulte Komponist sowohl Elemente aus der E-Musik als auch der U-Musik.
Typische Orchesterinstrumente trafen auf moderne elektrische Instrumente, die in der Klassik sonst keine Rolle spielten. Selbst Geräusche und Laute wie Kojotengeheul konnten bei ihm zur Musik werden. Ein progressiver Ansatz, den er nach den Erfolgen mit den Spaghetti Western auch bei unheimlich dichten Scores vom Krimi bis zum Drama einsetzte.
Durch diesen innovativen und oft kopierten Approach- wurde Morricone zu einem der wichtigsten, vielleicht sogar zu dem wichtigsten zeitgenössischen Komponisten.
Genau dieser interessante Zugang zu Musik steht auch im Zentrum des neu erschienenen Buchs "Ennio Morricone: In His Own Words" (Oxford University Press).

Der junge Komponist Alessandro De Rosa führte ausführliche Gespräche mit Morricone die tief in dessen komplexes Musikverständnis eintauchen. 
Während selbst die längsten Gespräche in Andy Warhols “Interview”-Magazin nur ein paar Seiten ausmachen (können) findet man hier extrem ausführliche Transkripte dieser Konversationen  die tatsächlich mehr als 300 Seiten füllen. Das ist auch deshalb besonders interessant, weil der Maestro nicht oft für Interviews zur Verfügung steht und die meisten journalistischen  Gespräche mit ihm  oftmals nur oberflächlich bleiben, was dem vielschichtigen Charakter dieser Legende und seinem intellektuell-analytischen Naturell natürlich nicht gerecht wird.
Man merkt beim Lesen von „In His Own Words“, dass der Interviewer und der Interviewte einen guten Draht zueinander haben. Die intelligenten Fragen de Rosas ebnen den Weg für eine tiefgehende Eigenanalyse eines jahrzehntelangen Oeuvres, die nicht bei den bekannteste Filmmusiken stehen bleibt, sondern letztlich in die Metaphysik der „musica assoluta“ eintaucht und so den  „creative process“ Morricones nachvollziehbar macht -
Sofern man ein gutes film- und vor allem musiktheoretisches Verständnis mitbringt:
denn dieses Buch ist durchaus anspruchsvoll und ist teilweise wohl nur für Musiker ganz nachvollziehbar. Genau diese in depth-Herangehensweise macht „In His Own Word“ jedoch auch zu einem der informativsten Film/Musikbuch seit langem – das zudem mehr als einmal an Truffauts Klassiker „Mr. Hitchcock, wie haben sie das gemacht ?“ erinnert.

Donnerstag, 16. Januar 2020

TASCHEN WAREHOUSE SALE 2020 + SALVADOR DALÍ TAROT GEWINNSPIEL

Credit Bild: ©  Taschen Verlag
Auch im neuen Jahrzehnt gibt es ihn wieder, den Fixtermin für alle Bookworms und  Coffee Table-Fans:  Ende des Monats startet der Warehouse Sale des Taschen Verlags mit bis zu - 75 % auf Display- und Mängelexemplare der Bildbände aus den Bereichen Film, Musik, Popkultur, Kunst, Fotografie, Comic, Erotik, Architektur oder Mode & Design.
  
Hier die genauen Daten & Adressen: 

Warehouse Sale von 30. Januar - 1. Februar 2020

in den Flagship-Stores 
Taschen Store Berlin (Schlüterstraße 39)
Taschen Store Köln (Neumarkt 3)

sowie online auf:

WIN - WIN WIN
Credit Coverbild: ©  Taschen Verlag
Passend dazu verlose ich in freundlicher Zusammenarbeit mit dem Taschen Verlag ein Exemplar von Dalí Tarot.

Die Backstory zu diesen außergewöhnlichen Karten:
Fans des britischen Agenten mit der Lizenz zum Töten erinnern sich gewiss daran, dass sich in „Live And Let Die“ (1973) der Villain Dr. Kananga immer wieder vom Medium Solitaire die Zukunft aus den Karten lesen lässt. Angeblich beauftragte James Bond- Produzent Albert Broccoli in der Pre-Production zu diesem Film den Kunstsuperstar Salvador Dalí mit dem Entwurf eines neuen Tarot-Decks. Aufgrund vertraglicher Differenzen wurde aus dieser Zusammenarbeit zwar letztlich doch nichts und das Deck mit kunsthistorischem Charakter schaffte es nicht auf die Kinoleinwände  doch die klassischen Karten mit dem typischen surrealen Dalí-Touch erblickten in den Eighties dennoch das Licht der Welt.
Allerdings nur in einer limitierten, mittlerweile längst vergriffenen Art Edition – Dalí war damals der erste renommierte Künstler, der ein völlig neues Kartenset entwarf. Dabei stützte er sich sowohl auf Meisterwerke von der Antike bis zur Moderne, zitierte sich selbst sowie u. a. Jacques-Louis Davids "Tod des Marat" oder Lucas Cranachs "Drei Grazien".


Nun hat der Taschen Verlag dieses seltene Werk in einer schönen Edition in lila Samt neu aufgelegt. Es enthält sämtliche 78 Karten sowie ein informatives Begleitheft mit Tarot-Guide und dem Making Of dieses Sets.

Klingt interessant und Ihr wollt das Dalí Tarot euer Eigen nennen?

1) Dann schreibt eine E-Mail mit der Betreffzeile „Dalí Gewinnspiel“ und mit dem Hinweis, dass ihr von mir bzw. 6strings24frames kommt und an dem Gewinnspiel teilnehmen möchtet.

2) Schickt die Mail an  c.waiblinger@taschen.com

Der Gewinner oder die Gewinnerin wird dann kontaktiert.

Viel Glück beim Gewinnspiel !

Einsendeschluss ist der 1. März 2020.
Keine Barablöse möglich.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mittwoch, 8. Januar 2020

ELVIS 85 : DIE FRÜHEN JAHRE DES KING OF ROCK N´ ROLL

Credit Coverbild: © Alfred Wertheimer Taschen Verlag
Als der junge Fotograf Alfred Wertheimer im Jahre 1956 den Auftrag annahm einen amerikanischen Sänger und Gitarristen aus Tupelo, Mississippi zu begleiten war das Phänomen Rock N´ Roll erst wenige Jahre alt. In zuvor ungehörter Weise hatte jener Mann, den Wertheimer fotografieren sollte, die weiße und schwarze Musiktradition zu Rockabilly und Rock N´ Roll verschmolzen und damit den in Echo getränkten Sound einer Revolution geschaffen. Der Name dieses Mannes war Elvis Aaron Presley, die Bilder die Wertheimer von dem neuen amerikanischen Star schießen sollte wurden nicht nur Dokumente einer Ära sondern auch karrierebestimmend für den Fotografen selbst.
Credit Bild: © Alfred Wertheimer Taschen Verlag
Ein überaus attraktiv gestalteter Bildband aus dem Taschen Verlag präsentiert die Aufnahmen Wertheimers nun in beeindruckendem Großformat und dokumentiert anhand der ikonisch gewordenen Fotos jene frühe Zeit in der Karriere des King, als er nach den Pionieraufnahmen bei Sam Philips legendären Sun Records in Memphis sein erstes Full Length-Album für sein neues Label RCA aufnahm.
Auffallend ist dabei die geringe Distanz zwischen dem Star und dem Fotografen, der stets sehr nah dran am Geschehen war und durch seine Momentaufnahmen den Alltag des Kings in plastischer Weise nachvollziehbar macht. Wertheimer dokumentierte nicht nur Presleys Arbeit auf der Bühne oder wie er von unzähligen Fans bestürmt wird sondern begleitete den King auch in Momenten abseits des gleißenden Scheinwerferlichts - etwa  bei Recording Sessions im Studio als Musikgeschichte geschrieben wurde oder auch in ganz privaten Momenten mit der Familie Presleys. So zeigen Wertheimers Bilder sowohl den professionellen Musiker Elvis als auch den Privatmann. Der Fotograf wurde zu einem Chronisten der Post-Sun Records/Pre-Army-Phase in  der beispiellosen Karriere Presleys und dokumentierte eine Zeit, als der Rock N´ Roll noch jung war. Auch als unter jenes Kapitel ein Schlussstrich gezogen wurde und der Soldat Elvis jenes Schiff  bestieg, das ihn nach Deutschland bringen sollte, war Wertheimer mit seiner Kamera dabei.
Credit Bild: © Alfred Wertheimer Taschen Verlag
Wertheimers expressive Aufnahmen sind Meilensteine in der Musikfotografie. Durch sie wurde der Mann, der den Auslöser betätigte, selbst berühmt. Der Fotograf hatte ein beeindruckendes Gespür für perfekte, atmosphärische Bildkomposition und ein sicheres Auge für ikonische Motive - so gut wie jedes Bild aus „Elvis And The Birth Of Rock And Roll“,fraglos einer der besten und schönsten Bildbände über den King, hätte auch ein ideales Plattencover abgegeben. 
Credit Bild: © Alfred Wertheimer Taschen Verlag


Alfred Wertheimer:
Elvis And The Birth Of Rock And Roll
Chris Murray, Robert Santelli
Hardcover, 26,5 X 37,4cm, 360 Seiten
€ 49,99